Original von Eldorado
Deflation oder Inflation, momentan kann man nicht sagen was kommt sagte Paul, er meint wir haben nun erstmal eine Stagflation.
Die USA ist schon in einer Rezession und da bleibt sie auch.
Gegen die von etlichen "Kommentatoren" (uhh, es gibt inzwischen sooo viele davon) prophezeite Stagflation, in der sich Gold wohl gut halten würde, fährt der ultrapessimistische Nouriel Roubini seine "Stagdeflation" ins Feld. Im Grunde ist damit eine wüste Rezession gemeint, die mit stark sinkenden Vermögenswerten quer durch die Bank und sinkenden Preisen einhergeht. Die jetzt noch ins System gepumpten Geldmengen würden dann von der rezessionistischen Übermacht einfach aufgesogen werden, also z.B auch eine weitere US-Zinssenkung, die ja im Moment wahrscheinlich ist.
Ich skizziere hier einmal zu Archivzwecken stark verkürzt seine 12 Phasen der Monster-Rezession, die er für ziemlich wahrscheinlich hält, inklusive fallender Metall-und Edelmetallnotierungen.
Letztes Jahr in Davos haben sie ihn noch geschnitten, dieses Jahr hingegen genoss er sichtlich die ungleich höhere Aufmerksamkeit.
Here are the twelve steps or stages of a scenario of systemic financial meltdown associated with this severe economic recession…
1) 20%-30% Verfall der US-Hauspreise radieren ca. $ 5 Billionen- Vermögen der Haushalte hinweg, 2,2 Millionen Zwangsvollstreckungen, ca. 10 Millionen Haushalte stünden mit negativen Vermögenswerten da.
Neben den bereits in Konkurs gegangenen kleineren Häuserfirmen müssten dann etliche der grossen Builder in den Orkus, deren Aktien zuletzt soagr noch eine kleine Rally hingelegt hatten wg. Hoffnung auf Bail Out (analog zu den Monoliners)
2) Die Verluste der Subprime-Hypotheken schwappen auf die vermeintlich besseren near prime and prime-Hypotheken über, die in den letzten Jahren nach den ebenso verantwortungslosen Standards vergeben wurden. Die Verluste aus den strukturierten Vehikeln ausserhalb der Bankbilanzen gehen nun in die Bilanzen ein. Die Banken werden so gut wie keine Hypotheken mehr verbriefen können. Durch den weltweiten Verkauf der verbrieften Anleihen hat sich das systemische Risiko nicht, wie eigentlich behauptet, verringert, sondern im Gegenteil ausgeweitet.
3. Die Rezession wird zu einer heftigen Zunahme der Insolvenzen anderer Schuldenformen führen: Kreditkarten, Autokredite, Studentenkredite.
Diese Bewegung verläuft von den grossen Banken immer mehr hin auch zu kleineren Instituten.
4.) Die Verluste der Bondversicherer sind in jedem Fall höher als die jetzt in Ausssicht gestellten Rettungssummen. Jedes Geschäftsmodell, das auf ein AAA-Rating von ausserhalb angewiesen ist, um überhaupt funktionieren zu können, sollte besser erst gar nicht existieren. Die Monolines sollten nun einfach heruntergeratet werden, da sie ohnehin nicht zu retten sind. Dies wird zu weiteren Abschreibungen in den ABS-Portfolios der angeschlagenen Banken und Finanzdienstleister/Geldfonds führen und parallel dazu die Aktienmärkte weiter erschüttern.
5) Der Markt für Gewerbeimmobilien und deren Hypothekenderivate folgt dem Weg der Subprimes. Keine weiteren Shopping Malls, Büroflächen für Finanzdienstleister etc. mehr nötig.
6) Die Wahrscheinlichkeit, dass nun eine oder mehrere Grossbanken mit hohem Hypotheken-Engagement pleite gehen, steigt deutlich an. Sie gehen dann den Weg der über 200 bereits insolventen kleineren Lenders. Paniken à la Northern Rock könnten die Folge sein. Die FED hat immer weniger Möglichkeiten, solche Institutionen zu retten. Man bedenke, dass z.B. Countrywide bereits 55 Milliarden aus den Kassen der Federal House Loan Banks erhalten hat. (Nicht direkt von der FED, wie viele irrtümlich glauben - Anm. v. mir). Diese Kassen zur Sozialisierung von Verlusten auf Kosten der Steuerzahler sind bald leer.
7) Die Verluste aus dem hochgehebelten ,kreditfinanzierten Übernahmeboom der letzten Jahre werden schmerzlich sein, da die diesbezüglichen Kreditportfolios nicht mehr verbrieft werden können.
8/9Wenn eine Rezession sich einmal voll entfaltet, steigen die Unternehmenspleiten querbeet an. Eine typische Rezession geht mit einer Pleitequote von 10% einher. (2006/2007 noch bei 0,6%).
Zwar haben etliche grosse Unternhemen mehr Cash-Reserven als früher, doch die abertausenden Unternehmen mit Junk Bond-Anleihen werden sich nicht mehr weiter finanzieren können, weil die Risikoaufschläge dramatisch in die Höhe gehen. Die Kreditversicherungsausfälle werden systemisch werden, weil am anderen Ende der Versicherungskontrakte keine solvente Stelle mehr sitzt. Zudem haben etliche dieser Institutionen mit ständigem "Rollover-Bedarf" (kurzfristige Refinanzierung für langlaufende Anleihen) keinen direkten Zugang zu Zentralbankkrediten (anders im Moment z.B. in Spanien, wo die Hypotheken noch gnadenlos von der EZB monetisiert werden- Anm. v.m.).
10) Die globalen Aktienmärkte werden stark fallen, da nun eine heftige US-Rezession eingepreist wird und man den diversen Rettungsplänen kaum mehr Vertrauen entgegenbringt.
Einige Hedge Fonds werden hopps gehen. Eine Unzahl von Nachschusspflichten werden aktiviert werden, während das Engagement auf der Short-Seite zunimmt. Dieses erzwungene Glattstellen und Leerverkaufen wird die Abwärtsspirale beschleunigen.
11) Die Liquidität wird in etlichen Teilen des Marktes austrocknen, ganz besonders bei den sonst liqiden Derivatmärkten. Es wird zu einer neuen Runde von Problemen im Interbankenmarkt kommen, bei der sich alle Risikospreads ausweiten. Die zeitweilige Erholung der Liquiditätsprobleme bei den Banken durch die Injektionen der Zentralbanken wird wieder verschwinden.
12) Die Situation wird sich in einem gegenseitig sich beschleinigenden Teufelskreis verstärken: Verluste, Kapitalreduktion- und kontraktion, erzwungene Abverkäufe durch Margin Calls bis deutlich unter die Fundamentalwerte, weitere Abschläge als Illiquiditäts-Dicounts etc.
Der unmittelbar jetzt aktuelle Anlass für eine erste Rezessionsrunde werden die massiven Probleme der Monolines und die fallenden Börsenkurse mit der damit verbundenen Nachschusspflicht sein.
So führen z.B. 200 Milliarden Vermögensverlust zu einer Kreditverknappung von 2 Billionen.
Quelle: http://www.rgemonitor.com/blog/roubini/242290/ (man muss registriert sein)
Und was geschieht mit dem Gold wirklich in einer solchen Situation?
Any thoughts?
grüsse
auratico