*) Was passiert, wenn sich die Marktbedingungen für die Banken nun insofern verändern, als sie wieder weniger Kreditausfallrisiken sehen? Sie werden, mit dem Geld das sie erhalten haben, den Kredithebel wieder hochfahren und so viele Kredite wie möglich vergeben. Das vom Staat erhaltene Geld wird also um ein Vielfaches vermehrt, in den Wirtschaftskreislauf gepumpt. Beginnt die Wirtschaft zu laufen, fließen die Zinseinnahmen und das vom Staat erhaltene Geld, kann samt Zinsen zurückgezahlt werden.
*) Zusätzlich beginnen, die vom Staat gehaltenen Schrottpapiere wieder einen Wert zu bekommen, weil die Hoffnung auf wieder steigende Immobilienpreise einen Markt dafür erzeugt. Es könnte sogar der Fall eintreten, daß, ein richtiger Run auf die ehemaligen Schrottpapiere einsetzt, weil sie sehr günstig zu erwerben sind.
Die Blase wächst wieder, es wird inflationiert und die Wirtschaft geht in die nächste Scheinblüte durch Kreditexzesse.
Unwahrscheinlich, ja, aber Rückzahlung nicht unmöglich.
Die grosse Hoffnung heisst eben Re-Inflationierung. Ob dies in den naechsten 2..3 Jahren gelingt, wage ich zu bezweifeln, denn alles haengt im wesentlichen am Trend der Immobilenpreise. Solange die Preise fallen, steigt das Ausfallrisiko bei den Banken und sie werden keine Kredite ausgeben. Der Mangel an Krediten bewirkt wiederum einen Verfall der Immobilienpreise, weil das Angebot die reale Nachfrage uebersteigt. Infolge des Ueberangebots bricht die Herstellung ein, was die Bauunternehmen pleite gehen laesst und Loehne und Gehaelter sinken laesst und damit die reale Nachfrage noch weiter sinken laesst. Ein Niedergang einer Industriebranche greift dann ueber die oekonomische Nahrungskette auf den Rest der Wirtschaft ueber. Eine klassische Deflationsspirale setzt sich in Gang. Diese zu durchbrechen mittels kuenstlicher Re-Inflationierung hoert sich leicht an, funktioniert in der aber Praxis nicht, weil komlexe makrooekonomische Gesetze hier wirken, die ihre eigene Dynamik haben.
Um zurueck zu den Schrottpapieren zu kommen... diese werden daher auf absehbare Zeit weit unter ihrem Nominalwert bleiben. Viele dieser Papiere werden ihren Nominalwert inflationsbereinigt in einem Menschenleben nie wieder erreichen, weil sie waehrend einer Jahrhundert-Bubble zu irrwitzigen Preisen ausgestellt wurden. Es ist also sinnlos darauf zu hoffen, diese Papiere werden erfolgreich in den Wirtschaftskreislauf zurueckgebracht - es werden ewig Schrottpapiere bleiben.
Was die Schrottpapiere in den Zentralbanken angeht ... werden diese entweder als Sicherheiten hinterlegt oder direkt aufgekauft (Quatitative Easing). Irgendwann muessen die Sicherheiten wieder ausgeloest werden (am Ende der Laufzeit) oder wieder erfolgreich verkauft oder gar abgeschrieben werden. Nun gab es bei der EZB bereits Faelle, wo die Glaeubiger der EZB pleite gingen und Schrottpapiere als Sicherheiten hinterlegt hatten. In diesem Fall muss die EZB diese Papiere am Markt verauessern, damit sie die Summe aus dem ausgegebenen Kredit wieder eintreibt (Schulden werden nie erlassen, sie muessen immer beglichen werden, egal von wem, andernfalls wuerde man die Geldsysteme wie Euro oder Dollar sofort zerstoeren). Da der Marktwert meist unter dem Kreditvolumen liegt, ensteht ein Fehlbetrag. Das gleiche Problem ensteht beim Quatitative Easing, wenn diese Papiere wieder in den Markt verkauft werden. Sollte der Erloes geringer als der Aufkaufpreis ausfallen, entsteht ein Fehlbetrag.
Aber wo kommen diese Fehlbetraege her ?
Diese Frage laesst sich sehr leicht klaeren, wenn man eine einfache Funktion der Zentralbanken versteht. Zentralbanken erwirtschaften in guten Zeiten Gewinne. Diese Gewinne werden an den Staat abgefuehrt, faktisch also an den Steuerzahler. Genauso verhaelt es sich mit den Verlusten. Die Verluste der Zentralbank muss der Steuerzahler begleichen. Man kann das ueber die Zentralbank zwar auf die lange Bank schieben, aber langfristig muss gezahlt werden, solange die Zentralbanken existieren.
In Endkonsquenz kommt nur der Steuerzahler fuer die Verluste aus Schrottpapieren auf !