Beiträge von Pauli

    Geklaut aus einem Börsenbrief: AIG war schon vor Jahren ein ertappter Goldleerverkäufer:

    Zitat

    So steht der größten US-Versicherung, der American International Group, eine unruhige Woche ins Haus. Der Konzern benötigt nach eigenen Angaben Kreditlinien der USNotenbank um die kommenden Tage und Wochen zu überstehen. Die krisenhafte Entwicklung bei AIG kann dabei kaum überraschen, betätigt sich die Gruppe doch weniger als Versicherungskonzern, dem das Wohl der Versicherungsnehmer und Eigentümer am Herzen liegt, sondern vielmehr als Casino-Spieler, der sich in so gut wie allen Märkten rumtreibt wo große Hebel im Spiel sind. So ist es erst wenige Jahre her, dass AIG als einer der größten Leerverkäufer von Gold- und Silberfutures „aufflog“ und vermutlich allein in diesem Bereich beachtliche Verluste hinnehmen durfte. In wieweit die AIG-Zocker, die auch beim bekannten US-„Energiekonzern“ Enron eine „gute Figur“ abgegeben hätten, auch jetzt noch in diesem Segment fremdes Haus und fremden Hof verspielen, ist meines Wissens nicht bekannt – zuzutrauen ist es der Truppe aus Delaware aber allemal. Nur gut für die AIG‘ler, dass vermutlich die in den vergangenen Jahren aufgebaute Eigengravitation des Unternehmens so groß ist, dass auch hier die vorherigen Gewinne privatisiert bleiben und die aktuellen Verluste der US-„Solidargemeinschaft“ übergeholfen werden.


    => X(

    ... Die Brokerage-Kunden sollten den Großteil ihres Vermögens zurückerhalten", schrieben die Analysten von Creditsights in einem Researchbericht.
    Ich dachte immer die Wertpapierdepots fallen nicht in die Konkursmasse ?)


    => ... das IST auch so (falls nicht auch DIESE eherne Regel gerade außer Vollzug gesetzt worden sein sollte und damit bald Anarchie in den Depots herrscht). Es kann sich hier NUR und ausschließlich um die CASH-Bestände in den Verrechnungskonten der Brokerage-Kunden handeln! Die WPs sind alle Sondervermögen - mit Ausnahme etwaiger von Lehman selbst emittierter Derivate in den Depots. Aber wer die in den letzten Tagen noch gehalten hatte, der verdient es nicht besser.

    DOW JONES mit negativem KGV - in dem Artikel wird klar, daß die Industrie die faulen Köder der Finanzbranche begierig aufgefressen hat:
    http://www.boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_308248


    Schiller: Ich hatte diese Info (mit Bezug auf die gleiche Quelle wie jetzt die ARD) am 27.8. hier eingestellt. Der Dow Jones verliert seine KGV-Fähigkeit
    => Das poste ich jetzt nicht, um irgendwie anzugeben (really!), sondern um aufzuzeigen, WIE LANGE es dauert, bis relevante Meldungen (vor allem wenn sie System-negativ sind) brauchen, um in den Mainstream-Medien aufzutauchen. Immerhin hat es damit meines Wissens Casey zum ersten Mal überhaupt in die ARD geschafft. Aber selbstredend durfte diese Meldung überhaupt erst dann dem breiten Publikum zK gebracht werden, wenn wegen Lehmann etc. die Krise nun WIRKLICH nicht mehr geleugnet werden kann.


    => Danke @mattiasch für den Link. Das ist ein tolles Beispiel dafür, wie weit das ökonomische Verständnis bei den US-Politikern bereits degeneriert ist. Diese Idee ist selbst DANN noch bemerkenswert lächerlich, wenn man weiß, dass der Ideengeber ein (selbsterklärter) "law-and-order" Texaner ist!

    Zitat

    My bill directs the Federal Reserve to bring the price of gold down to $500/oz and then to keep it there. The Fed would do this by announcing that its Open Market Desk was prepared to sell government bonds and contract the monetary base until the price of gold falls to $500/oz.


    => :thumbup: !! Man kann dem armen Irren ja noch soweit folgen, dass die Fed Gold auf 500$/oz runterbringen solle. Das können sie in einer suizidalen Hauruck-Aktion natürlich machen. Notfalls wird eben der letzte Rest des US-Staatsgolds (if any) in die Schlacht geworfen. Der Tricky Part (bzw. die Mission Impossible) ist der unterstrichene Teil: Wie bitte sollen die USA / die Fed den Goldpreis da halten?? Das ginge doch nur über STETIGE Kontraktion der US-Geldmenge oder über STÄNDIGE weitere physische Goldverkäufe durch die USA! Been there, done that. Wenn der arme Irre Historiker wäre, wüsste er, dass exakt das zwischen etwa 1965 und 1971 geschehen ist - mit dem Effekt, dass die US-Goldvorräte von 16.000 auf 8.000 t abgeschmolzen sind. Und wenn er die Geldmenge auch nur in der Expansion STOPPT (geschweige denn DRÜCKT), wird er für eine Depression in den USA verantwortlich sein, die so schwer ist, dass ihn seine eigenen texanischen Wähler lynchen und erschießen werden (Waffen gibt es da ja genug!).
    => Hinter solchen Meldungen steht die Illusion (oder auch der Suggestionswille ggü. der Öffentlichkeit), man könne physisches Gold politisch besiegen. Das hat in 5000 Jahren nie dauerhaft funktioniert!
    => Und selbst WENN es versucht würde, gäbe es ja Substitute: eine Zwangs-Planwirtschaft bei Gold würde alle Goldhalter zum sofortigen Umstieg auf Silber, Platin oder auch Kupfer veranlassen. Will der arme Irre das ALLES planwirtschaftlich festsetzen?? Diese Leute glauben immer an statische Märkte ohne Substitutionswillen der Marktteilnehmer und ohne jede Gegenreaktion auf anderen Märkten!!


    => Diese Idee gehört ins Kuriositätenkabinett der Endzeit des aktuellen Kondratieff-Zyklus. Vielleicht kommt der Gesetzesvorschlag irgendwann ins KrisenMuseum an die Wand.

    Diese "Unkontrolliertheit" war in früheren Zeiten einmal ein Kennzeichen des freien Marktes und garantierte eine effiziente, schnelle und meist auch halbwegs richtige Preisfindung.


    => trosinette: Wir hatten das Thema "Was ist eigentlich der WAHRE Kapitalismus bzw. der freie Markt?" ja schon öfters diskutiert. Meine Definition mag angesichts der heutigen Realitäten etwas naiv rüberkommen. Aber ich bleibe dabei, dass es nicht die Marktmechanismen selbst sind, die uns in die aktuelle Misere geführt haben. Es sind vielmehr die vielen vielen STÖRUNGEN der freien und fairen Preisfindung und auch die ABSICHTLICH ungleich gehaltenen Zugangs- und Informationsbedingungen zu / auf den Märkten. Die heutigen Winner (JPM und GS etc.) sind nicht durch überlegene Analytik überragend reich und mächtig geworden, sondern
    a) weil sie als Fed-Eigner das Geldsystem kontrollieren und so unbegrenzten Zugang zu Kredit / Geld haben
    b) weil sie vielfach Insider in den Börsen sitzen haben und so den entscheidenden Informationsvorsprung über Positionierungen der anderen, den selbst ein Halbdepp zu Gewinn machen könnte
    c) weil sie durch den Zugang zu den Fed-Töpfen recht exklusiven Zugang zu den künstlichen Niedrigstzinsen haben und so riesige und risikofreie Carrytrade-Gewinne einfahren können
    d) weil sie wegen a) bis c) die Mittel haben, um künstliche Drückungen (wie in den letzten Wochen) oder auch Übertreibungen nach oben selbst zu inszenieren und sich natürlich vorher entsprechend gewinnbringend positionieren können
    e) usw. usw.
    => Kein level playing field also. Nun könnte man natürlich zynisch gegenhalten, dass das ja noch nie anders war und so der Kapitalismus PER SE pervers und ungerecht ist. Das ist aber historisch falsch, denn a) bis d) sind direkt oder indirekt erst seit Gründung der Fed 1913 möglich bzw. finanzierbar. Erst das unbegrenzt erzeugbare Papiergeld (perfekt seit 1971) hat die Insidertrades und die Korruption der Handelnden in den Banken und der Politik möglich und finanzierbar gemacht.
    => Wenn wir das IDEAL der freien Märkte aufgeben, was bleibt dann als Alternative? Nur das Eingeständnis bzw. die Resignation, dass alles so schlecht weitergeht wie nun seit fast 100 Jahren. Das kann man natürlich tun - aber wie sollte uns DAS aus der Misere führen? Die Alternativen zum pervertierten Kapitalismus (Sozialismus, Kollektivismus) haben wir in fast allen denkbaren Varianten durchgespielt. Humaner und dauerhaft praktikabler war keine davon. Und bitte jetzt keine Freigeldsysteme vorschlagen oder sonstige, der menschlichen Natur zuwiderlaufende Systeme...

    Kellermeister: Wenn Du die richtigen Banken / Versicherer zum richtigen Kurs wählst, kann diese Zockerei m.E. mittelfristig aufgehen. Aber vielleicht könntest Du noch ein wenig Begründung nachschieben. Bevor nicht wenigstens klar ist, dass es eine Rettung für AIG und Wash.Mutual geben wird, ist das doch etwas heikel. Immerhin werden wenigstens bei DIESEN Instituten die drei wahrscheinlichsten Lösungen zu Totalverlusten der Aktionäre führen: entweder der Bailout über die Treasury / den Steuerzahler oder die Notübernahme durch einen Wettbewerber oder eben die offene Insolvenz. Alles führt zum Fall der Aktien auf nahe Null, was ja zu 80-90% sogar bereits passiert ist. Du musst damit sehr genau wissen, WELCHE Banken und Versicherer Du kaufst. Da selbst nach einem Jahr der CDO-Krise noch immer niemand genau weiß, wo der toxic waste liegt und was das Zeug noch wert ist, bleibt das ... - eben ein Zock. Insbesondere auch deshalb, weil die Regeln ständig geändert werden.


    Lukrativer erscheint mir da eher der Kauf einzelner ANLEIHEN (statt Aktien) der Bank-Institute, die vielleicht auf 10% von nominal geprügelt worden sind, falls Du an die überhaupt rankommst (vermutlich reißen sich die vorher die JPMs der Welt unter den Nagel, siehe mein Posting im Global Economic Thread). Aber selbst das ist gefährlich, solange nicht klar ist, was mit den offenen Derivaten von Lehman denn nun so passiert...

    Unfassbar. Darf die Fed sowas überhaupt? Auf die offizielle Begründung bin ich gespannt. Nationaler Notstand oder was?


    => So ist es! Regeln gelten nicht mehr. Man muss sich mal vor Augen halten, was dieser Sonntagstrade mit Lehman-Derivaten denn so alles ermöglicht hat (Achtung: Pauli spekuliert wild herum):


    a) Herauskaufen der (durchaus vorhandenen!) werthaltigen Assets von Lehman quasi EINE MINUTE VOR der Insolvenz - natürlich zu Preisen, die weit unter deren Fair Value liegen. Nach deutschem Konkursrecht wäre das ein eindeutiger Fall von Massekürzung - und damit illegal. Bin kein Inso-Experte - aber das deutsche Recht ermöglichte es in solchen Fällen dem Insoverwalter, diese Geschäfte bis zu 6 Monate vor Konkursantrag rückabzuwickeln. Da es aber ja mangels Einzelinfo über diese sonntäglichen Insidertrades und auch wegen der offiziell noch immer unbekannten fair values des toxic waste keinen unabhängigen, objektiven Schadensschätzer und auch keinen Kläger geben kann, wird es wohl auch keinen Richter geben.
    Die wenigen an diesen Trades beteiligten Derivatehändler konnten das alles unter sich ausmauscheln. Die hatten seit Wochen auch Gelegenheit, sich die Einzelassets von Lehman anzusehen und kannten den fair value jedes einzelnen Derivate-/Kreditpakets. Außenstehende Banken wurden entweder gar nicht erst eingeladen und/oder ihre Händler waren nicht innerhalb von Stunden für eine Überraschungshandelssitzung verfügbar und/oder konnten sich mangels Zeit und Einblick keine Meinung zu fairen Angebotspreisen bilden und so keine Angebote abgeben.
    => Somit ist es eine m.E. sehr begründete Vermutung, dass bei Lehman sozusagen unmittelbar vor Eintritt von Chapter 11 die noch werthaltigen Teile an die I-Banken-Insiderbuddies (von JPM, GS etc.) verschachert worden sind. Und ich wage schon heute die Prognose, dass es hierzu NIE eine Untersuchung geben wird! Aber es geht noch weiter:


    b) Wenn man beim sonntäglichen Kaffeebasar schon mal dabei war, könnte man seitens JPM, GS etc. doch durchaus auch ein paar Swap-Geschäfte gemacht haben: Frei nach dem Motto: Du (Lehman) gibst mir Deine relativ gut riechenden guten Assets zu 30% von nominal - und Du bekommst im Gegenzug einige schöne, abgehangene, stinkende toxic waste - Teile aus MEINEM ABS- und CDO-Portfolio! Und weil Du in 12 Stunden ohnehin in Chapter 11 bist, können wir unsere Einlage in Deine Konkursmasse doch einfach mal mit -sagen wir- 90% von nominal bewerten. Mag zu viel sein - aber who cares? Der Insoverwalter soll das irgendwann mal ausrechnen, die Aktionäre von Dir -Lehman- sind ohnehin enteignet und vielleicht übernimmt später doch noch der Steuerzahler einen Teil des Schadens (denn Chapter 11 ist ja nicht zwangsläufig ein ENDGÜLTIGER Konkurs). Und so sind´s am Ende alle zufrieden. Ach ja - und übrigens bekommst Du (R. Fuld, ex-CEO in spe von Lehman´s) natürlich bald einen guten Beraterjob bei JPM.


    => Das beste an dem Ganzen sind ja noch die heute zu lesenden Begründungen: "Wir mussten am Sonntag handeln, um zu verhindern, dass Lehman´s Derivate unkontrolliert in die Märkte gelangen"... ;( Diese "Unkontrolliertheit" war in früheren Zeiten einmal ein Kennzeichen des freien Marktes und garantierte eine effiziente, schnelle und meist auch halbwegs richtige Preisfindung. Aber anno 2008 lebt eben die korrupte Freie Marktwirtschaft (KFM) - auch Sozialismus à la carte genannt.


    More to come on this one. So long, Euer bösartiger und immer-nur-das-Schlimmste-und-Absurdeste-unterstellende Ober-VT Pauli.

    Danke Henry für den ganz aktuellen Link. Mal sehen, ob das nun auch die endgültige und "stabile" "Lösung" sein wird.
    Falls ja, ist es mal wieder Schema F: Für die noch halbwegs funktionstüchtigen Teile von Lehman findet man einen privaten Käufer (natürlich aus den Reihen der Primary "Kabale" Dealers) - und der toxic waste kommt in eine Zweckgesellschaft, die über kurz oder lang der Steuerzahler auf dem Buckel hat. Je nach Kaufpreis kann der Kauf der gesunden Teile für die Käufer sogar mittelfristig ein gutes Geschäft werden. Diese I-Banking-Teile sind so hochsynergetisch mit der BofA oder mit Barclays, dass man da mittels Kauf durchaus Marktanteile gewinnen und Profit machen kann.


    Und Hank kann mal wieder sagen: "Seht her, alles halb so wild, niemand muss in Konkurs, Euer Geld ist bei allen Banken gaaanz sicher."

    ... ich tippe mir hier die Finger wund und fragte Euch was wohl die wahre Absicht war warum man eine Atombombe auf uns geworfen hat ? Der einzige der eine Vermutung hier hatte war Edelman, der zieht in Betracht das der Cabal nun guenstig an Aktien kommt und indirekt die Minen nationalisiert wie ABX.


    => mesodor hatte doch neulich auch 4 Vermutungen, die durchaus plausibel sind: sinngemäß: Die Kabale-shorts müssen sich auf viel niedrigerem Niveau eindecken, sonst bekommen sie ein Bilanz- oder Insolvenzproblem. Das erklärt zwar nicht, warum GERADE JETZT gedrückt wurde - aber IRGENDWANN müssen sie ja mal eindecken, falls der Plan nicht "ewige Verlängerung bis zum Tag X" ist.


    Zitat

    Die Goldreserven der ZB's muessen schon 10 mal verleiht sein in den Buechern der Banker ... Das kann so irre zugehen aber "akzeptabel" unter den Verbrechern. Die verleihen Geld/Gold und haben nur 5 % Eigenkapital wenn es zu einen Bankrun kommt, das selbe bei Gold nehme ich an.


    => Genau das nehme ich auch seit Jahren an. Wir dürfen nie vergessen, dass die USA nach 1971 ohne Nixons "Schließen des Goldfensters" schon wenige Jahre später "Gold-los" gewesen wären. Und das bei der DAMALIGEN, noch relativ niedrigen Neuverschuldungsquote. Beim heutigen Tempo der Verschuldung würde der Goldausverkauf der 8000 Tonnen kaum noch 6 Wochen dauern - WENN denn die Neuverschuldung ans Ausland in Gold zurückzuzahlen bzw. wenn der Dollar noch Gold-konvertibel wäre. Das IST bekanntermaßen zwar nicht der Fall. Aber einige asiatische und arabische Länder haben ja nun angefangen, sich tatsächlich Gold liefern zu lassen bzw. es physisch zu kaufen. Und falls FortKnox und das Treasury und die ganzen ETFs X( wegen (Mehrfach? )-Verleihungen tatsächlich nur noch vielleicht zu 5% Gold-gedeckt sind, dann genügt es mittlerweile, wenn diesen Entities nur 5% ihrer angeblich gehaltenen Bestände zur Lieferung abgefordert werden! Und DARUM ist das Eis, auf dem die Kabale wandelt, eben niemals mehr 8000t dick, sondern VIIEL dünner. Das erklärt m.E. solche Panikaktionen wie die absurde Drückung der letzten Wochen. ALLE Goldbugs (staatliche wie privat) müssen unbedingt aus dieser Assetklasse EM herausgeschreckt werden. Schon 5% physische Einforderungen sind vermutlich fatal für das System.[/quote]


    Nachtrag noch zu John Embry (oben schon von auratico verlinkt): Lesenswerter Artikel http://news.goldseek.com/GoldSeek/1221251834.php. Zitierenswert ist daraus auch folgender Auszug, der auch in den Naked-Short-Thread von Lucky passen würde:

    Zitat

    That brings up the naked short selling of these [junior mines] stocks. I think there are grounds for a suit. A lawyer has been phoning me on this subject. Someone is trying to bring a suit against the perpetrators. :thumbup: There has clearly been nefarious activity in these stocks


    => Die GATA und andere haben ja schon solche Lawsuits angestrengt. Bislang wurden alle aus formalen Gründen nicht verhandelt - oder die Beweislage war nicht gut genug. Mit den Aktionen der vergangenen Woche könnte sich das geändert haben. Mal sehen, ob Embry den Mut und den Nerv zu einer Klage hat, die allerdings vermutlich 5-10 Jahre lang verhandelt würde...

    Nachtigall ick hör dir trapsen. 8o Lehmann


    => Hm - Lehman in die Insolvenz? So ganz kann ich das noch nicht glauben - und vermute doch noch einen last-minute bailout. Aber WENN es denn so käme, würde ich nicht so weit wie Mross gehen und gleich den automatischen kaskadischen Meltdown des Bankensystems prophezeien. Wenn Lehman untergeht, verlieren in erster Linie die x0.000 Mitarbeiter ihre Jobs (aber das tun 80% auch bei einer Not-Übernahme) und zudem verlieren die Aktionäre alles (dito - auch bei einer Not-Übernahme) und zuletzt vielleicht noch ein paar institutionelle FK-Geber an Lehman.
    => Da aber Lehman als Investmentbank meines Wissens keinerlei SPAReinlagen hat, würde dieser Konkurs nicht direkt die Straßenrevolution auslösen!
    => DIESE aber muss unbedingt verhindert werden. Nicht Lehman ist darum der Lakmus-Test, sondern die Washington Mutual, die es ohne privaten Partner bzw. ohne Staatsbailout ja wohl nicht mehr so lange macht, wenn man die Zeichen richtig deutet. DA wird es spannend - und HIER werden Hank, Ben und JPM / GS sich nicht einer Rettung verweigern können. Der Steuerzahler ohnehin nicht...

    danke @luisdor! Hoffe, wir diskutieren hier im GSF auch weiter über das (durch PeakOil NOCH wichtigere und renditeträchtige) Investmentfeld Kohle!


    Entweder hier in diesem neuen Thread - oder auch im oben von EdelMan genannten alten. Aber viele Kohlefans scheint es in letzter Zeit im Forum nicht mehr zu geben?!

    Tollar: jajaja. Siehe oben meinen Caveat ("Warnung" bzw. "Disclaimer"). Dieser von Dir zitierte Absatz war nicht ernst gemeint.


    Letztlich ist ohnehin jede Krise anders. In unseren heutigen multikulturell bereicherten Gesellschaften ist ein BankRun und seine anarchischen Konsequenzen auf der Straße m.E. nicht genau prognostizierbar.


    WENN er "ungeplant" eintreten sollte, wird sofort das Polizei-/Militärrecht ausgerufen, um Plünderungen und Raubmorde zu verhindern. Das dauert keine 2 Tage nach dem ersten Bankrun, bei dem Banker gelyncht werden, die es gewagt haben, am Arbeitsplatz aufzutauchen.


    Insofern sind unsere hier diskutierten Szenarien akademisch. Das Militärrecht wird (mindestens) solange aufrechterhalten, bis die Banken logistisch gewappnet sind, wieder zu öffnen. Wenn dottore ausrechnet, dass das 1 Jahr dauert :whistling: , dann bleiben sie eben ein Jahr lang zu.


    Und wie das unter Militärrecht so üblich ist, wird es dann Bezugsscheine für Lebensmittel und öffentliche Speisungen geben. Die Gesetze sind doch längst gemacht (siehe "Wirtschaftssicherstellungsverordnung" -zuletzt vor 2 Jahren runderneuert- und die Notstandsgesetze). Gerüchtehalber ist sogar bereits Notgeld gedruckt (ob in EUR oder in einer neuen Währung, ist nicht bekannt). Daneben gibt es den Schwarzmarkt und (hoffentlich) Nachbarschaftshilfe.

    Tollar und Problembär.
    Ja, Tollar hat damit recht. Ich hatte auch durchaus an längere BankfeierWOCHEN gedacht. In DIESER Zeit ist es dann aber logistisch schon möglich, das virtuelle Geld zu ersetzen. Zu 100% muss man es gar nicht ersetzen: Wenn die Banken wieder öffnen und die ersten 10.000 Kunden in der Schlange alle bedienen, WOLLEN die anderen ihr Geld gar nicht mehr haben. Es ist beim Geld in solchen kritischen Phasen immer alles nur eine Vertrauensfrage.


    Im November 1923 wurde die Rentenmark auch de facto ohne Deckung eingeführt. Aber man konnte die Menschen überzeugen, dass die Rentenmark nun etwas GAAAANZ anderes als die "fertig inflationierte" Reichsmark ist. Darum haben sie es akzeptiert, nachdem sie gemerkt haben, dass man am 17.11.1923 die Rentenmark zum gleichen Kurs gegen $ tauschen konnte wie noch zwei Tage zuvor. Das war nach 2 JAhren Inflation sensationell. Es ist alles Psychologie.


    Aber FALLS man tatsächlich die vielen Billionen Buchgeld durch Bargeld ersetzen wollte, müsste man einfach neue Nominalwerte drucken - und schwups - wäre das Logistikproblem lösbarer:

    [Caveat: das ist nat. nicht ganz ernst gemeint - schon klar, dass man mit einem 1m-Schein keine Guthaben von 1000x1000 EUR auszahlen könnte]


    Auch in Sachen "Übergangsproblem bis zur Bankenwiederöffnung" hat Tollar völlig recht. Darum muss der echte Goldbug ja eine gesunde Mischung aus Silberzehnern, sehr KLEINEN GoldSilbermünzenund Bargeld haben - aber eben auch einen Notvorrat für den Fall, dass mangels Geld oder Waren oder funktionierenden Märkten vor Ort gar nichts mehr geht und man in seinem Goldbunker verhungert...


    Got ... everything for a crisis? ;)

    habe leider keine Silberzehner - aber der ist GUT :thumbup:


    => Wieso "gut"? Das ist nur rational. Im ANkauf gibt proaurum bereits weniger als 10 EUR für die Silberunzenmünzen. Der VERkauf steht noch bei 14+EUR... Ich bin auch kurz davor, die 16,65g des Silberzehners 1:1 gegen 31,1g einzutauschen. Noch ist es nicht so weit. Glaube auch nicht, dass es noch passiert. Aber WENN, dann wird getauscht. Wird spannend sein zu sehen, ob proaurum dann nur Fiat-Zehner nimmt oder ob sie die Silber-Zehner direkt akzeptieren. ;)

    Interessante News aus China:


    => Ich kann leider nicht beurteilen, wie wichtig dieser Mensch ist und welche Befugnis er hat, für die VR China als Staat zu sprechen (? ) oder realistische "Erwartungen" zu hegen.
    FALLS er offiziell vorgeschickt wurde, dann entweder, um die Amis zu warnen - oder um die Öffentlichkeit über irgendwelche ganz anderen Pläne zu täuschen. Wäre nicht das erste Mal - und der Dollar ist ja auf diese NAchricht hin heute nicht gerade gefallen... In den letzten Wochen hat China jedenfalls den Dollar ganz sicher nicht abverkauft. Ganz im Gegenteil haben sie ihn gestützt - vermutlich im Zuge eines Deals, wonach F&F verstaatlicht werden, so dass deren von Chian gehaltene Anleihen voll werthaltig bleiben. Bei knapp 500 Mrd $ im Risiko gestandener F&F-Anleihen ein nachvollziehbarer Deal!
    => Irgendein Spindoctor in den westl. Medien wird auch diese Meldung wieder zu einem Dollar-Positivum umdeuten. Orwell lebt - und die Erde ist eine Scheibe. Wenn die Fondsmasse erst mal rennt, stoppt sie auf ihrem (Irr)weg erstmal niemand. Bis zum Punkt des absoluten Schwachsinns, von dem an dann wieder in die andere Richtung getrampelt wird. Wie lange wollen die denn noch $$ repatriieren??

    Hier mal ein weiterer Link zum Thema "Manipulation?!". http://www.gata.org/node/6576 Da die Einschätzung aber von der GATA stammt, wird sie vermutlich von den "Marktgläubigen" nicht akzeptiert, auch wenn Bill Murphy das Rededuell offenbar gewonnen hat.


    Für diejenigen, die "neutralere" Quellen benötigen, um zu glauben - hier ein Auszug aus dem "Toronto Globe and Mail". Quintessenz von D. Coxe, einem renommierten Investment Manager: Die "Eingriffe" der Fed und des Treasuries waren nötig um das System zu retten. Das ist keine Frage mehr. Die Frage ist nur: Ist die Operation nun gelungen - oder NOCH nicht - oder wird sie ÜBERHAUPT gelingen...? :


    Nur mal so Zwischendurch und inmitten all dieses Frusts eine Meldung von der Förderfront:

    Zitat

    Südafrikanischer Goldoutput im Juli mit minus 16,4% yoy
    11.09.2008 | 14:00 Uhr | Rainer Hahn (EMFIS) RTE Stuttgart - Der südafrikanische Goldoutput verringerte sich im Juli 2008 zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 16,4%. Grund sind grösstenteils die Engpässe in der Stromproduktion.


    => Minus 16,4% ! 8o BS - "der Stromausfall". Das ist nur die Excuse der SA-Produzenten, die seit Jahren kontinuierlich weniger fördern. Und das bei Gold um 900$! Gold bei 750 wird diese Lage kaum ändern - auch wenn die derzeit wieder Strom haben!

    Bei einem Bank-Run ist dieses "electronic equivalent" zur "printing press" einfach voellig wirkungslos, weil die Leute Gedrucktes verlangen werden. Man kann zwar beliebig viel virtuelles Geld in Zehntel-Sekunden erzeugen, es wird aber nichts nuetzen.


    => Ja, genau so ist es. Darum muss ein echter Bakrun ja unbedingt verhindert werden. Wenn die Leute merken, dass eine Bank noch nicht einmal 10% der Einlagen auszahlen könnte, dann wird alleine diese Erkenntnis zu Runs auf ALLE Banken führen. So was wird sofort zum Lauffeuer, das nur durch "Bankenfeiertage" (und ggf. dem Drucken von Bargeld in dieser Zeit) gelöscht werden kann.
    => Heutzutage ist ALLES manipulierbar. NUR die physikalischen Naturgesetze kann eben auch die Kabale nicht außer Kraft setzen. Darum ist der Punkt des physischen Nullbestands (ob bei Gold, Silber oder Bargeld) so entscheidend! Immerhin aber können Bankenfeiertage praktisch jeden beliebigen Bargeldengpass beseitigen. Ein GoldSilber-Engpass dagegen ist ohne erfolgreiche Alchemie fatal für das System. Darum sind die Papiergold-ETFs so wichtig für den Systemerhalt - ebenso wie die temporären Restriktionen und Schließungen der US-Mint, die die physische Nachfrage zwangs-kanalisieren oder gar stoppen.
    => Ohne diese PHYSISCH einschneidenden Maßnahmen könnte Gold niemals unter 700 gedrückt werden oder Silber unter 10 (wie man mittlerweile für den morgigen Freitag vermuten/befürchten muss)


    PS: Der nächste BankRun-Verhinderungs-Lakmus-Test wird vermutlich die Washington Mutual Bank. Die Spareinlagen darin wird (falls es nicht zügig zu einer "privatwirtschaftlichen" Übernahme kommt) wohl auch nochmals Hank auf seine Bücher nehmen müssen, wenn er einen Mega-Bankrun verhindern will. Für den Einlagensicherungsfonds ist das einige Nummern zu groß... Wird dann wohl so kommen. Schöne neue Welt des kapitalistischen Sozialismus...