Ich werfe mal ein paar Gedankengaenge in den Raum:
Wer kommt als klassischer Kaeufer von 31 Gramm Silbermuezen zu 10-12 EUR / Stueck in Frage?
(1) Sammler, die nicht das Material sondern die Muenze interessiert.. Nachfrage von dieser Seite sehr konstant.
(2) Privatanleger die auf steigende Silberpreise spekulieren... diese Nachfrage ist neu dazugekommen und hat die Aufschlaege rasant in die Hoehe getrieben
(3) Privatanleger die Kaufkraft ihrer Ersparnisse ueber die Krise retten wollen... diese Nachfrage ist ebenfalls neu und hat die Aufschlaege in die Hoehe getrieben
Gruppe (1) interessiert uns nicht weiter, da es sich hier um eine Konstante mit geringen Nachfrageschwankungen handeln duerfte.
Zu Gruppe (2) und (3) muessen wir uns fragen, ob tendenziell wenige Anleger grosse Mengen oder viel Anleger kleine Mengen nachfragen. Ich halte letzteres fuer wahrscheinlicher, also viele Anleger fragen kleine Mengen nach. Warum? Weil groessere Geldbetraege tendenziell in Barren statt in ueberteuerte Muenzen fliessen duerften.
Wie nachhaltig ist diese Nachfrage?
Gruppe (2) duerfte bei weiter fallenden Silberpreisen sehr schnell einsehen, dass die Spekulation nicht aufgegangen ist. Um Verluste zu begrenzen wird verkauft. Folge: Silbermuenzen die mit 80% Aufschlag zum Materialpreis handeln werden verstaerkte angeboten. Die voruebergehende Knappheit loest sich auf und die Aufschlaege gehen zurueck. Dies erhoeht die Verluste zusaetzlich so dass weitere Kaeufer aus Gruppe (2) verkaufen duerften bis die Aufschlaege schliesslich auf ein Normalmass von vielleicht 5-10% zurueckgehen.
Gruppe (3) sollte man differenzierter betrachten. Die einen haben lediglich einen Notgroschen in Silberunzen investiert und verfuegen zusaetzlich ueber ausreichend Liquiditaet. Dieser "Notgroschen" kann durchaus groessere Stueckzahlen bedeuten, faellt aber im Vergleich zum Eigenkapital des Anlegers nicht ins Gewicht. Diese Muenzen duerften fuer laengere Zeit nicht zurueck auf den Markt kommen. Andere haben getrieben durch Angst und Unsicherheit einen Grossteil ihrer Ersparnisse in Silber investiert und dabei nicht ausreichend Liquiditaet fuer andere Investments zurueckgehalten. Viele dieser Menschen duerften frueher oder spaeter in Geldnoete kommen und geneigt / gezwungen sein, ihre Silberunzen zum Marktpreis zu verkaufen.. egal wo dieser Marktpreis dann liegt. Wir sehen viele solcher Anleger hier im Forum. Menschen, die sich von ihren Edelmetall-Bestaenden aus Geldnoeten trennen. Andere aus Gruppe (3) duerften bei weiter fallenden Silberpreisen ihre urspruengliche Strategie der Kaufkraftsicherung aufgeben und wie Kaeufer aus Gruppe (2) Verluste begrenzen wollen. Aehnlich duerften viele geneigt sein, entgegen ihrer Ursprungsstrategie bei wieder steigenden Silberpreisen Gewinne zu realisieren. Beides erhoeht das Angebot von Silbermuezen und fuehrt zu stark fallenden Aufschlaegen.
Dazu kommt, dass die Praegeanstalten den Markt bei weiter hoher Nachfrage solange bedienen duerften, bis die Preisaufschlaege irgendwann verschwunden sind. Das mag einige Wochen oder Monate dauern, aber die Richtung ist klar: Die Preisaufschlaege fuer Silbermuenzen werden ruecklaeufig sein - zurueck von 80-100% auf vielleicht 5-10%. Ggf. dreht der Markt sogar vom Praemium zum Discount weil zu viele Muenzen nach Kaeufern suchen. Dann gilt folgende Logik: Preis fuer Industriebarren (Comex spot) minus Kosten fuers Einschmelzen von Muenzen in Barrenform minus Gewinnmarge = Ankaufskurs von Muenzen. Dann handeln 1oz Silbermuenzen ggf. bei Comex spot minus 30%.
Gruss.