Beiträge von Tollar

    Der Artikel war Schrott und sollte wohl Aktienkäufer anlocken - oh schau, das kann nicht unter 2200 fallen - und flutsch... steht das bei 800... so kann es gehen.

    An der Boerse ist eben alles Psychologie. Und 90% der Leser werden diesen Unsinn einfach glauben.



    Neben dem DAX-Performanceindex gibt es noch den weniger bekannten DAX-Kursindex.[2] Dieser wird im Gegensatz zu den anderen DAX-Indizes nicht um Dividendenzahlungen bereinigt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/DAX


    Vergleichen wir mal den weniger bekannten Kursdax mit dem beruehmten Dax seit November 2007. Der Kursdax schneidet lediglich um ca. 3% schlechter ab, als der Performancedax. Der Einfluss der Dividenden ist also minimal.

    Denn all diese Dividendenzahlungen der vergangenen Jahre stellen inzwischen eine Art ?Cash-Sockel? für den Dax dar
    ... Bis auf 2 200 Punkte wird er aber auch dann nicht fallen. Das steht jetzt bereits fest.
    http://www.handelsblatt.com/fi…dax-nie-mehr-2003;2204379


    Schauen wir mal genau nach:


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    Die Korrekturfaktoren ci der Aktien im Index dienen zur Anpassung des Kurses an außergewöhnliche Ereignisse wie Zahlungen von Dividenden oder Bezugsrechten. Einmal im Jahr, jeweils am 3. Freitag im September, werden die Korrekturfaktoren der Aktien im Index wieder zurückgestellt (Verkettungstermin). Der neue Korrekturfaktor wird bestimmt mit:


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    http://www.quintec.de/index.php?id=103



    Die o.g. Behauptung haelt einfacher mathematischer Betrachtung nicht stand. Wenn die Aktienkurse gegen Null gehen, geht der Dax ebenfalls gegen Null. Von einem unterem Limit des Ergebnisses von 2200 kann also keine Rede sein, selbst wenn unendlich viel Dividende gezahlt wird. Wenn die Pi's Null sind, ist die Produktsumme ueber dem Bruchstrich ebenfalls Null und damit das Ergebnis Null. Seltsame Mathemathik, welches das Handelsblatt da zugrunde legt.


    Ausserdem wird der Dividendenfaktor nur einmal im Jahr zurueckgesetzt, naemlich im September eines jeden Jahres. Dadurch wirken Dividendenkuerzungen erst mit zeitlicher Verzoegerung.
    Allerdings kam es bereits zu massiven Dividendenkuerzungen, die teilweise noch gar nicht in den Dax eingeflossen sein duerften:


    Allianz -36%
    BMW -71%
    Commerzbank -100%
    Daimler -70%
    Deutsche Bank -89%
    Deutsche Post -33%
    Deutsche Postbank -100%
    MAN -36%


    Korrekterweise muesste man einen Schatten-Dax fuehren, der die Dividenden zeitnah einrechnet.

    In vielen Fällen ist das sicher auch berechtigt. Aber dabei ist zu bedenken, dass die Banker nur die Rahmenbedingungen ausgeschöpft haben, die die Politik ihnen bereitgestellt hat.

    Dass Banken gescheitert sind, lag sicher an der unzureichenden Regulierung und Kontrolle des Finanzwesens. Nur haben sich die Banken immer mit Haenden und Fuessen gegen Regulierung gewehrt und es wurden auf Druck der Finanzbranche diese Regulierungen seit den 80er Jahren sogar erfolgreich aufgeweicht. Diese "Rahmenbedingungen" erlaubte es ihnen ueber Jahre zu zocken, Rekord-Profite einzufahren und Millionenboni auszuschuetten was das Zeug haelt. Aber am Ende gingen ihre Spekulations-Schemen nicht auf, weil sie lediglich ein riesiges Schneeballsystem betrieben. Normales Geschaeftsrisiko wuerde das jede Bank nennen, wenn das Geschaeftsmodell eines Kleinbetriebes scheitert. Genauso muss es aber auch fuer Banken gelten. Die Banken konnten die Weltwirtschaft in eine schwere Krise stuerzen, weil auf ihren Druck zu viel Freiraum eingeraeumt wurde und sie aus Gier und Profitsucht verantwortungslos handeln durften - das war der Fehler. Im wesentlichen die Steuerzahler haben jetzt das auszuloeffeln, was die Banken eingebrockt haben. Strengere Regulierung und Ueberwachung wird die Folge sein. Sogar das heutige Geldsystem steht prinzipiell zur Disposition. Die Banken sollten froh sein, noch nicht vollstaendig verstaatlicht worden zu sein.

    Dies führt doch dazu, dass sich immer mehr Leute aus dem Erwerbsleben ausklinken und sich resignierend an den Staat halten. Muss dann nicht zwangsläufig Geld gedruckt werden?

    Sozialausgaben hatte man schon mal in Deutschland ueber die Druckerpresse finanziert. Doch dafuer muesste man die EZB und die Bundesbankgesetze unterlaufen, als letzter Ausweg in einer Katastrophe ueber Notstandsmassnahmen durchaus denkbar.

    dass vereinfacht gesagt die einen für Geld arbeiten müssen und die anderen es einfach drucken können.

    "Drucken" koennen Geld nur Banken, die damit die Geldmenge erhoehen. Marc Faber's sarkastischen Darstellungen von zimbabwischen Verhaeltnissen in den USA oder der EURO-Zone sind zwar immer sehr unterhaltsam, aber leider auch an wesentlichen Fakten vorbei. Mit seinen Horror-Inflationsprognosen lag er bisher "etwas" daneben. Aber was noch nicht da ist, kann ja noch kommen, Faber ist vermutlich nur ein paar Jahre zu frueh.

    Problematisch wird es dann sein, wenn der Staat dringendst Geld braucht - aber nicht genug bekommt und so neues Geld erzeugt - UND GLEICHZEITIG die Banken neues Geld erzeugen UND GLEICHZEITIG das Vertrauen ins Geldsystem bröckelt. Dann gibt es eine hohe Inflation

    Hatten wir in den Infla/Defla-Threads schon diskutiert. Der Staat kann kein Geld aus duenner Luft erzeugen, nur die Banken koennen das. Aber das Szenario beschreibt genau die Charakteristik einer Inflation: Das Angebot ist groesser als die Nachfrage nach Geld. Derzeit ist das eher umgekehrt.

    Aber da bei unseren aktuellen Währungen einseitig USD und EUR einfach so in den Umlauf gebracht werden können, halte ich das Ganze eher für einen guten Trick. Wie soll es denn sonst möglich sein, dass die FED einfach so Staatsanleihen in Milliardenhöhe kaufen kann?! DIe haben doch abgesehen von der "Druckerpresse" keine Vermögenswerte.

    Ich glaube, Du bist da einem Denkfehler verhaftet. Nur die Banken bringen Geld in Umlauf, nicht die Notenbanken oder Regierungen. Staatshilfen oder Rettungsgelder sind ueber Staatsanleihen aus der Realwirtschaft geliehenes Geld, welches derzeit in die Banken gepumpt wird. Dadurch erhoeht sich die Geldmenge nicht. Die Geldmenge erhoeht sich nur durch die Kreditschoepfung (Kreditvergabe) der Banken, welche aber momentan auf Sparflamme laeuft. Die FED will zwar Staatsanleihen von den Haltern, naemlich privaten Investoren dieser Papiere, direkt aufkaufen, aber bsiher ist das noch nicht realisiert worden. Wenn dies wirklich anfangen sollte, erhoeht es die Geldmenge im Umlauf nur temporaer, weil der Staat diese aufgenommenen Anleihen spaeter wieder tilgen muss, d.h. durch Einzug von Steuern und Abgaben aus der Realwirtschaft diese Summen wieder in die FED zurueckfuehrt.

    Das ist nur Luftgeld. Also Luft und hat nichts mit zu bezahlenden Arbeitsstunden und Rohstoffen zu tun.


    Man kann zwar Banken mit Luft retten, aber keines Falls irgendetwas bauen.

    Das stimmt nur fuer die Staatsbuergschaften solange sie nicht eingeloest werden muessen, nicht aber fuer die Millarden Dollar oder Euro, die real in die Bankensysteme geschuettet werden. Das Geld mit denen die Banken gerettet werden, ist reales Geld. Es ist das gleiche Geld, mit dem Du Arbeiter bezahlst oder Brot kaufts. Schliesslich schuetten die geretteten Institute dieses Geld in Form von Boni teilweise wieder aus, mit dem ich dann die Banker den neuen Porsche (stecken ganz viele Arbeiststunden und Rohstoffe drin) goennen. Dieses "Luftgeld" muss sich nur der Staat leihen und spaeter zahlst Du diesen Kredit zurueck mit Deinen Steuern, welche Du aus Deinen eigenen Arbeitsstunden gewinnst ... in 10..20 Jahren wirst du Dir das mit dem Luftgeld nochmal ueberlegen, wenn die Steuerlast bestaendig steigt.


    Wenn es so einfach waere mit "Luftgeld" diese Finanzkrise zu erledigen, waere sie schon laengst vorbei.

    ... besonders fuer die Naturwissenschaftler und Techniker unter uns. Keith Lofstrom schlaegt den Bau einer sog. Launch Loop vor. Sie waere bereits mit heutiger Technologie realisierbar. Eine etwas groessere Ausfuehrung wuerde die Transportkosten in den Orbit auf $3/kg reduzieren (momentan $11.000/kg) und $30 Mrd an Bau- und Entwicklungskosten verschlingen. Bei den heutigen Billionen-Summen, mit denen unser mittelalterlich wirkendes Finanzsystem gerettet werden muss, erscheinen solche Kosten wie Peanuts.

    [url]http://www.launchloop.com/launchloop.pdf
    [/url]
    http://www.launchloop.com/isdc2002loop.pdf


    [Blockierte Grafik: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b8/LaunchLoop.svg/800px-LaunchLoop.svg.png]

    Aber wenn man glaubt das alles erkannt zu haben und zu durchschauen, dann kann man sich ja Gegenmaßnahmen überlegen, oder?

    Da sind wir nicht die einzigsten, die versuchen hier etwas mehr durchzublicken. Ohne Insider-Wissen hast Du eh kaum eine Chance und da gibt es etliche mit etwas Insider-Beruehrung, die uns immer Laengen voraus sind. Dieses Rennen kannst Du niemals gewinnen. Und solltest Du doch mal gewinnen, werden schnell die Regeln geaendert.

    Ohne die Glaubwürdigkeit der Quelle zu kennen, deckt sich die Angabe mit den 18 Mio Euro die vor kurzem als geheimes EU Papier kursierten...

    Dieses Paper wird darin auch erwaehnt. Aber 18 Mio, das ist heute bereits der Bonus des Chefs einer mittleren Bank. Genaugenommen sind es 18 Millionen Millionen oder 18 Billionen oder ca. das BIP der EU.

    "Even worse. The fox will be in charge of the hen house !" ... wuerde der Ami sagen


    Die FED gohoert den Banken. Die Banken kontrollieren sich dann quasi nur noch selbst: "Kein Staat, kein Volk kann uns was, wenn wir unsere Maerchen-Buecher schreiben". Das waere der direkte Weg zum Banken-Faschismus.

    D A N A C H sind die Gesetze, Verordnungen, Blianzierungsrichtlinien etc. geändert worden.

    Sicher ist es Beschiss, vor allem am Steuerzahler, der die materiellen Folgen dieser Ausserkraftsetzung kapitalistischer Grundprinzipien letztendlich begleichen muss. Aber bis zum tag X muessen die Banken noch nach den alten Regeln bilanzieren, daran aendert sich nichts. Ab dem Tag X, und das duerfte in Q2 voll wirksam werden, gelten die neuen Gesetze (falls es zur Modifikationen an M2M kommt). Sicher sind Banken motiviert vor dem tag X in einer Grauszone so kreativ zu bilanzieren wie es eben geht um Verlusposition ins "ewig lange Ende" rueberzuschieben anstatt am kurzen Ende verheerend bilanzieren zu muessen.


    Leider, es wird alles immer mehr ein Frage der Bilanzkosmetik, nicht der realen fundamentalen Situation. Die Initiatoren dieses "Spiels" koennen eben schneller die Regeln aendern, als Du "Verloren!" rufen kannst.


    And the Ponzi scheme goes on !

    Es ist ganz einfach B E T R U G ! im strafrechtlichen Sinne (ich weiss, dass es nix hilft ...)

    Betrug ist es strafrechtlich gesehen, wenn es Gesetze verletzt. Wenn die Gesetze geaendert werden, dann ist Betrug einfach kein Betrug mehr, dann wird Verbrechen legal. Leider.


    Betrug ist es dennoch moralisch gesehen. Aber was scheren sich Banken um die Moral ? Es ist jetzt allein den Marktteilnehmern (Bankunden) ueberlassen.

    Diese Rally wird vor allem durch die Mark-to-Market-Modifikations-Phantasie getrieben. Den Banken koennte erlaubt werden, ihre faulen Papiere stueckchenweise ueber Jahrzehnte abzuschreiben, anstatt nach heutigem Marktwert kruzfristig. Nach den gesetzlichen Regeln koennen sie dann kaum noch Pleite gehen. Der Rest ist bei Banken sowieso nur Vertrauenssache. Solange die Markteilnehmer ihren Banken vertrauen und ihre Einlagen nicht massiv zurueckforden, koennen Banken toedliche Verlustpostionen ewig vor sich her schieben (im Prinzip aufgebrauchte und nicht vorhandene Einlagen), insofern der Gesetzgeber ihnen das erlaubt. Der Gesetzgeber scheint ihnen jetzt damit entgegenzukommen und solange die Psychologie mitspielt, koennen sogar Zombie-Banken auf einmal wieder prosperieren.