Schiller: Wohin verschwindet eigentlich das Geld (M3)? Wenn ich es nicht mehr habe hat es doch ein Anderer.
Dieser andere hat das Geld ja schon lange. Aber jetzt fällt es eben erst auf.
Die Banken machen ja aus einem EUR deren 10 EUR. Jedem Guthabeneuro stehen also 10 Krediteuro gegenüber. Geht die Bank pleite, ist (Einlagensicherung mal außen vor) der Guthabeneuro weg, aber auch die 10 Krediteuro sind fällig, stehen also dem Wirtschaftskreislauf in ihrer Gänze nicht mehr zur Verfügung, sd. müssen zurückgezahlt werden. Das geht natürlich nicht zur Gänze, sonst wäre ja die Bank nicht Pleite, aber tendentiell ist das so: kollaboierende Banken ziehen Geld aus dem Geldkreislauf, das sie zuvor durch Kreditschöpfung erzeugt haben.
Und wo das Geld hin ist: dorthin, wo letztlich alle Papierversprechungen in Lauf der Geschichte verschwunden sind: ins Nichts. Mit Ausnahme jener, die, solange das Geld noch einen Wert hatte, sich damit physische Werte angeeignet haben.
Im konkreten Fall wurden diese zig-Milliarden, die jetzt offensichtlich zu fehlen beginnen, ja in den letzten Jahren bereits verbraucht. Von uns allen, aber vor allem von den USA. Wir leben auf Pump, weit über unsere Verhältnisse, haben es aber nicht bemerkt, weil es ja auf Kredit finanziert wurde (durch Staatsschulden, oder indem sich einer beim anderen verschuldet hat, oder man seine Scheinchen jemanden gegen Waren angedreht hat). Diese Kredite wurden also schon konsumiert und aus dieser Blase, die durch den künstlich, durch Kredite erzeugten Konsum geschaffen wurde, haben viele Banken lange Zeit durch die Zinsen und Bilanzsummen ebenfalls enorm profitiert (Pyramidenspiel). Und einige clevere Bankleute konnten gar nicht genug davon kriegen, und haben neue Kredite aus alten Krediten geschaffen, weil ja die Sicherheiten ohnedies im Wert immer weiter steigen. Nun beginnt dieser Kreditblase die Luft auszugehen, aber das Geld aus den Sicherheiten, die den Krediten gegenüberstehen, ist klarerweise nicht eintreibbar, weil ja die Sicherheiten weit über ihren Wert belehnt sind. Das ewig gleiche Problem des Pyramidenspiels: solange der Spielerkreis wächst, funktioniert es. Kreditgeld erschafft neues Kreditgeld, solange die Wirtschaft schnell genug wächst. Die verfügbare Geldmenge im Bankensektor schrumpft also.