Inzwischen häufen sich international die Berichte über die mögliche Errichtung von staatlichen "Bad Banks", die den Banken ihre Schrottpapiere im grossen Stil abkaufen sollen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird es zu solchen Konstruktionen kommen, bei denen dann die Steuerzahler diesen Elendshaufen auf ewig alimentieren müssen. Die Hypo Real Estate darf man bereits jetzt als ein solches Vehikel ansehen, und auch Ackermann arbeitet rhetorisch seit Wochen in diese Richtung, auch wenn sein Lack nach dem heutigen Bilanzdebakel etwas dünner geworden ist, was aber nur ein Timing-Problem darstellt.
Die Banken würden damit dann auch noch den allerletzten Schrott auf ewig los, da sie ja selbst beteuern, dass die von der Soffin schon jetzt angebotenen drei Jahre Verwahrdauer nicht ausreichen würden - ein klares Eingeständnis, dass diese toxischen Veranlagungen eben wirklich Schrott und nichts anderes sind, an deren Erholung kein Mensch mehr glaubt. Die Banken werden diese Papiere nie mehr zurücknehmen, sie werden vielmehr peu à peu in den Staatshaushalt aufgenommen werden müssen. Somit ist auch der Begriff "Kauf" für solche Rekapitaliserungsmassnahmen völlig irreführend, denn letztlich wird es nichts anderes sein als ein schier ungeheurliches Geschenk.
Die nun von den Bankstern so oft bemühten Vergleiche mit Schweden sind irreführend, denn diese Geschichte fand in einem ansonsten boomenden Marktumfeld statt und war ausserdem winzig im Vergleich zu den heute global ausstehenden Monstermengen an strukturierten Finanzprodukten, deren Wert sehr wohl nahe bei Null sein kann. Gespannt kann man schon jetzt sein, zu welchen Bewertungen die Staaten diesen Müll "aufkaufen" werden. Müssten die Banken vor einer solchen Aktion die Papiere - was eigentlich das Mindeste wäre - nochmals weiter herabstufen (denn Markt gibt es keinen dafür), bräuchten sie schon am folgenden Tag noch mehr Geld. Wenn andererseits einfach der von den Banken einforderte Phantasiepreis gezahlt würde, wäre die ganze Farce wiederum allzu durchsichtig. Man wird sich demgemäss auf allerlei windige Konstrukte einstellen dürfen, ganz so, wie es die Deuba geschafft hat, sich über den Deal mit der Postbank den möglichen Zugrifff auf Staatsgelder zu sichern, ohne dass dies als solches angesehen werden muss, da es dann eben durch eine Beteiligung geschieht.
In England hat man nun ausgerechnet die Credit Suisse damit beauftragt, ein solches Szenario für eine britische Bad Bank auszuarbeiten. Hierzulande würde das dann wahrscheinlich die Deuba sein - in jedem Falle macht man damit wieder den Bock zum Gärtner. Volksaufstände sollten zwar die natürliche Folge dieses Irrsinns sein, sie werden aber wahrscheinlich innerhalb einer völlig verschreckten und immer noch ahnungslosen Bevölkerung nicht stattfinden:
Treasury mulls bad bank for toxic debt
The Government is considering creating a "bad bank" to house the billions of pounds of toxic assets owned by Britain's major lenders.
By Katherine Griffiths and Edmund Conway
Last Updated: 5:00PM GMT 14 Jan 2009
The Treasury is understood to have asked the investment bank Credit Suisse to draw up a detailed plan for the logistics of creating a bad bank, in a bid to restore confidence in the sector and to kick-start lending to consumers and businesses.
According to banking sources, the Government is considering two models for a bad bank. One would be to buy toxic assets from lenders and transfer them into a bad bank. The problem with this option is that if banks have not written down the value of their assets aggressively enough, they may have to suddenly crystalise new losses when assets are sold to the Government.
The alternative is for problematic investments to be left on banks' own balance sheets but to be ring-fenced and given a Government guarantee. This plan would be harder to implement but would avoid the need for another round of write-downs by some lenders. Northern Rock could be used to house the bad bank, analysts believe.
http://www.telegraph.co.uk/fin…-bank-for-toxic-debt.html
grüsse
auratico