Wayne Schlegel:
Das "Gold kann man nicht essen"-Totschlagargument ist sowas von hohl.
Servus Frosti, das Argument mag hohl sein, aber es ist wahr. Eine Hohlheitsbehauptung ist für sich übrigens kein Argument, sonderen in der Rhetorik allenfalls eine Totschlags-ebensolches.
Bedeutung hat es allerdings nur in einer einzigen Extremsituation: man hat Gold, aber nichts zu essen und keiner tauscht sein Essen gegen Gold, weil er selbst nicht genug Essen für sich/seine Allerliebsten hat und davon ausgeht, dass sich diese Mangelsituation auch nicht bis zum Ende des vorhandenen Essens ändert.
Wenn es nichts zu kaufen gibt, hat auch nichts einen Wert. Also ist Gold wertlos. Genialer Zirkelschluss!
Die Schlussfolgerung muss wie folgt lauten: Wirklichen Wert hat in dem diskutierten Szenario dann nur Existenzielles. Ist Gold existenziell, hat es einen Wert.
Die "Es-wird-keinen-Überschuss-in-der-Krise-geben-Theorie" klingt für mich nach einer Entschuldigung bzw. einer Ausrede.
Es sind Krisen vorstellbar, in der lange keine Überschüsse produziert und/oder verteilt werden können und viele aus ihren Vorräten leben müssen (weil das viele (?) so sehen, legen viele auch Vorräte an, ansonsten wäre das irrational und Geld- pardon Goldverschwendung). Wer davon ausgeht, dass immer Überschüsse produziert werden/verteilt werden können, der ist mit dem Thema natürlich fertig und braucht keinen weiteren Gedanken verschwenden.
Ich halte die Annahme, es würde in der Krise niemanden geben, der etwas gegen Au&Ag herzugeben hat, für sehr unwahrscheinlich.
Bezüglich des "Etwas" stimme ich Dir voll zu. Ich sprach aber von Nahrungsmitteln und nicht von "etwas". Es hilft mir in meinem Hunger nichts, wenn ich für eine Unze eine Eigentumswohnung kaufen kann. Die Frage in diesem Sinn ist also, kann ich in den von mir nicht von vornherein ausgeschlossenen Krisenszenarien mit Sicherheit annehmen, dass ich ohne zu große Risiken für mich und die von mir abhängigen eingehen zu müssen mit Metall stehts in ausreichendem Umfang existenzielle Nahrung kaufen kann von jemandem, der im Überfluss hat. Wenn man diese Frage mit ja beantwortet, dann kann man Gold im übertragenen Sinn essen. Wenn die Antwort nein lautet, dann kann man Gold nicht essen.