Der Fehler im System ist die Falsch-Etikettierung (natürlich bewußt) der sog. "Rentenversicherung".
Wie Teetrinker schon sagte, handelt es sich keinesfalls um eine Versicherung (denn als Versicherungsnehmer hat man Anspruch auf ein aus den Beiträgen zurückgelegtes Kapital sowie auf bei Vertragsabschluß festgelegte Konditionen und entsprechende Garantien).
Vielmehr handelt es sich um eine Renten-Steuer, die einer bestimmten Bevölkerungsgruppe (Pflichtversicherten) auferlegt wird. Die eingezahlten Gelder dienen in keinster Weise demjenigen, der sie bezahlt hat, sondern der Befriedigung der Ansprüche der momentanen Rentnergeneration.
Oder, kurz gesagt, die eingezahlten Renten-"Beiträge" dienen der Finanzierung der Rente der eigenen Eltern und Großeltern.
Für die eigene Rente des Beitragszahlers gibt es 0,00 Euro Rücklagen, sondern nur das diffuse Versprechen, daß die nachfolgende Generation wieder per Zwangszahlung zur Kasse gebeten wird - und somit ist die künftige (und heutige) Rente zu 100% von der jeweiligen Kassenlage und der Zahl der "Beitrags"-Zahler abgängig.
Das Ergebnis, insbesondere für die nächsten 30 Jahre, ist bekannt.
Bei "Vertragsabschluß" festgelegte Konditionen und Garantien gibt es natürlich erst recht nicht.
Mittlerweile werden ja auch schon 1/3 aller Rentenzahlungen direkt aus dem Steueraufkommen in die Renten-"Versicherung" umgebucht (2003 alleine 74 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt). Und da der Staat dieses Geld gar nicht hat, wird eben ein Großteil durch Aufnahme neuer Schulden finanziert (2003: 40 Milliarden Euro oder der Gegenwert der gesamten Goldreserven der Bundesbank).
Meine Prognose für die staatliche Rentenzahlung im Jahr 2030:
Eine staatliche Rentenzahlung (BfA / LVA) gibt es nur noch als Sicherung des Existenzminimums (nach heutigem Wert max. ca. 500 Euro/ Person). Darauf werden allerdings alle sonstigen Rentenzahlungen angerechnet (private Rentenversicherung, Betriebsrente, Riester usw.), so daß ein großer Teil der heutigen "Beitrags"zahlern - da aus den zuletzt genannten Quellen "genügend" Geld fließt - überhaupt keine Staatsrente bekommen wird (oder allenfalls einen symbolischen Betrag).
Die von uns über Jahrzehnte bezahlten "Beiträge" sind dafür verwendet worden, wofür sie immer gedacht waren: zum sofortigen Ausgeben.
Und genauso wenig wie jemand Anspruch darauf hat, irgenwann von seinen eingezahlten Einkommens-/ Kapitalertrags-/ Mineralöl-/ Mehrwert-/Tabak-/ Sekt-/ oderwasauchimmer-Steuern etwas wiederzusehen, genauso viel Anspruch werden wir darauf haben, von unsreren eingezahlten Renten-STEUERN (denn das sind sie! - keine Versicherungsbeiträge!) jemals etwas wieder zu sehen.
(Ein Grund mehr, sich mit anonymen, physischem Metall einzudecken)
Das Wort gesetzliche RentenVERSICHERUNG ist purer Etikettenschwindel - und deswegen gibt es ja auch immer Mißverständnisse - weil wir daran Maßstäbe wie bei einer Versicherung anlegen wollen - in Wahrheit ist es aber eine Steuerzahlung.
Schuldenblase