Verquaste Spökenkiekerei oder die geistigen Perlen eines weggesperrten Genies ? Im Gefängnis hat man bekanntlich viel Zeit - Martin Armstrong hat wieder ein umfangreiches Dossier samt rührend handgemalter Charts auf seiner alten Knastschreibmaschine fabriziert. Wirklich lesbar nur für Leute mit guten Augen bzw. flott bedienter Zoomfunktion sowie einer gewissen minimalen Vertrautheit mit seinen Theorien, die, gelinde ausgedrückt, recht komplex sind.
Er sieht die immer deutlicher werdende Rolle des Goldes keinesfalls in dem vielzitierten Schutz gegen Inflation, sondern sein Preis werde mehr und mehr zu einem reinen Indikator für die Angst vor dem unsteten Treiben der Regierungen.
"Gold is just starting to come into its own. Its role obviously is not the hedge against inflation as is stocks, but the hedge against instability of government. For when all else fails, gold becomes the only store of wealth."
Zur Erinnerung: Armstrong sagte für frühestens 19 April 2009 bzw. für spätestens Mitte/Ende Juni 2009 einen heftigen Aufwärtsschub für den Goldpreis voraus. Die in dieser Hinsicht eher bescheidene Aufwärtsbewegung ab Mitte April bis heute um 40$ dürfte er damit wohl nicht gemeint haben. Sollte die Sache erst ab Juni 2009 stattfinden, ergibt sich daraus, seiner Theorie zufolge, dass der Gold-Bullenmarkt in weiteren Wellen noch bis ca. $ 5000 gehen dürfte, ehe er sich erschöpft. Also spätestens Juni, Anfang Juli ? Wenn sich bis dann nichts Wesentliches tut, wäre seine umfassende Theorie ziemlich beschädigt.
In seinem Dossier vom 21. März 2009 hiess es, bezogen auf den DOW: "The earliest turning point appears to be April 2009 (...) The key weekly target seems to be the week of July 5th, 2009. "
Seiner schon vor Jahren erstellten Wellentheorie gemäss, die im Grunde das "Marktvertrauen" eher noch als direkte Aktienkurse abbilden soll , ergeben sich, zumal bei jenem Teil, der sich auf den 8,6- Monatszyklus bezieht, insofern aktuell interessante Daten, als darin eine weitere Abwärtsbewegung der Aktienmärkte ab ca. 18. 5. 2009 , also ungefähr jetzt, eingezeichnet ist. Diese würde dann den bei ihm am 19. 4. 2009 beginnenden untergeordneten Aufwärtstrend von Dow & Co innerhalb eines übergeordneten grossen Abwärtstrends beenden. Dieser neue Abwärtstrend reicht in diesem Zyklus bis ca. 5. 1. 2010, ehe es zu einer Zwischenerholung kommen würde. Dann bekanntlich geht´s nach seiner Theorie noch weiter in den Keller. In der Vergangenheit war sein Wellenmodell mit +/- 14 Tagen Genauigkeit (aktuell könnte dies demzufolge eben auch Anfang Juni bedeuten) erstaunlich oft zutreffend. Diesmal wieder?
Eine Besonderheit noch in seinen Ausführungen ist der Hinweis, dass er einen Kollaps der Finanzwerte (in Form des Investmentbanking) ab Herbst 2009 für recht wahrscheinlich hält. Freilich ist Goldman Sachs - auch aus sehr persönlichen Gründen - sein Intimfeind:
"We may yet see the collapse of Goldman Sachs. We still have 31 to 34 month to go from the February 2007 high that will be the September-December period of 2009."
(sein Wellenmodell sah das Hoch der Märkte bzw. des Vertrauens am 26. 2. 2007)
PS. Das ultimative Tief beim DAX sieht er in etlichen Monaten bei ca. 2000. Dies sei dann wohl eine gute "buying opportunity", denn ab dann geht´s wieder voran.
http://www.scribd.com/doc/1547…ng-the-Real-Economy-51509
grüsse
auratico