Beiträge von Tollar

    Na jedenfalls muss der Ackermnann sich dann nicht mehr schaemen, wenn die AIG pleite ist. :thumbup:

    Die Deutsche Bank nimmt Staatsgelder gerne an (vermutlich ist man ohne nicht ueberlebensfaehig), es ist lediglich nur eine Frage des Schamfaktors. Der faellt hoeher aus, wenn deutsche Steuergelder durch einen Herrn Steinbrueck ueberreicht werden, er faellt geringer aus, wenn es sich um US-Steuergelder in einem AIG-Umschlag handeln. Prinzipiell nimmt man aber Staatsgelder - es ist jetzt Ackermann ueberlassen, wie stark er sich schaemen will.

    Alle wollen krampfhaft am bestehenden System festhalten, also müssen die Probleme inflationär gelöst werden, auch wenn Tollar das nicht glaubt.

    Ich zweifle nicht den inflationaeren Charakter dieser Systemrettung an. Ziel ist ganz klar die Re-Inflationierung der Geldmengen und der Maerkte. Die Ergebnisse deuten aber bisher nicht auf eine Inflation hin - ganz im Gegenteil - wir befinden uns in einer deflationaeren Abwaerstspirale und das zeigt die Unwirksamkeit dieser inflationaeren Massnahmen seit September 2007 an. Im Erfolgsfall wuerden wir mindestens nominal prosperiende Maerkte sehen. Aber nicht mal das tun sie, weil infolge eines nachhaltigen Vertrauensverlusts der Abzug der Liquiditaet aus den Maerkten (Aktien, Immobilien, Rohstoffe) ungleich groesser als die Inflatiuonierungsmassnahmen sind. Die Inflation kommt daher erst, wenn wieder Vertrauen in den Maerkten entsteht und dadurch Liquiditaet zurueckkehrt und mit erhoehter Geschwindigkeit in den Maerkten zirkuliert.


    Was mir hier im Zusammenhang mit der Deutschen Bank auffaellt - um zum eigentlichen Thema zurueckzukommen, ist die Tatsache, dass die Deutsche Bank ohne diese US-Staatsgelder hoechstwahrscheinlich gar nicht ueberlebensfaehig waere. Stellen wir uns mal $11,8 Mrd weniger auf der Haben-Seite in den Bilanzen der Deutschen Bank vor. Dagegen auesserte Ackermann noch im Oktober, er wuerde sich schaemen Staatsgelder anzunehmen. Vermutlich habe ich diese Auesserung nur falsch verstanden. Wie ich es jetzt verstehe ist die Deutsche Bank prinzipiell bereit Staatsgelder anzunehmen und tut es ja auch, es ist lediglich eine Frage des damit verbundenen Schamfaktors (die woertliche Ausserung Ackermann schliesst ja die Annahme von Staatsgeldern nicht aus).

    Erst im Oktober letzten Jahres verkuendete Ackermann: „Ich würde mich schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden.“. Aber ueber indirekte Kanaele Staatsgelder anzunehmen, darum scheint die Deutsche Bank nicht verlegen. Die AIG, Empfaenger von $170 Mrd US-Steuergeldern, offenbahrt auf Druck des US-Kongresses jetzt die Empfaenger der von ihr weitergeleiteten Staatsgelder. Auf der Top-10-Liste befindet sich bereits auf Platz 2 die Deutsche Bank mit $2,6 Mrd.


    AIG names recipients of its bailout money
    http://www.cnn.com/2009/US/03/15/AIG.banks.list/index.html



    AIG Payouts
    Below are the top 10 largest payouts, according to a report released Sunday by AIG.


    Societe Generale: $4.1 billion
    Deutsche Bank: $2.6 billion
    Goldman Sachs: $2.5 billion
    Merrill Lynch: $1.8 billion
    Calyon: $1.1 billion
    Barclays: $0.9 billion
    UBS: $0.8 billion
    DZ Bank: $0.7 billion
    Wachovia: $0.7 billion
    Rabobank: $0.5 billion

    Der Rueckgang des BIP um 45% waehrend der Grossen Depression ist nur die halbe Wahrheit. Denn diese Zahl bezieht sich auf das nominale BIP, nicht das reale. Es wird argumentiert, dass heute diese Krise stark abgemildert sei , weil die Rohstoffpreise stark gefallen sind. Genauso war es damals waehrend der Grossen Depression. Damals fielen die Rohstoffpreise ebenfalls sehr stark. Entscheidend ist also das reale BIP, welches inflationsbereinigt ist:


    Nominal GDP
    (billions of dollars)
    1929 = $103.6
    1933 = $56.4


    Real GDP
    (billions of 2000 dollars)
    1929 = $865.2
    1933 = $635.5
    -26%
    http://www.measuringworth.org/datasets/usgdp/result.php


    Das reales BIP ging damals also um 26% zurueck. Die Weltbank erwartet diesmal eine Rueckgang von 15% bis Mitte des Jahres (heute operiert man beim GDP nur mit realen, inflationsbereinigten Zahlen), also nach nicht mal nach 2/3 der Krise. Die Dimension ist hier gut mit der Weltwirtschaftskrise 1929-1933 vergleichbar.


    Bisher ist der Dow innerhalb von anderthalb Jahren seit Beginn der Finanzkrise im Oktober 2007 um ca. 50% gefallen. Vom Begin der Wirtschaftskrise im Juli 1929 bis zum Januar 1931, also einem vergleichbaren Zeitraum, ging der Dow um ca. 55% zurueck, also ebenfalls gut vergleichbar mit der grossen Depression.


    Weiterhin wird behauptet, dass heute der Konsum realtiv stabil sei. Das ist kompletter Unsinn. Beispielsweise gingen Autoverkaeufe in den USA im Jahresvergleich um ca. 50% zurueck. Verkaeufe von neuen Einfamilienhaeusern gingen im Jahresvergleich um 48.5% zurueck.
    http://online.wsj.com/mdc/public/page/2_3022-autosales.html
    http://www.census.gov/const/newressales.pdf


    Weiterhin wird behauptet, die Maerkte werden mit Liquiditaet geflutet. Das ist insofern richtig, dass Hilfsgelder in Finanzinstitute fliessen. Sie werden aber dort nur verwendet um Verluste zu decken und den Bankrott der Institute zu verhindern. In die Realwirtschaft fliesst aber davon kaum etwas, weil die Banken diese Gelder nicht als Kredit ausgeben. Die Kreditvergabestandards ziehen drastisch an und die Kreditwuerdigkeit nimmt infolge des wirtschaftlichen Niedergangs ab. Geld ist heute knapper als vor anderthalb Jahren - ein Bild von von mit Geld gefluteter Realwirtschaft ist blanker Unsinn.

    Helen Chaitman, 67: "...Ich denke wir haben alle gelernt, dass man der SEC nicht trauen kann. Das war der grosse Fehler, den ich gemacht habe....Ich haette nicht investiert, wenn ich nicht die SEC-Freigabe gesehen haette...."


    DeWitt Baker, 84: "...Saemtliche Regulierungen, die in den 30er Jahren eingesetzt wurden, um dies zu verhindern und ich als Kind waehrend meiner Schulzeit noch selbst erlebte, sind verschwunden. Der Kongress stattet die SEC nicht mit ausreichenden Mitteln aus. Sie haben nicht genuegend Ermittler ..."


    Miriam Siegman, 65: "Der Fakt, dass er im Gefaengnis sein wird, hilft weder den Opfern noch verhindert es zukuenftige Katastrophen... Die Regierunsgbeoerden haben seit den fruehen 70er Jahren versagt. Das ist ein totaler Fehler. Die Banken- und Finanzausschuesse im Kongress, Senator Schumer, Senator Lautenberg - alle sie haben versagt..."



    http://finance.yahoo.com/banki…ctims:-In-Their-Own-Words

    Madoff bekannte sich in der heutigen Gerichtsverhandlung zu allen Anklagepunkten schuldig und wird zu 150 Jahren Haft verurteilt werden. Der Richter hob den Penthouse-Arrest auf und Madoff wird ab so sofort in einem "etwas" weniger luxiorioesen Ambiente die Zeit bis zu seinem Lebensende verbringen muessen.


    Die Betrugsopfer sind ueber dieses Blitzverfahren empoert, denn Madoff nimmt alle Schuld auf sich und der Richter laesst das so auf sich beruhen. Bei einem so gigantischen Betrugsfall muss es Mitwisser und Mittaeter gegeben haben, vermuten die Betrugsopfer. Ein schlechtes Licht faellt auch auf die SEC, die Beschwerden und Hinweisen nie ernsthaft nachging oder Untersuchungen daraufhin schnell als erfolglos einstellte. Auf ein Jury-Verfahren wurde bewusst verzichtet, denn es haette unbequeme Fragen und Antworten auf die Hintergruende und Begleitumstaende in aller Oeffentlichkeit ergeben koennen. Ein solches Verfahren haette sich ueber Monate hingezogen und SEC-Mitarbeiter oder gar Bundesbeamte waeren vermutlich vorgeladen worden und haetten sich kritischen Fragen der Jury-Mitglieder stellen muessen. Die Verwicklung weiterer Personen in dieses Betrugsschema waere vermutlich ans Tagesslicht gekommen. Stattdessen belaesst der Richter es bei den Aussagen Madoffs - das ist der eigentliche Skandal.


    http://www.bloomberg.com/apps/…top_news&sid=aDrMyMCgzqYw

    AAA... ist doch alles Mumpitz! Diese scheiss Rating-Agenturen sind doch der Auslöser der Krise. Korruptes, inkompetentes Pack, mehr nicht!

    Spaetestens seit Beginn der Subprime-Krise wissen wir, was Ratings wert sind. Bald werden durch neue Accountig-Rules die Bilanzen noch undurchsichtiger - trotzdem die Aktienkurse freut es. Aber warum aufregen ? Man muss die Feste feiern wie sie kommen.

    GE-Aktie steigt wegen Erleichterung der Investoren, dass die Abstufung nicht höher war.

    So ist der Markt eben. Auch wenn die Banken in Q1/09 Verluste einfahren, werden die Kurse nach oben gehen, wenn die Verluste geringer als in Q4 ausfallen und unter den Erwartungen liegen. Wir leben in manipulierten Maerkten. Die Mark-to-Market- und Uptick-Rule-Phantasien werden jetzt ueber Wochen am Koecheln gehalten, bis die ersten Zahlen fuer Q1 gemeldet werden. Es wird kein Kunststueck sein, diese Zahlen besser als Q4 und ueber den Erwartungen ausfallen zu lassen.

    Interessant finde ich, wie plötzlich der Dollar absinkt und jede Menge Geld vorhanden ist für Aktien und Gold.

    Passend dazu:


    ... if the stock market rallies short term and retreats, gold will rise once the retreat begins.
    This is true for the dollar as well. If the dollar goes up – stocks will go down. If the dollar goes down – stocks will go up....
    http://financialsense.com/fsu/…als/gnazzo/2009/0312.html

    Vor allem Banken werden davon profitieren, weil sie Schrottpapiere und faule Kredite nicht mehr nach Marktwert bilanzieren muessen. In Fakt ist das Schaffung von Geld aus dem Nichts. Aber egal, es wird eine Suckers-Rally gefuehrt durch Finanztitel antreiben.


    ..A House panel wrung a pledge Thursday from the head of an accounting board to try to issue guidelines in three weeks that will ease rules that force banks to value assets at current prices....
    http://biz.yahoo.com/ap/090312/meltdown_accounting_rule.html

    USA machen dicht!

    Trotz dem Bekenntnis zum freien Welthandel droht die neue Regierung der USA die heimischen Märkte abzuschotten. Das wurde einmal mehr deutlich an der Bestätigungsanhörung von Ron Kirk, dem Kandidaten für das Amt des Handelsbeauftragten, durch den Senat.

    http://www.mmnews.de/index.php…News/USA-macht-dicht.html
    Gruß Henry

    Europa fuehrt Strafzoelle fuer Biokraftsoffe aus den USA ein. Soviel als Ergaenzung zu Worten und Taten auf beiden Seiten. Der Handelskrieg hat begonnen.


    http://www.google.com/hostedne…omzXpJ_EaMi7RaLwD96SI9780

    Also 70k in Puts zu investieren, wäre kompletter Schwachsinn. Was würdest Du denn raten, in dieser konkreten Situation?

    Wer das Risiko eingehen will, kann es mit Short-ETFs (boersengeandelte Investmentfonds, die Indizes invers abbilden, so einfach zu handeln wie Aktien) probieren. Aber die Zeiten scheinen vorbei, bevor Shorten zum Volkssport wird, aendert man die Regeln und dreht diesen ETFs den Saft ab.