Beiträge von auratico

    Zitat

    Original von weissgarnix


    Ein Conduit ist deutlich vorteilhafter, weil in der Regel weder Risiko noch Eigenkapitalbelastung bei der Bank verbleiben.
    .


    Was ja wieder nicht ganz stimmt, denn sonst müssten etliche dieser SIV´s ja nun nicht zurück in die Bilanzen genommen werden. Die Betreiber dieser Vehikel sind ja durchaus verpflichtet, sie bei Non-Performance unter bestimmten Bedingungen, die z.B. zeitlicher Natur sind oder eben auch bei stockender Refinanzierung (daran haben sie wohl nicht einmal im Traum gedacht), zurückzunehmen.


    Interessant dein solidarisch europäischer Optimismus angesichts der abertausenden auf Halde gebauten iberischen Immobilien. Ich bleibe dabei, dass hier verhindert wird, dass sich fiktive Nominalwerte mit realen Marktpreisen messen müssen. Dies ist überhaupt die Krux des ganzen Derivate-Schlamassels, davor zittern sie doch alle, dass all diese in den vergangenen zwei Jahrzehnten angehäuften Pseudo-Vehikel einmal die Hosen herunterlassen müssen. Es ist eben die alte Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern.


    So, und das ist also die allerneueste Baustelle auf dem US-Kreditmarkt, die sogenannten "auction-rate securities". Hier werden im Wochenrhythmus z.B. Studentenkredite versteigert. Dumm nur, dass die auch niemand mehr haben will:


    In the past few days, problems have mounted for many borrowers as an obscure -- but important -- corner of the credit market called auction-rate securities has gone into a deep freeze.


    Borrowers ranging from student-loan authorities to municipalities to big bond funds depend on this market to raise money for making loans and funding projects. They do so by selling securities whose interest rates are reset every week as they change hands in auctions arranged by Wall Street firms like Goldman Sachs Group Inc., Citigroup Inc. and J.P. Morgan Chase & Co.


    Moody's Investors Service estimates the size of this market at $325 billion to $360 billion.


    In recent days, the money managers and other investors who typically buy auction-rate securities have been balking,


    Meantime, many investors who hold the securities would like to sell them but can't. Of roughly $20 billion in such securities auctioned yesterday, half -- or about $10 billion -- failed to generate enough demand from money managers to sell, according to one trading executive at a top dealer. That pushed up borrowing costs for the issuers to levels ranging from 4.6% to 18%, as their interest rates reset to "penalty" rates that kick in when an auction fails.


    http://online.wsj.com/article/…tml?mod=hps_us_whats_news


    grüsse


    auratico

    ...


    Was gibt es denn Besseres, als gar nicht erst einen Conduit auf den Cayman-Inseln aufmachen zu müssen und sich stattdessen gleich direkt bei der EZB mit einer Art Zweckgesellschaft einzunisten?
    Man tut zuerst so, als nehme man die Risiken auf die eigene Kappe, doch wenn es brennt, rennt man gleich zur Euromutti, weil einem die eigene Nationalbank wohl zu Recht ohnehin nicht traut, weil die ihre Immobilienpappenheimer und Instant-Millionäre nur allzugut kennt.


    Die Bilanzsummen der spanischen Banken à la Santander sind riesig, welche europäischen Banken wenn nicht diese müssten eigentlich mit solchen Problemen umgehen können? Die hiesigen halbstaatlichen Idiotenbanken wie IKB und die Landesbanken ganz offenkundig nicht.
    Und die cleveren Spanier spannen lieber gleich von vornherein wieder die Nabelschnur zur Übermutter: Wir sind doch noch junge Eurokinder, wenn´s brennt, bekommen wir zuerst wieder das Fläschchen aus der Europulle...


    grüsse


    auratico

    Zitat

    Original von Joschka
    . Vielleicht steckt da auch ein bisschen Eigennutz dahinter, aber die Strategie ist meiner Meinung nach eindeutig.


    Konkursverschleppung = Zeitgewinn


    Eine verwandte Art der "Konkursverschleppung" findet innerhalb der EU statt, wo sich die spanischen Banken inzwischen ungeniert direkt der EZB bedienen und gar nicht mehr erst versuchen, ihre überkanditelten Immobilien-Produkte auf dem Markt zu platzieren. Die EZB nimmt ohnehin scheinbar alles in Zahlung, was ihr da im Wochenrhythmus aus Spanien angedient wird.
    Damit wird auch der Wert dieser Hypotheken völlig fiktiv, weil sie nicht auf den Markt müssen bzw. dieser harte Schnitt einfach auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wird.


    Guter Vergleich: Die Kreditmärkte als Drogenabhängige. Doch während in USA nun etliche Rehab-Patienten sich auf einen kalten Entzug mit "Cold Turkey"-Symptomen einstellen müssen, wählt man in Europa die sedierende Alternative mit Methadon:


    While markets for securitised debt remain closed, it is difficult to put a price on European mortgage-backed securities and banks in the region can be much slower to mark down the value of holdings of such bonds. By accepting them in exchange for cash, the ECB may be delaying the repricing of risk that analysts believe is necessary for the orderly resumption markets in such debt.


    "The credit markets have been on heroine and while the US solution is put them through cold turkey, the Europeans want to put them on methadone," said one London-based economist.


    http://immobilienblasen.blogspot.com/


    grüsse


    auratico

    Zitat

    Original von Tengu
    Das war doch meines Wissens gerade der größte Sargnagel der jetzigen Krise: dass massenhaft "innovative Finanzprodukte" geschaffen wurden, durch die keiner mehr durchblickte und deren Risiko folglich auch niemand mehr überschauen konnte..


    Na ja, nun aber richtet sich die Aufmerksamkeit nicht nur auf die inzwischen leidlich bekannten CDOs, ABS, Credit Default Swaps etc., sondern auch auf die scheinbar deutlich sichereren kommunalen Anleihen, "Municipal Bonds". Das sind jene Finanzvehikel, die Buffet nun mit seiner neuen Firma versichern will.


    Doch wie es scheint, tun sich auch da einige Abgründe auf. Jedenfalls sind die letzten Versuche, derartige Anleihen auf dem Markt per Auktion zu platzieren, regelrecht gescheitert.
    Dies nun bedeutet nichts Gutes für die betroffenen Gemeinden, die sich dann eventuell auf andere, wesentlich kostspieligere Weise refinanzieren müssten. Man muss auch noch bedenken, dass die bei Weitem grösste Steuereinnahmequelle der US-Gemeinden die Grundsteuern sind, die sich nach dem Wert der Häuser richtet.
    Fallende Steuereinnahmen + höhere Finanzierungskosten bringen die Gemeinden im Grunde in eine ähnliche Situation wie die in die Ecke gedrängten Häuslebauer mit ihren notleidenden Hypotheken.


    Niemand will die Kommunalanleihen mehr haben, da sie auch noch schlecht rentieren. Buffet will ja nur das Versicherungsgeschäft dabei übernehmen.


    "Munis are headed for their worst year since 1999: Munis returned 3.02% this year, compared with 3.85% for corporate securities and 8.42% for government debt
    Falling property values may slash tax revenue for states and cities by more than $6.6 billion in 2008. "


    http://www.rgemonitor.com/66?cluster_id=8772


    grüsse


    auratico

    Wer geglaubt hat, so langsam zu verstehen, was sich hinter den in die Krise geratenen Buchstabensuppen der Kreditderivate verbirgt, wird nahezu jeden Tag eines Besseren belehrt. Immer wieder tauchen neue Schrottvehikel auf. Oder hat schon jemand einmal von "Tender Option Bonds" und "Variable Rate Demand Obligations" gehört? Nicht? Dann aber vielleicht mindestens von "Auction-Rate-Securities"?
    Meine Güte, welch ein Ramschladen!


    Und was sind die nächsten Interventionsmöglichkeiten der Zentralbanken?
    Muss leider sofort weg, deshalb vorerst keine Übersetzung, ist aber eine interessante Zusammenstellung von RGE-Monitor:


    BNP: Spread decomposition shows that whereas unsecured LIBOR versus secured OIS rate was mainly driven by liquidity premium in 2007, it is now clearly driven by credit premium in line with signals from corporate credit markets. Renewed deterioration in interbank markets possible.


    Cecchetti: Fed's New Term Auction Facility (TAF) is very similar to ECB's regular auctions, incl. broader collateral range, up to 90-day maturities


    RGE: both central banks are effectively funding banks required reserves against collateral that can't be sold in markets, e.g. Spanish RMBS, highly rated structured securities.


    Lahart: Unconventional options to soothe interbank liq. squeeze:
    -lower target rate for overnight loans;
    -lower discount window rate-->Dec 5: Fed considers lowering discount rate 25bp below benchmark rate (Blbg);
    -temporarily relax banks' capital ratio requirements;
    -"auction" off credit at the discount window


    NY Fed: during Y2K liquidity shortage NY Fed auctioned Y2K options to primary dealers giving them right to borrow from Fed at predetermined interest rate -->aggressive demand dropped liq.premium


    Fed Board: Direct Fed lending to individuals, partnerships, and corporations (IPC) much more stringent: only in 1)"unusual and exigent circumstances"; and 2)if IPC is not able to secure adequate credit accommodations from other banking institutions -->activation requires vote of min. 5 fed board members


    Quelle:
    http://www.rgemonitor.com/175?cluster_id=8113


    grüsse


    auratico

    Zitat

    Original von PMChris


    Richtig in Schieflage sind die Bondversicherer gekommen, als sie auch andere Papiere (CDO, Buchstabensuppe) versichert haben. Da liegen die richtigen Risiken und Buffet macht dort einen riesen Bogen drum.
    Das an der Wallstreet deshalb alle hurrah Schreien ist ein guter Maßstab für deren Durchblick.


    Dennoch fast unglaublich, wie die Aktienmärkte auf Buffets Ankündigung, die ja schon länger im Raum steht, heute reagiert haben, vor allem der Dax ist nur von diesem einen Ereignis getrieben. Haben denn die deutschen Finanzinstitute so viel mit biederen US-Kommunalanleihen zu tun, oder stecken sie nicht vielmehr tief im Sumpf des toxischen ungelösten Subprime-Fiaskos?


    Könnte es nicht sein, dass, nachdem sich Buffett nun mit den Kommunalanleihen die allersichersten Teile ausgesucht hat, es gelingen wird, diese Rettungsaktion durch einen Fastheiligen des Finanzsystems zum Auftakt für weitere Beschwichtigungsversuche heranzuziehen?
    Oder wird die ganze Rettungseuphorie nicht eher sofort wieder verpuffen, wenn sich heraustellt, dass sich niemand bereit finden wird, die ungleich gefährlicheren Teile in den Portfolios der Kreditversicherer herauszukaufen?
    Ein Aufkauf der Kommunalanleiheversicherungen durch Buffet kommt einem automatischen AAA-Rating gleich, doch das gilt in keiner Weise für den anderen verbliebenen Schrott.


    grüsse


    auratico


    Staaten sollten Gold prägen statt Papier bedrucken - das ist damit gemeint.
    Wer zuerst wieder die Münze anwirft statt die Druckerpressen, wird auf der Siegerstrasse aus diesem Dilemma herauskommen.


    grüsse


    auratico

    Zitat

    Original von Schablonski

    @ Auratico
    mit dieser Ausführung komme ich nicht zurecht ?( kannst du das mal erklären?


    Nun, Schablonski, gemeint ist einfach, dass dieser Sichtweise entsprechend der Goldpreisanstieg seit 2001 von den weitsichtigen Anlegern als klassische Absicherung gegen steigende Geldmengen als auch als monetäres Begleitinvestment zu steigenden Rohstoffpreisen angesehen wurde.


    Wenn die wild ratternde Kreditmaschine der vergangenen Jahre (und vielleicht auch die steigenden Ölpreise) rezessionistisch angehalten wird, fällt in dieser Sichtweise die Anziehungskraft von Gold deutlich unter die zuletzt erzielten Hochstände zurück. Man zieht sich dann in eigentlich wenig attraktive Treasuries zurück, was den Dollar vor einem weiteren Verfall erstmal schützt, ganz ähnlich ,wie du es mit deiner Zipfelmütze machst.


    An grosse Vermögenszuwächse denkt in einer solchen Krisensituation dann niemand ernsthaft.
    Ist eben auch eine durchaus ernsthafte Argumentation. Entscheidend ist, ob sich der Focus auf die Geldmengenausweitung der Zentralbanken oder auf die gleichzeitige Kontraktion durch Riesenpleiten richten wird.


    grüsse


    auratico

    Zitat

    Original von Eldorado


    IMO die 12 Punkte treffen irgendwie ein aber das die EM's dabei fallen habe ich ein Problem.
    :D


    Ich hab´s zu Infozwecken einmal hier eingestellt, weil hier ja die meisten Inflationisten sind.
    Seiner Sichtweise entsprechend wäre der vorangegangene Goldpreisanstieg ein Hedge-Effekt gegen die Inflation gewesen. Eine massive Rezession würde diese Eigenschaft wieder überflüssig machen. Die Frage bleibt, welche Auswirkungen die exorbitanten deflationären Abschreibungen haben?


    Es bleibt eben interessant, zu welch unterschiedlichen Auffassungen selbst jene Leute kommen, die abseits des Finanz-Mainstreams darin übereinstimmen, dass wir es mit einer massiven Krise von gewaltigem Ausmass zu tun haben.


    grüsse


    auratico

    Zitat


    Original von Eldorado
    Deflation oder Inflation, momentan kann man nicht sagen was kommt sagte Paul, er meint wir haben nun erstmal eine Stagflation.
    Die USA ist schon in einer Rezession und da bleibt sie auch.


    Gegen die von etlichen "Kommentatoren" (uhh, es gibt inzwischen sooo viele davon) prophezeite Stagflation, in der sich Gold wohl gut halten würde, führt der ultrapessimistische Nouriel Roubini seine "Stagdeflation" ins Feld. Im Grunde ist damit eine wüste Rezession gemeint, die mit stark sinkenden Vermögenswerten quer durch die Bank und sinkenden Preisen einhergeht. Die jetzt noch ins System gepumpten Geldmengen würden dann von der rezessionistischen Übermacht einfach aufgesogen werden, also z.B auch eine weitere US-Zinssenkung, die ja im Moment wahrscheinlich ist.
    Ich skizziere hier einmal zu Archivzwecken stark verkürzt seine 12 Phasen der Monster-Rezession, die er für ziemlich wahrscheinlich hält, inklusive fallender Metall-und Edelmetallnotierungen.
    Letztes Jahr in Davos haben sie ihn noch geschnitten, dieses Jahr hingegen genoss er sichtlich die ungleich höhere Aufmerksamkeit.


    Here are the twelve steps or stages of a scenario of systemic financial meltdown associated with this severe economic recession…



    1) 20%-30% Verfall der US-Hauspreise radieren ca. $ 5 Billionen- Vermögen der Haushalte hinweg, 2,2 Millionen Zwangsvollstreckungen, ca. 10 Millionen Haushalte stünden mit negativen Vermögenswerten da.
    Neben den bereits in Konkurs gegangenen kleineren Häuserfirmen müssten dann etliche der grossen Builder in den Orkus, deren Aktien zuletzt sogar noch eine kleine Rally hingelegt hatten wg. Hoffnung auf Bail Out (analog zu den Monolines)


    2) Die Verluste der Subprime-Hypotheken schwappen auf die vermeintlich besseren near prime and prime-Hypotheken über, die in den letzten Jahren nach den ebenso verantwortungslosen Standards vergeben wurden. Die Verluste aus den strukturierten Vehikeln ausserhalb der Bankbilanzen gehen nun in die Bilanzen ein. Die Banken werden so gut wie keine Hypotheken mehr verbriefen können. Durch den weltweiten Verkauf der verbrieften Anleihen hat sich das systemische Risiko nicht, wie eigentlich behauptet, verringert, sondern im Gegenteil ausgeweitet.


    3. Die Rezession wird zu einer heftigen Zunahme der Insolvenzen anderer Schuldenformen führen: Kreditkarten, Autokredite, Studentenkredite.
    Diese Bewegung verläuft von den grossen Banken immer mehr hin auch zu kleineren Instituten.


    4.) Die Verluste der Bondversicherer sind in jedem Fall höher als die jetzt in Aussicht gestellten Rettungssummen. Jedes Geschäftsmodell, das auf ein AAA-Rating von ausserhalb angewiesen ist, um überhaupt funktionieren zu können, sollte besser erst gar nicht existieren. Die Monolines sollten nun einfach heruntergeratet werden, da sie ohnehin nicht zu retten sind. Dies wird zu weiteren Abschreibungen in den ABS-Portfolios der angeschlagenen Banken und Finanzdienstleister/Geldfonds führen und parallel dazu die Aktienmärkte weiter erschüttern.

    5) Der Markt für Gewerbeimmobilien und deren Hypothekenderivate folgt dem Weg der Subprimes. Keine weiteren Shopping Malls, Büroflächen für Finanzdienstleister etc. mehr nötig.


    6) Die Wahrscheinlichkeit, dass nun eine oder mehrere Grossbanken mit hohem Hypotheken-Engagement pleite gehen, steigt deutlich an. Sie gehen dann den Weg der über 200 bereits insolventen kleineren Lenders. Paniken à la Northern Rock könnten die Folge sein. Die FED hat immer weniger Möglichkeiten, solche Institutionen zu retten. Man bedenke, dass z.B. Countrywide bereits 55 Milliarden aus den Kassen der Federal House Loan Banks erhalten hat. (Nicht direkt von der FED, wie viele irrtümlich glauben - Anm. v. mir). Diese Kassen zur Sozialisierung von Verlusten auf Kosten der Steuerzahler sind bald leer.


    7) Die Verluste aus dem hochgehebelten ,kreditfinanzierten Übernahmeboom der letzten Jahre werden schmerzlich sein, da die diesbezüglichen Kreditportfolios nicht mehr verbrieft werden können.


    8/9Wenn eine Rezession sich einmal voll entfaltet, steigen die Unternehmenspleiten querbeet an. Eine typische Rezession geht mit einer Pleitequote von 10% einher. (2006/2007 noch bei 0,6%).
    Zwar haben etliche grosse Unternhemen mehr Cash-Reserven als früher, doch die abertausenden Unternehmen mit Junk Bond-Anleihen werden sich nicht mehr weiter finanzieren können, weil die Risikoaufschläge dramatisch in die Höhe gehen. Die Kreditversicherungsausfälle werden systemisch werden, weil am anderen Ende der Versicherungskontrakte keine solvente Stelle mehr sitzt. Zudem haben etliche dieser Institutionen mit ständigem "Rollover-Bedarf" (kurzfristige Refinanzierung für langlaufende Anleihen) keinen direkten Zugang zu Zentralbankkrediten (anders im Moment z.B. in Spanien, wo die Hypotheken noch gnadenlos von der EZB monetisiert werden- Anm. v.m.).


    10) Die globalen Aktienmärkte werden stark fallen, da nun eine heftige US-Rezession eingepreist wird und man den diversen Rettungsplänen kaum mehr Vertrauen entgegenbringt.
    Einige Hedge Fonds werden hopps gehen. Eine Unzahl von Nachschusspflichten werden aktiviert werden, während das Engagement auf der Short-Seite zunimmt. Dieses erzwungene Glattstellen und Leerverkaufen wird die Abwärtsspirale beschleunigen.


    11) Die Liquidität wird in etlichen Teilen des Marktes austrocknen, ganz besonders bei den sonst liquiden Derivatmärkten. Es wird zu einer neuen Runde von Problemen im Interbankenmarkt kommen, bei der sich alle Risikospreads ausweiten. Die zeitweilige Erholung der Liquiditätsprobleme bei den Banken durch die Injektionen der Zentralbanken wird wieder verschwinden.


    12) Die Situation wird sich in einem gegenseitig sich beschleunigenden Teufelskreis verstärken: Verluste, Kapitalreduktion- und kontraktion, erzwungene Abverkäufe durch Margin Calls bis deutlich unter die Fundamentalwerte, weitere Abschläge als Illiquiditäts-Discounts etc.
    Der unmittelbar jetzt aktuelle Anlass für eine erste Rezessionsrunde werden die massiven Probleme der Monolines und die fallenden Börsenkurse mit der damit verbundenen Nachschusspflicht sein.
    So führen z.B. 200 Milliarden Vermögensverlust zu einer Kreditverknappung von 2 Billionen.


    Quelle: http://www.rgemonitor.com/blog/roubini/242290/ (man muss registriert sein)


    Und was geschieht mit dem Gold wirklich in einer solchen Situation?
    Any thoughts?


    grüsse


    auratico[/quote]

    Original von Eldorado
    Deflation oder Inflation, momentan kann man nicht sagen was kommt sagte Paul, er meint wir haben nun erstmal eine Stagflation.
    Die USA ist schon in einer Rezession und da bleibt sie auch.


    Gegen die von etlichen "Kommentatoren" (uhh, es gibt inzwischen sooo viele davon) prophezeite Stagflation, in der sich Gold wohl gut halten würde, fährt der ultrapessimistische Nouriel Roubini seine "Stagdeflation" ins Feld. Im Grunde ist damit eine wüste Rezession gemeint, die mit stark sinkenden Vermögenswerten quer durch die Bank und sinkenden Preisen einhergeht. Die jetzt noch ins System gepumpten Geldmengen würden dann von der rezessionistischen Übermacht einfach aufgesogen werden, also z.B auch eine weitere US-Zinssenkung, die ja im Moment wahrscheinlich ist.
    Ich skizziere hier einmal zu Archivzwecken stark verkürzt seine 12 Phasen der Monster-Rezession, die er für ziemlich wahrscheinlich hält, inklusive fallender Metall-und Edelmetallnotierungen.
    Letztes Jahr in Davos haben sie ihn noch geschnitten, dieses Jahr hingegen genoss er sichtlich die ungleich höhere Aufmerksamkeit.


    Here are the twelve steps or stages of a scenario of systemic financial meltdown associated with this severe economic recession…



    1) 20%-30% Verfall der US-Hauspreise radieren ca. $ 5 Billionen- Vermögen der Haushalte hinweg, 2,2 Millionen Zwangsvollstreckungen, ca. 10 Millionen Haushalte stünden mit negativen Vermögenswerten da.
    Neben den bereits in Konkurs gegangenen kleineren Häuserfirmen müssten dann etliche der grossen Builder in den Orkus, deren Aktien zuletzt soagr noch eine kleine Rally hingelegt hatten wg. Hoffnung auf Bail Out (analog zu den Monoliners)


    2) Die Verluste der Subprime-Hypotheken schwappen auf die vermeintlich besseren near prime and prime-Hypotheken über, die in den letzten Jahren nach den ebenso verantwortungslosen Standards vergeben wurden. Die Verluste aus den strukturierten Vehikeln ausserhalb der Bankbilanzen gehen nun in die Bilanzen ein. Die Banken werden so gut wie keine Hypotheken mehr verbriefen können. Durch den weltweiten Verkauf der verbrieften Anleihen hat sich das systemische Risiko nicht, wie eigentlich behauptet, verringert, sondern im Gegenteil ausgeweitet.


    3. Die Rezession wird zu einer heftigen Zunahme der Insolvenzen anderer Schuldenformen führen: Kreditkarten, Autokredite, Studentenkredite.
    Diese Bewegung verläuft von den grossen Banken immer mehr hin auch zu kleineren Instituten.


    4.) Die Verluste der Bondversicherer sind in jedem Fall höher als die jetzt in Ausssicht gestellten Rettungssummen. Jedes Geschäftsmodell, das auf ein AAA-Rating von ausserhalb angewiesen ist, um überhaupt funktionieren zu können, sollte besser erst gar nicht existieren. Die Monolines sollten nun einfach heruntergeratet werden, da sie ohnehin nicht zu retten sind. Dies wird zu weiteren Abschreibungen in den ABS-Portfolios der angeschlagenen Banken und Finanzdienstleister/Geldfonds führen und parallel dazu die Aktienmärkte weiter erschüttern.

    5) Der Markt für Gewerbeimmobilien und deren Hypothekenderivate folgt dem Weg der Subprimes. Keine weiteren Shopping Malls, Büroflächen für Finanzdienstleister etc. mehr nötig.


    6) Die Wahrscheinlichkeit, dass nun eine oder mehrere Grossbanken mit hohem Hypotheken-Engagement pleite gehen, steigt deutlich an. Sie gehen dann den Weg der über 200 bereits insolventen kleineren Lenders. Paniken à la Northern Rock könnten die Folge sein. Die FED hat immer weniger Möglichkeiten, solche Institutionen zu retten. Man bedenke, dass z.B. Countrywide bereits 55 Milliarden aus den Kassen der Federal House Loan Banks erhalten hat. (Nicht direkt von der FED, wie viele irrtümlich glauben - Anm. v. mir). Diese Kassen zur Sozialisierung von Verlusten auf Kosten der Steuerzahler sind bald leer.


    7) Die Verluste aus dem hochgehebelten ,kreditfinanzierten Übernahmeboom der letzten Jahre werden schmerzlich sein, da die diesbezüglichen Kreditportfolios nicht mehr verbrieft werden können.


    8/9Wenn eine Rezession sich einmal voll entfaltet, steigen die Unternehmenspleiten querbeet an. Eine typische Rezession geht mit einer Pleitequote von 10% einher. (2006/2007 noch bei 0,6%).
    Zwar haben etliche grosse Unternhemen mehr Cash-Reserven als früher, doch die abertausenden Unternehmen mit Junk Bond-Anleihen werden sich nicht mehr weiter finanzieren können, weil die Risikoaufschläge dramatisch in die Höhe gehen. Die Kreditversicherungsausfälle werden systemisch werden, weil am anderen Ende der Versicherungskontrakte keine solvente Stelle mehr sitzt. Zudem haben etliche dieser Institutionen mit ständigem "Rollover-Bedarf" (kurzfristige Refinanzierung für langlaufende Anleihen) keinen direkten Zugang zu Zentralbankkrediten (anders im Moment z.B. in Spanien, wo die Hypotheken noch gnadenlos von der EZB monetisiert werden- Anm. v.m.).


    10) Die globalen Aktienmärkte werden stark fallen, da nun eine heftige US-Rezession eingepreist wird und man den diversen Rettungsplänen kaum mehr Vertrauen entgegenbringt.
    Einige Hedge Fonds werden hopps gehen. Eine Unzahl von Nachschusspflichten werden aktiviert werden, während das Engagement auf der Short-Seite zunimmt. Dieses erzwungene Glattstellen und Leerverkaufen wird die Abwärtsspirale beschleunigen.


    11) Die Liquidität wird in etlichen Teilen des Marktes austrocknen, ganz besonders bei den sonst liqiden Derivatmärkten. Es wird zu einer neuen Runde von Problemen im Interbankenmarkt kommen, bei der sich alle Risikospreads ausweiten. Die zeitweilige Erholung der Liquiditätsprobleme bei den Banken durch die Injektionen der Zentralbanken wird wieder verschwinden.


    12) Die Situation wird sich in einem gegenseitig sich beschleinigenden Teufelskreis verstärken: Verluste, Kapitalreduktion- und kontraktion, erzwungene Abverkäufe durch Margin Calls bis deutlich unter die Fundamentalwerte, weitere Abschläge als Illiquiditäts-Dicounts etc.
    Der unmittelbar jetzt aktuelle Anlass für eine erste Rezessionsrunde werden die massiven Probleme der Monolines und die fallenden Börsenkurse mit der damit verbundenen Nachschusspflicht sein.
    So führen z.B. 200 Milliarden Vermögensverlust zu einer Kreditverknappung von 2 Billionen.


    Quelle: http://www.rgemonitor.com/blog/roubini/242290/ (man muss registriert sein)


    Und was geschieht mit dem Gold wirklich in einer solchen Situation?
    Any thoughts?


    grüsse


    auratico


    Die Preisdrückungen vom Freitag und heute kamen aus London vom Spotmarkt, was relativ selten geschieht, dann aber zumeist mächtig.
    In London geht es um physisches Gold, allem zuvor immer auch Zentralbankgold. Die beteiligten Bullion Banken machen dort als Clearing- Agenten die Geschäfte unter sich, zur Preisfestsetzung wird dann noch die Société Genérale hinzugezogen. Alle am Londoner Goldpreis beteiligten Banken haben im Zuge der Bankenkrise zur Zeit mit massiven Problemen bei ihren Derivatgeschäften zu kämpfen.


    Dass da etwas faul ist, darf man annehmen, die genauen Abläufe hingegen kann man zeitnah nicht in Erfahrung bringen, da der Goldpreis in London ja von einer sehr überschaubaren, verschwiegenen Herrenrunde in Clubmanier festgelegt wird.
    Aber es ist schon so etwas wie eine Grundregel, dass man am physischen Markt (also London) intervenieren muss, wenn es an den Terminmärkten (New York) zu auffällig oder zu risikoreich erscheint. Dementsprechend ist am vergangenen Freitag und heute der Spotpreis stärker als die Futures abgestürzt.
    Der Kassapreis vor allem ist für das Goldkartell der gefährlichere Teil des Goldpreises. Er zeigt an, wie stark physisches Gold aktuell nachgefragt wird.


    Wer einmal einen Blick auf die Goldpreismacher von London werfen möchte:


    http://www.lbma.org.uk/members_list.html



    grüsse


    auratico

    Anhand der an der geplanten Rettungsaktion für den taumelnden US-Bondversicherer AMBAC beteiligten Banken kann man nun gut ersehen, wer dort hauptsächlich Kunde ist. Sehr interessant, dass mit Citi und Wachovia nur zwei US-Banken dabei sind. Ansonsten sind nur europäische Banken beteiligt, sogar die Dresdner ist mit von der Partie.


    Vorerst soll es nur um 1 Milliarde $ gehen, um das AAA-Rating zu behalten, aber das dürfte nur eine erste Beruhigungspille nach aussen sein. Wieder einmal zeigt sich daran, dass die europäischen Banken in schier unglaublicher Weise in den Subprime-Strudel verwickelt sind. Inzwischen glaube ich, dass sie sogar mehr als 50% der notleidenden Papiere aus den letzten 2 Jahren halten, die als letzte Schrott-Tranchen der Subprime-Kategorie vor allem nach Europa und Asien verramscht wurden, allerdings zu Premium-Preisen.


    "Only a flash, but CNBC were reporting at lunchtime on Friday that eight banks have clubbed together to bailout the monoline bond insurance industry, including: Citi, UBS, Wachovia, RBS, SocGen, BNP Paribas, and Dresdner."


    Diese Meldung ist aber insofern etwas irreführend, als dass dieses vermeintliche Rettungskonsortium sich bislang nur zum Bail Out für AMBAC zusammengeschlossen hat. Dennoch stieg am Freitag auch der Kurs von MBIA, dem anderen grossen Bondversicherer mit Schieflage. Da darf man schon gespannt sein, welche anderen Banken dann hier den Kopf hinhalten müssen. Die Deutsche Bank z.B. könnte ein heisser Kandidat sein...


    http://www.ft.com/cms/s/0/f024…fd2ac.html?nclick_check=1


    grüsse


    auratico


    Wie bitte? $ 1,4967 heute war immerhin die höchste Notierung seit Einführung des € bzw. ECU.
    An diesem Punkt setzte die Kehrtwendung ein mit Erklärungen wie dass das verarbeitende Gewerbe in USA unerwarterweise im Januar zugelegt habe.
    Vor allem aber sind das natürlich prächtige technische Hürden, die sich Trader nicht entgehen lassen, um das Spiel in die andere Richtung zu lenken.


    grüsse


    auratico

    Zitat

    Original von Brodthuhn
    Ich dachte schon die haben nicht mehr genug Munition für sowas.
    !


    Wie man sehen kann, haben sie sehr wohl noch Munition für solche Husarenritte, auch wenn es einigen nicht gefällt - auf jeden Fall mehr als genug, um viele schwache Hände im Nu aus dem Markt zu drücken.


    Solange da noch so viele Pfeifen und Trittbtrettfahrer dabei sind, kann man ihnen zu solch einem Überraschungsangriff auch nur ehrlich gratulieren.
    Viele der zuletzt aufgesprungenen kleinen Spekulanten sind eben mit einem Bonsai-Profit zufrieden und springen gleich wieder völlig terrorisiert aus dem Rettungsboot.
    Die Aktion ist perfekt gelungen und den pöhsen, pöhsen Buben von GATA hat man noch schnell eines übergebraten.
    Heute war es aber vor allem wichtig, den € wieder herunterzuholen und den Dollar heraufzuziehen. Gold stellt hier das Scharnier dar, es verhält sich herrlich monetär.


    With a little help from Europe?


    "It looks like a huge sale by a possibly European fund has emerged," said Jon Nadler, senior analyst at Kitco Bullion Dealers. This is "profit-taking in the wake of the failure to follow through on the jobs news at the $938 area."


    grüsse


    auratico

    Zitat

    Original von Edel Man
    ......und der Dollar momentan mit einem Schwächeanfall.


    Grüsse


    Welcher Schwächeanfall?
    Nein, aber im Ernst: 1,50 ist eine derartig gefährliche Marke für den €, hundertmal von allen Exporteuren und Politikern wie der Leibhaftige selbst beschworen, sodass in diesem Bereich in jedem Fall erstmal interveniert wird.


    Das läuft also heute wie im Lehrbuch ab : Gefährlicher Anstieg von € und Gold/Intervention per Dollarkauf/ Gold und Dow (trotz Yahoo-Euphorie) kommen zurück und Dax profitiert. Alles können sie für die FED nicht auf einmal machen, also entweder DOW oder Dollar stützen.


    Jetzt fehlt noch eine kleine, neckische Zinssenkung durch die EZB und schon glaubt man, sich wieder den Verhältnissen angepasst zu haben.


    grüsse


    auratico

    Der schöne Anstieg des Silberpreises während der letzten Tage hat mich wieder an eine interessante These von Antal Fekete erinnert.
    Im Grunde, so sagt er, gibt es in dieser Phase nichts Dümmeres als den Glauben, man könne Gewinnmitnahmen bei den Edelmetallen machen durch Rücktausch in FIAT. Wenn schon Handelsgewinne erzielt werden sollen, dann nur durch den zyklischen Wechsel vom einen in das andere Edelmetall aufgrund einiger vorauslaufender Faktoren. Der Kleinanleger könnte solche Arbitragegewinne natürlich nur über ETF´s mit physischer Hinterlegung (der Spotmarkt des kleinen Mannes) realisieren, denn ansonsten würden einen ja die Gebühren auffressen und man wäre ständig am Schleppen::


    "When the profit-taking mentality is thoroughly defeated and discredited by the market, gold will go to permanent backwardation making the gulf between cash gold and paper gold unbridgeable. The gold basis (Basis meint hier die Differenz zwischen Kassa- und Future-Preis - Anm.v.m.) will go negative, burning the bridge leading back to contango. From then on gold is not for sale at any price. Just when this will happen is impossible to predict. There are a few clues nevertheless. One is the silver basis that acts as a precursor of the gold basis.


    I advocate a new approach to investing in gold. This approach rules out profit-taking, but involves arbitrage between the two monetary metals. Cues must be taken from the silver and gold basis, not from the gold/silver ratio which is rigged."


    Er glaubt auch, dass man sich keine Illusionen darüber machen sollte, daß jetzt schon der grosse "Blow -Off" losgehen werde. Goldinvestoren könnten im laufenden Jahr noch sehr irritiert werden durch einen trotz Dollarschwäche starken Markt für Staatsanleihen. Von Ameros und ähnlichen möglichen Spässen ganz zu schweigen:


    "To summarize, in my opinion a blow-off in the gold market is not imminent. The dollar, however weak, is not yet a pushover. It will fight back, supported by a strong bond market. The bag of tricks of the managers of global fiat currency is not empty. They haven’t yet played the Amero card, for example."


    http://www.financialsense.com/…als/fekete/2008/0118.html


    grüsse


    auratico