klar geschriebener beitrag zum Thema Inflation und Umlaufgeschwindigkeit aus einem anderen Forum, den ich einfach hier mal reinstelle:
# Mag. Roland Wieser meint:
25.Mai 2010 at 11:01
Wann wirds für den Euro gefährlich?
Unter Laborbedingungen ist die Inflation abhängig von der
im Umlauf befindlichen Geldmenge. Denn jede Volkswirtschaft stellt einen
bestimmten realen Wert dar egal wieviel Geld ich drucke.
In Anlehnung an das Märchen mit dem Teufel der dem König Wohlstand durch
Anwerfen der Geldpresse versprach, sinkt der Wert des Geldes durch
willkürliche Mengenerhöhung.
Dies bringt somit dem Einzelnen zwar mehr Geld, aber
auch eine Währung um die er sich real weniger leisten kann.
So betrachtet passiert nichts außer dem unnötigen Druck von Papier.
Zusätzlich aber beeinflußt eine dynamische Kraft, die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes,
massiv die zur Verfügung stehende Geldmenge.
In einer wachsenden Volkswirtschaft werden innerhalb eines
Jahres öfter Güter oder Dienstleistungen produziert. Es werden daher öfter
Gewinne ausbezahlt welche auch schneller wieder im Produktionsprozess landen.
Dadurch steht der Wirtschaft mehr Geld zur Verfügung. Das Lohnniveau
steigt die Preise für Güter steigen. Es kommt zu Inflation durch Wirtschaftswachstum.
Betrachten wir nun die aktuelle Krise, so hat sich durch die Wirtschaftsschrumpfung
die Geldumlaufgeschwindigkeit verlangsamt. Dadurch viel die Inflationsrate innerhalb
der EU viel geringer aus, als die Jahre zuvor.
Zu dieser Zeit reagierte Europa zu Gunsten der Stabilität falsch. Denn hätte man damals
schon Geld in den Wirtschaftskreislauf gepumpt hätte man Kreditengpässe abgefangen und
durch Inflation die Exporte abgesichert.
Diese Fehlentscheidung und die extrem hohen Stützungszahlungen an
Banken machen es heute unabdinglich, mittels des Kaufes von Staatsanleihen,
frisches Geld in die bankrottgefährdenten Staaten zu pumpen.
Eine problematische Rettungsoffensive in letzter Minute.
Problematisch deshalb, da man die Anleihen nicht direkt bei den Staaten,
sondern bei den Banken kauft.
Dadurch wird ein großer Teil der freigewordenen Liquidität nicht in Wirtschaft
sondern an der Börse veranlagt. Und zusätzlich werden die Banken mit enormer
Liquidität versorgt, die sie meist genau dann freigeben, wenn dies für die
Volkswirtschaft nicht unbedingt vorteilhaft ist.
Brücksichtigt man das zögerliche Wirtschaftswachstum, so wird sich durch
die Geldmengenerhöhung die Inflation im geordneten Rahmen bewegen.
Die Rohstoffe werden ein wenig teurer und die Löhne im internationalen Vergleich billiger
was wiederum die Exporte ankurbelt und die Wirtschaft belebt.
Wird das Wirtschaftswachstum jedoch stärker, so erhöht dies die Geldumlaufgeschwindigkeit
und damit die Geldmenge. Das führt zu einer stärkeren Inflation. Zusätzlich werden die
aufgefütterten Banken wieder viel Geld in die Realwirtschaft pumpen, was die Inflation noch
zusätzlich ankurbelt.
Nun sollte man sich mit Gold eindecken, denn politisch wird es für die EZB nun
sehr schwer dem zarten Pflänzchen “Wirtschftswachstum” Geld zu entziehen.
Gleichzeitig werden die Gewerkschaften wegen der Inflation und dem Wachstum auf
höhere Lohnabschlüsse drängen.
Dann könnte es für den Euro noch gefährlicher werden, denn dadurch wird die Inflations-
schraube vorraussichtlich zu schnell nach oben gekurbelt.