Beiträge von Tollar

    und du glaubst, dass der sich da in ein paar Monden noch dran erinnert ?) :hae: [smilie_happy]

    Dieses Bekenntnis ist ein fundamentaler Teil der USA. In den USA ist das Kapital am sichersten, deswegen fliesst es vermehrt in den Dollar und nicht in den Euro und es kommen 75% der neuerlichen T-Bill-Aufkaeufer aus dem Ausland.

    Die Inflationslösungs ist nunmal die für alle Beteiligten am
    wenigsten schmerzende

    Den Schuldnern stehen auch Glaeubiger gegenueber und das sind zwar sehr kleine Gruppen, aber Gruppen mit sehr viel Macht. Fuer dies Minderheit waere die Inflationsloesung ihre Enteignung. Aber die haben soviel Macht, und werden versuchen es nicht zuzulassen. Letztendlich liefe diese Konfrontation auf eine anti-kapitalistische Revolution hinaus mit der moeglichen Loesung durch eine sozialistische Vermoegensreform. Der Ausgang dieses Konflikts ist durchaus offen, in den USA wird es beim Kapitalismus und den bestehenden Vermoegensverhaeltnissen aber bleiben. Obama hat sich erst kuerzlich eindeutig und woertlich zum Kapitalismus bekannt.

    Tollar: geht das überhaupt?
    wie soll das gehen?

    Ausverkauf des Staates an die Glaeubiger. Faengt bei A an wie Autobahnen und hoert bei Z auf wie Zuendholzmonopol (sogar eine wahre Geschichte). Musst nur aufpassen, das der Staat Dich nicht auch noch verhoekert (z.B. als Mitglied der Krankenpflichtversicherung).

    Der Dollar ist "weicher" geworden, temporär gegenüber dem Euro und m.E. dauerhaft gegenüber Gold. Bernanke wagt sich vor in unbekanntes Terrain und er riskiert die mögliche Zerstörung des globalen Geldsystems.

    Er ist lediglich in den letzten 24 Stunden weicher geworden. Deswegen geht er noch lange nicht unter. Keine Sorge, die Eigentuemer des Dollar-Systems werden Bernanke nicht ihr eigenes Vermoegen zerstoeren lassen. Der Dollar-Untergangs-Theorie geistert ja schon Monaten durch die internationalen Medien. Aber warum waren die Kaeufer bei den letzten T-Bill-Auktionen zu 75% auslaendische Instititute ?


    Du glaubst also tatsächlich an eine Entschuldung des Systems ohne Umbruch des selbigen? Keine Inflation, keine Währungsreform, kein Krieg, nichts, einfach nur alle eine Nummer kleinere Brötchen backen und brav alles zurückzahlen? Nun denn, warten wirs ab. Für den Fall, dass es nicht so kommt, ist jedenfalls das EM. In Deinem Szenario würde freilich cash reichen.




    Die höhere Produktivität ist übrigens nur noch größeres Problem nach meiner Meinung. Davon profitieren zunehmend mehr die Eliten, zunehmend weniger die breite Masse. Für die bleiben nur noch McJobs und Arbeitslosigkeit in einer zunehmend produktiven Welt. Man schaue sich nur an, welch irrsinnige Umsätze durch wie wenig Mitarbeiter bei Softwareunternehmen wie Microsoft oder SAP generiert werden.

    Inflation wird kommen, wenn die Wirtschaft wieder waechst. Hyperinfaltion wird man aber effektiv bekaempfen, aus ureigensten Interessen der Glaeubiger.


    Die Produktivitaet wird sogar gesteigert durch hoehere Arbeitslosigkeit - das ist ein einfaches Gesetz in der Marktwirtschaft. Aber die Entschuldung wird nur teilweise durch Arbeit geschehen. Ein beschleunigter Guetertransfer wird einsetzen, der vor allem oeffentliche Haushalte entschulden wird.

    Zentralbank hält Staatspapiere, Staat erklärt sich gegenüber der Zentralbank für Zahlungsunfähig. Zentralbank "schreibt diese Positionen ab", sprich druckt virtuell diese Summe, um die Bilanz auszugleichen. Es geht ja gerade darum, dass die Zinseszins-Kreditexpansionen irgendwann nicht mehr weitergehen und die Forderungen global uneinholbar werden. Und ja, genau das zerstört die Geldsysteme.

    Das Aushebeln des Systems wuerde es zerstoeren, ganz richtig. Nur warum sollten das ihre Betreiber tun ? Stattdessen wird ueber die naechsten Jahre ein drastischer Schuldenabbau stattfinden, sowie in der Zeit von 1929-1945. Zum einen werden Schulden abgearbeitet durch mehr Produktivitaet (teilweise verbunden mit einem Rueckgang des Lebensstandards), zum anderen koennen sich Schuldner durch Uebertragung von Vermoegenswerten entschulden. Letzteres wird der Staat tun und seine Vermoegen versilbern muessen, um die Schulden abzutragen. Nur eine anti-kapitalistische Revolution koennte diesen Prozess anhalten.

    So schnell nicht, Zweifarbiger. Das Endgame beginnt JETZT. Die Fed kauft amerikanische Anleihen und auch alles sonstwie toxisches - lol. Der Dollar ist spätestens jetzt Toast. Gold (in US$) wird noch ganz andere Höhen nehmen. Und du bist mal wieder nicht dabei ... [smilie_happy]

    Bitte Koenigswasser. Dass der Dollar jederzeit implodiert, wird doch hier schon seit Jahren staendig propagiert. Nur ist das nicht geschehen. Der Aufkauf der toxischen Assets ist nichts neues, es wurde lediglich das Volumen erhoeht. Diese Aktion hat dem Dollar bisher nicht geschadet, warum sollte die das auf einmal tun. Der Aufkauf der Staatsanleihen war schon lange angekuendigt und das Geld fliesst in die Banken, wo es gehortet wird, nicht in die Realwirtschaft. Gerade Deutschland ist als Exportweltmeister auf einen starken Dollar angewiesen und man wird den Euro dann im Zaum halten wollen. Die EZB wird sich dem Null-Zins ebenfalls annaehern, nur mit zeitlicher Verzoegerung. Der Ausschlag bei Gold und Dollar innerhalb von Minuten ist irrational. Das wird sich schnell beruhigen, sobald man merkt, dass diese Massnahmen fundamental nicht viel aendern.

    Die Fed kündigt an, zur Stützung des Immobilien- und Hypothekenmarktes den Ankauf von hypothekenbesicherten Anleihen um 750 Milliarden Dollar auf insgesamt 1,25 Billionen Dollar in diesem Jahr auszuweiten.

    Dieses Programm ist daher lediglich eine Ausweitung und hat bisher noch keinerlei inflationaeren Effekte gezeigt. Solche Summen sind bei einem Hypothekenmarkt von $15 Billionen und jaehrlichen Wertverfallsraten von 20% sowie nur Peanuts. Das einzige was dieses Programm vermutlich bewirkt, ist ein leichtes Abfangen des Preisverfalls. Vermutlich wuerde ohne diese Massnahmen der Immobilienmarkt vollstaendig zusammenbrechen.

    Das mag bei momentaner Zusammensetzung und momentanen Aktienkursen tatsächlich rund 1800 Punkte sein, dazu müsste man die aktuell gültigen Korrekturfaktoren kennen.

    Schau einfach auf den Chart, den ich reingestellt habe. Der Dax verlor seit Nov 2007 48%, waehrend der Kursdax 51% zurueckging. Die Differenz ist eben nur 3% und der Einfluss der Dividenden minimal und darauf zurueckzufuehren, dass die Dividenden in diesem Zeitraum noch gestiegen sind. Momentan gehen sie aber kraeftig zurueck oder werden vollstaendig gekuerzt. Der Dax duerfte daher in Zukunft noch staerker verlieren als der Kursdax, weil ci kleiner wird. Der Index entwickelt sich bei gleichgleibenden Dividenden proportional zu den Kursen, weil der ci eben nur ein Faktor ist. Der Dax kann daher gut auf 2000 fallen, wenn die Kurse weitere 50% zurueckgehen.

    Ich werde mich noch mal an einer Longattacke versuchen.

    Man muss die Feste eben feiern wie sie kommen. Ich bin auch letzte Woche Long und werde meine Positionen noch weiter ausbauen. Diese Suckers-Rally scheint Beine zu haben und die neuerlichen "Attacken" von FED und Kongress befeuern dies. Stop-Loss und Verkaufs-Limit von Anfang an setzen und dann kann selbst bei Schrott-Werten nichts schief gehen. Wenn diese Suckers-Rally vorbei ist, wird dann eben mit dem gleichen Muell wieder short gegangen.

    *) Was passiert, wenn sich die Marktbedingungen für die Banken nun insofern verändern, als sie wieder weniger Kreditausfallrisiken sehen? Sie werden, mit dem Geld das sie erhalten haben, den Kredithebel wieder hochfahren und so viele Kredite wie möglich vergeben. Das vom Staat erhaltene Geld wird also um ein Vielfaches vermehrt, in den Wirtschaftskreislauf gepumpt. Beginnt die Wirtschaft zu laufen, fließen die Zinseinnahmen und das vom Staat erhaltene Geld, kann samt Zinsen zurückgezahlt werden.


    *) Zusätzlich beginnen, die vom Staat gehaltenen Schrottpapiere wieder einen Wert zu bekommen, weil die Hoffnung auf wieder steigende Immobilienpreise einen Markt dafür erzeugt. Es könnte sogar der Fall eintreten, daß, ein richtiger Run auf die ehemaligen Schrottpapiere einsetzt, weil sie sehr günstig zu erwerben sind.
    Die Blase wächst wieder, es wird inflationiert und die Wirtschaft geht in die nächste Scheinblüte durch Kreditexzesse.
    Unwahrscheinlich, ja, aber Rückzahlung nicht unmöglich.

    Die grosse Hoffnung heisst eben Re-Inflationierung. Ob dies in den naechsten 2..3 Jahren gelingt, wage ich zu bezweifeln, denn alles haengt im wesentlichen am Trend der Immobilenpreise. Solange die Preise fallen, steigt das Ausfallrisiko bei den Banken und sie werden keine Kredite ausgeben. Der Mangel an Krediten bewirkt wiederum einen Verfall der Immobilienpreise, weil das Angebot die reale Nachfrage uebersteigt. Infolge des Ueberangebots bricht die Herstellung ein, was die Bauunternehmen pleite gehen laesst und Loehne und Gehaelter sinken laesst und damit die reale Nachfrage noch weiter sinken laesst. Ein Niedergang einer Industriebranche greift dann ueber die oekonomische Nahrungskette auf den Rest der Wirtschaft ueber. Eine klassische Deflationsspirale setzt sich in Gang. Diese zu durchbrechen mittels kuenstlicher Re-Inflationierung hoert sich leicht an, funktioniert in der aber Praxis nicht, weil komlexe makrooekonomische Gesetze hier wirken, die ihre eigene Dynamik haben.


    Um zurueck zu den Schrottpapieren zu kommen... diese werden daher auf absehbare Zeit weit unter ihrem Nominalwert bleiben. Viele dieser Papiere werden ihren Nominalwert inflationsbereinigt in einem Menschenleben nie wieder erreichen, weil sie waehrend einer Jahrhundert-Bubble zu irrwitzigen Preisen ausgestellt wurden. Es ist also sinnlos darauf zu hoffen, diese Papiere werden erfolgreich in den Wirtschaftskreislauf zurueckgebracht - es werden ewig Schrottpapiere bleiben.


    Was die Schrottpapiere in den Zentralbanken angeht ... werden diese entweder als Sicherheiten hinterlegt oder direkt aufgekauft (Quatitative Easing). Irgendwann muessen die Sicherheiten wieder ausgeloest werden (am Ende der Laufzeit) oder wieder erfolgreich verkauft oder gar abgeschrieben werden. Nun gab es bei der EZB bereits Faelle, wo die Glaeubiger der EZB pleite gingen und Schrottpapiere als Sicherheiten hinterlegt hatten. In diesem Fall muss die EZB diese Papiere am Markt verauessern, damit sie die Summe aus dem ausgegebenen Kredit wieder eintreibt (Schulden werden nie erlassen, sie muessen immer beglichen werden, egal von wem, andernfalls wuerde man die Geldsysteme wie Euro oder Dollar sofort zerstoeren). Da der Marktwert meist unter dem Kreditvolumen liegt, ensteht ein Fehlbetrag. Das gleiche Problem ensteht beim Quatitative Easing, wenn diese Papiere wieder in den Markt verkauft werden. Sollte der Erloes geringer als der Aufkaufpreis ausfallen, entsteht ein Fehlbetrag.
    Aber wo kommen diese Fehlbetraege her ?


    Diese Frage laesst sich sehr leicht klaeren, wenn man eine einfache Funktion der Zentralbanken versteht. Zentralbanken erwirtschaften in guten Zeiten Gewinne. Diese Gewinne werden an den Staat abgefuehrt, faktisch also an den Steuerzahler. Genauso verhaelt es sich mit den Verlusten. Die Verluste der Zentralbank muss der Steuerzahler begleichen. Man kann das ueber die Zentralbank zwar auf die lange Bank schieben, aber langfristig muss gezahlt werden, solange die Zentralbanken existieren.

    In Endkonsquenz kommt nur der Steuerzahler fuer die Verluste aus Schrottpapieren auf !

    "Es ist so, als würde man eine Versicherung für die ,Titanic? kaufen von jemandem auf der ,Titanic?."

    Dann werd ich mal schnell Versicherungen auf meinen Tod auf den Markt bringen :thumbup:
    Aber Spass beiseite.
    Versicherungen sind vor ihrer Natur her nichts anderes als Gluecksspiel. Man wettet auf das Eintreten oder Nichteintreten eines bestimmten Ereignisses, und kassiert dann dafuer Geld. Der Unterschied zwischen dem CDS-Geschaeft und dem Gluecksspiel ist, dass das Gluecksspiel in den USA selbst in Las Vegas staatlich reguliert ist. Das CDS-Geschaeft der AIG war eine Lizens zum Gelddrucken, denn sie konnte Dank fehlender Regulierung ihr Geschaeftsmodell auf kurzfristig maximale Profitabilitaet ausrichten, waehrend fuer moegliche Leistungsfaelle nie ausreichend vorgesorgt wurde (andernfalls waere die AIG nie in Schieflage geraten). Man kann das auch als das Geschaefstmodell der verbrannten Erde bezeichnen. Im Prinzip war die AIG selbst die Mutter aller Wetten in der Finanzwelt, naemlich dass groessere Leistungsfaelle wie die Subprime-Ausfaelle letztendlich von Steuerzahler beglichen werden muessen. Fuer die Banken wie die Deutsche ist diese Wette sogar aufgegangen, denn sie lebt ja heute von US-Steuergeldern. Heute wird es aber so dargestellt, dass diese Produkte niemand verstanden hat. Aber warum wurden sie dann entwickelt, verkauft und gekauft ? Ich halte es fuer sehr naiv wenn man solchen Darstellungen glaubt, diese Produkte seinen selbst von den Teams hochbezahlter Experten bei den Banken ueberhaupt nicht verstanden worden. Ich denke, man kannte die Risiken genau und war sich sicher, dass der Steuerzahler letztendlich einspringen wird. Und die Wette wurde natuerlich gewonnen !

    Doch wie wird die Geldmenge in relativer Weise aufgebläht? Die Antwort liegt auf der Hand: Durch Drucken von Geld, sprich: durch Verschuldung. Ein relativer Rückgang der Geldmenge wird dadurch erreicht, dass Schulden durch Bankrott verschwinden und somit das aus dem Nichts erzeugte Geld wieder im Nichts verschwindet, wobei die Aktionäre und damit die Steuerzahler die Zeche zu bezahlen haben, wie das jüngste Beispiel Freddy Mac und Fannie Mae offenbart haben.


    Das ist nicht ganz richtig und etwas verwirrend. Die Geldmenge im Umlauf steigt durch Verschuldung, aber nur wenn mehr Geld in Umlauf gebracht wird, als durch Zins und Tilgung wieder von den Banken zurueckgenommen wird. Durch Bankrotte verschwinden nicht einfach die Schulden, das ist falsch. Schulden werden immer getilgt, entweder durch den Schuldner, einen Dritten (z.B. Staat, Kreditausfallversicherung) oder die kreditgebende Bank selbst (Verlustabschreibung durch Abzug vom Grundkapital der Bank).



    Es ist deshalb ein Denkfehler, wenn man annimmt, dass Geld in der Deflation immer wertvoller wird. Es wird in Wahrheit nicht wertvoller, sondern knapper, da relativ gesehen die Geldmenge durch Konkurse und Preisrückgänge schrumpft.



    Die Geldmenge schrumpft nicht direkt durch Bankrotte oder Preisrueckgaenge, sondern direkt dadurch, dass die Neuverschuldung (= Kreditvergabe durch Banken) kleiner als Tilgung+Zins laufender Kredite ausfaellt. Es gibt nur eine indirekten Zusammenhang: durch Bankrotte wird ein gestiegenes Ausfallrisiko impliziert, was die Banken ueber hoehere Zinsen und strengere Bedingungen versuchen zu kompensieren, was wiederum die reale Nachfrage nach Krediten reduziert. Gefallene Preise bewirken ebenfalls einen Nachfragerueckgang nach Krediten, weil der Finanzierungsbedarf faellt.