Beiträge von auratico

    da iss wohl was im Busche ?)


    Crash mit Ansage? Der Euro geht schon mal auf Tachstation...... :thumbup:


    Dieses Verbot war längst überfällig und kommt viel zu spät. Es wird wohl auch bei den bereits bestehenden Derivatpositionen nicht greifen, sondern gilt einfach ab jetzt. Nackte Leerverkäufe hätte es überhaupt nie geben dürfen. CDS z.B. ohne die entsprechenden Anleihen dabei sind ein völliger Irsinn, also weg damit. Normale Leerverkäufe sind weiterhin möglich. Anders als im Panikmodus 2008, als man auch diese in USA und Deutschland bei Bankaktien verboten hatte.


    Hier können sich die USA ein Beispiel nehmen und diese Regel übernehmen - am besten gleich als Trainingseinheit mit den Gold- und Silberpositionen an der Comex anfangen.


    Grüße
    auratico

    Heute morgen musste ich dann in der Zeitung lesen, dass von griechischen Staatsanleihen im Gesamtwert von 270 Milliarden Euro gerade einmal 8 Milliarden Dollar durch Kreditderivate (Credit Default Swaps, CDS) abgesichert sind.


    Und wer sind jetzt diese bösen Zocker, diese fiesen Spekulanten, die da so hinterhältig gegen Griechenland und gegen den Euro wetten??


    Die CDS auf Staatsanleihen sind in der Tat nur der allerkleinste Teil des riesigen außerbörslichen, währungsbezogenen Derivatebazars. Die europäischen Politiker zeigen in ihrem unsäglichen Populismus immer nur auf diesen relativ kleinen Bereich, um bei der ahnungslosen Bevölkerung zu punkten, weil sich damit archaische, angstbesetzte Grundmuster von Angriff und Zerstörung wie in einem Hollywoodfilm à la "Terminator" abrufen lassen. Angemessener hingegen wäre wohl eher "Matrix" als Referenzrahmen.


    Die allermeisten OTC-Derivate mit Nominalwerten (nicht Marktwert) von über 500 Billionen sind vielmehr Währungs- und Zinsderivate wie Forward Rate Agreements oder Cross Currency Swaps. Nur als ganzes, vollorchestriertes Derivatekonzert ist die Sache in ihrer immensen Tragweite zu begreifen. Das wohlfeile Herauspicken einzig der CDS-Kontrakte auf griechische Staatsanleihen ist absolut lächerlich. Außerdem sind die Profite aus diesen Griechen-CDS längst eingefahren, die allermeisten leerverkauften Postionen glattgestellt und die verbliebenen CDS werden sich wohl in nicht unerheblichem Ausmaß auch bei den realen Haltern dieser Bonds befinden. Mit Griechen-CDS kann man nicht den Euro in eine existentielle Krise stürzen.


    Jene werden von den großen Derivatemonstern à la Goldman Sachs oder Deutsche Bank ohnehin nur als publikumswirksame Teaser, die sich der gesteuerten Aufmerksamkeit der Medien versichern können, vorausgeschickt, um im Hintergrund die wahrlich entscheidenden Währungs- und Zinsderivatgeschäfte in ganz anderen Dimensionen einzufahren. Goldman Sachs ist bei diesen Geschäften inzwischen derart mit perfektem Vorauswissen und Market Maker-Kraft ausgestattet, dass sie im vergangenen Quartal an keinem einzigen Zockertag mehr einen Verlust gemacht haben, was es in der gesamten Unternehmensgeschichte zuvor noch nicht gegeben hatte: Never waste a good crisis.


    Grüße
    auratico

    Sollte der schwerstens abverkaufte Euro demnächst eine Erholungsrally hinlegen, dürfte der Goldpreis wohl pausieren bzw. sinken.
    Gefühlsmäßig (mit Erinnerung an die vergangenen Hochs) ist diese Einschätzung hier schon eine plausible Vermutung. Der Autor , Marshall Auerback, war mir bisher nicht bekannt. Meinungen ?


    " Gold in Euro liegt so hoch über seine gleitende Durchschnitte wie niemals während der späten Jahre der letzten großen Goldrallye (1976 – 80), mit Ausnahme der Überschießungsphase ab Ende 1979.


    Sofern wir uns nicht in äquivalenten Zuständen des späten Jahres 1979 befinden, und es scheint, als seien wir davon zu diesem Zeitpunkt weit entfernt, ist der Euro entweder für eine große Rallye bereit oder der Goldpreis für einen großen Rückgang oder es wird eine Kombination von beidem geben.


    Selbstverständlich könnte der Goldpreis noch weitere 3-5% über die gleitenden Durchschnitte gehen, so dass man das Gesagte nicht genau auf den Tag genau datieren kann, aber es fühlt sich so an wie im Februar 2009, einen Monat, bevor der Tiefststand bei den Aktien am 9. März 2009 erreicht wurde.


    Bei Gold/Euro befinden wir uns im neunten Inning, d. h. kurz vor Ende der Goldrallye in Euro. Meine Erwartung ist, dass es das Gold sein wird, das mehr heruntergeht, aber der Euro könnte auch zu einer Rallye ansetzen, sollten sich die Dinge für eine Weile stabilisieren.


    Ich betone, dies ist eine kurzfristige taktische Bewertung.


    Was in Europa vor sich geht, ist zutiefst deflationär und ich denke, dass dieser deflationäre Sog letzten Endes den Anstieg des Goldpreises aufhält. Daher glaube ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt, dass ein Fall des Goldpreises am wahrscheinlichsten ist. Der Fall des Euro war sehr rapide und dürfte sich bald stabilisieren, auch wenn ich, noch einmal wiederholt, der Ansicht bin, dass langfristig eine Parität gegenüber dem Dollar ansteht. Wir werden sehen."


    http://www.mmnews.de/index.php…dpreis-fiat-money-am-ende


    Grüße
    auratico

    mit den angedeutete termineinlagen ist die liquidität nur temporär dem markt entzogen. während man die staatsanleihen vermutlich nie mehr wird am markt platzieren können, werden die termineinlagen früher oder später nicht mehr verlängert oder aber die ezb zahlt für dieses "zuviel an geldmenge im system" dauerhaft einen entsprechenden zins an die banken aus.


    Heute erstmalig einige Aussagen dazu von der EZB- Morgen kommt der nächste Tender:


    EZB kauft für 16,5 Mrd. Euro Staatsanleihen


    Seit die Zentralbank Staatsanleihen kauft, geht Inflationsangst um. Ihr Chef Trichet versucht mit einer Medienkampagne, die Sorgen zu zerstreuen. Jetzt wird die erste konkrete Zahl genannt: 16,5 Mrd. Euro kaufte die EZB in der ersten Woche auf.


    Das Geheimnis ist gelüftet: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der ersten Woche nach Start des Programms für 16,5 Mrd. Euro Staatsanleihen von Ländern der Gemeinschaftswährung gekauft. Die dadurch entstandene Liquidität soll durch einen Tender am Dienstag um 11.30 Uhr MESZ wieder abgeschöpft werden. Konkret wird die Zentralbank einwöchige Einlagen ("Term Deposits") zu einem Zinssatz von maximal einem Prozent anbieten. Das teilte die EZB am Montag mit.


    http://www.boerse-online.de/an…taatsanleihen/611699.html


    Grüße
    auratico

    Dr_Meyer: Da möchte ich zunächst mal widersprechen.


    Noch sind wir nicht soweit, dass die EZB durch den Ankauf von Staatsanleihen Geld ins System pumpt. Schließlich müssen diese Aktionen (noch) durch Gegenmaßnahmen neutralisiert werden ("Sterilisation")


    Diese sogenannte "Sterilisierung" könnte schon bald im Rennen um das "Unwort des Jahres" in die Favoritenriege aufsteigen. Noch hat in der Systempresse sich niemand getraut, einmal genau nachzufragen, was denn damit eigentlich gemeint sei. Mit nach wie vor herrischer Geste verkündet Trichet einfach, dass die EZB selbstredend über die dafür notwendigen "Instrumente" verfüge. Bisher war außer einem Schnelltender, mit dem über Termineinlagen bei der EZB - aber eben nur auf kürzester Basis - tatsächlich riesige Geldmengen zurückgeleitet werden können, nichts zu erkennen. Schwer vorstellbar, dass sich mit ständig erneuerten Termineinlagen eine dauerhafte, von den Finanzmärkten akzeptierte Neutralisierung erreichen läßt. Dennoch darf man annehmen, dass die Laufzeiten solcher Repo-Geschäfte in die Länge gezogen werden.


    Das Wort von der neutralisierenden "Sterilisierung" ist grob irreführend und wohl nur zur Beruhigung der Massen gedacht. Die EZB kann ihre Bilanz nur dann ausgleichen, wenn sie für jede angekaufte, schlecht beleumundete Staatsanleihe von z.B. Griechenland eine andere, besser eingestufte, also vorzugsweise deutsche, aus ihren Aktiva in den Markt gibt. Daraus ergibt sich logischerweise eine fortgesetzte Qualitätsminderung der EZB-Bilanz - die Aktiva werden verwässert, die Passiva (Geldbasis) als Folge ebenso. Die Hoffnung der EZB besteht nun darin, dass der ominöse Rettungsschirm einen entscheidenden Zeitgewinn bedeutet, ehe sich die Qualitätsverschlechterung der Bilanz nachhaltig - der derzeitige schwache Eurobondmarkt also nur ein Kurzzeitphänomen bliebe - festsetzen kann.


    Hinzukommt das erhebliche Risiko aus dem mit dem "Rettungsschirm" verbundenen Devisenswap zwischen Fed und EZB in der Höhe von ca. $ 350 Milliarden, mit denen die EZB Eurobonds kaufen will/wird. Auch dieser eminente Teil der letztwöchigen Brüsseler Nacht-und Nebelaktion bleibt so gut wie unbesprochen oder unverstanden in der Berichterstattung. Was, wenn der Euro bei Fälligkeit dieses Monsterswaps doch deutlich tiefer sein sollte als bei Abschluss der Transaktion ? Dann müsste die EZB zum Rückkauf dieser Dollars bei einem schwachen Euro auf jeden Fall ins ganz klassische Gelddrucken verfallen. Sterilisierung adé. Die Wette des Euroraumes ist nun, dass eben dies nicht geschieht.


    Grüße
    auratico

    Sehr gute Sendung des holländischen Fernsehens, weitgehend in englischer Sprache, über die Rolle der Finanzmathematiker und ihre folgenschweren Derivatkonstruktionen. Unmöglich wäre im deutschen Fernsehen die Ruhe und Klarheit, mit der hier auch für Mathematik-Laien verständlich wesentliche Elemente des Verbriefungsgewerbes anhand der Äußerungen von Insidern (also Mathematikern und nicht Finanzjournalisten oder ähnlichen Dödels) dargelegt wird.
    Natürlich wird man nicht alles, was diese Kerle an die Tafel kritzeln, verstehen, aber darum geht es dabei gar nicht.


    Ziemlich lange die ganze Sache (47min), aber sehenswert


    Empfohlen als Kürzeststichprobe, um einen ganz flüchtigen Eindruck vom Charakter der Sache zu erhalten - ab Minute 18:25 bis 19:40


    Quants: The Alchemists of Wall Street


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    Grüße
    auratico

    Ich schätze, daß maximal 1 Promille der Deutschen jetzt Gold kaufen bzw. bis jetzt gekauft haben.
    Selbst einige hier im Forum glauben trotz der veröffentlichten Zahlen der EZB über Unmassen an neugedrucktem Geld an die Werthaltigkeit dessen.
    Sind also 99,9 % der Deutschen keine Deutsche? ;)


    Der Autor bezieht sich auf die gegenwärtige Situation und ganz bestimmt darauf, was er in Zukunft für wahrscheinlich hält. Es geht also nicht um die Wenigen, die diesen Schritt bereits getan haben, sondern um jene Vielen, die ihn noch tun werden. Dass der Deutsche als Abwehrhaltung zum Euro dann eher in die Bank geht, um zu versuchen, sein Sparbuch zumindest zum Teil in Gold umzuwandeln als Brandsätze in die Bank zu werfen wie in Griechenland, dürfte doch wahrscheinlich sein. In der vergangenen Woche zumal war es ohne Zweifel so.


    Grüße
    auratico

    Goldman Sachs hat außer dem täglichen in Millisekunden und in abertausenden Einzeltrades durchgeführten Spekulationsgeschäft kein ernstzunehmendes Geschäftsmodell -jedenfalls nichts, was auch annähernd im gleichen Rahmen wäre.


    Dem "robusten Risikomanagement " ist es nun zu verdanken, dass man im ersten Quartal erstmalig nicht einmal mehr einen einzigen Spekulationstag hatte, wo man auch mal daneben lag, was in diesem Geschäft eigentlich völlig unmöglich ist, zumal bisher.


    Ein bisserl was davon werden sie freilich doch für die Staatskasse zurücklegen müssen, wenn die Börsenaufsicht mit ihrer Klage Recht bekommen sollte. Vielleicht aber auch nicht...


    Krise? 100 Millionen Gewinn an einem Tag


    Tag für Tag hat Goldman Sachs in den vergangenen Monaten Millionen gescheffelt - oft 100 Millionen Dollar. Doch die Klage der US-Börsenaufsicht könnte teuer werden.


    Zum ersten Mal überhaupt hat die Bank an jedem einzelnen Geschäftstag im ersten Quartal im Handel Geld verdient. An 35 der 63 Arbeitstage hat sie sogar über 100 Millionen Dollar Profit gemacht - und nie weniger als 25 Millionen.


    http://www.sueddeutsche.de/,tt2l3/finanzen/723/510838/text/


    Grüße
    auratico

    Gut beobachtet: Der deutsche Michel geht nicht auf die Straße, obwohl auch er sehr wohl erkannt hat, dass er in absurder Weise durch die jüngsten Aktionen der EU-Kommission auf Jahre hin völlig ausgeplündert wird. Der Deutsche wendet sich vom Euro und den gescheiterten Eurokraten ab, indem er schlicht und ergreifend Gold kauft. So einfach kann das manchmal sein.


    Ein langer Artikel des deutschstämmigen Fondsmanagers Michael Krieger dazu mit dem Titel "Der Ausverkauf Deutschlands" bei zerohedge.com


    The Selling Out Of Germany


    I feel very bad for the German people. Not only do I feel bad for them but I can empathize. I too am being forced to sit back and watch this comedy of errors as a corrupt, inept and increasingly dangerous class of elitist political and financial oligarchs destroys my nation.


    Basically, it’s a total joke as is everything else the politicians have done. No one and nothing is allowed to fail and this relates to the fact that the global monetary and financial system is a complete house of cards. It’s insanely bullish for gold. If Germans rioted they would be in the streets today. They totally got sold out beyond belief. But it doesn’t seem to be in their nature to riot so rather I think they will dump their Euros and buy gold. That’s how Germans riot.



    http://www.zerohedge.com/article/selling-out-germany


    Grüße
    auratico


    Zitat

    danke! Ich habe es auch nicht verstanden. Gestern war Monsieur Trichet im TV und faselte das Gleiche. Mit dem Bild eines Parkhauses: Die EZB sei das Parkhaus, das Fiat die Autos. Und sie lasse halt Autos ausfahren (Erhöhung der Liquidität) und Autos einfahren (Reduzierung der Liquidität).


    Kapiert habe ich den Vergleich nicht. Kommt mir so vor wie die Aussage: Aber Gold kann man in der Krise nicht essen.



    Am Dienstag wurden dem Geldmarkt durch die EZB 320 Milliarden per Schnelltender ("Feinsteuerungsgeschäft" in der EZB-Sprache) entzogen.


    http://www.finanzen.net/nachri…er-319-693-Mrd-EUR-792524


    Man bietet den Geschäftsbanken und Sparkassen Zinsen knapp über dem Marktzins. Diese beteiligen sich - wie auch im umgekehrten Fall der Liquiditätszuteilung - an einer Auktion, wobei die niedrigsten Gebote zuerst berücksichtigt werden.


    D.h. die EZB gleicht ihre Bilanz weitgehend (vorübergehend ? ) aus, indem sie z.B für etwaige angekaufte griechische Staatsanleihen auch eigene Aktiva im gleichen Ausmaß verkauft, was z. B auch auf dem Sekundärmarkt zuvor erworbene deutsche Bunds sein können.
    Wie lange man sich an diese "Neutralisierung" halten wird, ist eine andere Frage. Außerdem dürften diese Schnelltender bald zu "Dauertendern" werden, die Repofristen könnten also deutlich in die Länge gezogen werden.


    Zum Verständnis einer Zentralbankbilanz, deren Aktiva (z.B. Repokredite) und Passiva:


    http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralbankbilanz


    Von der Realität schon eingeholt, aber brauchbar für das Verständnis der EZB-Geldinstrumente:


    http://www.bankenverband.de/th…en-moeglichkeiten-der-ezb


    Grüße
    auratico

    Reminiszenz aus längst vergangenen Schülertagen. Hab´s gerade wieder wieder gelesen. Eine Kürzestgeschichte von Franz Kafka.


    Der Aufbruch


    von Franz Kafka


    Ich befahl mein Pferd aus dem Stall zu holen. Der Diener verstand mich nicht. Ich ging selbst in den Stall, sattelte mein Pferd und bestieg es. In der Ferne hörte ich eine Trompete blasen, ich fragte ihn, was das bedeutete. Er wusste nichts und hatte nichts gehört. Beim Tore hielt er mich auf und fragte: »Wohin reitet der Herr?« »Ich weiß es nicht«, sagte ich, »nur weg von hier, nur weg von hier. Immerfort weg von hier, nur so kann ich mein Ziel erreichen.« »Du kennst also dein Ziel«, fragte er. »Ja«, antwortete ich, »ich sagte es doch: ›Weg-von-hier‹ – das ist mein Ziel.« »Du hast keinen Eßvorrat mit«, sagte er. »Ich brauche keinen«, sagte ich, »die Reise ist so lang, daß ich verhungern muß, wenn ich auf dem Weg nichts bekomme. Kein Eßvorrat kann mich retten. Es ist ja zum Glück eine wahrhaft ungeheure Reise.«


    Grüße
    auratico

    Starttermin wurde gerade auf 23:00 Uhr verlegt.


    Hat die Pressekonferenz schon begonnen oder liegt das an meinem alten Laptop hier oben in den Bergen, dass sich da immer noch nichts rührt ? Inzwischen sitzen die japanischen Händler nämlich schon bei ihrer Frühstücksmisosuppe. Von wegen "klares Signal, bevor die Märkte in Asien den Handel beginnen"...da muss die Kacke enorm am Dampfen sein. Und dann auch noch der Innenminister als Finanzminister in Brüssel - ein wahnwitziges Timing.


    Grüße
    auratico

    Wenn das mal keine Nachricht ist...


    Und vielleicht noch wichtiger: Sowohl die Börsenaufsicht SEC als auch - was der eigentliche Hammer wäre, sofern zutreffend - die US-Justiz ermitteln in Bezug auf JP Morgans Aktivitäten auf dem Silbermarkt. Anscheinend auch hinsichtlich der Situation auf dem "physischen" Handelsplatz London.


    Man sollte dennoch bei solchen Meldungen vorsichtig sein, vor allem, wenn sie sich z.T. nur auf Antwort-E-mails der Regulierungsbehören berufen, worin gesagt wird, dass man der Sache nachzugehen beabsichtige.


    Feds probing JPMorgan trades in silver pit


    The Commodities Futures Trade Commission is looking into civil charges, and the Department of Justice's Antitrust Division is handling the criminal probe, according to sources, who did not wish to be identified due to the sensitive nature of the information.


    The probes are far-ranging, with federal officials looking into JPMorgan's precious metals trades on the London Bullion Market Association's (LBMA) exchange, which is a physical delivery market, and the New York Mercantile Exchange (Nymex) for future paper derivative trades.


    Read more: http://www.nypost.com/p/news/b…B55M7Rh9vwM#ixzz0k2cSKV4y


    Grüße
    auratico

    Sagt genau der Richtige :thumbup:


    Ich möchte - und das kommt selten vor - darum ersuchen, dass sich die Poster in diesem Thread wieder dem hier zu verhandelnden Thema zuwenden. Es ist nicht eben untypisch für die geistige Lage in diesem Land, dass selbst an einem Wochenende, wo es bei dem Thema des Diskussionsfadens buchstäblich umd die Wurst geht, die Qualität der meisten verquält-halblustigen Einlassungen nicht einmal an Schuljungenulk heranreicht und überdies mit dem Thema nichts zu schaffen haben.


    Bin sonst wirklich nicht so, aber das hier ist inzwischen ein intellektuelles Trauerspiel, dem beizuwohnen ich immer weniger Lust habe. Ist es denn so schwer, die Finger von der Tastatur zu lassen, wenn man nichts beizutragen hat, was auch für andere von Interesse sein könnte ?


    Noch ist nicht recht heraus, wie die Sache wirklich aussehen wird. Tröpfchenweise sickert aber auch vor der Presseerklärung einiges durch:


    Neue Milliarden zur Rettung des Euro


    Schlimmstenfalls sind 600 Mrd. Euro notwendig. Die EU-Finanzminister könnten die Zahlungsbilanzhilfen der EU aufstocken und auf die Euro-Länder ausweiten. Großbritannien will sich nicht beteiligen.


    Die Minister werden sich für eine von zwei Varianten entscheiden müssen. Die erste bestünde darin, das seit November 2008 bestehende 50 Mrd. Euro schwere Programm von Zahlungsbilanzhilfen für Lettland, Rumänien und Ungarn um weitere 60 Mrd. Euro auszuweiten und für alle EU-Länder zu öffnen.


    Die zweite offene Frage: Was passiert, wenn diese 60 Mrd. Euro nicht reichen? Dann müsste das EU-Budget als Sicherheit herhalten. Alle daraus bezahlten Posten, von der Gemeinsamen Agrarpolitik bis zu den Forschungsprogrammen, müssten aus anderer Quelle finanziert werden. „Darüber will ich nicht spekulieren“, sagte ein Diplomat auf die Frage der „Presse“, ob die Mitgliedstaaten dann frisches Geld in den EU-Haushalt nachschießen müssten.


    http://diepresse.com/home/wirt…rnational/563946/index.do


    Grüße
    auratico


    [/i]Wie nimmt man als EU 10x mehr Kredite auf den Finanzmärkten auf wenn doch bereits heute das nur zu deutlich höheren Zinsätzen möglich ist ? :wall: Nachhilfe erbeten ! :wall:


    Die abenteuerliche Hoffnung, von der wir bald wissen werden, ob sie als Verzweiflungstat doch aufgehen wird, besteht darin, mit einem solchen Monsterschuldenimperium (gedeckt durch die gesamte Marktmacht der EU) die Kapitalmärkte zum Eindecken ihrer massiven Shortpositionen auf die Anleihen der PIGS-Staaten zu zwingen - dies wäre dann ein teurer Short Squeeze für die Hedge Fonds-Kohorten wie George Soros und andere. Es ist ein wildes Experiment mit offenem Ausgang.


    Als Folge davon würden dann die zuletzt hochgeschossenen Renditen dieser Staaten durch die dahinterstehende Totalgarantie durch die EU zurückgehen müssen. Die bislang niedrigen Zinsen für deutsche Staatschulden müssten, da Deutschland dann der Hauptgarantieträger wäre, aufgrund dieser Belastung anziehen, während die im Kollapsbereich sich bewegenden Schulden der Südschiene herunterkommen sollten. Im Grunde ist das eben der Mischmasch "Eurobond", vor dem man sich in Deutschland immer zurecht gefürchtet hat, weil es dabei einen eindeutigen Fluß der Gelder von Nord nach Süd geben muß - Mezzogiorno auf kontinentaler Basis.


    Eine tiefe Ironie steckt freilich in der Vorgangsweise. Während Sarkozy, Merkel & Co mit strammen Worten den spekulativen Großinvestoren, die mit hoher Hebelwirkung Milliarden gegen die Eurozone gewettet haben, das Handwerk legen wollen, müssen sie selbst den gleichen Weg gehen, nämlich mit einem Hebelvehikel das 10fache der eingesetzten Summe und somit bis zu € 600 Milliarden "garantieren".


    Bald wird man mehr wissen, schon der morgige Montag wird enorm wichtig sein. Der Ball liegt dann wieder einmal bei den sogenannten "internationalen Finanzmärkten".


    Grüße
    auratico

    Merkel heute in der Presserklärung:


    "Und wir werden drittens die Regulierungen, die notwendig sind zur Begrenzung der Spekulationen und der Finanzmärkte, beschleunigt einführen und umsetzen."


    Da muss aber morgen unbedingt genau klargestellt werden, welche Regulierungen das denn sein sollen. Alles andere wären völlig bedeutungslose Absichtserklärungen, die Goldman Sachs & Co postwendend in den Shredder stecken würden.


    Schön war´s es hat mich gefreut:


    "Insgesamt war es – glaube ich – eine sehr, sehr wichtige Sitzung der Eurogruppe, weil wir doch feststellen müssen, dass die systemischen Effekte gegen den Euro als Ganzes zu spüren sind."


    http://www.bundesregierung.de/…tement-bk-bruessel-2.html


    Aha, also Hedge Fonds und Leerverkäufe - da sind wir mal gespannt auf die Pressekonferenz morgen um sechs Uhr abends:


    "Merkel said the measures would include accelerated efforts to shrink budget deficits as well as stepped up financial-market regulation on elements such as short sales and hedge funds. "


    http://preview.bloomberg.com/n…is-will-be-decisive-.html


    Grüße
    auratico

    Zitat

    quote='trenntWände'
    Vielleicht sehen wir jetzt wirklich die letzte Schlacht, in der die ZB-Goldreserven auf den Markt gekippt werden, um noch ein halbes Jahr Luft für die Herrschenden zu schaffen, daß sie sich absetzen können.


    Nach der Todeszone kommt der Tod.


    Das Gold würde ihnen aus den Händen gerissen werden. Kurzfristig jedoch für die nächsten Tage ist das ein mögliches Szenario, denn im Moment dürften wohl alle möglichen Regeln und Usancen völlig obsolet sein. Stattdessen kaum verhüllte monetäre Notstandsgesetze.


    Was jetzt ab Montag kommt, ist vielmehr Quantitative Easing bis zum Exzess und die sog. "Europäische Wirtschaftsregierung" à la francaise in der deutlichen Form einer umfassenden Schuldenunion von Finnland bis Griechenland. Inzwischen halte ich auch die jüngsten Gerüchte um mögliche Riesengarantien für europäische Banken ab Montag, die mir bis gestern übertrieben schienen, für durchaus möglich.


    Die EZB wird in der nächsten Zeit alle möglichen Staatsanleihen monetisieren, vielleicht noch nicht sofort - zuerst möglicherweise einfach alle Repos bis zur Galaxis verlängern -, aber die bisherige Konstruktion des Euro hat sich mit dem heutigen Tag erledigt.


    Eigenartig, wie ruhig es an einem solchen Tag hier im Forum ist...


    Um es mit einer traurigen Einsicht von Jim Sinclair von gestern zu sagen: "It is all over. The fat lady has sung."


    Am Montag müssten sowohl die USA als auch die nun vollkommen in Panikmodus verfallenen Euroregierungen eigentlich alles daran setzen, die Fluchtmöglichkeit via Gold über Comex-Papiere und auch physischen Einsatz zu beschränken. Das wird unglaublich spannend nächste Woche, Adrenalin pur.


    Die wahrhafte Alternative wäre, sofort alle OTC-Währungsderivate in der Europäischen Union auf einen Schlag nicht mehr zu akzeptieren. Dafür jedoch sind sie zu feige und auch nicht willens. Es wäre die längst fällige Kriegserklärung an die korrupten Wall Street-Eliten inklusive Deutsche Bank, die allein in den vergangenen Wochen schon unglaubliche Summen an diesem Drama mit ihren Schwindelpapieren verdient haben müssten.


    Grüße
    auratico

    Zitat

    quote='GermanLong'
    Waas? Was´n das´n? Was soll das werden?
    Ich bin gespannt.


    Es scheint tatsächlich der Auftakt zu einer totalen europäischen Schuldenunion zu sein, ein Ermächtigungsgesetz, bei dem Deutschland nicht mehr viel zu melden hat. Die EZB in ihrer bisherigen Form ist damit erledigt.


    Viel deutlicher geht es kaum noch:


    "Während Sarkozy stolz verkündet, die Notbeschlüsse gingen „zu 95 Prozent“ auf französische Vorstellungen zurück, verschwindet Angela Merkel, einst eiserne Kanzlerin, durch den Hinterausgang. "


    Das Endspiel um den Euro


    In der Not opfert die Europäische Union heilige Prinzipien der Währungsunion. Ob das die Finanzmärkte beeindruckt, zeigt sich erst am Montag früh. Es geht längst nicht mehr um die Griechen, es geht um den Euro als solchen.


    Wichtig seien die Ergebnisse: Endlich gebe es eine „veritable Wirtschaftsregierung im Euro-Raum“. In der Tat: Sarkozy hat erreicht, was er immer wollte: dass die grundlegenden Entscheidungen im Euro-Raum von den „Chefs“ der Euro-Staaten getroffen werden. Wer fragt da noch nach der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank? Die Investoren rechnen längst damit, dass die EZB auf Druck der Politik Milliarden Staatsanleihen aus der Euro-Problemzone aufkauft – bis vor kurzem eine abenteuerliche Vorstellung.


    http://www.faz.net/s/Rub3ADB8A…Tpl~Ecommon~Sspezial.html


    Grüße
    auratico

    „Mr. Gold“ Jim Sinclair mit einem sehr guten, per Telefon geführten Radiointerview. Er spricht sehr schnell, ultrakompakt und nicht in der allerbesten Tonqualität - man sollte also des Englischen einigermaßen mächtig sein. Die wichtigste Veränderung der letzen Zeit auf den Goldmärkten sieht auch er in den vehement zunehmenden physischen Käufen, die das Papierkartell mehr und mehr unter Druck setzen und sich dem um sich greifenden Vertrauensverlust gegenüber allen Papierwährungen verdankt.
    Und in dem möglichen Kollaps des auf Phantasiebewertungen beruhenden Billionenmarktes der außerbörslichen OTC-Derivate.


    Zum Anhören auf das Symbol links vom Bild drücken:


    http://www.kingworldnews.com/k…010/5/6_Jim_Sinclair.html


    Äußerst wichtig bleibt Sinclairs an dieser Stelle wiederholte Aussage, dass die Investmentbanken ab 2008 punktgenau dann zu den Vorreitern bei der Erholung der Aktienmärkte wurden, als man es ihnen wieder umstandslos erlaubt hatte, ihre toxischen OTC-Derivatebestände in der Bilanz weiterhin mit großer Phantasie selbst zu bewerten.


    Mit der nun voll einsetzenden Krise der Staatsschulden (so hat z.B. auch JP Morgan eine Menge des Kernkapitals in PIGS-Anleihen) und den juristischen Attacken auf die Geschäftspraktiken der Banken um die Emission von CDO-Derivaten (Causa Goldman Sachs), zeichnet sich eine Vertrauenskrise bei der Unantastbarkeit der Derivatenmafia ab.


    Bekanntlich steckt die Fed vor allem auch durch die Maiden Lane-Vehikel (der Schrott aus den AIG-Beständen) selbst tief in diesem Bewertungssumpf. Das kann man u.a. an der jüngsten Gewinnmeldung von AIG erkennen. AIG will plötzlich einen Quartalsgewinn von $ 1.45 Milliarden gemacht haben – allein durch Höherbewertung des seit Jahren bestehenden „Investment-Portfolios“, das im Grunde ein reines Derivateportfolio mit Horrorrating ist.


    http://www.stock-world.de/nach…ten-Quartal-n3394301.html


    Doch Maiden Lane ist buchstäblich Schrott, auch wenn die Fed nach dem verlorenen Streit mit Bloomberg immer noch nur einen minimalen Einblick in dieses „Investmentportfolio“ gewährt, das auf wundersame Weise stabil bleibt bzw. sogar an Wert gewonnen haben soll (siehe Grafik im Anhang).


    - So sind 61% der AIG-Bestände mit CCC oder schlechter bewertet. CCC bedeutet per Ratingdefinition (auf die sich die Finanzmärkte ja eminent beziehen, wenn es um Europa geht), dass „die ökonomischen Bedingungen perfekt sein müssen, damit sich eine solche Anlage wieder erholen kann.“


    -Fast 100% der Maiden Lane-Papiere bei der Fed sind CDO´s.


    http://alephblog.com/2010/04/04/thoughts-on-maiden-lane-iii/


    Eine mit der Staatsschuldenkrise einhergehende Neubewertung der Risiken und Werte an den unregulierten OTC-Märkten, auf denen auch die Deutsche Bank praktisch alle ihrer Gewinne generiert (bei Währungsderivaten sogar Marktführer), wäre eine weitere Rakete für die Edelmetallmärkte.


    Grüße
    auratico