Beiträge von Tollar

    In den Midlands steht viel Agrarland unter Wasser in USA und die Hurrican Season hat erst angefangen, neben Inflation und Iran koennte das Wetter ebenfalls Panik ausloesen.

    Ca. 2 -3 % der US-Ernte sind vernichtet, das liegt aber gut unter den jaehrlichen Ertragsschwankungen, denn ein einziges Wetterereignis bestimmt nicht das Ernteergebnis. Sicher ein guter Anlass fuer Spekulation, der Mais-Preis explodiert regelrecht und die Ethanoldistiller schalten deshalb Ihre Kocher ab.

    Du hattest geschrieben:
    "1913 wurde die Federal Reserve Bank gegründet.
    Diese Institution ermöglichte zwei Weltkriege und maßlose Verschuldung."



    In welchem anderen Land, wenn nicht die USA, wurde 1913 eine Federal Reserve Bank gegruedet ?

    Bevor weitere Fehler begangen werden, sag bitte exakt an, was eine wettbewerbsfähige Währung sein soll.
    Gegen wen muß eine Währung konkurrenzfähig sein?

    Nicht die Waehrung selbst, sondern der Wirtschaftsraum mit der wettbewerbsfaehigeren Waehrung wird Vorteile gegenueber Wirtschaftsraeumen mit einer weniger wettbewerbsfaehiger Waehrung haben. Die Wettbewerbsfaehigkeit moderner Industriestaaten wird heute vor allem dadurch bestimmt, den Aussenwert der Waehrung guenstig (um sich Vorteile beim Export zu verschaffen, die aber Importe noch bezahlbar machen) zu halten und die Investitionsaktivitaet anzuheizen.

    Wenn mit Goldstandard das Wirtschaftswachstum (in%) die prozentuale Zunahme an Gold übersteigt, dann steigt die durch das Wirtschaftswachstum erzeugte Gütermenge schneller, als die über die Mienen Geldmenge. Das Ratio Geld-Waren nimmt also auf der Warenseite zu. Einer Geldeinheit stehen jetzt mehr Wareneinheiten gegenüber als zuvor. Wenn das Geld auf diese Weise stetig an Wert gewinnt, dann macht es keinen Sinn mehr, das Geld aus den Händen zu geben. Sachgüter verlieren stetig an Wert, die Menschen horten das Geld, die Wirtschaft kommt (nahezu) zum Erliegen.

    Es kommt schlicht zum Erliegen der Investitionstaetigkeit. Genau aus dieser Umklammerung konnte sich das Mittelalter erst befreien, nachdem die Gold(geld)-menge radikal erhoeht wurde. Moeglich wurde das durch eine ploetzliche Goldschwemme infolge von Goldraub und Goldfunde auf neu den entdeckten Kontinenten.

    Aber das Geld ist (soweit ich das begriffen habe) im Goldstandard doch nicht unbegrenzt vermehrbar. Die Geldmenge kann nur MIT dem vorhandenen Goldbestand (über der Erde) wachsen.

    Genau das ist der Kritikpunkt am Goldstandard. Die wirtschaftliche Aktivitaet waere stark abhaengig von der Faehigkeit, die Goldmenge zu erhoehen. Heute haelt das Goldmengenwachstum nicht mit dem Wirtschaftswachstum mit. Wirtschaftliche Prosperitaet waere in einem Goldstandard abhaengig vom Auffinden und Ausbeuten von Goldlagerstaetten, was wohl kaum linear passiert. Aber alles ist nur eine Frage von Willen, Energie und Arbeitskraft - dann koennte die Goldmenge auch so gesteigert werden, um die gewuenschte Prosperitaet zu erreichen. Nur waere das nichts anderes als Drucken von Papiergeld - aber eine um Groessenordnungen teurere Loesung. Die frage ist dann, was schadet uns mehr: Ressourcen zur Herstellung einer teuren Waehrung zu verschwenden oder die Folgen von Inflation und uebermaessigem Geldmengenwachstum zu stemmen ? Vermutlich ist das ein Nullsummenspiel. Den einzigen Unterschied den ein Goldstandard machen wuerde, waere die Neuordnung der Besitzverhaeltnisse - aber die Aremn werden trotzdem arm und die Reichen werden trotzdem reich bleiben.

    Die USA letztendlich sollen also den 1. und 2. Weltkrieg verursacht haben. Ist das die Aussage im Buch oder Deine Interpretation ? Egal, es ist eine sehr gewagte Theorie.

    Ja es waren eben nicht die Aliens, sondern die Gesellschaft selbst. Waere die Abschaffung nur von einer korrupten Klasse getragen worden und haette er zum Niedergang der Wohlstandsgesellschaft gefuehrt, waere der Goldstandard frueher oder spaeter wieder eingefuehrt worden, entweder durch Revolution, Volksaufstand oder auf parlamentarischen Wege. Dazu ist es aber nie gekommen.

    GELD ist nur was wert wenn man es an REALOS bemisst, man braucht eine Eichung, ein unveränderliches Urmaß, und das kann nur etwas sein, das es nicht beliebig oft gibt UND sich nicht beliebig vermehren läßt!

    Nachdenken, das haettest Du vorm Schreiben dieser Feststellungen mal tun sollen.


    Haetten wir heute noch die Geldmenge von 1913, haette ein Auto vor 20 Jahren vielleicht $100 gekostet. Heute wuerde es $50 kosten, denn man muesste die gleiche Geldmenge auf immer mehr Gueter aufteilen. Das waere dann die Folge Deiner Eichung oder "unveränderlichen Urmaßes" und nennt man Deflation. Allerdings wuerdest Du im Goldstandard heute kaum Autos kaufen koennen, denn kaum jemand haette sein Geld in Forschung und Autowerke investiert, da es durch Rumliegen Rendite (in Form von Wertzuwachs) ohne jegliches Risiko abwerfen wuerde.


    Was Gold betrifft, taugt dies niemals als "unveränderliches Urmaß", denn es ist vermehrbar und es wird auch vermehrt. Alles nur eine Frage des Einsatzes von Willen, Energie, Arbeitskraft.

    Pauschal zu behaupten der Goldstandard "habe versagt" ist pures, armseliges Schwarz/Weiss-Denken.
    Alles hat Vor- und Nachteile. Eine Sache abzustempeln ist nicht zielführend. Ziel sollte es m.E. sein, Elemente aus "geschichtlich erprobte" Systemen zu isolieren und diese mit neuen Ansätzen zu verknüpfen. (Das ist wie bei den Linken, Kommunisten seien sei - da sind sich alle einig - nur was das eigentlich ist - da nicht. Will nicht abschweifen...)


    So pauschal darf man das natuerlich nicht abstempeln, da stimme ich zu. Der letzte Goldstandard hat aber versagt, sonst haetten wir ihn heute noch. Es geht um die Schaffung eines wettbewerbsfaehigen Waehrungsystems und da muss man, wie bereits festgestellt, alle wirstchaftlichen Vor- und Nachteile abwaegen. Bis heute fehlt es einfach an realistischen Modellen fuer Goldstandards.


    Energiewährung könnte zu einem raschen Überangebot an Energie führen, weil dann viele versuchen würden nutzbare Energie zu erzeugen.


    Das wuerde mit Gold aber genauso passieren. Chinas Goldproduktion steigt heute schon jaehrlich um 8% und wird dieses Jahr Suedafrika in der Menge ueberholen. Bei Stundenloehnen fuer das Heer von chinesisches Wanderarbeitern unter $1/h, fast vollstaendiges Fehlen von Sozial- und Umweltstandards ist die Produktion heute schon vergleichsweise billig.

    Es fühlt sich niemand mehr zuständig, den Wert der EM´s einzuschätzen und einen entsprechenden Gegenwert auf die Plastikkarte aufzubuchen.


    Durchaus denkbar, wenn der Wert der Edelmetalle gegen Null geht. Ein Wert wird eben bestimmt dadurch, was eine Mehrheit bereit ist dafuer zu zahlen bzw. einzutauschen. Muscheln oder Salz galten auch mal als Waehrung, heute kann man das im Kilo fuer ganz wenig Papier kaufen.

    Hallo Tollar, ja der zweite Faktor war, daß Nixon so viele Greenbucks drucken hat lassen, das er den Franzosen nicht einmal ihre Dollar in Gold tauschen konnte und schon gar nicht die Dollarreserven der restlichen Staaten.

    Eben komplexe Materie, da nuetzt es nichts sich ein paar Rosinen unter den Argumenten rauszupicken.

    Wenn Du nochmal nachliest und wie Du hier sogar korrekt zitiert hast, sind die entscheidenden Woerter in Anfuehrungszeichen gefasst. Nach deutscher Rechtschreibung stelle ich die physikalischen Gesetze damit nicht in Frage stelle. Ohne die Anfuehrungszeichen waere es physikalisch natuerlich nicht korrekt. Oekonomisch betrachet ist diese Feststellung aber voellig korrekt (nur in diesem Kontext habe ich argumentiert, was Dir nicht entgangen sein sollte), denn erstens wird Energie (oekomisch betrachtet z.B. Oel) verbraucht. Physikalisch betrachtet ist diese Energie natuerlich noch da in Form von Waerme in der Atmosphaere und zum geringen Teil als Strahlung. Unter rein oekomischen Gesichstpunkten nuetzt dies nur wenig, die Energie ist eben vollstaendig "verbraucht" und "verloren", es sei denn, man koennte sie wieder zu vertretbaren Kosten in handelbare Energieformen zurueckwandeln und mit Gewinn verkaufen.

    Daß selbst in D eine hohe Gefahr eines Goldverbotes besteht, davon allerdings ist wirklich auszugehen. Bei euch in Amerika ist diese Gefahr jedoch noch vielfach höher. Woran man erkennan mag, wie freiheitsliebend die USA wirklich waren (1933-1975) und sind.

    Bevor man die Gefahr eines Goldverbotes diskutieren kann, muss erst mal ein Goldstandard vorhanden sein. Die Zentralbanken koennen derzeit die Geldmengen unabhaengig von ihren Goldreserven erhoehen. Sie muessen sich nicht um neue Goldreserven kuemmern, wenn sie das tun. Im Goldstandard sieht das natuerlich anders aus.


    Wer also den Goldstandard fordert, muss sich spaeter nicht ueber das Goldverbot wundern.

    Goldstandards waren Jahrhunderte Realitaet und wurde von den Industrienationen abgeschafft. Aus gutem Grund, denn es ist erwiesen, dass Goldstandards zu Deflation fuehren. Es ist auch erwiesen, dass moderate, kontrollierbare Inflation zur mehr wirtschaftlichem Wachstum fuehrt als Deflation (vergleiche Inflationsraten/GDP-Wachstum Euro-Zone, USA, Japan, China).
    Wenn eine Interessengruppe genuegend Lobby hat, wird es auch zur Einfuehrung des Goldstandards in dem einen oder anderen Wirtschaftsraum kommen. Allerdings wird sich dieser Wirtschaftsraum langfristig ins Mittelalter zurueckbefoerdern. Er wird seine Wettberwerbsfaehigkeit zu den Wirtschaftsraeumen mit Papierwaehrung schnell verlieren.
    Sollte es dennoch ernsthafte Tendenzen in diese Richtung geben, wird es eher zu einer Art Oel- oder Energiestandard kommen. Seit Jahrhunderten ist man auf der Suche nach der wahren Geldwaehrung. Energie haette fuer eine besicherte Papierwaehrung wesentlich bessere Eigenschaften als Gold, denn die derzeit verfuegbaren Reserven sind begrenzt. Zudem wird Energie "verbraucht" und ist unwiderruflich "verloren", waehrend sich Gold immer mehr ansammelt und nie verloren geht. Energie ist das Lebenselexier der Industrienationen, waehrend Gold nur relativ nutzlos rumliegt. Man kann damit weder Transportmittel bewegen, Hochoefen heizen, Nahrungsmittel produzieren oder Rohstoffe gewinnen. Daher wird Energie immer mehr zur wahren Waehrung und daran koennten auch verordnete Goldstandards nichts aendern. (Btw, Ich sehe das Gold-Oel-Ratio langfristig bei eins !)
    Fuer den Goldanleger ist eigentlich der Lebensmittelpunkt in einem hochinflationaeren Wirtschaftsraum viel interessanter, als in einem Goldstandard, solange der Anleger und eine Mehrheit an Gold glaubt. Mit Einfuehrung eines Goldstandards realisiert natuerlich ein Goldbesitzer gigantische Einmalgewinne. Allerdings sind diese Einmalgewinne auch gewaltigen Risiken ausgesetzt, denn es wird ganz sicher Begehrlichkeiten auf vielen Seiten wecken. Ein Goldverbot ist nahezu genauso wahrscheinlich, wie ein Goldstandard.

    Das Ende der Geschichte wären EM-gedeckte Währungen und je nach EM-Deckungsgrad sind 20-80% der Bevölkerung von der Geldzirkulation auszuschließen.
    Zuerst das nichtsschaffende und nichtsproduzierende Banken- und Versicherungsgewerbe.

    Das waere dann auch das Ende der kapitlaistischen Industriegesellschaft. Sogar der Sozialismus funktionierte nicht ohne Banken und Versicherungen. Kommunismus scheidet aus, da dort Geld (also auch Gold) abgeschafft sind. Einzige Moeglichkeit sind dann die Wiedereinfuehrung des Mittelalters mit dahinsiechender Wirtschaft. Dahinsiechend deshalb, weil durch den damals vorherrschenden Goldstandard niemand motiviert war Geld (Gold) in wirtschaftlichen Aktivitaeten zu investieren, da Geld (Gold) im Wert einfach nur durch Herumliegen stieg. Um dem entgegenzuwirken, muesste im modernen Goldstandard Gold staendig den Mengen an produzierten Waren und Dienstleistungen angepasst werden. Moderne Industriegesellschaften prosperieren sogar durch eine moderate Inflation, denn durch den permamenten Wertverlust von Geld wird die Investitionstaetigkeit angekurbelt. Inflation (insofern kontrollierbar und aktzeptabel) ist eine lebenswichtiges Elexier der kaptalistischen Gesellschaft, ohne sie ist sie nicht wettbewerbsfaehig. Die im Umlauf befindliche Geldmenge (Gold) muesste dann staendig erhoeht werden. Die Zentralbanken muessten eine nicht unerhebliche Menge an Steuern einsetzen, immer immer mehr Mengen an Gold zu foerdern, um diese dann im Umlauf zu bringen. Vermutlich wurde dies einen erheblichen Anteil des Bruttosozialprodukts ausmachen. Aber letztendlich verhaelt sich dann Gold wie Papiergeld, da die Menge staendig steigt, nur zu viel hoeheren Kosten. Dann koennte man gleich wieder Papiergeld drucken oder Computeranweisungen and die virtuelle Geldmenge geben, was um Groesseneordnungen billiger ist. Selbst fuer den Goldsparer waere dann Gold auch voellig uninteressant. Goldstandards sind schoene, aber nicht zu Ende gedachte Traeume.

    Solche Geschichten können monatelang im Umlauf bleiben, ohne das jemand auf die Idee kommt es mal halbwegs nachzuprüfen ob das nicht kompletter Unfug ist. Irgendwie muss ja vorgegangen werden, wenn ein Land aus der Währungsunion ausscheidet, aber dass gerade die Scheine abwerten die dessen Nummer tragen halte ich für Unsinn, manche Staaten haben bspw. gar keine Scheine. Vermutlich würden die nichtmal aus dem Verkehr gezogen, weil das schon viel zu auwändig wäre, und es gibt eine andere Lösung.


    Kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das so viele Leute machen. Die meisten haben doch sowieso nur das Bargeld für die Einkäufe der Woche, maximal des Monats und da ist es doch völlig egal was drauf steht wobei natürlich viele wieder zu blöd sind soweit zu denken, wenn so ein Trend erstmal die Masse erfasst hat. Auswirkungen hat das aber nur, wenn sich mehr Leute Barreserven zulegen und die nur mit Xern bestücken, dann muss man es selber auch machen, weil man ja sonst das Risiko eingeht, dass einem keiner mehr die anderen Scheine abnimmt, wenn es mal soweit ist.


    "Das bedeutet dabei nicht zwangsläufig, das diese Banknote auch durch eine nationale Druckerei gedruckt wurde, sondern das diese NZB den Schein entweder in ihrem Zuständigkeitsbereich in Umlauf gebracht oder, im Rahmen des dezentralen Poolingverfahrens der Banknotenherstellung, einer anderen Zentralbank für die Ausgabe in deren Zuständigkeitsbereich zur Verfügung gestellt hat." http://de.wikipedia.org/wiki/Eurobanknoten#NZB-Kennung
    So wie ich das verstehe, kann also die Bundesbank die X-Scheine der spanischen NZB zur Verfuegung stellen, wo sie dann fuer Spanien im Umlauf bringt - prich ein Schein eines beliebigen Euro-Landes kann eine beliebige Nummer haben. Also alles vermischt wie bei den CDOs ?

    @ Tollar

    Wir können auch hier in D. noch bis 10T oder 15T Teuros ohne Registrierung kaufen. Die Banken machen was sie wollen.
    Es gibt eine Menge Dinge, die gemacht werden die laut Gesetz nicht sein dürfen - nicht nur hier.


    Ja eben selbst schuld, warum lasst Ihr Euch das von den Banken gefallen ?