Beiträge von auratico

    Solche Meldungen gehen heutzutage im Gewirr der allgemeinen Krisendiskurse unter, so typisch sie auch sein mögen: Bevor sich die pleitenahe Merrill Lynch bei der Bank of America untergestellt hat und dort nun für nackte Panik sorgt, nachdem die wahren Zahlen langsam an die Oberfläche kommen, hatte man dort einfach noch auf die Schnelle drei Tage vor der Übernahme durch die BoA fürstliche Bonuszahlungen vor- bzw durchgezogen:


    Merrill delivered bonuses before BofA deal


    By Greg Farrell and Julie MacIntosh in New York


    Published: January 21 2009 23:52 | Last updated: January 21 2009 23:52


    Merrill Lynch took the unusual step of accelerating bonus payments by a month last year, doling out billions of dollars to employees just three days before the closing of its sale to Bank of America.


    The timing is notable because the money was paid as Merrill’s losses were mounting and Ken Lewis, BofA’s chief executive, was seeking additional funds from the government’s troubled asset recovery programme to help close the deal.


    The bulk of $15bn in compensation was paid out as salary and benefits throughout the course of the year. A person familiar with the matter estimated that about $3bn to $4bn was paid out in bonuses in December.


    Nancy Bush, an analyst with NAB Research, described the size of the 2008 Merrill bonus payments as “ridiculous”.


    http://www.ft.com/cms/s/0/378a…fd2ac.html?nclick_check=1


    grüsse
    auratico

    --- Mit steigendem Nachfrage-Lieferverhältnis sollten die Manipulationen ausfallen.


    Edel Man


    Dein Wort in Gottes Ohr.
    Nochmals zur Erinnerung, auch für die recht vielen neuen Mitleser hier im Forum: 98% aller Goldderivate werden von nur zwei Banken gehalten (JP Morgan und HSBC), und das sind jene, die zumindest bisher am besten durch die Finanzkrise gekommen sind. Beim gegenwärtigen Goldpreis entspricht das Derivatevolumen dieser beiden Adressen fast 146 Millionen Unzen. Wer weiss schon, was sich das weltweite Fiat-Regime in dieser für den Fortbestand der Papiergeldwährungen so eminent wichtigen Angelegenheit noch alles einfallen lassen wird.


    grüsse
    auratico

    Wie es scheint, haben die US-Grossbanken einen Weg gefunden, die Bail Out-Gelder für den nächsten Preisauftrieb beim Öl anzulegen. Sie tun es den Ölkonzernen gleich und mieten sich ganze Öltanker, während die Futures längst wieder deutlich höhere Preise bis Jahresende andeuten:


    Morgan Stanley hired an oil tanker to store crude oil in the Gulf of Mexico, joining Citigroup Inc. and Royal Dutch Shell Plc in trying to profit from the contango, two shipbrokers said in reports earlier today.


    Goldman Sees ‘Swift, Violent’ Oil Rally Later in Year
    By Grant Smith


    Jan. 19 (Bloomberg) -- Goldman Sachs Group Inc. commodity analyst Jeffrey Currie said he expects a “swift and violent rebound” in energy prices in the second half of the year.


    Oil prices may have reached their lowest point already, after falling to $32.40 in mid-December, and are expected to rise to $65 by the end of this year, the analyst said. There is scope for a “new bull market” in oil, Currie said.


    grüsse
    auratico

    In USA trudeln nun die ersten Vorschläge der Kommunen ein, wie sie das "Stimulus Package" zur Schaffung von Arbeitsplätzen zu verwenden gedenken. Das meiste liest sich wie eine Neuauflage vom heimischen "Aufbau Ost". Vom Streichelzoo bis zur BMX-Strecke ist alles dabei und natürlich der Gefängnisbau (für 300 Millionen) als Klassiker. In Dayton will man 1,5 Millionen aus dem Topf zur Bekämpfung der Prostitution verwenden, was sich jedoch eher nach Arbeitsplatzvernichtung anhört. Ob es da vorher, wie im Einzelhandel üblich, noch reduzierte Preise geben wird?


    Obama May Fund Prostitution Crackdown as Mayors Seek U.S. Aid


    http://www.bloomberg.com/apps/…7lg5AzKjg&refer=munibonds


    grüsse
    auratico


    Zitat

    quote max risk
    Ach ja, Eulenspiegel - wenn´s doch nur so einfach wär (im Verborgenen - wenn´s geht auch noch komfortabel - zu leben)!


    Im Verborgenen leben zu lernen war in der Antike eine der höchsten Formen der Lebenskunst, siehe Ovids "Bene vixit qui bene latuit" (Gut hat gelebt, wer sich im Verborgenen gehalten). Das wird auch hierzulande wieder eine der grossen Herausforderungen werden. "To take a low profile" nennt das die englischsprachige Welt.


    Schon Spitzweg hatte in deutschen Landen seine eigene Vorstellung davon:


    http://www.kunstkopie.de/a/spi…insiedler-bene-vixit.html


    grüsse
    auratico

    Zitat

    quote='gutso'


    Spannend ist aber auch, was Du an widersprüchlichen Meldungen über Chinas Dollarhunger gefunden hast ... . Ich vermute aber ohnehin eher Bond-Käufer in Form der USA selbst. Unter der Hand und mit politischem Ziel 1:1.


    Nochmals: Es geht bei der Grafik nur um die bei der Fed verwahrten ausländischen Käufe von Treasuries und Agency Bonds wie Fannie und Freddie. Diese sind von Belang für den Aussenwert des Dollars, nicht die inländischen Käufer.


    Es bleibt dabei: Noch kaufen die Chinesen fleissig US-Staatsanleihen wie eh und je, wenn auch vermehrt Kurzläufer.
    Siehe dazu:


    Worry about a fall in China’s demand for the world’s goods, not a fall in China’s demand for Treasuries


    http://blogs.cfr.org/setser/


    grüsse
    auratico

    Bis vor einigen Tagen wurde noch eifrig darüber gerätselt, ob man in England wohl die verstaatlichte Northern Rock als Mantel für die geplante "Bad Bank" verwenden werde. Doch Pustekuchen, in Zeiten wie diesen gilt selbst eine Pleitebank wie Northern Rock noch als Juwel, und so soll sie nun eine ausgewiesene "Good Bank" werden, die massenweise neue Kredite an die schon unter Kreditentzugserscheinungenen leidende britische Bevölkerung ausreichen soll:


    Government will use Northern Rock to boost lending


    The Government is planning to use nationalised lender Northern Rock as a "good bank" to ratchet up lending to consumers and businesses as part of its most dramatic offensive so far to stop the economic downturn.


    The plan would come alongside the creation of a state-owned "bad bank which will house the major lenders' toxic assets. The Government will also unveil plans to implement Sir James Crosby's proposal to guarantee new loans to homebuyers and businesses.


    http://www.telegraph.co.uk/fin…ock-to-boost-lending.html


    grüsse
    auratico

    Scheint so als hätt das


    PPT


    heute frei !


    Das Bankfundament von Fed und PPT ist JP Morgan. JP Morgan ist der mächtigste exekutive Arm des PPT. Gestern noch haben sie Ergebnisse im Plus gemeldet, im Verhältnis jedenfalls meilenweit vor den anderen Banken, die unfassbare Milliardenverluste melden. Und heute schon geht der Kurs von JP Morgan zeitweilig um 15 % nach unten. JP Morgan müssen die Goldanleger ebenso im Fokus haben wie den Dollar.


    Wenn JP Morgan weiter abverkauft werden sollte, obwohl sie praktisch die Geschäftsbank der Fed ist und nie und nimmer bankrott (zumindest erst nach allen anderen) gehen kann, wäre dies ein Zeichen von immenser Bedeutung, denn JP Morgan hält ja auch den Grossteil der Gold-Shortpositionen an der Comex und ist darüber hinaus der ultimative Player bei den billionenschweren ausserbörslichen OTC-Derivaten. Wenn nun das Gegenpartei-Risiko weiter ansteigt durch die alarmierenden Zahlen bei den Handelspartnern von JP Morgan, ist das eine gute Nachricht für den Goldpreis. Heute hatten sie, angesichts dieses Ausverkaufs der eigenen Aktien, vielleicht anderes zu tun, als auch noch einen ohnehin zuvor unter die Räder geratenen Goldpreis unten zu halten. Es ist aber überlebensnotwendig für JP Morgan, dass sie alles daran setzen, ihre monströsen Shortpositionen beim Gold zu verteidigen.


    grüsse
    auratico

    Zitat

    quote='Edel Man'
    Königswasser
    Mir ist das klar, hatte auch zuvor auraticos Überlegungen geteilt.
    Märkte sind unberechenbar, und wenn erst mal deutlich wird, daß die Anleihen wertloser werden, kann die Situation zugunsten Gold kippen.


    So ist es. Der vorangegangene, jahrelange Anstieg des Goldpreises ging einher mit einer heftigen Geldmengenausweitung, die sich massiv und überdeutlich in allen möglichen Marktsegmenten von Aktien über Kredite jeder Art, bis hin zu den Rohstoffen ausbreitete. Die aktuelle Geldmengenausweitung jedoch wird noch zur Reparatur der schrottreifen Bankbilanzen verwendet (Abbau der unsäglich hohen Fremdverschuldung), während die Kreditvergabe an den Unternehmenssektor durch die Banken, aber auch die Vergabe von Krediten zu Spekulationszwecken, stark zurückgegangen ist.


    Ausnahme: die bis vor kurzem narrensichere Bondspekulation bei vorhersehbar weiterhin fallenden Zinsen, die nun aber in den Nullzinsländern ausgereizt ist. Deswegen folgt nun auf den Boom der Staatsanleihen sogleich eine staatliche Kreditvergabe in der Form von staatlich garantierten Unternehmensanleihen bzw. anderer garantierter Kreditformen (Kommunalanleihen etc.). Wie lange das "gutgeht" ist freilich die Gretchenfrage.


    M.E. kann der Goldpreis kaum mehr, wie in den zurückliegenden Jahren, einfach überschaubar hochgehen aufgrund einer kontinuierlich anwachsenden Zahl von "besorgten Marktteilnehmern", sondern in massgeblicher Form nur noch im Panikmodus. Aber auch das wird in Wellen geschehen, weil man kurzfristig immer noch von irritierenden Tagesmeldungen profitieren kann und damit einen sicheren Schnitt in FIAT einfahren kann - so wie heute wieder einmal nach den Horrorzahlen von Citigroup und Bank of America.


    Der interessanteste Aspekt in der gegenwärtigen Gemengelage ist, dass sich der Goldpreis erstaunlich tapfer hält, während nun schon im Stundenrhythmus überall verkündet wird, dass die Verbraucherpreise auch in diesem Jahr weltweit zurückgehen werden, d.h. es gibt immer mehr Leute, die die "Zeit danach" im Blick haben. Ebenso erfreulich ist die Tatsache, dass im Zusammenhang mit dem Goldpreis nicht sofort reflexartig die Verkaufszahlen in Indien zitiert werden. Solange der Goldpreis angeblich massgeblich und dauerhaft von der Kaufkraft (in Rupien) von indischen Kleinbauern abhängig sein soll, bleibt die Rolle des Goldes unverstanden.


    Die grossen Adressen wie die Pensionsfonds aber gehen sehr wohl - irrigerweise oder nicht - davon aus, dass sie im Fall der Fälle immer noch Gold in grossen Mengen werden kaufen können, d.h. dass ihre etwaigen Lieferansprüche auch vorranging bedient würden bzw. sie würden sich vielleicht auch mit den Gold-Buchgewinnen bei ihren bis dahin ohnehin verstaatlichten Banken/Brokern in Fiat zufrieden geben. Oder sie kaufen dann einfach die Goldminen auf. Noch aber sieht man sich einfach an, was der Staat an neuen Zinspapierchen zu bieten hat und positioniert sich entsprechend.


    grüsse
    auratico

    Zitat

    quote='SunCobalt',
    Im Moment scheint es auf etwas anderes hinaus zu laufen. Vor lauter Angst verleihen die Banken kaum noch Geld an Unternehmen. Die Bank in der ich arbeite eingeschlossen.
    Statt dessen scheinen die das folgende zu machen. Die kaufen Staatsanleihen - bspw 10 jährige Deutsche mit einer Rendite um 3%. Diese Papiere sind notenbankfähig und haben eine sehr hohe Bonität (auch wenn man das zu recht bestreiten kann)und müssen daher mit nur wenig Eigenkapital hinterlegt werden. Dann werden die Papiere bei der EZB hinterlegt und dafür Geld für jetzt 2% geliehen. Und das Spiel geht von vorne los. Das ist eine Win_win Situation. Die Banken verdienen fast risikolos dran und der Staat hat jemanden der ihm Geld leiht.


    Dieses Spiel geht nun schon eine ganze Weile so, und immer noch weigern sich fast alle Zeitungen (von TV ganz zu schweigen), auf diesen einfachen Umstand hinzuweisen. Stattdessen wird ständig davon gefaselt, dass die Banken untereinander immer noch kein Vertrauen haben. Sie brauchen auch gar keines, wenn sie sich über den oben beschriebenen Mechanismus nach dem Eichhörnchenprinzip refinanzieren können. Hinzukommen dann noch jede Menge andere Garantieformen wie zuletzt staatsgeschützte Anleihen. Gegenüber wem und warum sollte man da noch irgendein Risiko eingehen?



    Zitat

    Fragt sich den niemand welche systemrelevante Bedeutung eine Hypo Real Estate z.B. haben soll und wer die ganzen Schulden der Regierungen bezahlt?


    Die Hypo Real Estate ist dazu auserkoren, die deutsche Variante der international geplanten "Bad Banks" zu spielen - in UK wird man sich wohl des Mantels von Northern Rock bedienen.


    Zitat

    Das ganze entwickelt sich nur dann ziemlich blöd, wenn die Zinsen wieder steigen, denn die Refinanzierung über die EZB ist recht kurzfristig. Dann würden die Refinanzierung u.U. teurer als die Rendite der Staatspapiere. Das Spiel kann also noch eine Weile so weiter laufen. Staat gibt Eigenkapital an Banken -> Banken können ein vielfaches dafür an den Staat ausliehen -> beide sind glücklich.


    Die Banken gehen in der gegenwärtigen Situation davon aus, dass man ihnen dann, sollten die Zinsen am langen Ende hochgehen, wieder in irgendeiner Form einen Bail Out verschafft. Sie werden dann sagen, dass sie schliesslich zuvor mit dem Kauf von Staatspapieren brav zur Finanzierung der Regierung beigetragen hätten. Jegliche herkömmliche ökonomische Kausalität bzw. Eigenverantwortung gilt nicht mehr. Die Banken agieren schon unter force majeure und versuchen nach aussen hin noch eine halbwegs normale Fassung zu bewahren. Tatsächlich herrscht jedoch schon der Ausnahmezustand.


    grüsse
    auratico

    Momentan sind alle Märkte am Untertauchen.


    Das stimmt nicht für die derzeit boomenden Unternehmensanleihen mit Staatsgarantie, die allesamt vielfach überzeichnet sind. Das grosse Geld steht im Moment Schlange, um hier mit Milliarden hineinzugehen, völlig staatlich garantiert und nur bei einem Staatskonkurs gefährdet. Auch hier wird die Entwicklung in Wellen verlaufen. Jetzt ist absolute Boomzeit für diese Vehikel, dann wird es sich ein wenig abkühlen, weil die Rendite-Aufschläge gegenüber Staatsanleihen aufgrund der hohen Nachfrage zurückgehen werden. Dann wird aber bald wieder die nächste Welle folgen. Die institutionellen Goldinvestoren hingegen bauen derzeit ihre Positionen ab und wandern ab in diese garantierten Anleihen. Beim Gold wird entscheidend sein, wie viele Investoren noch jetzt im Plus sind mit ihren Anlagen (alle, die seit mehreren Jahren drinnen sind) und wie viele garantierte Zinsvehikel sich in den nächsten Monaten für sie noch auftun werden.


    Die grossen Bondhäuser à la Pimco argumentieren in diese Richtung: raus aus den hochgelaufenen Staatsanleihen und rein in die noch am Boden liegenden, die auch bald Staatsgarantie haben werden (students loans etc.) sowie ebenso billige inflationsgesicherte Bonds akkumulieren, falls die Inflation bald zurückkehrt. Die Bondmärkte bestimmen über das kurzfristige Schicksal des Goldes.


    grüsse
    auratico

    Inzwischen häufen sich international die Berichte über die mögliche Errichtung von staatlichen "Bad Banks", die den Banken ihre Schrottpapiere im grossen Stil abkaufen sollen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird es zu solchen Konstruktionen kommen, bei denen dann die Steuerzahler diesen Elendshaufen auf ewig alimentieren müssen. Die Hypo Real Estate darf man bereits jetzt als ein solches Vehikel ansehen, und auch Ackermann arbeitet rhetorisch seit Wochen in diese Richtung, auch wenn sein Lack nach dem heutigen Bilanzdebakel etwas dünner geworden ist, was aber nur ein Timing-Problem darstellt.


    Die Banken würden damit dann auch noch den allerletzten Schrott auf ewig los, da sie ja selbst beteuern, dass die von der Soffin schon jetzt angebotenen drei Jahre Verwahrdauer nicht ausreichen würden - ein klares Eingeständnis, dass diese toxischen Veranlagungen eben wirklich Schrott und nichts anderes sind, an deren Erholung kein Mensch mehr glaubt. Die Banken werden diese Papiere nie mehr zurücknehmen, sie werden vielmehr peu à peu in den Staatshaushalt aufgenommen werden müssen. Somit ist auch der Begriff "Kauf" für solche Rekapitaliserungsmassnahmen völlig irreführend, denn letztlich wird es nichts anderes sein als ein schier ungeheurliches Geschenk.


    Die nun von den Bankstern so oft bemühten Vergleiche mit Schweden sind irreführend, denn diese Geschichte fand in einem ansonsten boomenden Marktumfeld statt und war ausserdem winzig im Vergleich zu den heute global ausstehenden Monstermengen an strukturierten Finanzprodukten, deren Wert sehr wohl nahe bei Null sein kann. Gespannt kann man schon jetzt sein, zu welchen Bewertungen die Staaten diesen Müll "aufkaufen" werden. Müssten die Banken vor einer solchen Aktion die Papiere - was eigentlich das Mindeste wäre - nochmals weiter herabstufen (denn Markt gibt es keinen dafür), bräuchten sie schon am folgenden Tag noch mehr Geld. Wenn andererseits einfach der von den Banken einforderte Phantasiepreis gezahlt würde, wäre die ganze Farce wiederum allzu durchsichtig. Man wird sich demgemäss auf allerlei windige Konstrukte einstellen dürfen, ganz so, wie es die Deuba geschafft hat, sich über den Deal mit der Postbank den möglichen Zugrifff auf Staatsgelder zu sichern, ohne dass dies als solches angesehen werden muss, da es dann eben durch eine Beteiligung geschieht.


    In England hat man nun ausgerechnet die Credit Suisse damit beauftragt, ein solches Szenario für eine britische Bad Bank auszuarbeiten. Hierzulande würde das dann wahrscheinlich die Deuba sein - in jedem Falle macht man damit wieder den Bock zum Gärtner. Volksaufstände sollten zwar die natürliche Folge dieses Irrsinns sein, sie werden aber wahrscheinlich innerhalb einer völlig verschreckten und immer noch ahnungslosen Bevölkerung nicht stattfinden:


    Treasury mulls bad bank for toxic debt


    The Government is considering creating a "bad bank" to house the billions of pounds of toxic assets owned by Britain's major lenders.

    By Katherine Griffiths and Edmund Conway
    Last Updated: 5:00PM GMT 14 Jan 2009


    The Treasury is understood to have asked the investment bank Credit Suisse to draw up a detailed plan for the logistics of creating a bad bank, in a bid to restore confidence in the sector and to kick-start lending to consumers and businesses.


    According to banking sources, the Government is considering two models for a bad bank. One would be to buy toxic assets from lenders and transfer them into a bad bank. The problem with this option is that if banks have not written down the value of their assets aggressively enough, they may have to suddenly crystalise new losses when assets are sold to the Government.


    The alternative is for problematic investments to be left on banks' own balance sheets but to be ring-fenced and given a Government guarantee. This plan would be harder to implement but would avoid the need for another round of write-downs by some lenders. Northern Rock could be used to house the bad bank, analysts believe.


    http://www.telegraph.co.uk/fin…-bank-for-toxic-debt.html


    grüsse
    auratico

    First Majestic geht mit gutem Beispiel voran, und man kann nur hoffen, dass ihnen bald etliche Silberminen folgen werden. Dann ist hoffentlich auch endlich einmal Schluss mit dem ewigen Gewinsel der Silber-Kleinanleger, die verzweifelt jeder einzelnen Silberunze nachjagen. First Majestic verkauft als eine der ersten Minen ihr Silber nun endlich direkt frei Haus und ist damit Produzent und Silbereinzelhändler in Personalunion, ohne jede dazwischengeschaltete staatliche Münzanstalt, die die Anleger zum Narren hält.


    Allerdings gilt erstmal ein Limit von 200 Unzen pro Kunde:


    http://www.firstmajestic.com/s/OrderForm.asp


    grüsse
    auratico

    Es bleibt zwar etwas verwunderlich, dass solch ein Derivatenmonster wie Merrill Lynch nun plötzlich scheinbar frei von der Leber weg über den jüngsten Goldrausch bei ihren reichsten Kunden berichtet ( Finte ? ), aber vielleicht wollen sie sich ja später nicht vorwerfen lassen, sie hätten auch noch dieses Zeichen der Zeit verschlafen.


    Interessant jedenfalls die Äusserung des Managers, dass die Superreichen inzwischen auch vor ETFs zurückschrecken, von reinen Papierzertifikaten erst recht nichts mehr wissen wollen. Noch besser ist jener Satz, an dem man auch ersehen kann, dass die Herren Portfolio-Manager doch noch nicht einmal die ersten Lektionen wirklich verstanden haben: "Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages Anrufe von Kunden erhalten würde, die eine Kiste mit Krügerrändern haben wollen."


    Merrill Lynch says rich turning to gold bars for safety


    By Ambrose Evans-Pritchard
    Last Updated: 10:32AM GMT 09 Jan 2009


    Merrill Lynch has revealed that some of its richest clients are so alarmed by the state of the financial system and signs of political instability around the world that they are now insisting on the purchase of gold bars, shunning derivatives or "paper" proxies.


    Gary Dugan, the chief investment officer for the US bank, said there has been a remarkable change in sentiment. "People are genuinely worried about what the world is going to look like in 2009. It is amazing how many clients want physical gold, not ETFs," he said, referring to exchange trade funds listed in London, New York, and other bourses.


    "They are so worried they want a portable asset in their house. I never thought I would be getting calls from clients saying they want a box of krugerrands," he said.


    Merrill predicted that gold would soon blast through its all time-high of $1,030 an ounce, and would hit $1,150 by June.



    http://www.telegraph.co.uk/fin…gold-bars-for-safety.html


    grüsse
    auratico


    Ehrliche Bitte an alle Neulinge - hoffentlich auch im Sinne von Mod. Edelman: Bitte, bitte verschont uns hier in diesem ausdrücklich dem Gold und seinem Umfeld gewidmeten Thread mit dem hunderttausendsten Buchverweis auf irgendwelche satanistischen Weltverschwörungen. Selbst hier im Goldseitenforum gibt es aufnahmefähige Threads für derlei raunendes Geheimwissen (dieser gehört nicht dazu), ansonsten bieten sich die Weiten des übrigen weltweiten Netzes an. Ein bisserl Mitlesen vor dem eigenen Abwurf von Postings hat noch keinem geschadet, zumal dann, wenn man sich ohnehin eingestandenermassen schon mit der Bedienung einer Computertastatur schwertut.
    Also bitte wieder näher ans Thema heran statt "Blutlinie und Antichrist", "Josef Mengele" etc.


    grüsse
    auratico

    Zitat

    ]quote='gutso',
    Ich weiss nicht, aber auraticos Grafik dazu ist da schon irgendwie noch etwas weitergehend erklärungsbedürftig, - oder?


    Die Grafik zeigt, dass die Käufe von US-Bonds weiterhin in rapidem Tempo zunehmen, während andererseits die Agency Bonds (Fannie und Freddie) abgestossen werden. Mir scheint, dass es vor allem auf den Net-Inflow ankommt, ob nun durch T-Bonds oder Agency Bonds ist doch weniger wichtig. Es ist allen zuvor China, das nach wie vor US-Anleihen kauft wie nie zuvor.
    Aber hier heute wieder ein Bericht, der diese Sicht der Dinge unterstützt. Noch kauft China keinesfalls weniger dollarstützende Bonds, sondern immer noch mehr.


    China hasn’t (yet) lost its appetite for US Treasuries …
    Posted on Thursday, January 8th, 2009


    By bsetser


    Agencies, yes. But not Treasuries.


    In some sense China’s purchases of US debt has to fall from its current level, as the current level of purchases is unsustainable in a context where China’s reserve growth seems to have slowed. The TIC data show a $44.4b increase in China’s US holdings in September and a $67.5b increase in October, with nearly all the increase coming from the rise in China’s short-term Treasury holdings.


    Over the last 12 months, China’s recorded US Treasury purchases have topped $190 billion — a record. Most of the rise has come in the past few months of data. The US survey of foreign portfolio investment has tended to revise China’s purchases of Treasuries up, so $190 billion should be considered a minimum.


    http://blogs.cfr.org/setser/


    Wichtig auch, dass China trotz globaler Wirtschaftskrise immer noch Rekordüberschüsse erwirtschaftet - dank der enorm zurückgegangenen Rohstoffpreise, die die Produktion mächtig verbilligt haben:


    China's trade surplus set another record in November, at $40.1 billion. But because prices of Chinese imports like oil are starting to recover while demand remains weak for Chinese exports like consumer electronics, most economists expect China to run trade surpluses closer to $30 billion a month.


    That would give China a sizable sum to invest abroad. But it would be considerably less than $50 billion a month that it poured into international financial markets - mainly U.S. bond markets - during the first half of 2008.


    Interessant, wie am gleichen Tag (heute) zwei Artikel zum Thema mit völlig unterschiedlicher Ausrichtung schon imTitel erscheinen können:


    U.S. debt is losing its appeal in China


    http://www.iht.com/articles/2009/01/07/business/yuan.php




    grüsse
    auratico

    07.01.2009 12:58
    Deutsche Anleihen: Kursverluste nach Aufstockung von Bundesanleihen


    Diese für den Bund enttäuschende Emission fiel zusammen mit der äusserst erfolgreichen Platzierung gleich mehrerer Unternehmensanleihen von General Electric, VW-Bank etc., die mit 7% und mehr rentieren und diesmal - zumindest offiziell - nicht staatlich abgesichert sind. Schon wird vom Comeback der Banken geschrieben. Wie es scheint, haben diese Unternehmensanleihen im Fahrwassser der zuvor mit Garantie ausgegebenen aber inzwischen einen merkwürdigen Zwischenstatus. Die Unternehmen geben mal Anleihen mit, mal ohne Staatsgarantie aus, sodass sich ein eigenartig gemischtes Bild ergibt, bei dem möglicherweise bei den Anlegern die Überzeugung vorherrscht, dass im Fall der Fälle der Staat dann doch wieder einspringen würde, falls die fast zeitgleich mit den besicherten ausgegebenen unbesicherten Anleihen je notleidend werden sollten. Ein gefährliches Spiel ist das, während jeden Tag noch schlechtere Meldungen aus den Unternehmen kommen:


    Kreditmärkte: Das Comeback der Banken
    von Andrea Cünnen


    Die Finanzkrise ist noch nicht vorbei, aber an den Kreditmärkten deutet sich eine Entspannung der Lage an. Denn die Banken bieten Investoren wieder Anleihen an - und das, ohne dabei auf staatliche Bürgschaften zurückzugreifen. Gleich vier Kreditinstitute sind nun wieder in den Ring gestiegen. Ein erstes Zeichen dafür, dass die Märkte wieder funktionieren.


    Dass Investoren nun auch bei Anleihen ohne Staatsgarantie wieder zugreifen, zeigte sich gestern an den Emissionen von GE Capital Corp, VW Financial Services und HSBC, die massiv überzeichnet waren. GE Capital Corp platzierte einen Bond über vier Mrd. Dollar, der erst in 30 Jahren fällig wird. Erst am Dienstag hatte GE Capital Corp Anleihen über zehn Mrd. Dollar begeben, deren Zins- und Tilgungszahlungen von den USA garantiert werden.


    "Die ungesicherte Emission ist ein Meilenstein und ein Zeichen dafür, dass sich die Märkte vom posttraumatischen Stress nach der Lehman-Pleite erholen könnten", sagt Richard Hoffmann, Analyst des Researchhauses Credit Sights der Nachrichtenagentur Bloomberg. Für die Emission musste GE Capital Corp aber tief in die Tasche greifen. Die Anleihe wurde mit einer Rendite von knapp sieben Prozent begeben - vor einem Jahr hatte GE Capital noch eine 30-jährige Anleihe mit einer Rendite von knapp sechs Prozent platzieren können.


    http://www.handelsblatt.com/fi…meback-der-banken;2122145


    grüsse
    auratico

    Im Moment läuft alles nur noch Intraday. Eine längere Perspektive gibt es nicht mehr.


    Fühle mich mit dieser Beobachtung bestätigt durch den heutigen Kommentar von Trader Dan Norcini. Es werden einfach wie wild Knöpfe gedrückt, Hauptsache es lässt sich damit eine Tagestendenz erzeugen. Man sieht aber daran, wie sehr die Black Boxes der Hedge Fonds nach wie vor zumindest kurzfristig die Preise machen. Ein Stärkesignal von Gold ist dies leider nicht eben:


    Behold the madness which the hedge funds and index funds have wrought!”


    That is really all one needs to know to explain today’s price action across the entire gamut of commodities, gold included. I warned yesterday that the dipsticks that run these pestilential institutions will spin on a dime and do the exact opposite of what they did the day before whenever their little black boxes tell them to. The “strategy” of these ninnies consists of throwing money en masse into whatever markets their algorithms tell them to or withdrawing it all at once should the same computer command them to do so the very next day.


    http://www.jsmineset.com


    grüsse
    auratico


    Aber das Spielchen ist klar; wer mag kann intraday Gold long/Rohstoffaktien short gehen und so oder so gewinnen.


    Gruß Milly


    Im Moment läuft alles nur noch Intraday. Eine längere Perspektive gibt es nicht mehr. Psychologisch gesehen ist das sehr interessant - wie übrigens der gesamte bisherige heutige Handelsverlauf, weil - zumindest bisher - einfach alles abverkauft wird. Auch die zuletzt heissen Bonds kommen nicht mehr weiter und der Dollar sinkt mit dem Gold. Die letzten Tage waren dadurch gekennzeichnet, dass im Tagesrhythmus ganz dick mit den grossen Währungen gezockt wurde. Rücken nun die Zeitfenster noch enger zusammen, dass also der Vormittagstrend gegen einen anderen fast beliebigen am Nachmittag ausgetauscht werden muss, um überhaupt noch irgendeinen Arbitragegewinn einzufahren? Spüren das die Händler und agieren deshalb im Kollektiv?


    Beim Gold könnte aber schon auch eine Rolle spielen, dass anscheinend die Kauflust in Indien nachgelasssen hat - übrigens eine Sache, die mich bei allen Gold-Edelfedern à la Gata schon lange stört. Nach zumeist ellenlangen Darlegungen über die Verwerfungen des Finanzsystems und deren intrinsische Konsequenzen für den Goldpreis sollen dann doch wieder nur die Verkaufszahlen in einem Schwellenland wie Indien die alles entscheidende Marke sein.


    Die grossen Gewinner dieser ganzen Finanzkrise sind die börsengehandelten Derivate - deren Volumen wächst und wächst und wächst. Kein Schritt wird mehr getan, ohne eine Absicherung mitzukaufen - Puts und Calls soweit das Auge reicht:


    FRANKFURT. Das Geschäft mit börsengehandelten Optionen und Futures hat einen kräftigen Schub erhalten, weil immer mehr Anleger diese Instrumente im Rahmen der Portfoliostrategie zur Absicherung steigender Risiken nutzen. "Wir haben 2008 im achten Jahr in Folge Rekordumsätze erzielt", heißt es beim Weltmarktführer Chicago Mercantile Exchange (CME). Diese Börse hat zuletzt durch die Übernahme der beiden Konkurrenten Chicago Board of Trade und New York Mercantile Exchange von sich reden gemacht. Sie berichtet für 2008 von einem vierprozentigen Anstieg des durchschnittlichen täglichen Handelsvolumens auf 13 Mill. Kontrakte.


    Die deutsch-schweizerische Eurex, zweitgrößte Derivatebörse der Welt, steigerte ihre durchschnittlichen Tagesumsätze im Jahr 2008 um 14 Prozent auf 8,5 Mio. Kontrakte. Am stärksten gefragt waren in der Krise Optionen auf Aktien und Aktienindizes. Jim Binder von der amerikanischen Branchenvereinigung Options Industry Council (OIC) spricht in diesem Kontext von einem 25-prozentigen Anstieg der Umsätze an den sechs Optionsbörsen in den USA.


    http://www.handelsblatt.com/fi…ionen-und-futures;2121856


    grüsse
    auratico