na aus strategischen gründen, auch wenn eine geopolitische lage eskliert(ua), das habe ich doch zu keinen zeitpunkt bestritten - lediglich das du das als einzigen faktor im kostensprung darstellst und alle anderen faktoren abstreitest!
Damit sind wir doch schon mal einen Schritt weiter. Ich gehe dennoch davon aus, dass wir uns schon noch über den hauptsächlich treibenden Faktor unterhalten. Ich hätte von Dir noch nie gelesen (ggf. überlesen), dass das strategische Pricing seitens GP auch nur ein Faktor wäre, geschweige denn der Hauptfaktor wäre.
Deine Position war, zusammengefasst und vereinfacht, es gab weniger Strom aus erneuerbaren, daher wurde mehr Gas gebraucht und das wurde nicht beschafft, daher ist der Preis gestiegen. Meine Position ist, es gibt viele Faktoren, der wichtigste ist der Squeeze-Out seitens GP, die erneuerbaren spielen keine direkte Rolle. Bitte korrigieren, sollte ich falsch liegen mit meiner Zusammenfassung.
Zur Untermauerung Deiner Position kommst Du immer wieder mit Statistikversatzstücken, wie z.B. diesem:
noch zu 2021
https://www.destatis.de
Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung ging 2021 gegenüber 2020 von 47,1 % auf 42,4 % zurück. Dabei nahm die Stromeinspeisung aus Windkraft deutlich um 13,3 % ab, was insbesondere auf das im Vorjahresvergleich windärmere Frühjahr 2021 zurückzuführen ist. Strom aus Windkraft hatte dadurch nur noch einen Anteil von 21,5 % an der eingespeisten Strommenge. Im Jahr 2020 war die Windkraft mit einem Anteil von 25,2 % erstmals der wichtigste Energieträger in der Stromerzeugung gewesen. Die Stromeinspeisung aus Photovoltaik ging dagegen im Jahr 2021 nur leicht um 0,5 % auf einen Anteil von 8,7 % zurück (2020: 9,0 %).
die entsprechenden charts hatte ich zeitgemäß um den jahreswechsel in den klimawahn oder blackout faden eingestellt, auch mit der erhöhten verstromung von gas(mehr als ursprünglich vorgesehen). du liegst hier nachweislich 100%
Hier ist offensichtlich, dass Du von der falschen Annahme ausgehst, dass weniger erneuerbare 1:1 durch mehr Gasproduktion aufgefangen werden. Das ist nur für den Fall richtig, dass sich die Produktion der erneuerbaren unerwartet ändern. Mit unerwartet meine ich einen zeitlichen Vorlauf <1h. Denn nur dieser kann ausschließlich durch Gaskraftwerke kompensiert werden. Alle anderen prognostizierten Abweichung gegenüber Long Term Forecast (und das sind nach meiner zugegebenermaßen Bauchabschätzung > 98%) können - und werden - durch andere Erzeugungsarten, ggf. Auch durch Verbrauchsreduktionen, kompensiert und zwar im UCTE-Verbund. Vereinfacht gesagt: Du weißt schon heute, dass morgen weniger Wind ist, wahrscheinlich wusstest Du es sogar schon vor einer Woche. Darauf kannst Du reagieren und nicht nur mit Anwerfen der Gaskraftwerke.
Ich weiß auch gar nicht, wieso Du Dir die Mühe machst, die Stromzahlen zu nehmen. Nimm doch gleich die Gaserzeugungszahlen… Da Du meine 2022er Zahlen nicht magst, hab ich mir mal die Mühe gemacht, die 2021er rauszusuchen. Wenn Du Recht hättest, müsste ja die Erzeugung aus ungekoppelte Gas gestiegen sein. das Gegenteil ist aber richtig.
Hier ist z.B. beim Fraunhofer ISE zu lesen, dass die (ungekoppelte) Erzeugung aus Gas 2021 ggü. 2020 sogar um 6 TWh zurück gegangen ist. Trotz deutlichem Rückgang bei Erneuerbaren. Was gestiegen ist, ist die Verstromung aus Braunkohle und Kernenergie…
Noch etwas detaillierter in die Monate 2021 rein geschaut: Seit Beginn des Preisanstiegs, ich sag mal Mai 2021, gab es bis Jahresende keinen einzigen Monat in dem das Erzeugungsniveau aus ungekoppelte Gas höher lag als im Vergleichsmonat 2020. In vielen Fällen sogar unterhalb des 10 Jahres-Mittels (in Summe etwa auf 10 Jahres Mittel). Was Du mit Deinem Terminus ‚mehr als ursprünglich vorsehen‘ meinst, erschließt sich mir nicht. welcher Händler hat denn was genau ursprünglich vorgesehen?
Und worüber wir noch gar nicht gesprochen haben: Die ungekoppelte Gaserzeugung macht überhaupt nur einen marginalen Anteil (etwa 5%) des Hesamtgasverbrauches aus…
wie wäre es ansonsten, du beantwortest die offenen fragen:
gern. wenngleich schon einige Male geschehen.
Re Yamal-Reverse: Weil in Polen aktuell mehr gezahlt wird als in Deutschland.
Ungenutzte Gaskapazitäten: Wie gesagt, es sind und waren schon immer genügend da. Ich versuche es mal plakativ: Nur weil 100.000 Wurstpellen mehr auf dem Markt sind, wird die Wurst nicht günstiger.
Re Warum nicht mehr kaufen?: mal als Gedankenexperiment: Wenn Du und ich zu Putin gehen, Gas ordern wollen und nach einem Preis fragen, dann gibt es zwei Möglichkeiten:
1) Er schaut auf den Spotpreis, sagen wir 170 Euro, und bietet uns den an. Dadurch sinkt der Spotpreis garantiert nicht..
2) Er sagt, könnt Ihr haben, aber nur für 10 Jahre durchgehend, zu einem freundlichen Rabatt von 10% auf den aktuellen Gaspreis. Kaufen wir halt 100 TWh zu 153 EUR/Mwh. Und was machen wir, wenn er den nächsten beiden Vögeln weitere 100 TWh zu 110 EUR/Mwh verkauft? Richtig, dann haben wir ein Problem, da uns die Mengen keiner abnimmt… (meine Hypothese ist, dass er genau darauf wartet, um die zweite Runde in der Manege zu drehen)
1) Hilft nicht, 2) macht keiner, der auch nur annähernd bis drei zählen kann. Womit wir wieder bei der Frage sind, wer genau sollte eigentlich hier Gas kaufen und welches Preiskomittment eingehen?
Was definitiv nicht passieren wird, ist dass GP uns 10Jahreslieferungen zum Preisniveau von 2020 anbietet.
zu deiner zweiten frage, gas handel ich nicht aber etliche mwh
Das habe ich mir gedacht und erklärt, warum einige Deiner Kausalschlüsse, for a lack of a better word, unterkomplex sind.
@Blue Horseshoe, Du weißt, hoffentlich, dass ich viele Deiner Beiträge sehr schätze. Und Du weißt auch, z.B. aus unserer Uran-Diskussion dass ich es anerkennen kann, wenn jemand mir gegenüber einen (in dem Fall deutlichen) Wissensvorsprung hat. Hier allerdings liegst Du komplett daneben.