Nach Lektüre der vielen Beiträge hier, bei W.E. sowie insbesondere unter Einbeziehung der "bär-"ischen Beiträge im Gelben komme ich zu folgender Conclusio (ist hier natürlich aus Zeitgründen nicht komplett, sondern nur angerissen):
Sinn oder Unsinn einer individuellen Not-Stromversorgung hängt m.E. im wesentlichen von 4 Parametern ab:
1. Rechne ich mit einem Mega-GEC (mit längerfristigen/permanenten Versorgungsausfällen, "Beschaffungs-"kriminalität, Anarchie) oder "nur" mit einem mittleren GEC, der die Gesellschaften durchrüttelt und die Lebensstandards auf 30-50% zurücksetzt, aber allgemein gesehen keinen Survival-Kampf Mann gegen Mann beinhaltet?
2. Wo lebe ich beim Mega-GEC?
3. Wie ist meine physische, familiäre Verfassung, davon abgeleitet meine Überlebensstrategie und wie muss ich mit meinen Ressourcen haushalten?
4. Habe ich nennenswerte Vorräte, muss ich nur Defensiv-Risiken beachten oder muss ich in die offensive "Beschaffung" - auch Beutezug gennant - gehen?
Zu 1: Rechne ich mit einem Mega-GEC?
Wenn ja, dann gibts Beutezüge, marodierende Banden usw., vor denen man nur in absolut unzugänglichen Gebieten sicher sein kann bzw. sich wirksam-nachhaltig schützen kann. Jedes äußere Anzeichen von vorhandenen Ressourcen (Stromgenerator, Herumfahren mit Auto, wenn sonst alles steht) birgt erhebliche zusätzliche Gefahr, weil dies für alle No-Haves begehrenswert ist, vielleicht sogar der Unterschied zwischen Überleben und Tod ausmacht.
Wenn kein Mega-GEC, sind die Anschaffungen nicht zwingend notwendig, da nur kurze Ausfallzeiten zu überbrücken sind und die Bilanz zwischen Aufwand und Nutzen nicht stimmt.
Zu 2: Wo lebe ich dann?
Beim Mega-GEC ist jedes Verbleiben in Ballungsgebieten extremes Risiko. Da das alle Menschen so einschätzen werden, wird natürlich Stadtflucht einsetzen, sodass auch Provinzen "durchströmt" werden. Man kommt mit einem Fahrrad und bei entsprechender Motivation auch als Untrainierter täglich 100 km weit. Es gibt also keine nachhaltige Hoffnung für straßenzugängliche Provinzen und es gilt somit - mit etwas zeitlicher Verzögerung - das unter 1 genannte Risikopotenzial.
Zu 3. Wie ist meine physische, familiäre Verfassung, davon abgeleitet meine Überlebensstrategie und wie muss ich mit meinen Ressourcen haushalten?
Beim Mega-GEC ist für die Strategie entscheidend, ob ich jung, gesund, ungebunden bin oder als Familienvater/-mutter, älterer, weniger belastbarer Mensch mich eher defensiv verhalten sollte. Die geringmobilen, weniger belastbaren Menschen sind natürlich in der Beschaffungskonkurrenz im direkten Vergleich mit der erstgenannten Personengruppe unterlegen, im äußersten Fall sogar die zu bevorzugende Beute.
4. Habe ich nennenswerte Vorräte, muss ich nur Defensiv-Risiken beachten oder muss ich in die offensive "Beschaffung" gehen?
Alle, die gehortet haben müssen sich nicht zwangsläufig räuberisch oder erzeugend betätigen. Sie sind aber den Raubzügen anderer ausgesetzt, insbesondere wenn die anderen vermuten können, dass etwas mit überschaubarem Risiko oder im Überlebenskampf mit jedem Risiko zu holen ist. Ein Gewächshaus, ein Maisfeld, ein Schweinestall oder ein paar Benzinkanister oder gefüllte Heizöltanks sind u.U. viel Risiko wert. Ein akkugepuffertes Notebook mit Solarstromeinspeisung vielleicht nicht. Wozu soll das im Überlebenskampf gut sein? Während der Akutphase des Mega-GEC, die eine Dezimierungsphase sein könnte, ist es auch nichts mit sichtbarem Ackerbau und Viehzucht. Das kommt erst später für die, die die Akutphase überstanden haben.
Also, für manche mag nach individueller Lebenssituation, Strategie oder Psyche eine (Not-)Stromversorgung/Stromautarkie sinnvoll und erstrebenswert sein. Für die meisten allerdings ist sie es nicht, weil sie andere Strategien fahren werden/fahren müssen. Wenn es wirklich „krass“ und „häßlich“ wird, ist es vielleicht sogar besser, soetwas nicht zu haben. Das sind aber alles nur Gedankenspiele, denn keiner weiß, wie es kömmt.