Beiträge von auratico

    William Engdahl wiederholt seine These, dass die jüngsten drastischen Erhöhungen der Ölnotierungen sich zu ca. 60% (!) aus spekulativen Exzessen ergeben sollen. Bekanntlich wird der Spekulationsanteil von vielen "Experten" in der Regel, von kurzfristigen Übertreibungen in beide Richtungen einmal abgesehen, als wesentlich niedriger angesehen.Die grössten Emittenten und Halter von notleidenden Kreditpapieren (also die hinlänglich bekannten JP Morgans, Goldmans dieser Welt etc.) sind aber auch die grössten Trader von Öl-Futures. Engdahl nun behauptet, dass es diese Adressen seien, die vor allem über den unzulänglich regulierten, intransparenten Futurehandel an der berüchtigten ICE in London (die ihrerseits der Rohstoffbörse von Atlanta gehört, die wiederum von Goldman Sachs mitbegründet wurde) den Ölpreis derzeit wild in die Höhe schrauben können. Weiters werden zahllose Kontrakte ausserbörslich und ohne Börsenaufsicht im Freiverkehr OTC wie auch andere Derivate gehandelt. Damit sollen dann möglichst viel Verluste aus der von den gleichen Stellen mitorchestrierten Kreditkrise aufgefangen werden. Der aberwitzige Anstieg des Ölpreises falle, so Engdahl, der ein Gegner der Peak Oil-These ist, in eine Zeit, da die grössten jüngst explorierten Ölfelder in Saudi Arabien und Irak bald mit der Förderung beginnen können.


    Versucht werde nun also, angelockt durch die lachhaft niedrigen Margins von nur 6% pro Ölkontrakt, noch möglichst viele Neuspekulanten und Fonds in den von den grossen Finanzhäusern kontrollierten Öl-Futurehandel zu locken mit neuen Prophezeiungen à la $ 200/Barrel (Goldman Sachs), um denen die Kontrakte zu verkaufen, während man sich selbst unbemerkt, da zum grossen Teil ausserbörslich oder eben an der schwer durchschaubaren ICE , mit grossem Profit von diesen Positionen trennt, ehe der Ölpreis dann wieder deutlich zurückgehen wird.


    Da darf man mal auf die künftigen Bilanzen der Grossbanken gespannt sein und sehen, womit sie in den vergangenen Monaten ihr Geld verdient haben - wenn dies überhaupt in die Öffentlichkeit kommen sollte. Jemand wie Engdahl, der ja aus dem Ölgeschäft kommt, würde bestimmt lachen bei diesem letzten Gedanken.


    May 21, 2008h


    As detailed in an earlier article, a conservative calculation is that at least 60% of today’s $128 per barrel price of crude oil comes from unregulated futures speculation by hedge funds, banks and financial groups using the London ICE Futures and New York NYMEX futures exchanges and uncontrolled inter-bank or Over-The-Counter trading to avoid scrutiny. US margin rules of the government’s Commodity Futures Trading Commission allow speculators to buy a crude oil futures contract on the Nymex, by having to pay only 6% of the value of the contract. At today's price of $128 per barrel, that means a futures trader only has to put up about $8 for every barrel. He borrows the other $120. This extreme “leverage” of 16 to 1 helps drive prices to wildly unrealistic levels and offset bank losses in sub-prime and other disasters at the expense of the overall population.


    The oil price today, unlike twenty years ago, is determined behind closed doors in the trading rooms of giant financial institutions like Goldman Sachs, Morgan Stanley, JP Morgan Chase, Citigroup, Deutsche Bank or UBS. The key exchange in the game is the London ICE Futures Exchange (formerly the International Petroleum Exchange). ICE Futures is a wholly-owned subsidiary of the Atlanta Georgia International Commodities Exchange. ICE in Atlanta was founded in part by Goldman Sachs which also happens to run the world’s most widely used commodity price index, the GSCI, which is over-weighted to oil prices.


    http://www.financialsense.com/…ls/engdahl/2008/0521.html


    grüsse


    auratico


    Anderer Vorschlag von Jim Sinclair - so ziemlich genau das Gegenteil:


    50 years of trading markets and building companies combined with outrageous good fortune has given me a reliable sense of timing and value.


    I suggest that you cancel all sell orders at any price in precious metals immediately so that no orders exist when Asia opens.


    www.jsmineset.com


    grüsse


    auratico


    In den letzten 8 Tagen schöne Kurserholung um 25 % auf 1,80 C$. :)


    Der schwerste Silberwert im Depot......


    Orko hat sich in einem scheusslichen Umfeld erstaunlich gut behaupten können. Wenn sie jetzt schon wieder anzieht, während die meisten anderen noch hinterherhinken, könnte dies ein sehr interessantes Indiz sein. Ich habe sie zwar in einem Anflug von Ängstlichkeit wg. des gesamten Explorerdepots im vergangenen Spätherbst ( mit schönen 124% Gewinn) verkauft, doch die würde ich von allen Silberexplorern am liebsten wieder erwerben. Man sollte beobachten, ob ein Wert wie Orko in der Lage ist, die Rolle eines Seismographen für den gesamten Sektor der Juniors zu spielen.


    grüsse


    auratico

    Wie in diesem Thread schon seit längerem gemutmasst, werden die desaströsen Geschäftspraktiken der US-Hypothekenbanken bald zu grösseren Gerichtsprozessen führen. Nun scheint es gleich mit dem ehemals grössten, also Countrywide, loszugehen. Die Vorwürfe sind schwerwiegend. Nicht nur wird untersucht werden, ob man bei der Vergabe etlicher Hypothekenmodelle alle Vorsicht hat schleifen lassen, sondern es steht auch der Verdacht von Insiderhandel im Raum. Allein in den letzten Jahren haben Manager von Countrywide eigene Aktien der Gesellschaft im Wert von über 800 Millionen $ abgestossen (allein der Boss hat eigene Anteile für 475 Millionen verkauft), sogar während eines grossen Aktienrückkaufprogramms, das ja eigentlich den Sinn haben soll, den Kurs zu stärken.


    Wenn im Verlauf eines solchen Gerichtsverfahrens zweifellos en détail die Geschäftspraktiken der letzten Jahre bei Countrywide auf den Tisch kommen, hätte ein solcher Prozess Signalwirkung für zahlreiche andere.


    Kaum vorstellbar ein solcher Artikel in der New York Times noch vor einigen Wochen:


    Countrywide shareholders have lost billions of dollars since 2007 when its shares hit a high of $45.03. They closed on Wednesday at $4.85.


    “As institutional investors, it is our duty to seek recourse when a company’s directors engage in practices that are not in the best interests of shareholders,” said Christa S. Clark, chief legal counsel of the Arkansas Teacher Retirement System, the lead plaintiff in the case. “We are pleased with the court’s ruling as it enables the shareholders to move forward with our case and remedy this wrong.”


    A Countrywide spokesman declined to comment on the ruling.


    The plaintiffs in the case said they hoped to recover money for shareholders from Countrywide officials named in the case who sold $850 million in stock from 2004 to 2007. The plaintiffs contend that the directors and officers dumped shares even as the company spent $2.4 billion to repurchase its own stock in late 2006 and early 2007.


    http://www.nytimes.com/2008/05…41-7huNGjR7zGlbglp+pY+mFg


    grüsse


    auratico

    Erstmal muss der USD die 75 USDX knacken, dann glaube ich eher an die "worst case"prediction vom Schwensen.
    :D


    Hallo Eldo,


    Sehe ich genau gleich. Alles starrt nun auf die magischen 75 beim USDX. Die kommen, falls die EZB sich zu einer Zinssenkung entschliessen sollte, was bislang angesichts der wütenden europäischen Konsumenten, die die jüngsten Preiserhöhungen sehr deutlich zu spüren bekommen, wenig wahrscheinlich war. Auslöser einer solchen erzwungenen Zinssenkung in der EU könnten aber die Verwerfungen an den Immobilienmärkten z.B. in Spanien sein bzw. stark eingetrübte Wachstumszahlen in Deutschland. Dies würde den Dollar dann sofort und wohl für einige Zeit über 75 Punkte beim USDX treiben. Gold und Silber sind im Moment reine Dollarkinder, während das Öl sich saftig davon emanzipiert hat.


    grüsse


    auratico

    Angesichts der derzeit so hohen Volatilität der Edelmetalle vor allem nach unten hin, kann man den Blick durchaus mal von den 50-Tage und 100-Tage- Trendlinien weiter ausweiten auf den Schnitt von 300 Tagen (grüne Linien beim Gold- und Silberchart). Diese Unterstützungslinien verlaufen dann bei ca $ 800 bei Gold und ca. $15 beim Silber. Die Charts stammen von Troy Schwensen: "Gold - How low do we go?"


    http://www.321gold.com/editori…nsen/schwensen051308.html


    grüsse


    auratico

    Nouriel Rubini heute im Interview im Handelsblatt


    - Die Fed wird noch viel mehr Hypotheken aufkaufen müssen - Als Deflationist sieht er die Inflation in USA als wenig bedeutsam an, weil das Wachstum stark zurückgehen wird bei fallenden Rohstoffpreisen - Dollar dabei, einen Boden zu fnden, vor allem wenn ECB Zinsen senken sollte- Rezession wird bis zu vier Quartale andauern


    Wie stark ist Europa betroffen?


    In Großbritannien, Irland und Spanien muss man aufgrund der dortigen Immobilienkrisen ebenfalls mit einer Rezession rechnen. Außerdem sind viele europäische Firmen als Kreditnehmer direkt von der Kreditklemme betroffen. Die Konjunktur in Deutschland wird wesentlich vom Export und nicht von der Binnennachfrage getragen. Ein Abschwung in Amerika wird deshalb auch die deutsche Wirtschaft treffen, zumal die Exportunternehmen durch den starken Euro noch zusätzlich belastet werden. Ich rechne deshalb mit einem deutlichen Abschwung auch in Deutschland.


    Wie soll die Europäische Zentralbank darauf reagieren?


    Ich glaube, es ist ein Fehler, auf Zinssenkungen zu verzichten. Die Wachstumsrisiken für Europa sind wesentlich größer als die Inflationsgefahren.


    Wo sehen Sie die richtige Balance zwischen Wachstumsförderung und Sicherung der Preisstabilität?


    Man muss zwischen den verschiedenen Regionen der Welt unterscheiden. In den USA ist die Inflation sicher das geringste Problem. Durch eine Rezession wird der Preisdruck noch weiter abnehmen. Ich rechne damit, dass die Rohstoffpreise um mindestens 20 Prozent fallen werden. Hier gibt es ganz klar eine Spekulationsblase. In Europa wird man sich noch wundern, wie stark das Wachstum zurückgeht. Das wird dann auch die Inflationssorgen mindern. In Japan rechne ich mit einer Rezession. Das wir die Inflationsrate wieder ins Minus drücken.


    Stellt der Dollarverfall eine größere Gefahr für die Weltwirtschaft dar?


    Es gibt Anzeichen dafür, dass sich der Dollar seiner Talsohle nähert. Leute sagen heute schon, dass man mit Euro in New York billiger einkaufen kann als in Bangkok. Der Euro ist also deutlich überbewertet. Ab Mitte des Jahres rechne ich außerdem damit, dass der Abschwung in Europa und die Erwartung auf Zinssenkungen durch die EZB den Euro schwächen werden. Der Dollar kann zwar noch für eine Weile auf 1,60 zum Euro absacken. Wenn die Konjunktur in Europa jedoch nachlässt, wird er sich auf 1,50 Dollar zum Euro einpendeln. Der gleiche Trend trifft auf den Yen zu.


    http://www.handelsblatt.com/Ne…s-radikal-eingreifen.html


    grüsse


    auratico

    Zappenduster hören sich die jüngsten Aussagen der Societé Générale zur globalen Konjunktur an. Da wird wohl so bald kein Champagner mehr fliessen in Paris. Der Aktienanteil wurde auf 30% heruntergefahren, der Anteil der Staatsanleihen bis an die maximal möglichen 50% erhöht. Der Chefstratege der Bank erwartet Börsenverluste von 50% und mehr. Er spricht schon wie ein alttestamentarischer Prophet:


    "Nichts und niemand wird verschont werden. Wir befinden und an der Kippe einer Kapitalvernichtung, die die Portfolios zerbröseln wird. Eine globale Rezession zieht herauf. Die Liquidität versiegt und wird sowohl den emerging markets als auch der Rohstoffblase den Garaus machen."


    "The bears at Société Générale are going into Siberian hibernation, issuing an "Ice Age" alert. They have slashed exposure to global equities to a minimum 30pc for the first time ever.


    Their weighting of super-safe "AAA" government bonds has been raised to a maximum 50pc. This is a bet on gruelling "Japanese" deflation. The bank expects equities to fall by 50pc to 75pc.


    "Nowhere and nothing will be immune. We are on the cusp of an equity meltdown that will slash and shred portfolios," said Albert Edward, SG's global strategist.


    "We see a global recession unfolding. Liquidity will drain away and crush the twin emerging market and commodity bubbles. The recent hope that 'the worst might be over' is truly staggering. Profits are disintegrating," he said.


    Today's "bear rally" may live on into June. Don't count on it. Global bourses are no longer rising hand-in-hand with oil in exuberant celebration of liquidity relief (US, UK, and Canadian rate cuts)."


    http://www.telegraph.co.uk/mon…08/05/12/ccambrose112.xml


    grüsse


    auratico

    Auch Clive Maund interpretiert den Silberchart als äusserst vielversprechend - unter der Voraussetzung, dass der Preis sich zuerst wieder über die 50-Tage-Linie aufschwingen kann.


    Darüber hinaus wäre wieder Rally-Territorium wie schon ab Herbst 2007. Für den Dollar hingegen sieht er, anders als derzeit so viele andere (inkl. z.B. Rohstoffguru Rogers),


    kein Licht am Horizont:


    http://www.gold-eagle.com/editorials_08/maund051108.html


    grüsse


    auratico

    Die Übernahme der praktisch bankrotten Countrywide, der grössten US-Hypothekenbank, durch die Bank of America, gibt weiterhin allerlei Anlass zu Spekulationen. BoA lässt nun verlautbaren, dass sie für 38,1 Milliarden Schulden von Countrywide nicht bürgen würden. Dabei hat Countrywide schon einen staatlichen Kredit von $47.7 Milliarden bei Gesamtschulden von fast 100 Milliarden vom Federal Home Loan Bank Board erhalten. Das könnte bedeuten, dass sie eine Auffanggesellschaft gründen werden, in der die faulen Countrywide-Hypotheken entsorgt werden. Diese müsste dann wohl oder übel pleite gehen, wenn sie nicht durch staatliche Bürgschaften gestützt würde. Die Dummen wären dann die Besitzer von Countrywide-Anleihen. Ob sich da schon der nächste Bail Out à la Bear Stearns anbahnt?


    Wenn die Anleihen ausfallen sollten, wäre dies ein Präzedenzfall:


    ``If bondholders get stiffed by Bank of America, it will scare the hell out of everyone,'' Whalen said. ``This is called thinking the unthinkable.''


    Bank of America May Not Guarantee Countrywide's Debt (Update3)



    By David Mildenberg





    [Blockierte Grafik: http://www.bloomberg.com/apps/…=avimage&iid=iTIOaWKr4XF0]


    [Blockierte Grafik: http://images.bloomberg.com/r06/news/enlarge_details.gif]
    May 2 (Bloomberg) -- Bank of America Corp., the second- biggest U.S. bank, said it may not guarantee $38.1 billion of Countrywide Financial Corp.'s debt after taking over the mortgage lender, increasing the likelihood of a default.


    ``There is no assurance that any such debt would be redeemed, assumed or guaranteed,'' the bank said in an April 30 regulatory filing, adding that no decision has been reached. Investors had grown more optimistic the bank would back Countrywide debt, and Standard & Poor's said this week it may raise Countrywide's rating to match Bank of America's.


    Prices on instruments that protect investors from a Countrywide default made their biggest jump since March 10. Bank of America agreed to buy the largest U.S. mortgage lender for about $4 billion amid speculation that the worst housing market since the Great Depression would bankrupt Countrywide.


    http://www.bloomberg.com/apps/…d=axJXxSqeRVzI&refer=bond


    grüsse


    auratico

    Schon bald müsste sich zeigen, ob die gegenwärtige Dollar-Rally wieder nur ein weiterer vergeblicher Versuch ist, sich im Abwertungstrend über die 90-Tage-Durchschnittslinie emporzuschwingen oder ob ein Trendbruch nach oben über deutlich 74 den Weg für eine längere Konsolidierung freigibt .Bisher kam es an dieser Durchschnittslinie stets zu einem Rücksetzer.


    Der Goldpreis jedenfalls reagiert durchaus hysterisch auf jede kleine Dollarerholung. Viel Geld wurde äusserst profitabel ab Herbst 2007 in Gold geparkt und fliesst nun offenkundig zurück in die Aktienmärkte, während die Ölprofite noch nicht realisiert wurden. Da steht nun viel auf dem Spiel. Das Bauchgefühl sagt mir, dass nur hochkarätige katastrophale Ereignisse im Finanzsektor (vor allem eine Ausweitung der non performing loans quer durch alle Kreditklassen), deutlich über das nun schon bekannte Szenario hinaus, den Goldpreis wieder kurzfristig befeuern würdern. Noch ist die kurzfristige Volatilität nach unten hin viel ausgeprägter als umgekehrt.


    grüsse


    auratico

    Ansonsten habe ich dieses Wochenende gerade meine erste Kartoffelpflanzung vorbereitet.


    Mahlzeit!


    Aber aufpassen- auch Kartoffeln können von der Silberkrankheit befallen werden. Das Silber-Ungemach droht überall, selbst auf der eigenen Scholle:


    "Silberschorf ist eine Kartoffelkrankheit, die durch den pilzlichen Erreger Helmin­thosporium solani verursacht wird. "


    http://www.europlant.biz/index…task=view&id=55&Itemid=60


    Macht wirklich wenig Sinn, sich nun ob all der gegenwärtigen Enttäuschungen bei den Explorerwerten wegen einzelner Werte zu verunglimpfen. Was ich aber selbst schon seit längerem so ähnlich sehe wie Milly - und das habe ich auch kundgetan - ist die Notwendigkeit, Explorerwerte als Handelspositionen zu betrachten und nicht einfach sture Haltepositionen. Gewinne recht rasch mitnehmen, Verluste begrenzen, alles andere ist einfach zu gefährlich. SNS war damals ein schöner Verdoppler für mich nach dem rechtzeitig erfahrenen Push, und nach drei Wochen waren sie wieder verschwunden aus dem Depot. Leider war ich bei fallenden Aktien weit weniger rigoros.


    Mit die wichtigste Erkenntnis aus dem jüngsten Explorer-Fiasko ist die Erkenntnis, in welch unglaublichem Ausmass der ganze Sektor von den Marktentscheidungen der vielen kleineren und mittleren Rohstoff- Hedgefonds abhing/abhängt. Wo zuvor erfolgreich gepusht wurde, wird nun erfolgreich geshortet. Diese Erkenntnis ist eine recht bittere Pille und wurde in der Vergangenheit nicht mit der notwendigen Klarheit gesehen.


    Und eine Kartoffelbörse gibt es - im Unterschied zu Reis, Weizen etc. - noch nicht, sonst hätten wir Teutonen endlich auch mal einen grossen Auftritt an den Terminbörsen.


    grüsse


    auratico

    Nur zur Erinnerung: Hätten Fed und EZB und BoE nicht in den letzten 9 Monaten fast ALLE ehemals heiligen Regeln der Geldschöpfung außer Kraft gesetzt, wäre der allgemeine BankRun längst hier.


    Wobei die bis kurzem als konservativ angesehene BoE nun in nahezu jeder Hinsicht den Vogel abschiesst. So soll es - zumindest wurde dies nun so festgesetzt - über 30 Jahre lang geheim bleiben, welche britischen Banken ihre notleidenden Hypothekenpapiere bei der BoE gegen Schatzanleihen austauschen. Angestellten, die dagegen verstossen, droht ein Strafverfahren. Im Vergleich dazu ist die Geldanlage in Liechtenstein geradezu eine Peep-Show mit Direktübertragung.


    Natürlich können die grössten Banken kein Geheimnis daraus machen, weil ja alle Welt weiss, dass sie die Kohle brauchen. Es scheint aber, dass die Liste so lang ist, dass man tatsächlich einen Bank Run befürchtet. Die Geheimniskrämerei wird aber wahrscheinlich nichts nützen. Bestimmt werden bald allerlei Gerüchte kursieren, wer sich wieviel von der BoE geholt hat. Und wie geht das überhaupt juristisch, wenn den Anlegern börsengehandelter Unternehmen derart wesentliche Aktionen vorenthalten werden?


    Dan Atkinson, Simon Watkins, Mail on Sunday
    27 April 2008, 8:59am


    The Bank of England has imposed a permanent news blackout on its £50bn-plus plan to ease the credit crunch.
    [Blockierte Grafik: http://img.thisismoney.co.uk/i/std/pixel.gif] Ferocious and unprecedented secrecy means taxpayers will never know the names of the banks that have been supported through the special liquidity scheme, which was unveiled by Bank Governor Mervyn King last week.


    Requests under the Freedom of Information Act are to be denied. Details will be kept secret even after 30 years - the period after which all but the most sensitive state documents are released.
    Any Bank of England employee leaking the names of institutions involved will face court action for breach of contract.


    http://www.thisismoney.co.uk/n…=440824&in_page_id=2&ct=5


    grüsse


    auratico


    Equador, Columbia, Bolivia, Venezuela, vielleicht bald Argentina, ist geopolitisch gefaehrlich geworden, einige die dort Bus fahren kommen nie mehr heim.


    Vielleicht ist es besser, überhaupt nicht mehr heim zu kommen, sondern gleich dort zu bleiben.Wer kein Geld mehr hat, um sich Minenaktien zu kaufen, kann, zumindest in Ecuador, vielleicht einfach in die Nähe eines Minenprojektes ziehen. Denn nach den Vorstellungen der Regierung sollen die Anwohner zu Aktionären gemacht werden:


    Ecuador wants community stakes in mining projects
    Sat 26 Apr 2008, 16:52 GMT


    "QUITO (Reuters) - Ecuador wants villagers living near mines to be shareholders in large projects as part of a new mining law that is key for the development of the country's nascent sector, President Rafael Correa said on Saturday."


    Und wenn vielleicht doch nicht so scharf geschossen wird, wie in den letzten Wochen angekündigt, würde z.B die Aurelian wohl wieder einen schönen Hüpfer machen nach dem letzten Kursfiasko. Ein Grossinvestor wie Jim Puplava hat da in wenigen Tagen gut 10 Millionen$ Federn lassen müssen. Und wie geht´s weiter?


    "Ecuador does not currently produce significant quantities of precious metals, but dozens of foreign firms, including Canadian-based Aurelian Resources Inc and Corriente Resources Inc, have found large gold and copper deposits.


    Some mining companies saw their stock prices rise on Friday after meeting with Correa who said his government would back projects that comply with new environmental controls and share more of their revenues with the state."


    http://africa.reuters.com/metals/news/usnN26405752.html


    grüsse


    auratico

    Mal auch ein Chart --und skeptische Einschätzung-- eines reinen Chartisten.


    Und hier noch ein kurzfristig bearischer "Techniker":


    http://www.technicalindicators.com/silvshortind.htm


    Möchte die Gelegenheit nützen, auf diese äusserst praktisch gestalteten Informationen mit vielen nützlichen Links zu verweisen - da kann man sich viel Zeit mit Sucherei ersparen:


    Gold: http://www.technicalindicators.com/gold.htm


    Silber: http://www.technicalindicators.com/silver.htm


    Bei Silber gibt es unter den Spekulanten, den grossen wie den kleinen, immer noch einen mächtigen Überhang auf der Long-Seite:


    "The total long speculators (both large and small) outnumber the shorts 49% long to 10% short (as of April 22)."


    http://www.technicalindicators.com/silvcotreport.htm


    grüsse


    auratico

    Clive Maund, das Orakel aus Kaufbeuren, glaubt, dass der US-Aktienmarkt vor einer saftigen Ralley steht. Den strategischen Hintergrund seiner Überlegungen bildet die Überzeugung, dass die USA trotz der weitverbreiteten populären Ansicht, dass das Irak-Abenteuer gescheitert sei, absehbar ihr einzig entscheidendes Ziel erreichen werden, sich durch diese gigantischen militärischen Piratenakte die Ölvorräte des Mittleren Ostens zu sichern, koste es was es wolle. Einen Grossabverkauf des US-Dollar durch China wird es damit nicht geben, glaubt er, da trotz der für den Rest der Welt erpresserisch schuldenbasierten US-Ökonomie das Ziel der Hegemonie über die grössten Ölvorräte der Welt (auf längere Sicht wohl auch Iran) erreicht werden wird. Damit würden sich die Auslandsschulden der USA und der Druck auf den Dollar im kommenden Jahrzehnt drastisch verringern. Die andauernde Inflation werde bis dahin sowohl die Aktienmärkte, in die auch die FED-Kredite fliessen werden, antreiben als auch für weiterhin hohe Rohstoffnotierungen sorgen. Eine Reflations-Hausse eben...


    Auch eine Ansicht:


    "The United States is desperately sick economically, with an economy lamed by gargantuan debt, outsourcing and rampant speculation, and yet somehow it manages to spend more on its military machine than every other country in the world combined. This is only possible because the dollar has been, up until now, the world currency, and because the US is living on the rest of the world's savings. The supreme irony is that the rest of the world is financing the US takeover of the Mid-East, and in a few years countries which have had, and have right now, the power to stop the US in its tracks by dumping dollars and Treasuries, but can't face the dire consequences of doing so, will have to kow-tow to the US for oil. Once that time arrives they won't dare dump US paper and face the retribution of having their oil supply cut off and their economies shut down. At present the US is only militarily the greatest power on earth, but in a few years it looks set to assume comprehensive hegemony of the planet, as the massive oil revenues from the spoils of the Mid-East campaigns flow in and correct the careening deficits. ...


    The huge global increases in money supply are of course highly inflationary and should continue to fuel a robust bull market in commodities, including gold and silver, even if they get put on the back burner and continue to correct for a while as the focus shifts to the broad stockmarket. Right now the US stock markets are poised to break out above the crucial 1400 resistance level on the S&P500 index, an event that could easily trigger a 400 - 500 point up day on the Dow Jones Industrials."


    http://www.safehaven.com/article-10087.htm


    grüsse


    auratico

    Hier mal für alle, die sich, gebranntes Minenkind oder nicht, angesichts der derzeit extrem gedrückten Kurse wieder mit Gedanken an einen Einstieg in Explorer/Juniorerwerte tragen -- einige gute zusammenfassende Gedanken von Kenneth Garbino.


    Er rät z.B. strikt davon ab, sich bei Werten zu engagieren, bei denen Kapitalmassnahmen mit der Ausgabe von Warrants einhergehen. Dies kann ich aus eigener Erfahrung nur dick unterstreichen. Diese in den letzten paar Jahren pestilenzähnlich ausgeweitete Unsitte ist zu einem erheblichen Teil mitverantwortlich für den grotesken Kursverfall vor allem der kanadischen Werte. Die Insider verkaufen dabei gleich nach Freiwerden so gut wie alle Aktien und behalten völlig risikofrei die Warrants. Damit haben sie die Aktienstruktur vieler Explorer so heillos zerstört bzw. anfällig gemacht, sodass sie in einer Phase des Rückschlags - wie zuletzt - einfach in den ungebremsten Sinkflug übergehen und auf Niveaus zurückfallen, von denen man sich mitunter kaum mehr erholen kann:


    The Juniors


    The Junior shares have been in the doldrums for two years and here are the reasons:



    • In the last three years there have been probably 3,000 new mining companies formed. Even with average $10 million market caps, this represents a $30 billion dilution to the junior market and a potential windfall to the promoters and insiders that are mostly dealing with moose pasture and geological dreams. Most gold bugs are suckers for a great gold story. So they sell 1,000 shares of a decent junior and buy a 1,000 shares of the moose pasture stock and when enough people do this the decent stock goes down and eventually the moose pasture stock collapses.
      a
    • The Canadian mining industry was built on prospectors going out into the wilds with a mule and supplies for a season or so to explore and look for mineral traces on surface. This was high risk and speculators and investors for their grubstake were given a big piece of the action if anything ever developed. This tradition now continues but on a grander scale with the investment banks demanding cheap stock and warrants from the company for their own account and customers. The warrant kicker is now so prevalent in Canada that it has ruined the share structure of many small companies. Insiders sell the newly issued stock as soon as allowable and keep the warrant at no cost. If the deal works they have a free ride. But their selling kills most stocks.
      a
    • Drilling rig shortages, assay backlogs and permitting etc. now can add 1-2 more years for a successful discovery to become a buy out or a mine. Time is money and these delays dilute the present value of the company.
      a
    • Most management teams of small mining companies usually take very modest salaries. But they can own 2-3 million shares of stock at basically zero cost. They can't send their kids to college unless they sell some shares. They also can't wait 5-8 years for the mine they hope they will discover or for the ore body they actually have discovered to become a mine. When you are buying stock after a great press release the seller is most likely an insider.
      a
    • After the last two years and lower junior stock prices people give up and start looking for larger companies. They then add selling to the market.
      Unfortunately all these factors have really hurt the junior sector so if you are not an expert you should be careful. Thinking of holding on to a loser means you will most likely have your capital die a slow death.


      Unless you own a junior mining company that is loaded to the gills with gold and silver reserves and resources you are in trouble. The ore body better be an economic ore body that actually without a doubt (almost) can become a profitable mine. The stock should be so undervalued that even the insiders are buying.


      http://www.321gold.com/editorials/gerbino/gerbino042508.html


      grüsse


      auratico

    Dollar - Gold - Euro
    darin liegt des Rätsels Lösung.


    Gruß
    Eulenspiegel


    Das ist vollkommen klar und tritt zur Zeit mit jedem Tag noch deutlicher hervor. Heute hat der € gegen den Dollar mit einem Schwung so viel verloren wie seit 2004 nicht mehr. Begründet wird das in den offiziellen Mitteilungen mit einem eingetrübten Geschäftsklima in der Eurozone. Das Gold wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur noch als Pufferwährung zwischen Dollar und € angesehen. Der Zeitpunkt für einen Angriff auf den Goldpreis sieht leider kurfristig günstig aus, auch wenn erfahrene Leute wie z.B. Jim Sinclair glauben, dass bis Anfang Mai die gegenwärtige Drückungsphase vorbei sein sollte. Ich bin mir da weniger sicher.


    Denn wenn es gelingen sollte, die USA als den mit Riesenabstand grössten Exporteur von Reis, Weizen etc. angesichts der galoppierenden Lebensmittelinflation nun in einem "neuen Licht" zu positionieren, nämlich als langfristigen Profiteur eines noch recht jungfräulichen Booms der Grundnahrungsmittel, könnte sich der Dollar wider Erwarten deutlich erholen. Ein Anstieg zurück auf 75 beim US$-Index würde den Goldpreis extrem beschädigen. Möglich wäre dies aber nur, wenn es gelingen sollte, die faulen Hypothekenkredite so beschwichtigend bei FED, Fannie Mae und Freddie Mac etc. unterzustellen, dass der Eindruck entsteht, das Schlimmste sei überstanden - was doch eigentlich unwahrscheinlich erscheint. Aber es kommt hier wirklich nur auf den Schein an, denn es handelt sich bei dem Geschehen auf den Finanzmärkten sehr wohl um eine hochtheatralische Erscheinung, das sollte man nicht ausser Acht lassen. Hinzukommt nun auch noch das Gerücht, dass es in der kommenden Woche vorerst keine weitere Senkung des US-Leitzinses mehr geben wird, ja es wird sogar von einer möglichen Mini-Anhebung gemunkelt. Jetzt wird man sehen müssen, ab wo grössere Adressen (Staatsfonds?), die am Aufbau physischer Goldbestände interessiert sind, bereit sind, wieder einzusteigen. Ist durchaus wieder eine Situation, die man als Nagelprobe für die Edelmetalle ansehen kann. In den vergangenen Wochen/Monaten waren Öl und Agrarrohstoffe der allerbeste Inflationsschutz, und eine Düngeraktie wie jene von Potash Saskatchewan wäre dies bereits seit 5 Jahren. Tja..


    Sehr interessant und wichtig auch wäre es zu wissen, was die Banken mit den in der jüngsten Vergangenheit erhaltenen Milliarden der FED inzwischen angefangen haben. Da der gewünschte Effekt, damit den Interbankenmarkt wieder zu beleben, nicht eingetreten ist, steht sehr zu vermuten, dass man einen nicht unerheblichen Teil dieser Kredite nun zur bisher sehr erfolgreichen Spekulation auf den Agrarmärkten verwendet hat.


    grüsse


    auratico

    - 3M-Euribor bei 4,78


    - EZB open market operations 485 Milliarden EURO (immerhin wieder unter 500, aber dem Euribor hilft es im Moment nicht)


    Soeben einen Artikel in der FTD gelesen, demzufolge das Vertrauen in die heilige Zinskuh Libor inzwischen auf breiter Front in Frage gestellt wird. Besonders stark seien dabei die Dollar-Ausleihungen betroffen, d.h. dass hier die real verlangten Zinssätze wohl schon um 0,3% Prozentpunkte höher liegen als der offizielle Libor, der nur im Rahmen einer Umfrage bei Banken ermittelt wird. Der Wahrheitsgehalt von deren Aussagen ist ja nicht zu überprüfen, da sie nicht nachweisen müssen, dass sie tatsächlich zu dem verlautbarten Zinssatz, aus dem dann der Libor gestrickt wird, verleihen.


    Interessant nun, dass sich die Autorin des Artikels aber nicht die Mühe macht, die gewaltigen Konsequenzen durchzudenken, die dieser Umstand für den globalen Derivatenberg haben würde, wenn sich diese Ansicht, dass der Libor die wahren Kreditverhältnisse nicht mehr getreulich abbildet, durchsetzen sollte. Denn: die kurzfristigen Zinsswaps sind ja fast alle gegen den 3-Monatsfuture auf Eurodollar-Basis abgesichert und der basiert nunmal auf dem Libor. Damit lässt sich dann erst recht kein Marktpreis für ein Zinsderivat mehr ermitteln, wenn der offizielle Index seine Glaubwürdigkeit erst einmal verloren hat.


    http://www.ftd.de/boersen_maer…Geldmarktsatz/344771.html


    grüsse


    auratico


    Ich bin sowieso für verstaatlichte Banken. Das rettet zwar nicht vor den Verlusten, weil sich im Zweifel alle dämlich anstellen, - aber es rettet vor dem Vorenthalten der zwischenzeitlich eingefahrenen Gewinne! 8)
    "Lösen" wird es aber das Grundproblem nie: Menschen sind eben gierig und sie haben Angst. Wenn sie dann noch die Maßstäbe dabei verlieren, nehmen die Schwankungen eben monstermässige Züge an. ...


    Hallo gutso,


    Es gibt keinen triftigen Grund, weshalb eine öffentlich-rechtliche Bank in Landesbesitz sich in die von dir als elementar beschriebenen menschlichen Leidenschaften von Gier und Angst verstricken lassen sollte. Ganz im Gegenteil hat sie die Aufgabe, sich aus eben diesen Sphären herauszuhalten. Sie hat nicht den Wählerauftrag, kurzfristig 30% Gewinn p.a. zu erwirtschaften, was, wie jeder halbwegs mit der Materie Vertraute weiss, nie und nimmer aus "normalen" Bankgeschäften und seriöser Kreditvergabe möglich ist. Die Sache ist umso trauriger, als gerade der staatsnahe Teil des deutschen Bankenwesens aus einer solchen gobalen Kreditkrise gestärkt hätte hervorgehen können, wenn man beim eigentlichen Geschäftsfeld geblieben wäre. Warum eigentlich haben diese Banken nie erklärt, in welche Geschäfte sie verwickelt sind, obwohl es sich um öffentlich-rechtliche Gebilde handelt?


    Die Sachlage ist nicht viel anders, als wenn dein Schrebergartenverein die jährliche Pachtsumme 10fach gehebelt in Kreditausfallswaps investieren würde und euere Buden dabei als Pfand zu dienen hätten und darüberhinaus deine so gehätschelten Rosen auch noch für die nächsten 100 Jahre gleich mit in die Konkurmasse kämen. So musst du das deinen Schrebergartenkumpels erklären - das wäre Volksaufklärung als Graswurzelaufgabe! Ich selbst könnte mir ein solch teures Hobby indes gar nicht leisten, nachdem ich heute einen Prospekt in die Hände bekommen habe, worin englische Rosenzüchterhandschuhe für 120 € abgebildet waren. Die wahren Rosen sind die wilden, die ganz wilden, die sich nur ausserhalb des Schrebergartens entfalten können.


    grüsse


    auratico