Beiträge von traditional3

    Ganz schön lockrer Umgang mit der Situation. Ob das wohl so stimmt ?


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    Quelle: http://www.bueso.de/news/zentr…er-sagen-lasst-es-krachen


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    Wie dieser Experte es sieht, deuten die jüngsten Äußerungen des Chefs der Europäischen Zentralbank Trichet darauf hin, daß es „an der Zeit sei", daß dieses Platzen der riesigen Kreditblase stattfindet, und daß die Zentralbanken nichts unternehmen werden, um dies zu verhindern. Alan Greenspan hätte in der Vergangenheit interveniert, aber Bernanke, der neue Chef der US-Notenbank, werde das heute nicht tun.


    Die Zentralbankiers sagen unserer Quelle zufolge: "Laßt es geschehen, dann müssen die wilderen Investoren eben ihre Verluste einstecken. Es wird viel Schaden und viele Opfer geben, aber was Bear Stearns und Konsorten betrifft, wen interessiert es, wenn sie 25% oder mehr ihres Kapitals verlieren? Da ist sowieso alles viel zu hoch bewertet."


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    Ganz ähnlich argumentiert auch der Leitartikel des Sprachrohrs der Londoner City, The Economist, der den Titel trägt: „Ein guter Zeitpunkt für eine Geldverknappung". Der Autor schreibt: „Knappere Kreditbedingungen sind genau das, was die Märkte brauchen." Unabhängig von den Äußerungen von Bankiers und Investoren bedeute „der jüngste Ausverkauf in den Finanzmärkten gute Nachrichten... Es könnte endliche einige Leute wieder zur Vernunft gebracht haben." Obwohl der vollkommen überhitzte US-Immobilienmarkt nicht gerettet werden könne, schreibt der Economist, könne der Übernahmewahn vielleicht durch die Geldknappheit unter Kontrolle gebracht werden.

    Quelle: http://www.handelsblatt.com/ne…onds-anleger-zittern.html


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    Neues Ungemach könnte zudem dem Fonds „Parvest Dynamic ABS“ von BNP Paribas drohen. Nach Angaben des Fondsanalysehauses Morningstar wurde eine Tranche über 366 Mill. Euro an Privatanleger verkauft; er ist bereits stark von Mittelabflüssen betroffen. Mit einem Gesamtvolumen von zuletzt 1,3 Mrd. Euro ist dieser Fonds einer der größten seiner Klasse. In den zehn Tagen bis zum 3. August verlor der Fonds, der stark in privaten US-Hypotheken investiert ist, 6,3 Prozent an Wert. Über die Kursentwicklung seither macht die Gesellschaft keine Angaben.


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    Bedenklich ist für Privatanleger, dass die Abgrenzung zwischen Geldmarkt- und ABS-Fonds schwierig ist. In vielen der rund 230 in Deutschland zugelassenen bei Privatanlegern sehr beliebten Geldmarktfonds stecken ABS-Papiere. Mit diesen wollten die Fonds ihre Rendite aufbessern. Geldmarktfonds verwalten nach Angaben des deutschen Fondsverbands BVI über 100 Mrd. Euro.

    Quelle: http://de.today.reuters.com/ne…NKEN-US-HYPOTHEKEN-ZF.xml
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    Der Vermögensverwalter WestLB Mellon teilte am Dienstag mit, er setze vorübergehend die Rücknahme eines seiner ABS-Fonds aus, weil dieser im Laufe der vergangenen Woche 2,4 Prozent an Wert verloren habe.


    Allerdings ist der Fonds gar nicht im krisengeschüttelten US-Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen (Subprime) engagiert. ?(


    "Die Subprime-Krise ist gleichzeitig eine Liquiditätskrise", sagte WestLB-Mellon-Manager Uwe Fuiten im Interview mit Reuters. Daher sei eine faire Anteilschein-Berechnung nicht mehr möglich gewesen .und Investoren seien immer nervöser geworden.


    [...]

    Quelle: http://www.diepresse.com/home/…l_backlink=/home/index.do



    US-Krise schwappt auf Österreich über. Österreichs größter Kreditforderungs-fonds, der „Oppenheim ABS“, wurde am Montag geschlossen.


    Die US-Kreditkrise ist zu Beginn der Woche auch in Österreich angekommen: Am Montag wurde Österreichs größter Kreditforderungsfonds, der „Oppenheim ABS“, vorläufig geschlossen.


    Laut Ulrich Kallausch von der Privatbank Sal. Oppenheim, die den Fonds der Hypo KAG managt, sind keine Kleinanleger betroffen. Das Vermögen von 750 Mio. Euro kommt von 70 institutionellen Anlegern (Banken und Versicherungen).


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    Eine gesetzliche Bestimmung, wie lange Fonds die Ausgabe und Rücknahme von Fondsanteilen aussetzen dürfen, gibt es laut Klaus Grubelnik von der Finanzmarktaufsicht (FMA) nicht. „Es hängt auch davon ab, warum man suspendiert.“


    Der „Oppenheim ABS“ wurde ausgesetzt, weil findige Händler die Hysterie an den Märkten ausnützen und billig kaufen wollten, meint Rupar. Um Anleger zu schützen, habe man den Fonds geschlossen. Er glaubt, dass sich der Markt in ein paar Wochen beruhigt hat. Laut Kallausch sind die Kreditforderungen von guter Bonität.

    Zitat

    Original von Schleifi
    Erlebnisbericht zum (versuchten) Kauf von Silberzehnern: ...


    Hallo Schleifi,


    statt diesem Zeitaufwand würde sich vielleicht ein Tausch (Papier gegen Silber) bei einer Filiale der Bundesbank in deiner Nähe (?) lohnen ...
    Hier sollten auch größere Mengen (> 100) kein Problem sein.


    Der neue 10er kommt übrigens am Donnerstag, den 9.8.


    http://www.bundesbank.de/hv/hv_filialen.php

    Interessante Zahlen aus dem Handelsblatt


    Welche zehn Banken am stärksten von der Kreditkrise betroffen sind - getrennt betrachtet nach offenen Finanzierungen in Europa und den USA.


    Die Krise an den internationalen Kreditmärkten nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Nach Schätzungen des britischen Vermögensverwalters Barings mussten Banken infolge der US-Immobilienkrise allein im vergangenen Monat Finanzierungspakete im Wert von 60 Mrd. Dollar vom Markt zurückziehen, da die Nachfrage der Investoren wegbrach.


    Insgesamt beläuft sich das Volumen der Finanzierungen, für die die Banken Zusagen gemacht haben, die aber noch nicht am Markt untergebracht sind, in Europa und Nordamerika auf rund 470 Mrd. Dollar. Davon entfallen rund 345 Mrd. Dollar auf Übernahmen durch Beteiligungsgesellschaften. Das ergab eine Studie des Informationsdienstes Dealogic.


    Quelle: http://www.handelsblatt.com/ne…ken_kredite.xml&ig_page=1


    und als Excel-Tabelle aufbereitet (jpg-Bild)

    „Das Phänomen der aktivistischen Fonds wird nicht verschwinden, im Gegenteil, Firmen müssen sich auf eine Zunahme einstellen", sagt Klaus Diederichs, Chef des europäischen Investmentbankings von JP Morgan Chase.


    Nach Einschätzung von Diederichs könnte Deutschland besonders in den Fokus der aggressiven Investoren rücken: „Die Hedge-Fonds agieren am liebsten auf offenen Märkten, auf denen sich attraktive aber unterbewertete Unternehmen finden. Deutschland gehört eindeutig zu dieser Kategorie“, betont der Banker. „Unsere Analysten nehmen derzeit eine ganze Reihe von Zielen in Deutschland unter die Lupe“, bestätigt ein Londoner Hedge-Fonds-Manager. Namen will er allerdings nicht nennen.


    http://www.handelsblatt.com/ne…e-fonds-machen-mobil.html

    Protestmail an die Verkehrsminister der Bundesländer - vielleicht hilft das - http://www.fahrplanretter.de/bahn/bl1/bula


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    Kampagnen-Blog - Bahn, 02.08.2007


    Länder lehnen Privatisierungspläne ab und fordern Änderungen!


    Auf ihrer Sonderkonferenz haben die Verkehrsminister der Länder heute den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Privatisierung der Bahn einstimmig abgelehnt und tief greifende Änderungen eingefordert! Ein heftiger Dämpfer für die Regierung – ein großer Erfolg für uns! „Es muss deutliche Nachbesserungen geben, sonst sehe ich im Bundesrat für diesen Gesetzentwurf keine Mehrheit“, so der Verkehrsminister Sachsen-Anhalts und Konferenzvorsitzende Karl-Heinz Daehre. Zu dem überraschend einhelligen Beschluss haben sicher auch die über 6.500 E-Mails von Campact-Aktiven einen Beitrag geleistet.


    (...)

    HSBC schließt ABS-Fonds
    Freitag 3. August 2007, 21:45 Uhr


    "Wir haben die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen zum Schutz der Anleger ausgesetzt", sagte HSBC-Trinkaus-Syndikus Norbert Stabenow der FTD. ABS-Fonds investieren in forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities, ABS), die in der aktuellen Liquiditätskrise an den Kreditmärkten teils nur noch zu hohen Preisabschlägen handelbar sind.


    Der Markt sei so illiquide, dass derzeit keine faire Preisfindung möglich sei, sagte Leonhard Fröhling, Leiter des institutionellen Geschäfts bei HSBC Investments. "Die Bonität der Papiere ist unserer Meinung nach unkritisch. Aber wir wollen nicht, dass die Illiquidität die Bewertung bestimmt."


    Der Fonds sei zu etwa vier Prozent im Markt für bonitätsschwache US-Hypotheken (Subprime Mortgages) investiert - "allerdings nur in den besseren Jahrgängen 2005 und davor", sagte Fröhling. Die Bonität der Wertpapiere im Fonds sei mit der Durchschnittsnote A/BBB+ solide.


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    Bereits Ende Juli hatte Union Investment nach Rückflüssen seinen ABS-Fonds für institutionelle Kunden geschlossen, um Notverkäufe zu vermeiden.


    Bei der Fondsgesellschaft Frankfurt Trust, die einen 240 Mio. Euro schweren ABS-Fonds verwaltet, hieß es am Freitag: "Wir beobachten den Markt sehr genau." Zu Mittelabflüssen wollte ein Sprecher keine Stellung nehmen.


    Die Deutsche-Bank-Tochter DWS verwaltet gut 3 Mrd. Euro in einen ABS-Fonds für institutionelle Kunden. DWS-Fondsmanagerin Antje Lechner sagte: "Im DWS ABS Fund gibt es keine direkten Risiken aus dem US-Subprime-Segment."


    Quelle: http://de.biz.yahoo.com/030820…-schliesst-abs-fonds.html

    Quelle: http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=903&sid=167


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    Dieses Unternehmen gehört uns allen, dem deutschen Volk. Damit sind wir größter Grundstückseigentümer in Deutschland, aber vermutlich nicht mehr lange. Die neuen Besitzer warten schon, die Bahn will an die Börse.


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    Wolfgang Tiefensee, SPD, Bundesverkehrsminister, 09.11.2006: "Wir brauchen diese Privatisierung, um für den Kunden bessere Verhältnisse zu schaffen. Wir brauchen sie, um wettbewerbsfähig zu sein auf dem europäischen Markt."


    Die privatisierte Bahn, die bessere und billigere Alternative? In Großbritannien wurde die Staats-Bahn bereits 1995 verkauft. Seitdem wurde der Service schlechter, die Züge sind überfüllt und die Ticketpreise doppelt so hoch wie in Deutschland.


    (...)


    Peter Rayner, Leitender Manager British Rail (Übersetzung MONITOR): "Glauben Sie nicht, dass die Privatisierung kein Erfolg war. Sie war durchaus ein Erfolg, für Banker, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer."


    Und um welche Summen geht es in Deutschland? Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung schätzt den Wert des gesamten Bahnkonzerns auf über 180 Milliarden Euro. Der Bund plant nun bis zu 49 Prozent zu verkaufen. Und jetzt kommt der zu erwartende Preis: 9 bis 12 Milliarden Euro. Die halbe Bahn ist schon für ein Zehntel ihres Wertes zu haben. Wieso rechnet sich das?


    Prof. Heiner Monheim, Universität Trier: "Im Ergebnis führt das dazu, dass die Bahn sich vor dieser Teilprivatisierung, ich sag mal, so klein und so schlecht rechnet, wie es eben geht, um bilanzierungstechnisch danach umso rentabler, umso besser für die Investoren dastehen zu können. Das passt in den Vorwurf, dass das ein, ja, rechnerischer Ausverkauf von Steuergeldern und von Vermögen ist, wo wir alle und unsere Väter und Großväter eine Menge investiert haben."


    (...)


    Jörg Hennerkes, Staatssekretär Bundesverkehrsministerium: "Wir haben natürlich eine ganze Reihe von Investitionen zum Ausbau des Netzes, ob das das Hochgeschwindigkeitsnetz ist, ob das bestimmte Güterstecken sind, in der Vergangenheit getätigt, die werden wir auch in Zukunft tätigen."


    Die Steuerzahler werden dann weiter zahlen: etwa 9 Milliarden Euro jährlich für Unterhalt und Ausbau der Schienennetze - genauso viel, wie jetzt vom Verkauf der halben Bahn zu erwarten ist. Selbst wenn es Nachbesserungen am aktuellen Gesetzentwurf geben wird, wie heute von den Landesverkehrsministern gefordert: die Bahn hat den Weg zur Privatisierung längst eingeschlagen.


    Prof. Heiner Monheim, Universität Trier: "Das kann eigentlich nur zum Desaster führen, am Ende wird der Finanzminister endlos draufzahlen müssen. Er wird sagen, das ist mein Nach-Nachfolger, der dann diese Folgen zu tragen hat. Es ist absolut keine nachhaltige Haushaltspolitik. Es ist auch keine nachhaltige Verkehrspolitik."

    Auszug aus: http://www.freitag.de/2007/31/07310101.php


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    (...)


    Nun hat die Bundesregierung unter Federführung von SPD-Minister Tiefensee als nächsten Schritt die Teilprivatisierung der Bahn AG bis Ende 2008 auf den Weg gebracht. 49 Prozent der Aktien sollen an Investoren wie Blackstone oder die Deutsche Bank verscherbelt werden.


    Schlüsselproblem ist das Schienennetz, das laut Grundgesetz Artikel 87e Eigentum des Bundes sein muss. Tiefensee will dieses "Handicap" mit einer abenteuerlichen Konstruktion umgehen: Das Netz soll formal Bundeseigentum bleiben, jedoch für zunächst 15 Jahre der Bahn AG zur freien Bewirtschaftung und Bilanzierung überlassen werden, wobei die Kriterien für die Netzqualität unscharf bleiben - die gescheiterte Bahn-Privatisierung in Großbritannien lässt grüßen.


    Dort hat die börsennotierte Firma Railtrack das Schienennetz derart verkommen lassen, dass es zu mehreren Havarien kam, bei denen Todesopfer zu beklagen waren. Railtreck ist inzwischen pleite und Tiefensees Absicherung gegen ein solches Debakel mehr als dürftig: Während der Bund weiter jährlich 2,5 Milliarden Euro für den Erhalt der Gleise überweist, soll erst nach besagten 15 Jahren entschieden werden, ob die Bahn AG für ausreichende Netzqualität gesorgt hat. Selbst bei Negativbefund muss der Bund bei einer Rückübertragung acht Milliarden an den Bahnkonzern als "Wertausgleich" zahlen - zum Dank für die Vernachlässigung. Kein Wunder, dass ein Investment-Banker in der Wirtschaftswoche sinniert, das Bahn-Engagement könne für Investoren, die sich "clever anstellen", sehr profitabel sein.

    Das sind noch kleine Fische ...


    Quelle: http://www.boerse-go.de/news/news.php?ida=665800&idc=2


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    So werden in den USA öffentliche Gelder vernichtet. Das staatliche Pensionssystem des US-Bundesstaates Massachusetts verbrannte jetzt 30 Millionen Dollar in der Pleite des Hedgefonds Sowood Capital Management LP. Bereits im vergangenen September hatte diese staatliche Einrichtung 50 Millionen in dem Energie-Pleite-Fonds, Amaranth Advisors LLC vernichtet.
    (MG)

    Aus dem Tageskommentar von Michael Winkler vom 2.8.2007 - http://www.michaelwinkler.de/Kommentar.html


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    Was bedeutet "Bankenkrise"? Da sitzen nicht etwa Herren im Nadelstreifen vor der verriegelten Bank, halten Passanten den Hut hin und fragen: "Haste mal ne Million?" Nein, da gehen Leute wie Ihr Chef zur Bank, wollen Kredit und bekommen keinen. Und wenn jemand noch einen Kredit bekommt, dann zu erstaunlich hohen Zinsen.


    Tja, und das wiederum heißt: keine Investitionen, keine Neubauten, keine neuen Arbeitsplätze (nicht einmal in China). Es heißt Konjunkturabschwung, steigende Arbeitslosigkeit und Ende der Aufschwunglüge.


    Was gerade noch einmal auf Kosten der Steuerzahler abgewendet wurde, kennen meine Leser als Phase 1.


    Die Obrigkeit hat sich Zeit erkauft, ein paar Tage, vielleicht ein paar Wochen. Ein paar Wochen länger die schönen Pöstchen, die Pfründen und Privilegien erhalten, das ist denen acht Milliarden wert. Ist ja nicht deren Geld.

    Hoffen, dass er nicht recht hat ...


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    Das System kracht, während der amerikanische Kongress sich mit Arbeiten beschäftigt, die für die Realität völlig irrelevant sind. Das muß sich sofort ändern. Die Abgeordneten dürfen die Stadt Washington in der Augustpause nicht verlassen, sonst werden Cheney und seine britischen Herren einen Krieg entfachen, in dessen Verlauf, bis sich der ganze Wirbel gelegt hat, 40 bis 80 Prozent der Menschheit umkommen würden. Die Geschwindigkeit des Zusammenbruchs wird sich von nun an beschleunigen - und zwar mit Vollgas.


    http://bueso.de/news/larouche-…bereits-zusammengebrochen

    Wieder ein sehr guter Beitrag von Werner Rügemer, Publizist und Berater aus Köln. Von ihm erschien zuletzt »Der Bankier. Ungebetener Nachruf auf Alfred Freiherr von Oppenheim«, 3., nochmals geschwärzte Ausgabe der bereits geschwärzten Übergangsausgabe bis zur gerichtlichen Entscheidung, 130 S., 14 €


    Quelle: http://www.jungewelt.de/2007/08-02/023.php
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    Public Private Partnership wird zum Milliardengrab für Steuergelder. Das Firmenkonsortium Metronet unterhält Londons U-Bahn und hat nun Insolvenz beantragt


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    Nach dem PPP-Muster wird in England inzwischen in Hunderten Projekten vorgegangen, beim Bau, Sanieren und Betreiben von Schulen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Verkehrssystemen, Stadtverwaltungen. Englische Unternehmen, Berater und Banken betrachten PPP weltweit als Exportprodukt. Noch eine Woche vor dem Insolvenzantrag hatte der Industrieverband »Confederation of British Industry« (CBI) gerühmt, das Vereinigte Königreich habe mit PPP die Weltführerschaft bei neuen Finanzierungsmethoden errungen.


    Der deutsche Medienkonsument erfährt so gut wie nichts über die Desaster, die sich im Land seiner Erfindung um das neue Wundermittel PPP entwickeln. Die englischen Medien sind seit Jahren voll mit Katastrophenmeldungen. Die Korrespondenten von Handelsblatt, FAZ, Spiegel, ARD, ZDF, RTL bekommen das hautnah mit. So hat die Tageszeitung Guardian seit den ersten Verhandlungen über die Privatisierung der Londoner U-Bahn bis heute immer wieder ausführlich berichtet. Das größte PPP-Projekt Englands und die Folgen sind dort ein Dauerthema, auch im Fernsehen und in den Boulevardblättern. Doch in deutschen Medien taucht die Londoner U-Bahn vor allem auf, wenn es um tatsächliche oder vermeintliche terroristische Anschläge geht. Daß die Privatisierung nach dem PPP-Muster einen Daueranschlag auf die Sicherheit und die Geldbörsen von Millionen Fahrgästen darstellt – dazu herrscht verbissenes Schweigen.


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    Es waren keine Berater der zweiten Liga, denen mal ein handwerklicher Fehler unterlaufen kann. Vielmehr war hier mit den US-Wirtschaftsprüfern Price Waterhouse Coopers (PWC), Ernst & Young, KPMG und Deloitte & Touche sowie der US-Wirtschaftskanzlei Freshfields die Weltliga angetreten. Sie kassierten aus den öffentlichen Kassen insgesamt etwa 750 Millionen Euro an Beraterhonorare: für die Vorbereitung der komplexen Vertragswerke seit 1998, und dann für die »Begleitung« der öffentlichen Ausschreibung und die Schluß- bzw. Nachverhandlungen mit den beiden Investoren Tube Line und Metronet. Allein Freshfields hatte 24 Anwälte abgestellt.


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    Die U-Bahn-PPP ist mit seinen 28000 Seiten der größte Einzelvertrag, den in England jemals eine öffentliche Stelle unterschrieben hat.