Beiträge von ghost_god

    sehr optimistisch... keine schwarzen Schwäne mehr?
    Die Realwirtschaft ist nach wie vor tot - TOT!!!!


    Schwarze Schwaene sind umgangssprachlich Synonym fuer die sehr unwahrscheinlichen Negativereignisse, die in der Finanzmathematik - neben den sehr unwahrscheinlichen Positivereignissen - mit dem sog. "tail risk" beschrieben werden. Es geht also um die Ereignisse, die an den Raendern einer Verteilungsfunktion liegen (tails = Raender). Eine Normalverteilung z.B. wird zu den Raendern hin sehr schnell sehr flach, d.h. stark vom Mittelwert abweichende Ereignisse sind sehr unwahrscheinlich. Dass NV das reale tail risk oft unterschaetzen, ist lange bekannt. Deswegen gibt es bei Black-Scholes Modellen z.B. auch sog. strike-dependent volatilities, also vom jeweiligen Strikepreis einer Option abhaengige Volatilitaeten fuer ein und das selbe Basisinstrument. Man korrigiert damit den Fehler des Black-Scholes Modelles, naemlich die Normalverteilungsannahme. Mit den Worten von Riccardo Rebonato quasi die falsche Volatilitaet in der falschen Formel um das richtige Ergebnis zu kriegen..


    Back to topic.


    Schwarze Schwaene sind also selten. Und neben den extrem unwahrscheinlichen Negativszenarien gibt es genauso extrem unwahrscheinliche Positivszenarien. Es gibt immer zwei tails in einer Funktion... ;)


    Also nein, schwarze Schwaene wie die aktuelle Finanzkrise werden schwarze Schwaene genannt, weil sie extrem selten sind. Keine Schwaene mehr zu erwarten fuer die kommenden Jahre.


    Und der Realwirtschaft geht es ganz gut in Deutschland.

    "High Frequency Trading" beschreibt nichts weiter, als sehr schnelle Orderabfolge durch ein und dasselbe Handelshaus. Die Zeitverzoegerung zwischen aufeinanderfoldenden Orderausfuehrungen wird minimiert. Es besteht kein kausaler Zusammenhang zu steigenden oder fallenden Maerkten. Vielmehr nutzt man Marktineffizienzen aus, die sich durch den Handel gleicher oder stark korrelierender Produkte an unterschiedlichen Maerkten fuer sehr kurze Zeitintervalle immer wieder ergeben.


    Beispiel: Allianz wird in Frankfurt 88,00 / 88,05 quotiert (Bid/Ask). Zeitgleich notiert sie waehrungsbereinigt an der NYSE bei 88.03 / 88,06. Ein Aktionaer in Frankfurt beschliesst, eine Verkaufsorder mit Limit 88,02 einzustellen. Sobald die Order im Orderbuch steht, besteht die Moeglichkeit, die Maerkte zu arbitrieren. Ein Trader bzw. dessen automatisierter Algorithmus kauft Allianz in Frankfurt zu 88,02 und verkauft an der NYSE zeitgleich zu 88.03 (eigentlich verkauft er in USD und hedged den EUR/USD Kurs). Innerhalb kuerzester Zeit werden also 3 Transaktionen getaetigt (high frequenzy trading), ein Aktienkauf, ein Aktienverkauf und ein Waehrungshedge. Da jeder Marktteilnehmer diese Kleinstgewinne in steter Regelmaessigkeit abgreifen kann, besteht Konkurrenz. Je schneller die Orderabfolge, desto weniger Konkurrenz. In London haben sich vor einigen Jahren einige Hedge Funds und Banken mit ihren Servern so nah wie moeglich am Boersenstandort aufgestellt, um die Uebertragungsgeschwindigkeit von Orderabgabe zu Orderannahme weiter zu optimieren. Bin kein IT Profi, aber so der gossip in der City of London.


    Gruenundblau, mit fallenden oder steigenden Maerkten im uebergeordneten Trend hat HFT also nichts zu tun.



    GG

    Vom 27.01.2009:



    Die 5600 haben erwartungsgemaess gehalten. Meldepflichtige Wertpapierkaeufe von Managern haben in den letzten Tagen massivst zugekommen. Passt ins Bild.


    Der Ruecksetzer von 6100 auf 5600 erscheint gesund im uebergeordneten Bullenmarkt.


    Achso, viel Spass mit den Dividenden. Alljaehrlich ist's ja wieder so weit und die Firmen ueberweisen ihren Eigentuemern die anteiligen Gewinne. :thumbup:


    Gruss.

    Ich frag mich nur noch ob, wenn wir dann alle schlank genug sind, noch ein bisschen Speck auf den Rippen haben um all die geilen Produkte zu verkonsumieren. Mir fehlt der Glaube. Egal wo ich hinsehe, seh ich nur reale Einkommensrückgänge, Zukunftsangst und Abhängigkeit vom Sozialstaat. Ihr Börsianer lebt doch in einer in sich geschlossenen Welt, umgeben von den Schönen und Reichen in der Londoner City oder in Frankfurt. Hier zählt doch nur noch Tanzen solange die Musik noch spielt. :thumbdown: Für diese Spiel muss man geboren sein. Alle anderen sind halt die Verlierer. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner.


    Hallo Ninteno,


    Das ist z.T. sicherlich richtig. IQ, Talent und Belastbarkeit stecken groesstenteils in den Genen, der eine hat viel, der andere wenig. Die Welt war auch noch nie gerecht und wird es nie sein. Der eine hat Glueck beim IQ aber stirbt mit 20 an Lungenkrebs, der andere hat keine Talente und einen geringen IQ, dafuer aber Glueck beim anderen Geschlecht oder ist mit einer lebensfrohen Natur gesegnet, statt wie sein Nachbar zwei Haeuser weiter an Depressionen zu leiden.


    Wer zu den Topverdienern dieser Welt gehoert, hat keine finanziellen Sorgen, mit Sicherheit aber andere. Genauso lebt aber auch die breite Masse in Deutschland in einer Zitat "in sich geschlossenen Welt" umgeben von Wohlstand, Sicherheit und unbegrenzten Lebensmitteln. Vergleiche den deutschen Lebensstandard mal mit Afrika oder dem Iran.


    Unternehmen schaden den Menschen nicht, sie nuetzen ihnen. Das vergessen die Menschen allzu oft, wenn es den Firmen und deren Aktionaeren gut geht.

    Quelle FTD:
    "
    Der durchschlagende Erfolg seines neuen Betriebssystems Windows 7 hat dem Softwarekonzern Microsoft am Jahresende die Kasse gefüllt. Der Gewinn im Schlussquartal sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 60 Prozent auf 6,7 Mrd. $ gewachsen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Der Umsatz erklomm demnach mit 19 Mrd. $ ein neues Rekordniveau - er lag 14 Prozent über dem Vorjahr.
    "


    Noch nie in der Geschichte hat Microsoft mehr Umsatz als im abgelaufenen Quartal erwirtschaftet... :thumbup:

    hmm hmm... verstehe... also die entschlackten Arbeitnehmer, mit fortschreiten der Zeit dann Harz4er, werden mit ihrem üppigen Reichtum zu steigenden Umsätzen führen.


    Bis auf wenige Ausnahmen verdienen alle DAX Konzerne ihr Geld zu sehr grossen Teilen, zumeist sogar ueberwiegend, im Ausland. Auch das Eigentum an diesen Konzernen liegt oft zu grossen Teilen in auslaendischer Hand. Es braucht daher keinen steigenden Wohlstand in Deutschland, um DAX Konzernen zu steigenden Gewinnen zu verhelfen. Deutschland verfuegt nach wie vor ueber einen deutlich ueberdurchschnittlich hohen Wohlstand. Das wird sich im Zuge fortschreitender Globalisierung durch immer mehr internationale Konkurrenz wahrscheinlich aendern - bis zumindest eine Angleichung erreicht ist. Wir sehen diesen Prozess seit Jahren und er ist das Ergebnis eines fairen Wettbewerbs.


    Der Umsatz deutscher DAX Konzerne wird also vom Ausland getrieben werden und da bin ich bullish, ja.

    Die meisten Konzerne praesentieren seit Beginn der Berichtsaison gute Zahlen. Schlankere Strukturen haben zu Kosteneinsparungen gefuehrt und trotz Umsatzrueckgaengen bei vielen Firmen fuer Gewinnwachstum gesorgt. Da spielt es mittelfristig keine Rolle, ob Obama eine GS oder MS im Eigenhandel beschraenken will. Mit fortschreitender Erholung der Realwirtschaft werden Umsaetze wieder steigen und Gewinne neue Rekorde erreichen. Gleiches wird dann fuer Aktienkurse gelten.


    Warten wir es einfach ab.

    Bettelmann, Aktionaere freuen sich z.Z. auf die praechtigen Dividendenzahlungen ihrer Firmen. Alle Jahre wieder eine schoene Jahreszeit.


    Dass Gold unproduktiv ist, duerfte nicht neu sein. Es dient dem Werterhalt, nicht der -mehrung.


    Vielleicht solltest Du Dein "Investment" tatsaechlich ueberdenken ;)

    All jene, die auf einen guenstigen Einstiegszeitpunkt bei Aktien warten, sollten sich die aktuelle Lage sehr genau ansehen und ueberlegen, ob die knapp 10% Korrektur nicht einen solchen guenstigen Zeitpunkt darstellt.


    Langfristig bin ich bullish Aktien, das duerfte hier bekannt sein. Derzeit lohnt m.E. auch ein Kurzfristengagement fuer die Spekulanten dieser Welt.


    Die 5600 wird m.E. nicht nachhaltig unterschritten werden.


    GG

    Kurze Frage an ghost_god,der ja, wie ich neidvoll anerkennen muss, den richtigen Richer für den Einstieg hatte:


    Bist du noch dabei oder nicht, und warum?


    Bin unveraendert long Aktien, jo. Dass es beim Move von 3700 auf 6100 auch mal zu Ruecksetzern kommt, ist naheliegend. Stoert mich nicht weiter. Bin nach wie vor bullish und bleibe long.


    Es gibt m.E. z.Z. keine attraktiveren Anlagealternativen.


    DAX > 7000 zum Ende des Jahres m.E. realistisch.

    Ohne Investitionswillen kommt m.e. nur wenig davon in der Realwirtschaft an, oder irre ich mich ?


    Richtig. Ich persoenlich rechne aber mit anziehenden Investitionen - wir sehen es ja bereits aktuell. Die Gefahr des crack up booms besteht m.E. aber unabhaengig von den Investitionen. Bin zu diesem Thema aber kein Experte.


    Nunja, GG
    Über „grundsolide“ könnte man durchaus länger diskutieren... Richtig ist, dass PM Aktien recht volatil sind, riskanter: ja, großteils. Auch ziemlich sicher, dass Du höher investiert bist als ich. Wie in meinem Depot erwähnt, hatte ich lediglich einen Teil des Depots getradet, der Großteil ist Langzeit - Physisches.
    Aber doch anzumerken, dass dieser Anteil PM Aktien + Calls sich weit über verdoppelte, genauer 2,6fach. Da nahezu alle Profits realisiert,ein Ergebnis NACH Steuern, großteils wieder reinvestiert in Gold physisch und neue Juniors / Explorer.
    Aber erkauft mit viel Zeitaufwand und Belastung, Deine Buy and Hold Strategie ist mit 60 % bislang ja äusserst erfreulich, zudem nervenschonender.


    Hi EM,


    Erstmal Glueckwunsch zu der traumhaften Performance ! Ich moechte nur kurz richtigstellen, dass es in meiner Aussage nicht darum ging, ob ICH mehr Geld in Aktien habe als DU in Mienenwerten. Das waere ja auch voellig albern, da belanglos. Meine Aussage war vielmehr, dass ein vernuenftiger Investor i.A. bereit sein wird, deutlich mehr Geld in ein breit diversifiziertes, risikoarmes Portfolio zu investieren, als in ein sehr spekulatives, branchenspezifisches. Neben der noetigen Risikoadjustierung beim Vergleich Minenaktien vs DAX sollte man auch diesen Aspekt beruecksichtigen. Ich haette z.B. niemals Ende 2008 meine Immobilien beliehen und das Geld daraus + Ersparnisse alles in Goldminenaktien investiert nach dem Motto "Alles oder Nichts". In ein breit diversifiziertes Portfolio aus dividendenstarken Basistiteln war ich gerne bereit dazu. Deswegen sind prozentuale Renditen nicht immer vergleichbar. Das Investment Ende 2008 war das beste, das ich je getaetigt habe. Es waren trotzdem nur 60% und ich habe schon oft mit irgendwelchen hochriskanten Papieren weit ueber 100% erzielt.


    Hoffe, es ist verstaendlich, was ich sagen will.


    GG

    M3 beinhaltet M1 bereits. M1 ist kein Indikator für Inflation, sondern eher M3


    M1 ist nach ueblicher Konvention Teil von M3, klar. Nur besteht fuer den Reservesatz der Geschaeftsbanken eine Untergrenze, m.W.n. aber keine Obergrenze, d.h. M1 kann massiv ansteigen, ohne dass M3 steigten muss, solange die Geschaeftsbanken ihr Kreditgeschaeft nur zurueckfahren - den Reservesatz also anheben. Genau das ist passiert (credit crunch), duerfte aber nicht von Dauer sein. Bleibt M1 der wichtigsten Waehrungen auf aktuell gigantisch hohem Niveau oder auch nur annaehernd in der Region und fahren die Geschaeftsbanken ihr Kreditgeschaeft wie politisch gewollt wieder hoch, so wirkt sich diese riesen M1 Basis mit entsprechendem Hebel auf M3 aus.


    Wenn Du sagst, M1 sei kein Indikator fuer Inflation, M3 dagegen schon, dann denkst Du einen Schritt zu kurz. Woher kommt denn M3? Das waere, als argumentierte ein Autofahrer, die Haeufigkeit von Wildwechsel auf einer bestimmten Strecke sei fuer die Sicherheit des Fahrers solange egal, bis das Wild ploetzlich vor seinem Scheinwerfer auftaucht. Vorher will er auch bitte nicht ueber die erhoehten Risiken gewarnt werden - auch wenn sie die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls stark beeinflussen.

    Ich halte es fuer nicht unwahrscheinlich, dass wir am Anfang eines crack up booms stehen. Deflation hatten wir im der "Schockstarre" und der Liquidationswelle. Jetzt wirkt sich langsam die Liquiditaet in den Maerkten aus. M3 ist nicht die einzige Geldmenge, M1 explodierte im vergangenen Jahr foermlich. Zieht die Kreditvergabe wieder an (was die Politik ja mit sehr viel Druck erzwingen will), so gehen die M1 Gelder wegen des geringen Reservesatzes i.H.v. vielleicht 5% mit einem gigantischen Hebel in M3 ueber.


    Schauen wir mal.


    Habe gerade eine interessante Performance im Internet gefunden:


    Der Aktienindex in Deutschland stieg demnach von 20 Punkten im Oktober 1922 auf 269.000.000.000 Punkte im Dezember 1923 - der Phase des letzten grossen crack up booms in Europa.


    Vorerst bleibe ich long ;)