hallo gemeinde,
irgendwie kommt mir das platin hier im forum zu kurz.
wann erwarten die forumsexperten da mal eine korrektur, wie sind die saisonalen zyklen und was muss man so noch dazu wissen?
wo kann es 2010 stehen?
ich hab saiger im fernsehen gesehen als er sagte das platin von palladium ersetzt werden soll (kattechnik) das würde doch aber die weiteren aussichten erheblich eintrüben oder?
hier ein schöner Beitrag dazu:
http://berater.fidelity.de/mae…lumne_price_20091013.html
Experten-Kolumne
Nicht alles, was glänzt, ist Gold –
es könnte auch Platin sein
Nick Price
Fondsmanager Fidelity EMEA Fund
13. Oktober 2009
Gold ist seit jeher eine ganz besondere Geldanlage. Abgesehen von Mythen und Legenden, die sich um das Edelmetall ranken, und seiner historischen Bedeutung ist es in Zeiten von Finanzkrisen als sicherer Hafen gefragt. Aber auch immer dann, wenn Anleger die Sorge vor zunehmendem Preisauftrieb umtreibt, schneiden Goldanlagen gut ab. Das laufende Jahrzehnt begann das gelbe Metall bei einem Stand von rund 300 US-Dollar je Feinunze. In diesem Jahr hat es die 1.000er-Hürde bereits zwei Mal genommen. Erstmals im Februar, kurz vor Erreichen der Talsohle an den Aktienmärkten, als Anleger kaum andere Zufluchtsmöglichkeiten sahen. Das zweite Mal im September, ausgelöst durch rasant gestiegene Inflationssorgen als Folge der massiven, im letzten Jahr in die Märkte gepumpten Liquidität. Aber trotz seines unbestreitbaren Reizes als Inflationsschutz ist Gold als Anlageidee für mich nicht annähernd so interessant wie ein anderes Edelmetall: nämlich Platin.
Zentrale Rolle des Wirtschaftswachstums
Platin steht nach wie vor im Schatten seines illustren Rivalen. In der Schmuckindustrie sind seine Vorzüge zwar bestens bekannt. Aber nach wie vor wird es eher als Industrierohstoff denn als Investment geschätzt. Seine Nachfrage wird daher stärker von Erwartungen zum Wirtschaftswachstum als von der Anlegerstimmung oder von allgemeinen Trends beeinflusst.
So schoss der Preis von Platin im Verlauf des Rohstoff-Booms Ende 2007/Anfang 2008 nach oben. In den Tagen vor der Kreditkrise waren knappe Rohstoffe gefragt, deren Preise unaufhaltsam stiegen. Man denke nur an Öl, dessen Preis in dieser Zeit fast bis auf 150 US-Dollar je Barrel kletterte. In der Rezession aber flaute die Platinnachfrage aus der Industrie ab und damit auch der Preis. Von 2.273 US-Dollar je Feinunze im März letzten Jahres brach er bis Ende Oktober 2008 um 66 Prozent ein.
Weiterer Auftrieb durch Inflation
Inzwischen denken Politiker bereits über einen Ausstieg aus den beispiellosen Stimulierungsmaßnahmen nach, mit denen sie die globalen Märkte mit Liquidität überschwemmt haben. Dabei aber sind sie sehr darauf bedacht, die Rettungsleine nicht zu früh zu kappen. So wie sie in der Krise wohl lieber zu viel als zu wenig getan haben, werden sie meines Erachtens nun lieber zu spät als zu früh mit ihrem Rückzug beginnen. Das aber wird unweigerlich und mit Macht die Inflation wieder auf den Plan rufen, wovon zweifellos Edelmetalle profitieren werden.
Höheres Wachstumspotenzial als Gold
Das ist in groben Zügen der Hintergrund für mein aktuelles Interesse an Platin als Anlagewert. Platinproduzenten fahren Verluste ein, seit der Preis unter die Produktionskosten gefallen ist, und eher zögerlich drosseln sie ihre Produktion. Aber ist die erst einmal zurückgefahren, wird der Preis anziehen, beflügelt zusätzlich von der sich weltweit erholenden Nachfrage. Aus meiner Sicht hat Platin daher größeres Aufwärtspotenzial als Gold. Bereits 2008 ist die enge Korrelation zwischen Gold und Platin zusammengebrochen, wie die nachfolgende Grafik zeigt.
Stetig wachsende Nachfrage aus der Autoindustrie
Neben der Schmuckindustrie wird Platin auch in der Herstellung von LCD-Fernsehern verwendet. Am stärksten nachgefragt wird es jedoch von der Autoindustrie. Fast die Hälfte des gesamten Angebots wird zur Herstellung von Autokatalysatoren1 verwendet, mit denen umweltschädliche Substanzen aus den Abgasen eliminiert werden.
Einer Branche die Stange zu halten, die noch vor weniger als zwölf Monaten kurz vor dem Zusammenbruch stand, erscheint auf den ersten Blick widersinnig. Aber aus meiner Sicht sprechen einige gewichtige Gründe dafür, warum der Autosektor früher oder später wieder florieren wird.
So betrachten viele Regierungen ihre Autobranche als strategisch wichtigen Sektor, dem sie deshalb im Krisenfall unter die Arme greifen, etwa mit Abwrackprämien wie in den USA und in Europa. Sie erfreuen sich großer Beliebtheit und haben den Auto- und Autoteileherstellern kurzfristig enorm geholfen, auch wenn sie in einigen Ländern bereits ausgelaufen sind und in anderen demnächst enden werden.
Die längerfristige Nachfrage wiederum ist durch Käufer aus den Schwellenländern gesichert, die auf dem besten Wege sind, sich zu den größten Neuwagenkäufern weltweit zu mausern. In China hat der Absatz von Neuwagen in absoluten Zahlen den in den USA bereits hinter sich gelassen.2 Und angesichts des potenziellen Marktes im Reich der Mitte ist auf Jahre hinaus mit weiterem Wachstum zu rechnen. Denn bislang kommen auf 100 Chinesen nur 2,9 Autos. Zum Vergleich: In der EU kommen auf 100 Menschen 49 Autos, in den USA 713. Der inzwischen unaufhaltsame Trend zu sauberer Technologie bei Autos wird ganz gleich, wie schnell die chinesische Autoflotte letztlich wächst, die Nachfrage nach umweltschonenderen Autos beflügeln und mit ihr die Nachfrage nach einem zentralen Rohstoff: Platin.
Attraktive Unternehmen in EMEA
Aber so attraktiv die Eigenschaften von Platin als Anlagewert auch sind, so schwer kann es sein, den Einstieg in dieses Investment zu finden - wie bei anderen Rohstoffen auch. Mein Weg zu einer Anlage in Platin erfolgt über Unternehmen, die Platin abbauen. Und da 97 Prozent der weltweiten Platinvorkommen in der EMEA-Region zu finden sind, befindet sich dort auch das Gros der Unternehmen, die ich analysiere und genau beobachte. Von diesen sind die Niedrigkostenproduzenten wie Impala Platinum, das an der Börse in Johannesburg gelistet wird und Minen in Südafrika und Simbabwe betreibt, gut positioniert, um vom erwarteten Anstieg im Autosektor zu profitieren
Viele Menschen glauben seit Jahrhunderten, dass alles, was glänzt, Gold ist. Ich glaube aber, dass auch Platin in rechtem Licht betrachtet verführerisch glänzt.
Quelle: Fidelity Investements
Nick Price, Fondsmanager Fidelity EMEA Fund