Ich erinner mich an die Börsen-Baisse kurz vor dem 2. Golfkrieg.
Damals schrieb die FTD: wennd er Dax mit der gleichen Geschwindigkeit wie in den letzten 3 Tagen sinkt, dann steht er in 30 Tagen bei Null.
(so oder ähnlich).
Sixt Vorzugsaktien hatten zu diesem Zeitpunkt Dividendenrenditen von 25%.
D.h. bei halbwegs vergleichbaren Dividenden würden sich nach 5 Jahren der Kaufpreis der Aktie selbst bezahlen.
Bei stark fallenden Kursen will niemand ins Messer greifen, aber gerade bei mobilen Sachwerten ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie dramatisch verfallen - oder gar auf Null gehen - gering.
Vor ein paar Tagen hatte ich im Thread "Global Economic Collapse" einen FTD Artikel gepostet, indem der Autor das derzeitige Devisensystem als komplett Gaga bezeichnet hat.
Als Gold bei 1220 Dollar stand, bestand ersthaft die Gefahr, dass Marktteilnehmer in Kaufpanik geraten.
Das wurde abgewendet.
Die Ratingagenturen sind nachweislich alle privat und vertreten Interessen des anglo-amerikanischen Klubs.
Als vor einem halben Jahr die Ratingagenturen eine bestimmte Klasse von Immobilkien-papieren von AAA auf B setzen, gab es reinen Riesen-Aufschrei
weil damit den Papieren die Fähigkeit genommen wurde, sie bei der FED geben Cash zu hinterlegen.
Die Ratingagentur, ich meine es war S & P machte einen Rückzieher und setzte die Papiere wieder auf AAA.
Ich stehe Verschwörungstheorien extrem kritisch gegenüber, aber die derzeituge Schwächung des Euro durch Dikussionen über die Kreditwürdigkeit von Griechenland und Spanien hat durchaus Vorteile für den Dollar:
ein niederigere Dollarkurs ermöglicht den Wiederaufbau eines Produktions- und Kapitalstocks. Und das Stoppen des Carry Trades durch vorsichtige Diskreditierung von EuroLändern stoppt die Aufwertung des Euro.
Das Schwächen des Euros ermöglicht es der FED, die Zinsen bei 0% zu lassen:
obwohl die Zinsen bei Null bleiben, ist vom Dollar der Aufwertungsdruck genommen.
Im Wettstreit um die hässlichste Papiergeldwährung hat der Euro eine Blessur eingesteckt, die ihn noch hässlicher als den Peso del Norte, den Dollar aussehen lässt.
Wir werden in den kommenden Jahren, vermutlich sogar niemals, zu dem Zustand kommen, indem wir mit 1/10 Goldunzen und Zigarettenpackungen bezahlen werden.
In anderen zivilisierten Ländern (Russland, Serbien, Argentinien) haben die Leute nach Währungsreformen , Währungsschnitten und eingefrorenen Konten brav weiter die bunten Scheine genutzt.
Für kleine Leute, die nix verdienen, erfüllt das geld nur den Zweck als Zahlungsmittel.
Wenn es um die Funktion des "store of wealth" geht, dann werden für immer mehr Marktteilnehmer die Sachwerte in den Fordergrund rücken.
Wenn es der Wirtsachaft schlecht geht, wird es so viele Zahlungsausfälle, geplatzte Anleihen und geplatzte Kredite geben, dass Wertspeicher ohne Counter part risiko verlockend erscheinen.
Und wenn sich die Wirtschaft stabilisiert, dann werden Produzenten und Hersteller Preiserhöhungen am Markt durchsetzen, wie man sie noch nie gesehen hat.
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Derzeit sehe ich günstige Preise in Branchen, wo Überkapazitäten und harte Konkurrenz es verhindern, das Preiserhöhungen durchgesetzt werden.
Dort, wo Preiserhöhungen durchsetzbar sind, dort gint es hammerharte Inflation: z.B. auf dem Weihnachtsmarkt.
Niemand will die Kinder heulen sehen.
Wenn der Buden-Besitzer das Karussel um 40% billiger macht, wird er kaum zusätzlichen Fahrten generieren.
Aber wenn er das Karussel 40% teuer macht, wird er nur ganz wenige Kunden verlieren, da die Kinder de facto die Preiserhöhung per Geschrei durchsetzen.
Es leiden die Branchen, in denen Anbieter oder Drittfaktoren nicht die Kraft haben, Preiserhöhungen durchzusetzen.
(Preis absatzfunktion, Durchsetzen von Preiserhöhungen etc / Prof Hermann Simon, "Power Pricing" )
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An der Comex ist der Anteil der Netto Long Positionen fast unverändert hoch.
Genau so hoch wie im August.
Diese Spekulanten sind bei 1100 dollar POG noch lange nicht under water, diese Leute sind bei 950 dollar POG eingestiegen.
Auch auf Euro-Basis sind alle, die im Somme eingestiegen sind, mächtig im Plus.
Wenn man sich das große Bild ansieht: überschuldete Staaten, Zombie-Banken die eigentlich Pleite sind, aber gebündelte Pakete aus Los-Nieten
im Tausch gegen Cash bei den Zentralbanken hinterlegn dürfen, Firmeninsolvenzen, insolvente und quasi insolvente Staaten, Konjunktur mit angezogener Handbremse, niedrigste Zinsen auf Anleihen und Papiergeld sparguthaben,
bei Anblick dieses Bildes finde ich kein lohnendes (und sicheres) Investment außer Bildung und keinen anderen sicheren Wertspeicher als Edelmetall.