Beiträge von Dr_Meyer

    Hmmm, naja die seien ja angeblich doppelt (2,1) überzeichnet gewesen, d.h. wenn die EZB 100% aufgekauft hätte, hätte es immer noch genügend Käufer gegeben. Oder ist die EZB mittlerweile so perfide, dass sich sich selbst überzeichnet...? :huh:


    Ping


    vor ein paar tagen ist eine spanische anleihe platzierung fast geplatzt, sie wurde nur zu 80% gezeichnet.


    wenn nun doppelt überzeichnet wird.... ein schelm wer arges dabei denkt.

    Charttechnisch stehen sowohl Gold, als auch der Euro an interessanten Wegemarken.
    Wo der Euro und auch Gold stehen mögen, wenn diese Woche Spanien Geld aus dem Nothilfefond anfordert, mag jeder für sich selbst entscheiden.
    Während in den USA insolvente Banken inzwischen geräuschlos liquidiert werden und die FED Schrottpapiere ebenso geräuschlos aufkauft, steht Europa immer noch im Fokus (Stichwort: „selektive Wahrnehmung“).


    Ein bischen mistrauisch bin ich schon: was alle glauben, tritt selten ein.
    Ein spanischer Staatsbankrott, auf den man sich 2-3 Tage vorher vorbereiten kann, wenn man FAZ und Spiegel liest – dass passt irgendwie nicht.


    Trotzdem sollte man in den kommenden Tagen Brüssel und Madrid im Auge behalten.

    Irgendwo habe ich auch mal gelesen, dass regierungsgebäude oder kommunale Gebäude von der Elektrizitätsversorgung abgeschnitten wurden, weil seit mehr als 1 Jahr keine rechnungen mehr bezahlt wurden.


    Es sieht so aus, als ob Spanien ein extremes Liquiditätsproblem hat.


    Das ist etwas anderes als ein Solvenzproblem: mittelfristig gesehen, sind die meisten westlichen Industriestaaten insolvent.
    Kurzfristig sind sie jedoch liquide. Dass Beamte nicht bezahlt wurden kam bisher nur in Rumänien oder Bulgarien vor.


    http://www.faz.net/s/Rub3ADB8A…Tpl~Ecommon~Scontent.html


    Die Faz berichtet heute mit Verweis auf Berliner Regierungskreise, dass ab Montag in Brüssel eine Rettungsaktion für Spanien vorbereitet wird.
    Vordergründig geht es um die ins Straucheln gekommenen spanischen Cajas, die in den letzten tagen zunehmend vom Interbankenmarkt abgeschnitten waren.
    Derzeit hat Spanien nicht genug Kraft, um seine Banken zu stützen,
    d.h. eine spanische Bankenrettung würde direkt daruaaf hinauslaufen, dass Spanien sich aus dem 750 mrd bail out paket bedienen müsste.
    FAZ:
    „Offenbar hat sich die Lage so verschärft, dass die Staaten nicht bis zum EU-Gipfel am Donnerstag warten wollen.“
    Auch die EZB steht bereit, um die „dysfunktionalen Märkte“ mal wieder zu korrigieren.

    Vor einigen Wochen war der spanische Ministerpräsident Zapatero in Brüssel, als ein Gerücht aufkam, dass Spanien vor der Pleite stände.
    Zapatero trat sichtlich genervt ans Micro und nannte das Gerücht „irrsinnig“.


    Es war schlichtweg offensichtlich, dass aus anglo amerikanischen medien genau immer im richtigen Moment neue Zweifel an der Bonität kontinentaleuropäischer Staaten gestreut wurden, von daher war alles möglich: böses Gerücht oder Insidernews.


    So weit so gut.


    Im Spiegel von heute gab es einen bericht über die europäische Raumfahrorganisation ESA:
    http://www.spiegel.de/wissensc…all/0,1518,699882,00.html
    Darin wird en passent darüber berichtet, dass Spanien seit geraumer Zeit seine fälligen Zahlungen an die ESA nicht mehr begleicht.
    Spanien ist an der ESA aber interessiert, denn ein großer teil der ESA-beiträge kommt als Forschungsauftrag etc. wieder nach Spanien.
    Statt dessen hat sich Spanien an die ESA gewandt mit der Bitte, dass die ESA einen Kredit aufnimmt, der Spaniens Beitragssätze ersetzt.


    Damit würde die unverdächtig aussendende ESA am Kapitalmarkt Kredit aufnehmen. Das geld würde für diverse tehcnologie und Forschungsaufträge an spanische Unternehmen überwiesen werden.
    Warum ist die ESA kreditwürdig? Weil sie derzeit praktisch schuldenfrei ist und mit den Beiträgen der anderen ESA-Mitglieder einen kreditwürdigen Geldzufluss hat.


    Nächster Punkt:
    Aus direkter Quelle weis ich, dass spanische Arbeitnehmer schon über 1 Jahr auf die Rückerstattung von zu viel gezahlten Lohnsteuern warten.

    aktuell: Ben Bernanke über Gold:


    Normalerweise nehmen Notenbanker das Wort Gold nichtmal in den Mund,
    im Rahmen einer Anfrage des Kongresses musste sich Bernenke aber äußern.


    http://preview.bloomberg.com/n…-as-inflation-signal.html


    U.S. Federal Reserve Chairman Ben S. Bernanke said gold prices, which surged to a record yesterday, are sending a different signal on inflation than raw materials.


    “Other commodity prices have fallen recently quite severely, including oil prices and food prices,” Bernanke said today in response to a question during testimony to a House Budget Committee hearing. “So gold is out there doing something different from the rest of the commodity group.”


    Gold futures for delivery in August fell $15.70, or 1.3 percent, to $1,229.90 an ounce on the Comex in New York today. Yesterday, the metal reached $1,254.50, an all-time high. The price climbed for nine straight years and is up 12 percent in 2010.


    ---


    "andere Rohstoffpreise sind kürzlich stark gefallen, incl Öl und Nahrungsmittel. Gold ist da draußen und macht etwas anderes als der rest der Rohstoff-Gruppe.



    “There is a great deal of uncertainty and anxiety in the financial markets right now,” Bernanke said. “Some people believe that holding gold will be a hedge against the fact that they view many other investments being risky and hard to predict at this point.”


    Da ist eine große Unsicherheit und Angst an den Finanzmärkten derzeit, und manche Leute glauben an diesem Punkt, dass Gold eine Absicherung ist gegen den Fakt, dass viele andere Investments als riskant angesehen werden und als derzeit schwer vorhersehbar.


    Bloomberg:
    This year, gold has rallied as Europe’s sovereign debt crisis spurred demand for an alternative currency.
    .....schuldenkrise verstärkte nachfrage nach einer alternativen Währung.

    http://www.telegraph.co.uk/fin…ins-to-beat-tax-rise.html


    in GB läuft ein run auf souvereign und brittanias.


    man vermutet, dass demnächst die gewinnsteuern auf gold angehoben werden und nur die souvereign und brittanias als offizielle zahlungsmittel davon ausgenommen sein werden.
    (identische spekulationen gibt es ja auch zu den 100 euro goldmünzen)


    der aufschlag der souvereigns und brittanias gegenüber dem spotpreis hat sich in UK bereits erhöht, händler versuchen münzen aus anderen ländern zu ordern.


    ist vielleicht kein lohnendes spekulationsziel, für dass ich umschichten würde,
    aber wer ohnehin gold kauft, kann ja mal über englische münzen nachdenken.
    in deutschland fristen die ein ladenhüter dasein.


    bei den aktien gab es dann üblicherweise den aktiensplit.
    nur ganz wenige firmen haben aktien, wo schon eine aktie 1000 euro kostet.
    vielleicht steht uns ja eine indische zukunft bevor, in der 1g-barren die liquideste Goldform sind.
    who knows...

    gibt es irgendjemanden, der telekom aktien beim absoluten höchststand gekauft hat?


    alt-investor jim rogers hat ein lesenswertes buch geschrieben "rohstoffe, der spannenste markt der welt"


    Da berichtet er von einem japaner, den er mal kennen gelernt hat.
    Dieser japaner hat tatsächlich aktien gekauft, einen Tag bevor die Japan-Blase platzte - und damit alles verloren.


    Das klingt für jeden Teilnehmer der dritten telekom-tranche bekannt, aber dieser Mann hat wirklich bei einer 10 jahre dauernden Hausse den höchsten Tag erwischt.
    Jim Rogers fragte ihn, wie das kam.
    er erzählte, dass er ein konservativer investor war, der nur in festzinspapiere investierte.
    Jedes Jahr einmal sprach er mit seinem bankberater. Dieser Berater versuchte ihn von Aktien zu überzeugen.
    und jedes jahr aufs neue zeigt ihm der Berater, wieviel er denn mit Aktien verdient hätte, wenn er vor einem jahr "ja" gesagt hätte.
    Die menschlichste reaktion nach 2-3 jahren ist: was so gestiegen ist, muss wieder fallen.
    Aber die japanischen Aktien stiegen weiter.
    Und irgendwann nach 10 jahren liess sich der japanische Investor überzeugen:
    er verkaufte seine festzinspapiere und kaufte nikkei aktien.
    am nächsten tag fielen die Kurse. man sagte ihm, dass das eine übliche Korrektur sei, aber sie hörten nicht mehr auf zu fallen.
    Er war der letzte Bär, der kapituliert hatte.


    FALLS es eine klassische Dienstmädchenhausse geben sollte, (was ich ein bischen bezweifle, da vorher möglicherweise ein Goldstandard eingeführt wird), dann wird man den höhepunkt dieser Hausse daran erkennen, dass die letzten Goldbären kapitulieren.


    Klassisch ist das Beispiel des börischen Steve roach von Morgan Stanley, der jahrelang predigte, dass der 2004er Aufwung auf tönernen Füßen steht. Und ende 2007 schwenkte er um und meinte, dass wohl ein neuer Superzyklus beginnt und eine lang andauernde Aktienhausse beginnt. wochen später begann die statistische Rezession.


    ich selbst habe bereits mitte 2006, auf einem guten peakim Mai meine aktien verkauft:
    ich hatte eine n sehr offensiven anruf meiner bank bekommen, endlich in aktien zu investieren.
    da zu diesem zeitpunkt selbst die schlechtesten aktien sich seit den 2002er tiefs verdoppelt hatten, habe ich verkauft.
    viel zu früh (aber zu diesem zeitpunkt hatte ich kleine kinder und nicht viel zeit, um den optimalen verkaufszeitpunkt festzustellen).

    Gäbe es kein Papiergold.....stünde der Kurs bei 10.000 die Unze


    Was jetzt noch fehlt ist ein Vertrauensschwund in Papiergold....dann geht die Luzi ab.


    Sanfte Grüße
    Misan
    PS....Leute....ich wollte heute mal wieder ne kleine Großmenge 1 Kilobarren Silber beim Hersteller kaufen.....nix zu kriegen.
    Werden angeblich frisch gegossen, jede Menge Vorbestellungen vor mir...und dauert somit....bis zu 6 Wochen. ;(


    das ist ein denkbares Ereignis, bei dem aber niemand vorhersehen kann, wann es eintritt.

    Der Punkt ist ja, dass man Gold eben mit überschüssigem Geld kauft - also Geld, das man in absehbarer Zeit nicht braucht..


    o


    während einer richtigen Dienstmädchenhausse erscheint es, als ob es kein Risiko gibt: alles geht nur nach oben,
    wie in einem paternoster: man braucht das Geld nur anlegen und 8 Wochen später ist es mehr.


    von daher wird auch Geld eingesetzt, dass man in 8 Wochen wieder braucht.
    Mit kurzfristigen Gewinnen wird geprahlt.


    kurz vor ende des nasdaq bubble fragte mich meine Freundin,ob ich ihr ein depot einrichten kann.
    sie wollte in den 8 wochen bis zum Urlaub aus 500 Mark (damals alle ihre Ersparnisse) gerne 1000 mark machen.
    die von mir in aussicht gestellten 20% plus in 3 Monaten waren ihr angesichts des Risikos, das ich ihr erklärte, zu wenig.
    sie dachte wirklich, das sei eine sichere Geldverdopplungsmaschine.

    Dr_Meyer


    Wie ist deine Meinung zum neuesten Wellenreiter Beitrag Deckung der Staatsverschuldung: Wie hoch müsste der Goldpreis steigen?
    von Robert Rethfeld?


    habe ich nicht gelesen, ich sag mal nur so:


    800 dollar wären heute nach offiziellen inflationsberechnungen 2000 dollar,
    nach der echten inflationsrate wäre es 8000 dollar.


    aber: die 800 dollar waren damals ein sehr kurzer Spike, während des afganistan einmarsches der Russen. wir reden also eigentlich eher von 600 dollar, heute 2000-6000 dollar.


    ein Goldanstieg bis zu 2000 dollar über die nächsten 2-8 Jahre ist für mich der Base Case. Aber 1980 gab es keine Angst vor Staatsbankrotten oder einem Zerfall einer Währung.


    alles andere sind extra Szenarien.


    Kein Mensch kann sagen, was mit den Schulden passiert.


    ich sage mal nur als Beispiel, wie mit Schulden umgegangen werden kann:


    a) Fall Madoff,
    b) isländische Banken


    a) im Fall Madoff: alle Anleger sind leer ausgegangen. es wurde erklärt, dass den vielen Millionen auf Madoffs Kontoauszügen keine Werte gegenüber stehen
    b) isländische Banken: Hier erklärte die Regierung von UK, dass alle englischen Sparer entschädigt werden. Die englische Regierung versuchte das geld von der isländischen regierung zu bekommen. Fehlanzeige. Da nahm sie selbst neue Schulden auf und die Bank of England druckte neues Geld um diese Schuldtitel aufzukaufen.


    Der Chefvolskwirt von Barclays Deutschland wollte einen neuen Goldstanard einführen und die gesamte Geldmenge mit Gold decken: das wären dann 40.000 dollar pro Unze.
    Das wird so nicht passieren: ein Teil der weltweiten verschuldung wird durch Bankrotte verschwinden, ein Teil durch Geld drucken.


    Bei Bankrotten gegen die Leute ins Gold, um gegenpartfreies Geld zu haben. Bei Gelddrucken gehen die Leute ins Gold, um sich aus der ständigen Entwertung des Papiergeldes zu schützen.


    Es gibt aber meiner Meinung nach keine seriöse Methode, um einen zukünftigen Goldpreis zu errechnen,
    da sich das Papiergeld selbst während dieser Zeit verändert.


    An der Börse ist es so, dass eine gesunde Hausse beginnt, indem bei sehr kleinen Umsätzen die Preise klettern. Die Masse kauft später.


    derzeit klettern die Goldpreise bei kleinen Umsätzen. niemand kann seriös einen Preis voraussagen für den Fall, dass später Gold in großer Masse nachgefragt wird.


    nachdem ich an der Börse zwei Zyklen als Beobachter und zwei Zyklen als Marktteilnehmer mitgemacht habe, würde ich sagen, dass niemand den Gipfel einer Übertreibung voraussagen kann.
    wer vor 10 jahren vorausgesagt hätte, dass apple größer wird als Microsoft, wäre ins Irrenhaus gekommen.

    Ich glaube für ne Dienstmädchenhausse ist Gold schon zu teuer.
    Papiergold wird gut laufen....davon sind wir aber noch entfernt.
    Mein Indikator ist...wenn wunderts....Silber.


    Sanfte Grüße
    Misan


    guter einwand: falls es bei Gold zu einer klassischen Dienstmädchenhausse kommt, die breiteste Bevölerungsschichten erfasst, dann ist es sehr wahrscheinlich,
    dass diese Hausse in einer Silberhausse endet,


    als in den 70ern der Goldzug abgefahren war, versuchten die Leute Geld mit den unterbewerteten Diamanten zu verdienen (und haben sich bescheissen lassen, Diamanten sind nur was für Profis) oder haben Geld in Perserteppiche und Oldtimer investiert.

    Angeregt durch einen Artikel (habe den Link leider nicht) habe ich mir mal angesehen, ab wann Blasen eigentlich platzen. Dazu habe ich die ansteigende "Grundlinie" von vor der Blase bis nach der Blase durchgezogen und errechnet bei welchem Faktor darüber die Blase platzte.
    Der Nasdaq 100: Grundlinie im Jahr 2000 etwa 1000$; Geplatzt bei etwa 4000$. Überspannungsfaktor: 4
    Nasdaq comp.: Grundlinie im Jahr 2000 etwa bei 1000$; Geplatzt bei 5000$. Faktor: 5
    S&P 500: Grundlinie im Jahre 2000 etwa 500$; Geplatzt bei 1500$. Faktor 3


    Vergleiche ich das jetzt mal mit Gold und konstruiere eine Grundlinie von 2002 über 2006 (ab da beginnt die Blase), so müßten wir der Grundlinie nach etwa bei 600$ sein. Wir sind aber bei 1200$. Darum hat Gold derzeit den Blasenfaktor 2.


    Was man aber beachten sollte: als die Nasdaq bei 1000 stand, da hat niemand 10 jahre land tech acktien gedrückt.
    als der Goldpreis in den 60ern freigegeben wurde und bei 35 dollar stand, blickte Gold auf 30 jahre zurück, in denen Gold fest an den dollar gebunden war. Es stieg dann von 35 dollar auf 800 dollar. in ca. 15 jahren also um das 23 fache.


    Nun ist es aber so, dass auch die griechische drachme von 1950 bis 1998 gegenüber der DM um das 21 fache abwertete.
    wer also 1950 griechische drachmen gegen Gold umgetauscht hat, der hat vermutlich bis 1980 das Geld - in Drachmen - verdreissig oder vervierzigfacht.

    Ich hege Zweifel ob wir beim Gold überhaupt eine Miclhmädchenhausse bekommen werden.....die aktuelle Anlegergeneration ist m.E. nach noch bedient von der "Internet/Neue Markt Hausse".....viele Otto-Normalos haben damals viel Geld verloren und das ist noch nicht aus den Köpfen draussen ...um eine Milchmädchenhausse zu bekommen müsste diese Bevölkerungsgruppe ja wieder euphorisch zu spät auf den fahrenden Zug aufspringen......


    Ich glaube eher an eine...na wie soll man das nennen Großkapitalisten-Hausse ???? Leute mit Vermögen, die Ihr Geld vor Inflation und staatlichen Zugriffen in Sicherheit bringen wollen.....hast Du nichts wie ein Milchmädchen kann Dir auch nichts weginflationiert werden........der mehrfach beschriebene crack-up Boom trifft es wohl am ehesten.....


    Egal was für eine Hausse, es wird einen deutlichen Anstieg des Goldes geben....die Frage die sich mir am drängenden stellt ist was man mit den aufgelaufenen Gewinnen dann machen kann bzw. dann bekommen wird.....



    Das entscheidende ist ja, dass Gold das genaue Gegenteil zu Papierwerten ist.


    Im 19.Jh gab es einen High tech boom mit Blase: das war die Eisenbahn-Blase, die laut platzte und hunderttausende Anleger ruinierte (obwohl die Eisenbahn danach ihren Siegeszug antrat).
    ich glaube 10 Jahre später gab es die Goldminen-Blase nach der Entecklung der südafrikanischen Goldvorkommen.
    Die gleichen Anleger, die nach dem Blatzen der Eisenbahn-blase geschworen hatten, nie wieder eine aktie anzufassen, ließen sich vom Gold betören.


    echte Goldblasen gab es früher nicht, da Gold ja Geld war, d.h das gesamte Währungssystem war an Gold angebunden.
    Die einzige Goldblase, war wohl die von 1980,
    wobei Gold in DM erst ein paar Jahre später seinen Höchststand erreichte.

    Viele Goldanleger hier im Forum sind waschechte „Contrarians“, die ein Investment nur richtig mögen, wenn alle anderen die Nase rümpfen, so wie es 1995-2004 bei Gold war.


    Aus dieser Perspektive muss jeder Gold-artikel in der Main stream-Presse wie eine Haussefrauenhausse aussehen.
    Aber um an die Aktienhausse zu erinnern: von der Manfred-Krug werbung für den Börsengang der Telekom bis zum Höhepunkt der „TIM“ (Telekom – Internet –Medien)-Hausse waren es ca. 4 Jahre!


    Von daher: sammeln wir ruhig Fakten und sehen, ob sich eine Milchmädchenhausse entwickelt. Ich denke, es ist noch sehr viel Zeit.

    Beim Gold gab es immer wieder kurze Rallys, die es in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt haben.
    Ob der Handelblatt-Journalist, der da gerade so einen schmissigen Gold-Artikel geschrieben hat, selbst Gold hat? Das wage ich zu bezweifeln.


    Ich habe gestern auf einer Autofahrt nachgedacht, woraus sich eine Michmädchenhausse nährt:
    Ich denke, sie nährt sich zum großen Teil aus den angeberischen Kommenaren der Nachbarn, die investiert sind.


    Selbst wenn Bild und Handelsblatt täglich berichten: erst wenn der Nachbar mit einem Wohnmobil vorfärt, dass er sich aus seinen Gewinnen mit Gold gekauft hat, werden die Nicht-Gold-Besitzer richtig mürbe.


    In Deutschland hatte der Börsengang der Telekom einen großen Anteil an der Milchmädchenhausse. Plötzlich gab es Millionen von Kleinanlegern, die beim Bäcker erzählten, dass die ihren Aktienwert seit dem Börsengang verdoppelt hätten.


    Zuerst kommt dann die natürliche reaktion: was so hoch gestiegen ist, muss wieder fallen.
    Aber wenn dann über einen längeren Zeitraum (1-3 Jahre) immer nur positive Nachrichten kommen, dann fallen irgendwann die letzten Bären um.


    In Deutschland sind gerade jetzt das erste Mal etwas breitere Bevölkerungsschichten ins Gold gegangen: wegen einer Währungsreform-Panik.
    Wenn jetzt Gold ca. 30% steigt, dann gehe ich davon aus, dass es das erste Mal leute gibt, die mit ihren Goldinvestments am Gartenzaun angeben.


    (die erste Generation waren noch stille Akkumulatoren, die kaum über ihre Investments sprechen).

    Soweit zur Goldhausse.
    Es kann aber auch sein, dass die Goldhausse das Finanzsystem derart gefährdet, dass für 10-30 Jahre wieder ein Goldstandard eingeführt wird.


    Es gab dazu schon mal eine Diskussion hier im Forum.



    Viele erwarten eine Milchmädchenhausse wie 1980.
    Erfahrungsgemäss kann man aber davon ausgehen, dass jede Hausse ein bischen anders ist.


    1990 während der argentinischen Peso-Krise haben die Menschen dort vermutlich nicht von einer Dollar-Hausse gesprochen. Auch die Menschen 1998 in Russland, die mit der Rubelkrise ihr gesamtes Vermögen verloren haben, haben wohl kaum eine Milchmädchen-Dollar-Hausse erlebt, sondern einen „currency event“,
    einen Moment, in dem die Mehrheit der Bevölkerung innerhalb weniger Stunden das Vertrauen in die Währung verliert.
    In Russland stürmte die Bevölkerung nach der Erklärung des 3-monatigen Zahlungsmoratoriums die Banken.
    Heute wird von einem russischen Staatsbankrott gesprochen. Tatsächlich hat Russland letztlich dank der Rohstoffhausse seine Schulden restrukturiert und 80% zurückgezahlt.


    100% verloren haben die russischen Bürger, die Rubelguthaben bei russischen Banken hatten.


    In Argentinien gab es ein erodierendes Vertrauen gegenüber dem Peso. Immer mehr tauschten Pesos 1:1 in Dollar und legten das Geld auf Dollarkonten.
    Bis der Abfluss des Kapitals so hoch wurde, dass der Staat die Reißleine zog: die Konten wurden eingefroren und alle Dollar-Konten wurden in Peso-Konten umgewandelt.
    In beiden Ländern gab es eine virulente Währungskrise, in der die Bevölkerung zu jedem Kurs ihr Rubel und Pesopapiergeld gegen ausländische Devisen und Sachwerte verkauft hat.


    Niemand wäre in Russland oder Argentinien auf die Idee gekommen, eine Milchmädchenhausse auszurufen:
    "alle reden nur noch davon Gold, Dollar und Sachwerte zu kaufen. Da ist die Milchmädchenhausse: jetzt muss man aussteigen und Pesos kaufen."