„Mr. Gold“ Jim Sinclair mit einem sehr guten, per Telefon geführten Radiointerview. Er spricht sehr schnell, ultrakompakt und nicht in der allerbesten Tonqualität - man sollte also des Englischen einigermaßen mächtig sein. Die wichtigste Veränderung der letzen Zeit auf den Goldmärkten sieht auch er in den vehement zunehmenden physischen Käufen, die das Papierkartell mehr und mehr unter Druck setzen und sich dem um sich greifenden Vertrauensverlust gegenüber allen Papierwährungen verdankt.
Und in dem möglichen Kollaps des auf Phantasiebewertungen beruhenden Billionenmarktes der außerbörslichen OTC-Derivate.
Zum Anhören auf das Symbol links vom Bild drücken:
http://www.kingworldnews.com/k…010/5/6_Jim_Sinclair.html
Äußerst wichtig bleibt Sinclairs an dieser Stelle wiederholte Aussage, dass die Investmentbanken ab 2008 punktgenau dann zu den Vorreitern bei der Erholung der Aktienmärkte wurden, als man es ihnen wieder umstandslos erlaubt hatte, ihre toxischen OTC-Derivatebestände in der Bilanz weiterhin mit großer Phantasie selbst zu bewerten.
Mit der nun voll einsetzenden Krise der Staatsschulden (so hat z.B. auch JP Morgan eine Menge des Kernkapitals in PIGS-Anleihen) und den juristischen Attacken auf die Geschäftspraktiken der Banken um die Emission von CDO-Derivaten (Causa Goldman Sachs), zeichnet sich eine Vertrauenskrise bei der Unantastbarkeit der Derivatenmafia ab.
Bekanntlich steckt die Fed vor allem auch durch die Maiden Lane-Vehikel (der Schrott aus den AIG-Beständen) selbst tief in diesem Bewertungssumpf. Das kann man u.a. an der jüngsten Gewinnmeldung von AIG erkennen. AIG will plötzlich einen Quartalsgewinn von $ 1.45 Milliarden gemacht haben – allein durch Höherbewertung des seit Jahren bestehenden „Investment-Portfolios“, das im Grunde ein reines Derivateportfolio mit Horrorrating ist.
http://www.stock-world.de/nach…ten-Quartal-n3394301.html
Doch Maiden Lane ist buchstäblich Schrott, auch wenn die Fed nach dem verlorenen Streit mit Bloomberg immer noch nur einen minimalen Einblick in dieses „Investmentportfolio“ gewährt, das auf wundersame Weise stabil bleibt bzw. sogar an Wert gewonnen haben soll (siehe Grafik im Anhang).
- So sind 61% der AIG-Bestände mit CCC oder schlechter bewertet. CCC bedeutet per Ratingdefinition (auf die sich die Finanzmärkte ja eminent beziehen, wenn es um Europa geht), dass „die ökonomischen Bedingungen perfekt sein müssen, damit sich eine solche Anlage wieder erholen kann.“
-Fast 100% der Maiden Lane-Papiere bei der Fed sind CDO´s.
http://alephblog.com/2010/04/04/thoughts-on-maiden-lane-iii/
Eine mit der Staatsschuldenkrise einhergehende Neubewertung der Risiken und Werte an den unregulierten OTC-Märkten, auf denen auch die Deutsche Bank praktisch alle ihrer Gewinne generiert (bei Währungsderivaten sogar Marktführer), wäre eine weitere Rakete für die Edelmetallmärkte.
Grüße
auratico