Der heutige Lebensstil wird sich auf ein viel niedrigeres Niveau einpendeln ...
Wie wir heute wissen haben Währungssysteme 100% Scheiterrate. Bedeutet dies dann das unser derzeitiges Währungssystem eine Ausnahme darstellt? Nein tut es nicht.
John, ich gebe Dir in vielem recht. Nur verstehe ich nicht, was daran so schrecklich sein soll.
Wenn Kohle, Oel und Gas in der Erde bleiben oder alle sind, werden wir natürlich den heutigen Lebensstil nicht beibehalten können. Nicht nur Treibstoff und Strom werden knapp, sondern auch Stahl, Zement, Glas, Düngemittel und vieles andere. Ein Auto für jeden wird es nicht mehr geben, allenfalls für Feuerwehr und Notarzt. Auch das Straßennetz wird sich ohne die Einnahmen aus dem individuellen Straßenverkehr nicht wie heute erhalten lassen, sodass selbst der, der noch ein Auto hätte, nicht wie heute fahren könnte. Das wenige Biogas wird man für die Landmaschinen brauchen. Na und? Wie lange hat die Menschheit ohne Autos gelebt? Auch fliegen muss man nicht unbedingt.
Meine Eltern, 1903 - 1990 und 1910 - 2004, hatten die meiste Zeit den modernen Komfort nicht. Ein Auto hatten sie erst spät und kurz (auf Betreiben der Söhne), sie brauchten und wollten es nicht. Dafür kannte sich mein Vater hervorragend im Kursbuch der Bahn aus. Geflogen sind sie nur ganz ausnahmsweise, außer dass mein Vater Segelflieger war. Trotzdem hatten sie kein schlechtes Leben, abgesehen von den beiden Weltkriegen.
Wenn mein Vater eine neue Stelle hatte, so zog er in Gedanken einen Kreis von 2 km Radius darum. Darin musste die Wohnung der Familie liegen, etwas anderes kam nicht in Frage. Zur Arbeit ging er zu Fuß, zum Mittagessen kam er heim, danach ging er wieder hin. Die Familie täglich am Mittagstisch versammelt - wo gibt es heute diesen Luxus? Wenn ich von den armen Leuten lese, die aufs Auto angewiesen sind, um zur Arbeit zu kommen, kann ich nur den Kopf schütteln. Warum haben sie sich abhängig gemacht? Man wird sich wieder eine Wohnung in fußläufiger Entfernung vom Arbeitsplatz suchen müssen, oder einen Arbeitsplatz nahe der Wohnung. Die Siedlungsstruktur wird sich da allerdings gründlich ändern müssen.
Man braucht auch nicht 46 qm Wohnfläche pro Kopf, wie wir heute im Durchschnitt haben. Viel wichtiger wäre, dass man wieder lernt zusammenzuleben, und nicht jeder in einem Kästchen für sich. Wir haben zeitweise zu fünft in einem Zimmer gelebt, viel später zu siebt in drei Zimmern, im Urlaub meine Frau und ich mit vier Enkelkindern aus drei Familien zu sechst in zwei Zimmern. Das geht alles.
Überlegt mal, wie viel Geld, Intelligenz und Kreativität auf die Werbung ver(sch)wendet wird, um uns zu sagen, was wir alles kaufen sollen. Und wie wenig, um uns zu sagen, was wir nicht brauchen. Kein Wunder, dass der Konsum das optimale Maß weit übersteigt.
Jedes Währungssystem kommt an sein Ende. Das gilt übrigens auch für Metallwährungen; die Klagen über Münzverschlechterung sind so alt wie die Münzprägung. Na und? Dann schafft man eben ein neues. Habe ich erlebt und überlebt.
Bin ich jetzt ein Grüner? Nein,beileibe nicht! Man kann und muss mit Notwendigkeiten rational und furchtlos umgehen. Solange die Fettlebe anhält, kann man auch seine Emotionen spazieren führen; das ist, was die Grünen tun. Als ich mal in einer grünen Mitgliederversammlung saß (um meine Frau abzuholen, die sich das anschaute), fiel mir nach einer Viertelstunde der Satz ein: Ich fange auch mit 47 noch was neues an, aber ich gehe mit 47 nicht noch einmal in den Kindergarten.
Die zwei größten Dummheiten der Grünen (nicht nur der Partei, die ist nur die Spitze des Eisbergs) sind das Abwürgen der Kernkaft (mitsamt der Forschung!) und die Missachtung des Speicherproblems bei Wind und Sonne. Dabei sollte auch eine Grüne wissen, dass die Sonne nachts nicht scheint und der Wind weht wann er will.
Hier breche ich mal ab, wird sonst zu lang.
Gruß! Fritz