Zitatquote='LongDongSilver'
Die Aktien fallen... also muss AU (und AG) auch nach unten! Schließlich sollen die Bond-Käufer nicht verschreckt werden.
Richtig. Nachdem man in den letzten zwei, drei Wochen überall verbreiten liess, dass die Aktienrally so nicht wird weitergehen können, muss den Investoren eine Alternative angeboten werden. Es geht darum, die immensen weiteren Bondemissionen so hinzubekommen, dass es den Dollar nicht zerreisst. In der Tat ist das die allergrösste Herausforderung an die Notenbanken und alle Spindoktoren, die man sich nur vorstellen kann. Entscheidend dabei ist, dass man die Wellenbewegungen im Griff hat: als die Aktienmärkte im vergangenen Jahr einbrachen, stiegen die Bonds und boten damit eine Alternative. Als sich danach die Aktienmärkte wieder erholten, fielen die Bonds bis vor kurzem.
Nun geht es darum, wieder alle in die Bonds hineinzubringen. Das Gold muss während dieser Manöver als unberechenbarer Geselle mit heftigen Schwankungen wahrgenommen werden, unfähig, eine veritable Alternative zu sein. Ausserdem bleibt es offenkundig weiterhin keine allzuschwere Aufgabe, die Comex-Preise mit konzertierten Aktionen zu bewegen. Wie leicht zu erkennen ist, lagen die grossen Spekulanten mit ihren massiven Shortpositionen der letzten Wochen wieder einmal auf der richtigen Seite und haben die kleinen Spekulanten auf der Long-Seite, die eigentlichen "schwachen Hände", ein weiteres Mal aus ihren Positionen gedrängt.
Mir scheint, niemand vermag wirklich einigermassen genau zu sagen, in welchem zeitlichen Rahmen sich die Dinge entfalten werden. Wenn man die letzten Monate seit dem offiziellen Ausbruch der Krise sich betrachtet, könnte man zu dem Schluss kommen, dass jeder dieser Subtrends jeweils einige Monate dauert. Für die Notenbanken und Regierungen ist das kostbare Zeit.
Das gilt auch vor allem für die ausländischen Halter von US-Bonds, also in der Hauptsache China, Japan, Russland etc. Diese müsssen in der nächsten Zeit versuchen, ihre langlaufenden Bonds zunehmend in liquide Kurzläufer zu überführen, ohne dass die Kurse allzu stark einbrechen. Langlaufende Bonds mit höheren Zinsen werden dann für US-Investoren ( natürlich hauptsächlich die Pensionsfonds) interessant, wenn sich die inländische Kaufkraft des Dollars abschwächt. Wieder einmal wird es wohl so sein müssen, dass es für einen heftigen Aufwärtsschub beim Gold ein schockähnliches Ereignis bräuchte. Stattdessen aber erstarken die grossen US-Investmentbanken, deren Anleihen immer niedrigere Risikospreads aufweisen, während sie auch noch ihre Tarp-Gelder zurückzahlen. Auch die verbliebenen Hedge Fonds laufen wieder prima. Solange diese Psychologie vorherrscht, wird es nicht einfach sein für den Goldpreis. Nur eine globale Haltung, die die langfristigen US-Verbindlichkeiten wieder als aberwitzig und jenseits aller Rückzahlbarkeit auffasst, könnte mit dieser Unentschiedenheit Schluss machen.
Goldman Junk Credit Nightmare Shared With Morgan Stanley Fades
June 22 (Bloomberg) -- The bond market is falling in love again with Goldman Sachs Group Inc. and Morgan Stanley and, for the first time in more than nine months, is giving these Wall Street icons a chance to close the gap with JPMorgan Chase & Co.
Now, bondholders are accepting the smallest difference in yield for the New York-based banks’ bonds relative to Treasuries since before Lehman Brothers collapsed. Goldman Sachs and Morgan Stanley, which were among 10 banks that last week repaid loans from the U.S. Treasury, are emerging from the credit freeze with lower leverage and a stronger competitive position.
http://www.bloomberg.com/apps/…20601009&sid=aAfpm.etB2wY
grüsse
auratico