Beiträge von auratico

    Ich dachte, mich trifft der Schlag, als ich heute bei Goldpapst Jim Sinclair einen Verweis auf einen Artikel von Martin Armstrong fand und dazu eine dringliche bzw. pathetische Einleitung von Sinclair. Jetzt erst kapiere ich, woher Sinclair seit Jahren seine ominösen zeitlichen Prophezeiungen (nicht die diversen Goldpreis-Etappen !) hernimmt, nämlich aus Armstrongs Zyklentheorie. Übrigens müsste lt. Armstrongs Jahrzehnte überspannendem Modell der nächste grosse Abwärtsttrend der Märkte ca. am 19. März 2009 beginnen und bis 11. Juni 2011 andauern. Tja...


    Sinclair schreibt:


    Dear Friends,


    Read this and you need not read any more ever, anywhere.


    Save the file linked below. Each time you need me to hold your hand read this first. You will no longer need me.


    http://www.jsmineset.com/wp-co…9/02/martin-armstrong.pdf



    Martin Armstrong, eine Figur noch weitaus schillernder als Herr Madoff, sitzt bekanntlich seit 8 Jahren im Gefängnis und schreibt dort seine angelegentlichen Memos wie in einem Hollywoodfilm aus seiner Zelle auf einer alten Schreibmaschine.


    z.B: http://www.scribd.com/doc/8813…er-2008-Its-Just-Time-77p


    Eigentlich erstaunlich, dass noch kein Blockbuster-Film über ihn gedreht wurde. So soll er z.B. vor seiner Verhaftung bereits ein ultimatives Computermodell für den zyklischen Verlauf der Märkte (lt. eigenen Angaben hat er dafür 60 Millionen USD investiert) entwickelt haben, an dem sowohl die Chinesen (weil er den Asiencrash perfekt vorhergesagt hatte) als auch der CIA reges Interesse zeigten. Beiden will er die kalte Schulter gezeigt haben. Dieses System soll aber so gesichert gewesen sein, dass es sich bei unbefugter Inbetriebnahme selbst gelöscht hat. Stoff für eine ganze Bibliothek von Verschwörungtheorien !


    Wie gesagt, ich bin noch vollkommen baff, wie Sinclair diese Katze plötzlich aus dem Sack lässt, dass er sich Armstrongs Sicht der Dinge zu eigen gemacht hat. Weiss nun wirklich nicht, was ich davon halten soll...


    Zu Archivzwecken hier einige Links:


    http://goforgold-dog.blogspot.…-of-martin-armstrong.html


    http://www.nytimes.com/2007/02/16/business/16jail.html?_r=1


    http://www.nytimes.com/2007/04/11/business/11wall.html


    http://nihoncassandra.blogspot…-armstrong-revisited.html


    http://www.topix.com/forum/business/TS8IHELKS6G8FDV65


    grüsse


    auratico


    Jeder will was vom Kuchen abhaben - und bekommt es auch. Die $800 Mrd werden nach dem Giesskannenprizip ausgeschuettet, egal ob der Grund noch fruchtbar oder bereits vollstaendig vergiftet ist. Letztendlich kommt ueberall so wenig an, dass es kaum Wirkung zeigen wird.


    Die Situation errinnert an die TV-Sendung "Glücksrad" (bei euch Amis "Wheel of Fortune", glaube ich), wo es in jedem Abschnitt irgendetwas nach zufälliger Massgabe des Zeigers gibt, mal 200 oder dann eben auch 5000.


    Doch jetzt langsam fangen die ersten an zu fragen, wo und wie und wann und wohin und warum denn die bisherigen Milliarden eigentlich gewandert sind. Stoff für neue Folgen der diversen Gerichtsserien gibt es jedenfalls in der nächsten Zeit genug, da muss man keine allzu kreativen Köpfe mehr anstellen:


    “We’ve seen money go out the back door of this government unlike any time in the history of our country,” Senator Byron Dorgan, a North Dakota Democrat, said on the Senate floor Feb. 3. “Nobody knows what went out of the Federal Reserve Board, to whom and for what purpose. How much from the FDIC? How much from TARP? When? Why?”


    U.S. Taxpayers Risk $9.7 Trillion on Bailout Programs


    http://www.bloomberg.com/apps/…tonstory&sid=aGq2B3XeGKok


    Edit: Aha, wurde oben schon verlinkt. Egal.


    grüsse
    auratico

    Ähnliche Kommentare die vorsichtiger oder Goldkritisch sind, wären auch mal gelegentlich interessant, und wenn es nur ist, um zu schauen, wie stichhaltig die Argumente sind. Oder gibt es keine ernstzunehmenden Marktkommentare mehr von Leuten, die zu einem kritischen Ergebnis kommen?


    Dies rührt vielleicht auch daher, dass implizit von den meisten Postern hier vorausgesetzt wird, dass die Gegenargumente zu Gold weithin bekannt sind.


    Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist das stärkste Argument gegen Gold - neben den altbekannten wie fehlende Zinsen, Volatilität bis hin zu möglichen Handelseinschränkungen etc. - das mögliche Szenario einer langandauernden deflationären Depression, in der Cash King bleibt.


    Diese Sichtweise geht davon aus, dass es die Zentralbanken nicht mehr schaffen werden, die in Jahrzehnten von den Geschäfts- und Investmentbanken aufgebaute, von den Zentralbanken mit niedrigen Zinsen bediente, nun platzende globale Kreditgeldblase mit nachgeschossenem FIAT-Zentralbankgeld entsprechend zu reflationieren. D.h., dass die deflationäre Schuldenkontraktion bei weitem alles übersteigt, was die Zentralbanken noch nachschiessen könnten, es sei denn, sie würden grotesk und offenkundig in Richtung Weimar oder Zimbabwe gehen und dabei die Währungen zerstören. Der Hauptindikator hierfür ist natürlich der US-Dollar: die unglaublichen zuletzt neu geschaffenen Dollarmengen haben die Kaufkraft der Währung paradoxerweise erhöht, was - aus deflationistischem Blick - bedeutet, dass die FED noch viel mehr drucken könnte, ohne dass in dieser epochalen Situation des Schuldenabbaus nachhaltiger Abwertungsdruck entstünde.


    Eine solche Sicht würde zu der Einschätzung kommen, dass die bisherigen monetären Aktionen der FED (Aufblasen der Bilanzsumme etc.), so monströs sie auf den ersten Blick auch aussehen mögen, trotz allem nur ein Tropfen auf dem heissen Stein sind und nahezu wirkungslos verpuffen werden, während die Schuldenkontraktion mit rasantem Tempo voranschreitet. Während praktisch alle börsengehandelten Assets und Immobilien an Wert verlieren, würde Cash mit steigender Kaufkraft dann am besten abschneiden, während Gold bestenfalls weniger verlieren würde als z.B. die Aktienmärke oder vielleicht sogar einfach vor sich hin stagniert. Das ist in Kürze etwa die Sicht von bekannten Deflationisten wie Robert Prechter.


    grüsse
    auratico

    Zitat

    quote='Tollar'
    Der Float betraegt ca. 545 Mio Stueck. An der NYSE sind ca. 16 Mio Short (-> ). Das macht 2.9%.


    Tollar, wie würdest du diese Aussage einstufen?


    February 05, 2009


    Short Interest increases in Deutsche Bank


    The DAX listed bank announced earnings on Thursday, and it is clear that along with this bad news comes a recent rise in the percentage of its shares outstanding on loan (%SOOL) to short investors; up from 4% in mid-November to 12.5% now.


    http://shortstories.typepad.com/


    grüsse
    auratico

    Zitat

    quote='Tollar'
    Vielen Dank fuer Deine Infos. Wenn nur die NYSE-Shorts von Bedeutung sind, sollte das Cover-Potential vernachlaessigbar sein. Wenn man die Tages-Umsaetze der Xetra mit einrechnet, was ca. 80% des gesamten Handelsvolumens neben Frankfurt, Stuttgart etc und der NYSE ausmacht (Xetra ca. 10 Mio, NYSE ca. 1,4 Mio Stueck 3-Monats-Durchschnitt), sollte das Day-to-Cover-Ration bei ca. 1 liegen = 1 Tagesumsatz, um alle Shorts zu covern. Das ist nicht sehr viel wenn man auf die Short-Interests anderer Aktien schaut.


    Habe den befreundeten Broker nochmals angerufen und in der Kneipe erwischt - er sagt, dass ca 10% der DeuBa-Aktien derzeit geshortet seien. Das wäre dann aber doch etwas anderes als deine Rechnung, nicht wahr?


    grüsse
    auratico

    Zitat

    quote='Tollar',


    Das Short-Interest in deinem Link ist nur von der NYSE, was nur ein Bruchteil des taeglichen Handelsvolumens an der Xetra ausmacht. Wo findet man das Short-Interest an deutschen Boersen ?


    Tollar


    Habe dazu einen Freund gefragt, der zwei Bloomberg-Terminals im Büro hat. Er sagte, dass man die aktuellen Shortpositionen an der Xetra seines Wissens nach zeitnah nicht ohne Bezahldienst abrufen könne. Er merkte ferner noch an, dass derzeit nur die Nyse-Shorts von Bedeutung seien, weil man die DeuBa in Deutschland noch bis Ende März gar nicht leerverkaufen könne, weil bis dahin das Short-Verbot noch gelte.


    grüsse
    auratico

    Zitat

    quote='Tollar'


    Ein hoher Short-Interest muss nicht unbedingt mit einem "Hochschiessen" einhergehen. Wenn der Markt mit einer Pleite rechnet, brauchen Leerverkaeufer nur darauf zu warten, dann muessen sie nie zurueckkaufen.


    @ tollar


    Mein ganzer Satz lautete: "Heisst allerdings im Umkehrschluss, dass sie hochschiessen müsste, wenn sich die allgemeine Stimmung im Zuge einer technischen Erholungsrally etwas aufhellen sollte"


    Will heissen, dass selbst bei einer kleineren Rally der Dax-Werte dann DeuBa überproportional hochgehen würde, weil sich so viele Händler eindecken müssten. Das Muster zeigt sich in den letzten Wochen verstärkt bei US-Bankaktien und war immer nur sehr kurzfristig, dafür aber heftig - mit zweistelligen Tagesanstiegen bei den "Todeskandidaten".


    DeuBa-Short interest:
    http://finance.aol.com/company…any/db/nys/short-interest


    grüsse
    auratico

    Für den einen oder anderen Rekord ist die DeuBa aber immer noch gut. Im Moment hält man den Rekord als die am meisten leerverkaufte Bankaktie in Europa. Heisst allerdings im Umkehrschluss, dass sie hochschiessen müsste, wenn sich die allgemeine Stimmung im Zuge einer technischen Erholungsrally etwas aufhellen sollte:


    Deutsche is most shorted European bank
    Matt Turner
    06 Feb 2009


    Deutsche Bank, which earlier this week announced a fourth quarter loss of €4.8bn ($6.1bn), is now the most heavily shorted stock of more than 20 prominent European banks, as shorting restrictions across the region force hedge funds to focus attention on a handful of financial institutions.


    http://www.efinancialnews.com/…ent/1053257482/restricted


    grüsse
    auratico

    Der Schaden, den der einst gefeierte Trader Boaz Weinstein, der sich jährliche Boni von 40 Millionen gönnte, bei der DeuBa angerichtet hat, wird immer höher. War bis vor kurzem noch von 1 Milliarde die Rede, sollen es jetzt schon 1,8 Milliarden sein. Weinstein nahm seinen Hut, um einen eigenen Hedgefonds zu gründen:


    The fall of Boaz Weinstein, once one of Wall Street’s hottest traders, speaks volumes about why financial firms still are reeling from the shattered global markets.


    As a chess master, poker and blackjack devotee and top trader at Deutsche Bank AG, Mr. Weinstein made big bets using complex financial instruments, generating large returns for the bank and about $40 million in annual pay for himself. But in 2008 the group he ran saddled the bank with $1.8 billion in losses, erasing more than two years of trading gains.


    http://online.wsj.com/article/SB123387976335254731.html


    Die Deutsche Bank hingegen freut sich schon auf die weitere exterritoriale Zusammenarbeit:


    "Ein Sprecher des Instituts sagte, die Bank wünsche Boaz und seinem neuen Projekt viel Erfolg. Die Bank freue sich darauf, künftig mit ihm zusammenzuarbeiten. Weinstein selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar."


    http://www.faz.net/d/invest/meldung.aspx?id=93797369


    grüsse
    auratico


    Interessant dürfte die Frage sein, aufgrund welcher Rechnungsweise und Bewertung man auf diese Summe kommt und wie hoch das tatsächliche Risiko ist. :hae:


    Tut


    Das Risiko wird scheibchenweise an ahnungslose Fondsinvestoren weitergereicht.


    Wie sich an der grottenschlechten Performance (meilenweit hinter allen anderen zurück) der DWS-Rentenfonds der DeuBa erkennen lässt, haben sie in den letzten Monaten etwas schier Unglaubliches getan: die DWS-Fondsmanager haben - angeblich aus freien Stücken, was aber völlig unglaubwürdig ist - die Rentenfonds plötzlich mit risikobehafteten Ramschpapieren aus dem eigenen Hause vollgestopft und damit das Risiko einfach auf die düpierten Anleger übertragen. Da gibt es inzwischen "Rentenfonds" der DeuBa-Tochter DWS, die nur noch 5% Staatsanleihen im Portfolio haben und stattdessen bis zum Hals mit recycletem Schrott aus der eigenen Hexenküche angefüllt sind:


    ABS statt Staatsanleihen


    Die Fehler der Deutsche-Bank-Tochter treffen auch viele Kleinanleger. Rentenfonds sind vor allem bei risikoscheuen Kunden beliebt, weil sie weniger stark schwanken als Aktienfonds und auch in schlechten Zeiten meist noch Rendite abwerfen. Tatsächlich entwickelte sich der Rentenmarkt im letzten Jahr positiv: Aufgrund der Finanzkrise flüchteten Investoren aus Aktien und legten ihr Geld stattdessen in krisenfestere Papiere wie Staatsanleihen an.


    Ausgerechnet im Krisenjahr fuhr die DWS den Anteil sicherer Staatsbonds aber zurück. Stattdessen setzten die Manager vor allem auf Pfandbriefe, Anleihen von Banken und Schwellenländern sowie auf sogenannte ABS-Papiere - Wertpapiere, die auf Kreditforderungen beruhen. Im DWS Inrenta sank der Anteil an sicheren Staatsanleihen auf zuletzt fünf Prozent.


    Zu zwei Dritteln liquidierte das Management dafür die ABS-Papiere am Markt. Ein Drittel allerdings wanderte nach FTD-Recherchen in Rentenfonds aus dem eigenen Haus - was die DWS bestätigt. Der Sprecher betonte, dass es sich um selbstständige Kaufentscheidungen der Rentenfondsmanager gehandelt habe. "Es gab keine Notwendigkeit, dass die Anleihefonds Papiere aus dem ABS-Fonds übernehmen mussten."


    http://www.ftd.de/boersen_maer…i-Rentenfonds/470702.html


    grüsse
    auratico

    Was wohl geschehen würde, wenn man Einblick hätte in die "unbesicherten Verbindlichkeiten" der nun mit sintflutartigen Mengen an Steuergeldern am Leben erhaltenen Banken?
    Die langsam sich klärende Lage bei Lehman ist bestimmt keineswegs einzigartig, sondern dürfte etwa dem Branchenschnitt entsprechen. Die offizielle Pleite ermöglicht lediglich eine erste Vergleichsmöglichkeit:


    "Aufräumarbeiten" bei Lehman fördern 200 Milliarden an unbesicherten Verbindlichkeiten zutage


    Bei der seit September insolventen US-Bank Lehman Brothers Holdings zeichnet sich das tatsächliche Ausmaß der Verluste nun etwas deutlicher ab.


    Nach Angaben des vom Insolvenzgericht berufenen Vorstandsvorsitzenden der Bank, Bryan Marsal, belaufen sich die unbesicherten Verbindlichkeiten per Saldo auf 200 Mrd. Dollar
    (155 Mrd. Euro).


    Von den ursprünglich 613 Mrd. Dollar Schulden seien 400 Mrd. kurzfristige Verbindlichkeiten gewesen, die sich mit Vermögenswerten in gleicher Höhe verrechnen ließen, sagte Marsal.


    http://www.wirtschaftsblatt.at…ome/index.do&_vl_pos=1.DT


    grüsse
    auratico

    Steve Saville erklärt die Konfusion in dieser Debatte. Und zwar in der Verzögerung im monetären Trend und den Preisveränderungen.


    Obgleich inflationärer Trend eingeleitet, besteht Preisdeflation.....


    "Preisdeflation" ist mehr als nur ein Verlegenheitsausdruck, auch wenn die zuletzt gehäuft auftretenden Deflationisten ihre Häme darüber ausgiessen mögen. Nicht wenige der neuen Deflationisten waren übrigens bis vor kurzem noch im anderen Lager. Wenn die Aktienmärkte weltweit um 40% und mehr einbrechen, während im Supermarkt die zuvor wild angestiegenen Preise milde von kurzzeitigen Höchstständen zurückkommen, ist das vorerst nichts weiter als ein wenig, ja, Preisdeflation. Von ernsthafter Deflation zu sprechen macht nur Sinn, wenn man regelmässig benötigte Güter und Dienstleistungen im Blick behält.


    Zwei, drei Jahre - 10%, das wäre dann wirklich Deflation. Wenn ich nach den Preisen für meinen geschätzten Serrano-Schinken und anderen angenehmen Gütern blicke, so bleiben sie "sündhaft" teuer, zumal aus meinem teutonischen Sparblickwinkel und langjährigem Preisgedächtnis heraus. Auch der Wirt in der gehobenen Stammkneipe will von Deflation partout nichts wissen und geht von seinen € 3.10 fürs Glas Bier nicht runter. Werden Medikamente, ärztliche Dienstleistungen, Pflegekosten etc. auch nur um einen einzigen Euro billiger werden - ganz bestimmt nicht.


    Was die jetzt auf kurzfristige Preisfluktuationen fixierten Deflationisten nicht verstehen wollen, ist, dass es eine nachhaltige Deflation in der gegenwärtigen Situation nur geben könnte, wenn auch die Geldmenge zurückginge. Dann würde die betreffende Währung knüppelhart werden und die Preise würden (wie übrigens auch unter einem echten Goldstandard) kontinuierlich zurückgehen. Die schier unglaubliche und zweifellos andauernde Ausweitung der Geldmengen - derzeit noch im Bankensystem arretiert, aber bald in full motion - wird dies nachhaltig verhindern. Ein Grund für diese geistige Verwirrung unter den Deflationisten mag auch darin bestehen, dass unsereiner seit unvordenklichen Zeiten gar nichts anderes kennt, als dass die grundlegenden Lebenshaltungskosten ständig steigen, sodass ein kurzzeitiger deflationärer Preisverlauf aufgrund schockartiger ökonomischer Verwerfungen sogleich mit einer epochalen Richtungswende verwechselt werden kann. Nur: There is no change.


    grüsse
    auratico

    hier auf GS schreiben ja eine Menge Fachleute.


    Aber heute ging mir der Deckel hoch,ein ausgemachter Geldvernichter wie Bergold


    zog über die Lemminge her und schwang sein Weihrauchfaß zur Selbstbeweihräucherung recht heftig.


    Das Problem von überforderten Goldminenfondsmanagern wie Bergold ist schlicht und ergreifend, dass er gar nicht weiss, wie und wann er auch einmal auf die Verkaufstaste hätte drücken müssen bzw. dass man Stop Losses setzt und zurück in Cash wechselt, wenn es die Bedingungen nahelegen. Der selbstauferlegte Zwang, jedes Auf und Ab überJahre hin reaktionslos wie ein Reptil im Winterschlaf auszusitzen, ist für eine ordentliche Performance tödlich. Dementsprechend kommt er seit Jahren alle paar Monate daher und verkündet stets "einmalige Einstiegskurse", ohne jedoch in der Lage zu sein, einmal erreichte Gewinne auch nur halbwegs abzusichern. Hinzukommt wahrscheinlich mangelnde Kenntnis der einzelnen Minenwerte und fehlendes Gespür - er scheint vollkommen von seinen Tabellen abhängig zu sein. So ergibt sich für Anleger seit Auflage der Fonds im Jahr 2003 ein Gesamtverlust von -13% (ohne Inflation) , die später eingestiegenen sollten besser gar nicht erst nachrechnen.


    Kurzum, verwaltete Goldminenfonds sind völlig überflüssig. Das kann jeder selbst machen: bei Tiefstständen Werte aus dem HUI kaufen und nach erfolgter Steigerung teilverkaufen oder zur Gänze, dann wieder rein nach einem Rücksetzer (die meistens rasch, aber heftig sind) etc.. Alles andere ist Geldvernichtung pur. Klar war der HUI bei 150 billig, da braucht man keinen bayerischen Sparkassenmitarbeiter mit Fondsverwalterambitionen wie Bergold, um das zu erkennen.


    grüsse
    auratico


    Es kommt Bewegung in das bisher hinter allerlei Rettungsaktionen zurückgedrängte Thema der ausserbörslichen Kreditderivate (OTC) im Volumen von 684 Billionen Dollar. Die Hammermeldung von heute, deren Durchführung allerdings angezweifelt werden darf, besagt, dass es in USA bereits einen Gesetzesentwurf gebe, demzufolge der Handel mit Kreditausfallsswaps verboten werden soll - zumal in solchen Fällen, wenn die zugrundeliegende Anleihe gar nicht selbst gehalten wird, was bei 80% der Derivate der Fall ist.


    George Soros schlägt in die gleiche Kerbe und spricht sich für eine extreme Beschränkung bzw. gar für ein Verbot der CDS-Derivate aus. Auffallend ist, wie sehr das Thema nun in den Vordergrund rückt, nachdem es die US-Grossbanken mit ihrem Einfluss bislang recht gut verstanden haben, den grundlegenden Skandal, den die OTC-Derivate in ihrer heutigen Form darstellen, in dem allgemeinen Bail Out-Wahn zu verschleiern. Sie verwenden die Rettungskohle eindeutig dafür, ihre absurden Casino-Wetten aufzupeppen. Das kann man schon daran erkennen, dass das Volumen der neu emittierten Derivate trotz Superkrise immer noch ständig zunimmt. Denn sie wissen auch, dass eine etwaige noch zu schaffende Clearingstelle für Derivate nur für die dann ab diesem Zeitpunkt neu emittierten Derivate gelten kann.


    Auszug aus Soros´Überlegungen:


    "Wie ist es mit den CDS? In dieser Frage bin ich radikaler als die meisten Leute. Die vorherrschende Meinung ist, dass CDS an regulierten Börsen gehandelt werden sollten. Ich bin der Ansicht, dass sie toxisch sind und nur auf Rezept verwendet werden sollten. Man könnte ihren Einsatz zulassen, um tatsächliche Anleihen zu versichern, aber - angesichts ihres asymmetrischen Charakters - nicht, um gegen Länder oder Unternehmen zu spekulieren.


    CDS sind aber nicht das einzige synthetische Finanzinstrument, das sich als toxisch erwiesen hat. Dasselbe gilt für das Zerlegen und Zusammenwürfeln von Collateralized Debt Obligations (CDOs) und für jene Portfolioversicherungskontrakte, die den Börsencrash von 1987 verursachten - um hier nur zwei zu nennen, die eine Menge Schaden angerichtet haben.


    Die Emission von Aktien wird durch die US-Wertpapieraufsicht genau reguliert, warum also nicht auch die Emission von Derivaten und anderen synthetischen Instrumenten? Die Rolle der Reflexivität und der Asymmetrien, die ich aufgezeigt habe, sollte Anlass sein, die Hypothese von effizienten Märkten zu verwerfen und den Aufsichtsrahmen gründlich neu zu bewerten."


    http://www.ftd.de/meinung/komm…Crash-kam/467857.html?p=1


    grüsse
    auratico

    Trotz Mega-Verluste. Die Wall St Banken zahlen nach wie vor Boni auf Rekord-Niveau. In den letzten 10 Jahren wurden allein bei Wall St Bankern $236 Mrd an Boni ausgezahlt.



    Und die ranghöchsten staatlichen Regulatoren wissen noch nicht einmal, ob diese Boni-Zahlungen (immerhin noch auf dem Niveau von 2004 trotz epochaler Krise) direkt aus den Geldern der Rettungspakete stammen. Der nackte Irrsinn:


    The state comptroller, Thomas P. DiNapoli, said it was unclear if banks had used taxpayer money for the bonuses, a possibility that strikes corporate governance experts, and indeed many ordinary Americans, as outrageous. He urged the Obama administration to examine the issue closely.


    http://www.nytimes.com/2009/01/29/business/29bonus.html


    grüsse
    auratico

    Interessantes Detail zum Fall Madoff und wohl weiteres Futter für die Anwälte: JP Morgan hatte als "vertrauensbildende Massnahme" eigene 250 Millionen USD in einen Kunden-Hedge Fonds gesteckt, der bei Madoff investiert war, um den Anlegern ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Nun stellt sich heraus, dass sie dieses Geld jedoch genau im Herbst 2008 klammheimlich abgezogen haben, ohne dass die anderen Anleger (natürlich wieder dummes Euro-Trash-Kanonenfutter) etwas davon mitbekommen hätten:


    JPMorgan Exited Madoff-Linked Funds Last Fall


    JPMorgan Chase says that its potential losses related to Bernard L. Madoff, the man accused of engineering an immense global Ponzi scheme, are “pretty close to zero.” But what some angry European investors want to know is when the bank cut its exposure to Mr. Madoff — and why.
    Investors were not alerted to the move because, under sales agreements, the issues did not meet the threshold necessary to permit the bank to restructure the notes, she said. Under those circumstances, she added, “we did not have the right to disclose our concerns.”


    That doesn’t satisfy some investors. As they see it, they were the first people who should have been alerted to the bank’s concerns. “Instead, we continued to pay our fees to the bank and remained the only ones exposed to the risks that JPMorgan did not want to assume,” said the chief asset manager of an Italian investment firm, who declined to be identified because of potential litigation.


    A source close to JPMorgan Chase, however, recalled bank officials saying that the bank’s “due-diligence people had too many doubts” about the performance of the underlying funds.
    http://www.nytimes.com/2009/01…anted=2&_r=1&ref=business


    grüsse


    auratico

    sind doch nun langsam mal angebracht.....


    Alle reden vom Goldhoch bei über 1.000 USD in Euro waren wir da bei 600. Jetzt sind wir bei 700 im Euro.


    Die USD Betrachtung vernebelt m.E. für uns die Realität.


    Noch deutlicher wird die Situation bei einem Blick auf die Preisentwicklung in Pfund Sterling. Der Golderwerb hätte einen britischen Anleger in den letzten Jahren bis heute vor den allerschlimmsten Folgen der jämmerlichen Währungs- und Wirtschaftsentwicklung perfekt "abgeschirmt" - und das ganz im Sinne der vom Thatcherismus propagandierten angelsächsischen Privatverantwortung ohne jeden staatlichen Rettungsschirm. Umgekehrt wächst sich durch diese Entwicklung der von Gordon Brown angezettelte Monsterverkauf der britischen Goldreserven zu einem immer noch grösseren Verlust für die Steuerzahler aus, da sich seitdem der Goldpreis in Pfund mehr als verdoppelt hat.


    http://www.goldpreciousmetals.com/charts_historic_gbp.asp


    grüsse
    auratico

    Es kommt Bewegung in das bisher hinter allerlei Rettungsaktionen zurückgedrängte Thema der ausserbörslichen Kreditderivate (OTC) im Volumen von 684 Billionen Dollar. Die Hammermeldung von heute, deren Durchführung allerdings angezweifelt werden darf, besagt, dass es in USA bereits einen Gesetzesentwurf gebe, demzufolge der Handel mit Kreditausfallsswaps verboten werden soll - zumal in solchen Fällen, wenn die zugrundeliegende Anleihe gar nicht selbst gehalten wird, was bei 80% der Derivate der Fall ist. Ferner soll es endlich zu der Errichtung der seit Ewigkeiten angekündigten zentralen Verrechnungsstelle für OTC-Derivate kommen. Das wäre in der Tat ein radikaler Schritt in die richtige Richtung und ein Schlag ins Gesicht von Goldman & Co, die gut die Hälfte ihrer Gewinne in der Vergangenheit mit solchen obskuren Casino-Wetten verdient hatten. Dito JP Morgan und Bank of America:


    Gesetzentwurf will Handel in Kreditausfallswaps verbieten


    Kreditderivate - Risiken nur schemenhaft zu erkennen
    29. Januar 2009 In den Vereinigten Staaten zeichnen sich Gesetzesentwürfe zur Regulierung von außerbörslich gehandelten (OTC) Derivaten ab, die praktisch zu einem Handelsverbot für die meisten Kreditausfallswaps führen würden. So ist nach einem Gesetzentwurf von Collin Peterson, dem Vorsitzenden des Landwirtschaftsausschusses des Senats, geplant, den Handel in Kreditausfallswaps zu verbieten, wenn die Investoren die zugrundeliegenden Anleihen nicht halten.


    Wenn Zinsswaps und Kreditausfallswaps über ein Clearinghaus abgewickelt werden müssten, würden damit Preise für die außerbörslich gehandelten Kontrakte entstehen. Das könnte bei den Banken den Profit aus diesen Geschäften reduzieren. Bei Goldman Sachs Group und Morgan Stanley kommen etwa 40 Prozent vom Gewinn vom außerbörslichen Derivate-Handel, berichtet CreditSights. JPMorgan Chase & Co. hielt zum 30. September die meisten Derivate, mit 87,7 Billion Dollar war das Volumen fast doppelt so hoch wie bei der Nummer zwei, der Bank of America. Sie kam auf ein Volumen von 38,7 Billionen Dollar, geht aus Daten der Aufsichtsbehörde für amerikanische Bundesbanken OCC hervor. Bei JPMorgan waren 96 Prozent der Positionen im OTC-Markt, bei Bank of America waren es 94 Prozent. Die größten Positionen waren Zinsswaps. Die OCC-Daten umfassten nur amerikanische Geschäftsbanken, so dass die damaligen Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs Group zu dem Zeitpunkt nicht erfasst wurden.


    „Das würde den Markt für Kreditausfallswaps praktisch killen, da viele Emittenten nur ein sehr geringes Volumen an Anleihen im Umlauf haben“, sagt Tim Backshall, Chef-Stratege bei Credit Derivatives Research LLC. Laut Erica Dinallo vom New York Department of Insurance werden 80 Prozent der Kreditausfallswaps von Investoren gehandelt, die nicht die zugrunde liegenden Anleihen halten.


    http://www.faz.net/s/Rub09A305…Tpl~Ecommon~Scontent.html


    grüsse


    auratico

    Zitat

    quote='Edel Man'
    Insbesondere denke ich an die weitgehend gesteuerten US Medien, bei denen Gold eher heruntergeredet wird.


    Dennoch war es in den vergangenen Monaten ohne Ausnahme immer so, dass jeder Welle mit massiver internationaler Berichterstattung über Gold als Krisenanlage (wie auch zuletzt) sofort ein temporärer Rückgang des Goldpreises folgte - eigentlich ein bombensicheres Muster für Trader. Ein Grund hierfür besteht freilich darin, dass die Medien den Entwicklungen, gerade den kurzfristigen, stets hinterherschreiben, was die Traderkaste genau mitverfolgt, um dementsprechend zu handeln.


    Wenn dann z.B. selbst in Massenmedien wie "Bild" u.ä. wieder einmal etwas zu Gold und Krise geschrieben wird, immer nachdem das Gold gerade einen prächtigen Schub erlebt hat, verkaufen die Terminhändler den vorangegangenen Anstieg bereits wieder. Zu diesem Zeitpunkt kalkulieren sie schon längst mit der gerade einsetzenden Rettungspsychologie der immer wahrscheinlicher werdenden "Bad Banks", derzufolge die Bilanzen der ansonsten sturmreif geschossenen Banken dann auf Kosten der Allgemeinheit und scheinbar dauerhaft blankgefegt werden sollen. Man verkauft also den letzten Goldanstieg und kauft stattdessen - wie heute - irgendeinen europäischen Bankenwert wie Deutsche Bank oder Societé Générale. In USA wird es heute nach Börsenöffnung wohl ähnlich ablaufen - Gold runter, Bankwerte rauf.


    grüsse
    auratico