Wenn ich kurz mal einhaken darf, damit keine Missverständnisse aufkommen oder zumindest nicht weiterbestehen: die "Geldmenge" hat im Zeitablauf insoferne ihre Relevanz, als sie dir zeigt, was bis zu dem Zeitpunkt, an dem du sie anguckst, alles gelaufen ist. Sie erklärt dir somit sehr wohl die Inflation, aber nur die bisherige. Sie vermittelt somit eine ex post Erkenntnis, eignet sich aber nicht für Prognosen.
=> Gähn - wie oft denn noch? Es wird durch Wiederholung weder analytisch wahrer noch empirisch belegbarer.
=> Wir waren doch eigentlich längst an dem Punkt, an dem wir den Dissens in Sachen Geldmengenrelevanz (auch ZUKUNFTSgerichtet - nicht nur "ex post"!) offengelegt hatten und uns gegenseitig in Ruhe lassen wollten. Ganz konkret hattest Du neulich sogar vorgeschlagen, dass ein Goldgeldsystem doch durchaus mal in Konkurrenz zu jedem heutigen oder "debitistisch-idealen" treten können solle und wir dann mal abwarten, was sich im freien Wettbewerb durchsetzt.
Zitat{weissgarnix Drohende „Hyperinflation“ oder doch Deflation? Gold ein Fehler? } Ich bin und war ja auch nie ein Gegner der "Goldbugs". Ich versuche den Leuten nur klarzumachen, was ein System kann und was nicht. Und ohne Staat und staatlicher Aufschuldung können eine Reihe von Systemen richtig gut funktionieren, nach meiner Überzeugung fiat money besser als jeder Goldstandard. Aber darum muß man keine Glaubenskriege führen, auch ein goldgedecktes System könnte als derartige Parallelwährung auftreten, why not?
ZitatDer Grund warum selbst so helle Köpfe wie Mises und von Hayek dem Geld nicht auf die Spur kamen, war simpel und schlicht der, dass sie sich nicht wirklich damit auseinandersetzten.
=> Nein wir sind heute gar nicht überheblich.
ZitatBeide standen zu 100% in der Tradition Carl Mengers, aber dessen Geldtheorie geht wie die Klassik vom "Gütertausch" aus und kennt schlicht keine genuinen monetären Prozesse. Insoferne hinkten die "Österreicher", sosehr ihre Erklärungen des Kapitalismus ansonsten auch bestechen, in Sachen "Geld" einem Karl Marx etwa weit hinterher.
=> Du wirst damit leben müssen, dass die große Mehrheit hier nicht an "genuin monetäre Prozesse" glaubt, sofern sie mit diesem Kunstbegriff überhaupt etwas anfangen kann. Wenn die "genuine" Finanzsphäre so rein und abgehoben von der Realwelt existieren könnte und würde, dann hätten die Banker und die Elite dahinter kein Interesse an diesem Spiel. Es geht denen ja genau darum, mittels ihres (fast) aus dem Nichts geschaffenen Gelds/Kredits am Ende des Tages möglichst viel REALVERMÖGEN / SACHWERTE in ihre Taschen zu bekommen. Darum dreht sich alles - und darum ist die modellhafte Vorstellung einer abgehobenen/getrennten/"genuinen"/nicht-inflationstreibenden Finanz-/ Kreditsphäre, in der jede Geldmengenschöpfung "sterilisiert" und damit realwirtschaftlich irrelevant gemacht werden kann, einfach abenteuerlich und absurd und widerspricht jeder Erfahrung eines beobachtenden Invdividuums seit 1913 bzw. 1971.
=> Dein Hinweis auf die analytische Überlegenheit Karl Marx´ ist aber sehr erhellend. Komme gleich darauf zurück.
ZitatSo gesehen kann man für die Diskussion einfach festhalten: wer an den Gütertausch der Klassik und Neoklassik als Fundament des Wirtschaftens glaubt und damit unterstellt, dass jeglichem monetären Prozess irgendwie ein realwirtschaftliches Pendant gegenübersteht, ... der wird bei den Österreichern gut aufgehoben sein. Wer das allerdings nicht glaubt, sondern die Wirtschaft als eine Verkettung von Kaufs- und Verkaufskontrakten sieht, mit entsprechenden Finanzierungsvereinbarungen dahinter, die ihre gänzlich eigenen, nicht durch Gütertauschprozesse verursachte und nicht der "realen" sondern der "nominalen" Sphäre entspringende, Folgen auslösen können, der wird bei Keynes oder Minsky, oder aber den Debitisten deutlich besser aufgehoben sein.
=> Wie gesagt: die große Mehrheit hier glaubt eben an "reale" und nicht -wie Du es nennst- an "nominale" Sphären. Entschuldige, dass wir hier so stur sind und noch versuchen, mit gesundem Menschenverstand zu denken, was einen in der monetären Modellwelt natürlich disqualifiziert. Aber wenigstens hast Du den Glaubenskonflikt nochmals -und zum mittlerweile wohl 10. Mal- sauber dargestellt.
Viel interessanter aber ist doch ein aktueller weissgarnix-Eintrag im Gelben, in dem Du endlich einmal klar und deutlich eine eigene WERTUNG einfließen lässt, mittels der man Dich auch einmal außerhalb dieser Modell-Diskussionen verorten kann:
Zitatverfasst von weissgarnix , 08.05.2008, 10:51 Eigentum wird redistribuiert, das ist an sich nichts schlechtes. Zumal bei einem leistungslosen Vorgang wie "Erben". Der Erbe hat - theoretisch gesehen - nicht mehr und nicht weniger Anrecht auf das Eigentum seiner Vorfahren, als jeder andere.
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... Das wäre ... gesellschaftspolitisch stabilisierend und für die aktuelle Version des Kapitalismus absolut lebensverlängernd.
=> So ist das also jenseits des modelltheoretischen debitistischen Nebels! Abgesehen davon, dass es widersinnig ist, das -und da haben wir ja Konsens- ohnehin dem Untergang geweihte pervertierte und Zinseszins-belastete kapitalistische System künstlich verlängern zu wollen: Diese Eigentumsrechts-Negierung ist reinster Sozialismus/Kommunismus und kann die Zustimmung der großen Mehrheit hier nicht finden! Man könnte darüber nun Seiten schreiben - aber falscher Thread dafür und zudem kam ja sogar im sonst eher devot-gleichgeschalteten Gelben dazu die richtige Antwort:
ZitatWas macht denn da Sinn ??? verfasst von Jens, 08.05.2008, 11:36
Wie weit würde denn ein Leistungsbringer seine Firma bringen wenn er wüsste das nach seinem Ableben seine gesammte Lebensleistung an an "Vater Staat" und damit an auch an einen Großteil Sosialschmarozer, wie wir sie nun ja mal zum Teil leider auch haben, fällt. Nicht jeder der Staatsleistungen erhält ist unschuldig durchs Netz gefallen. Die Motivation ist doch das das Lebenswerk an die Kinder geht. Warum sollte man sonst das Risiko eingehen eine Firma zu gründen oder ein Mietshaus zu bauen ?
=> Genau so ist das. Danke weissgarnix, dass Du Dich ENDLICH einmal wertend geäußert hast und Deine eigentlichen Ziele nun klar werden. Vor DIESEM Hintergrund ist auch klar, warum GOLD, das ja Eigentumsrechte über Generationen sichern kann, bei Dir keine Gnade finden kann. Damit ist das nach x Nachfragen endlich mal geklärt!
PS: Bitte nicht wieder dumme Sprüche, dass ich hier "forenübergreifend" Kritik übe: Im Gelben ist es ja schlicht nicht möglich, Neumitglied zu werden und DORT zu antworten. Übrigens eine interessante Art, die dort etablierte debitistische Mehrheitsmeinung abzusichern. Aber auch der real existierende Sozialismus musste Mauern bauen, um sich vor den Folgen der imperialen westlichen Ideologie abzuschotten...
Got property rights? Got Gold?