Wennauch off-Topic .. aber Wochenende …
PetronaLupa: „ .. Als Republik ginge bei mir Venedig durch....die Dogenwahl war sehr kompliziert und die Kontrollinstrumente ausgefeilt.....“
Zitat:
Wählbar waren Mitglieder des Großen Rates (Seratta), von denen jeder (der sich wählen lassen wollte) eine Loskugel in einer Urne deponierte.
Das Wahlrecht gilt bis heute als das komplizierteste der Welt. Um einen Dogen zu wählen, wurde das jüngste Ratsmitglied auf den Markusplatz geschickt, den ersten Knaben, den er auf dem Platz erblickte, mitzunehmen. Der junge Mann musste dann aus einer Lostrommel Kugeln ziehen, mit denen 30 Ratsmitglieder bestimmt wurden. Aus den 30 Kandidaten wurden dann 9 ausgelost. Die 9 Ratsmitglieder wählten 40 Wahlmänner, die wiederum durch Los auf 12 reduziert wurden. Die 12 wählten 25, davon wurden wieder 9 ausgelost, die ihrerseits 45 Wahlmänner bestimmten, die dann wieder auf 11 reduziert wurden. Die 11 wählten 41. Und die, endlich, wählten den Dogen. Die Wahlen anderer Ämter waren nicht viel einfacher.
http://magent.org/senior/auch-…wurde-der-doge-ausgelost/
Krall´s Vorstellung, die Meritokratie = Wahlrecht / Herrschaft der Verdienstvollen, d.h. nur die s.g. „Leistungsträger“ wählen zu lassen dürfte eine Politik nach sich ziehen, bei der nicht das Wohl der Allgemeinheit, sondern die Pfründe dieser Leistungsträger gesichert, oder gar übervorteilt würden.
Oft sind diese „Leistungsträger“ keine „Verdienstvollen“ aus eigenen Verdiensten, sondern Nutznießer der Erbengesellschaft. Ihr Besitz sei denen gegönnt, sie sollten dadurch aber nicht automatisch einen höheren Machtanspruch besitzen.
Eine Änderung des Wahlrechts -bei der mit leeren Worthülsen Stimmenfang bei „Nichtdenkenden“ sich immer wieder auszahlt- sollte aber tatsächlich stattfinden!
Für alles, was folgenschwer sein könnte, benötigt man einen Befähigungsnachweis, z.B. Waffenschein oder einen Führerschein, der gar gestaffelt zum führen verschiedener Fahrzeugklassen erreichbar ist.
Warum dann nicht auch einen Befähigungsnachweis für das doch folgenschwere Wählen? Keineswegs von der politischen Richtung abhängig, aber gewichtet nach politischer Bildung, nachgewiesenem Sachverstand, gar gestaffelt in der Wertigkeit der Stimme des Einzelnen?
Grüße
Magor