Beiträge von Dr_Meyer

    http://www.ftd.de/politik/deut…itte-selbst/50049328.html


    Bericht der Financial Times Deutschland:


    Angeblich will der Staat seine Bürger besser vor Naturkatastrophen und Anschlägen schützen. Tatsächlich wollen Bund und Länder es aber jedem selbst überlassen.


    Es kann einem Angst und Bange werden an diesem nebligen Tag in Berlin. Erst spricht Bundesinnenminister Thomas de Maizière von Viren, die die Computersysteme eines ganzen Landes lahmlegen können, von Terroranschlägen, Naturkatastrophen und sich rasant ausbreitenden Pandemien. Weder Eintritt noch Schwere dieser Katastrophen seien vorhersehbar, niemand könne sagen, wie viel Vorbereitung ratsam sei.

    Das musste ja so kommen: Nun soll das Gold auch noch grün werden und das Weltklima retten. George Soros plädiert in Kopenhagen dafür, das "nutzlos herumliegende Gold des IMF" für die Entwicklungsländer flüssig zu machen.

    Wer kauft das Gold?
    Die Entwicklungsländer-


    Das IWF Gold wurde bisher gekauft von: Indien, Mauritius.
    Am freien Markt kaufte: Sri Lanka.

    sorry wegen der späten antwort: mein Laptop ist leider gecrasht.


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    Ein Teil Deiner Befürchtungen ist klassisch: das sind Befürchtungen, die jeder hat, der in einer krisen-Branche arbeitet.
    In einer krise in die selbständigkeit gehen, ist was für Super-Profis, die auch auf dem Wasser laufen können:
    sehr schwer.


    Ein Mann über 35 muss sich über eines im Klaren sein: wer er ist, was er kann, was er nicht kann.


    In der Psyhologie gibt es ein Konzept, dass glückliche Menschen sich durch die Übereinstimmung von Wollen, Können und Dürfen auszeichnen. Menschen, bei denen Wollen, Können und Dürfen gravierend auseinanderklaffen, werden verrückt - oder sind zumindest extrem unglücklich.


    Nur Stärken hat niemand.
    Nur Schwächen hat keiner:
    unsere Vorfahren haben die pest und den 30jährigen krieg überlebt:
    es ist davon auszugehen, dass die meisten von uns Stärken haben, mit denen man Krisen überleben kann.
    Sonst hätten sie es nicht bis hier und heute geschafft.


    Um sich selbständig zu machen, bedarf es eines bestimmtes Sets an Stärken.
    Man muss vom Typ her jemand sein, dem das liegt. Erfahrungsgemäß hilft es auch, zu den Vorfahrne zu gucken: was hat der Vater gemacht, was der Opa.


    Ich würde mich auf keinen Fall nur wegen der Krise selbständig machen: das geht schief.


    Mir hat mal ein Headhunter messerscharf meine Fehler gezeigt. Und meine Stärken.


    Er meinte damals, ich müsse meine Fehler ausbügeln.


    Nach etwas nachdenken kam ich allerdings auf den Trichter, dass es erfolgversprechender sei,
    die Stärken so weit auszubauen, dass die Schwächen nicht relevant in Erscheinung treten.
    (hat auch geklappt).



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    Ähnlichdes gilt bei der eigenen Situation:
    jahrelanges Angestelltenverhältnis macht abhängig: aber es bringt auch Vorteile.
    Kurz vor dem Staatsbankrott werden alle Selbständigen noch Betriebsprüfungen bekommen.
    (auch ich)


    Ich habe die Finanznot schon gemerkt, als ich von einem Bundesland in ein andere gezogen bin: 4 Wochen, nachdem ich beim neuen Finanzamt angemeldet war, hatte ich eine Betriebsprüfung.


    Von daher ist das vermögen jedes selbständigen immer eines "unter Vorbehalt":
    Da ich in einer seltenen Branche arbeite, wurden einzelne Positionen und Abschreibungen immer neu bewertet,
    so dass sich für ein geprüftes jahr drei mal mein Einkommen geändert hat.


    Wer bei angestellter Arbeit Rücklagen erwirtschaftet hat, ist nicht auf dem Radar des Finanzamtes.
    Das ist schon mal was sehr positives.


    wenn man es dann auch noch schaft, ein Teil des Geldes in Gold zu konvertieren, und Schritt für Schritt ein persönliches und legales Lichtenstein aufzubauen, dass dann unter der Hütte vom Doberman vergraben wird,
    hat man mehr erreicht als mancher Porsche-Fahrer, der sowohl beim Finanzamt, als auch bei potentiellen Schutzgelderpressern und Entführern (siehe Bulgarien) auf der Short List steht.


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    wenn man handwerklich gut arbeiten kann und sich mit Autos auskennt: wunderbar.
    In schlechten Zeiten wird es tausende von Haufrauen geben, die sich eine professionelle Autowerkstatt nicht leisten können: das muss nicht gleich ein getriebewechsel sein, sondern das wechseln eines kaputten Scheinwerfers oder von abgenutzten Kohlestäe n an der Lichtmaschine.
    (ich rede nicht davon, dass man damit groß Geld verdient, aber in richtig schlechten zeiten, kann es schon reichen, wenn man für einen Arzt, einen Polizisten und einen Bauern regelmässig das Auto repariert - und schon kommt man durch)


    ich bin kreativ, ich spreche mehrere sprachen und lebe davon, dass ich produkte erfinde, die weltweit vertrieben werden. Aber falls ich nicht durch Kreativität und Cleverniss überleben kann, bekomme ich echte Schwierigkeiten: ich könnte werder mein Auto reparieren noch... also ja, den berühmten Nagel kriege ich in die wand, aber das war es dann auch schon.


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    welche Branchen krisenfest sind:
    Bis zum Staatsbankrott alles, was mit dem Staat zusammenhängt: Kindergarten, Schule, Verwaltung. Und dann natürlich Branchen wie Telekommunikation, Energie, Landwirtschaft, Nahrungsmittel.


    auch wenn die Auto-Branche unter Druck ist: wenn man nicht extrem Affinität zur Selbständigkeit hat, würd ich erstmal bleiben.
    erst wenn der Insolvenzverwalter oder der blaue Brief da sind, ist game over.
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    ganz einfach:
    du wechselst in das, was am billigsten erscheint und was keiner haben will

    Volle Zustimmung.


    Allein das Erwähnen der Assetklasse muss Ekel auslösen.


    Denkbar, dass das bei Staatsanleihen so ist.
    Irgendwann nach den Staatsbankrotten werden die Staaten wieder Anleihen ausgeben wollen - und dann müssen sie sich mit Anleihebesitzern aussöhnen.


    Kostolany hat sein meistes Geld nicht mit Aktien gemacht, sondern mit deutschen und franzsöischen Anleihen, die er nach 1945 zusammengekauft hat.
    Die hat er zum Papierwert gekauft und meisten zu 100% eingelöst.


    Aber gut: das ist dann extreme Spekulation.
    Wer das macht, muss noch stärkere Nerven haben, als 2001 Gold zu kaufen.

    Wie in diesem Thread vor 2 Wochen diskutiert, sind die 100 euro münzen seit der letzten Stufe der Gold-Hausse deutlich angeschlagen:
    zuviel Verkaufsdruck, zuwenig Sammler-Exclusivität.


    Bei einigen Händlern stapeln sich die Dinger.
    Außerdem war es wohl so, dass die Händler diesmal straffere Zahlungsziele haben und die Trier münze deswegen schnell loswerden wollen.


    Ein Umtausch in liquidere Krüger und Phili Halbunzer macht für Händler durchaus sinn.


    Zukunft der 100 euro goldmünzen: Wo geht die Reise hin?

    […]

    Bei dem Gedanken an Staatsbankrott und Währungreform denke ich gerne an den Philosophen Hegel:


    Der große Philosoph hatte sein Leben lang über Triebkräfte und Widersprüche nachgedacht: als er in den 20er Jahren des 19. Jh in Berlin lehrte,
    hielt er das preußische Modell für das Ende der Geschichte:
    ein weiser Monarch, eine effiziente Verwaltung, niedrige Steuern, excellente Universiäten,
    obwohl er immer über Entwicklung nachgedacht hatte, glaubte er, dass die Geschichte nun ihr Ziel erreicht habe.


    Wir wissen es heute natürlich besser.
    aber in unserem Grundverständniss, sind wir heute alle "Hegelianer", dass wir unseren derzeitigen Stand quasi für das Ende der Geschichte halten.
    In diesem Gesamtkontext sehe ich auch das Märchen, dass moderne Industriestaaten nicht pleite gehen können.

    Leut´ lasst doch jedem seinen Spaß oder seine Hobbies und seine Laster; wenn ich zb einmal im Monat zur Abwechslung in Puff geh... dann kann sowas die verschiedensten Vorzüge haben....es entstehen Bekanntschaften mit Leuten an die man sonst nie ran käme....wer weiß für was das alles mal gut sein kann....das is mein Krisenmanagement :thumbsup:


    merke:
    dem Frisör und der Hure geht jede Krise am Arsch vorbei...nja, der Hure nicht ganz :D

    100% Zustimmung: wenn der monatliche Puff-gang dazu führt, dass Du Dir teure Uhr und Protz-Auto sparen kannst, und Deine Kosten, um Frauen kennenzulernen auf Null reduzierst, dann dürfte ein erheblicher Kapitalstock für schlechte Zeiten entstehen.

    Mein Aufruf zu mehr Konsequenz hat sich natürlich nicht gegen Studenten mit Fahrrädern gerichtet.


    Als Student bietet man per se wenig Angriffsfläche, ist mobil und hat zudem wenig Möglichkeiten was zurückzulegen.
    Da kommt es eher darauf an, dass man seine Eltern einnordet.


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    Chris Martenson ist aus seinem überteuerten Haus an der Ostküste ausgezogen und hat sich ein preiswertes Haus in einem Provinznest gemietet.
    Mein Vorwurf ging an alle Forenteilnehmer theoretisch komplett verstehen, dass wir am Ende eines Kreditzyklus sind und der Krisen-Peak nur verschoben wurde.
    Die aber praktisch ( nachdem sich die Rauchschwaden der Lehman Pleite verschoben haben) ihr altes Leben völlig unverändert weiterführen,
    bzw. mit minimalen Änderungen: "Gold statt Riesterrente".


    Im letzten Sommer stand ich am Meer: Man sah eine gewaltige Gewitterfront heranziehen: aber alle Leute blieben am Strand.
    Nur ganz vereinzelt gingen Leute zu ihren Autos.


    Und dann war das Gewitter plötzlich da und der Regen kam in Sturzbächen herunter. In Panik griffen sich die Leute ihre Sachen und rannten zu den Autos.


    Wenn ich es nicht selbst gesehen hätte, dann würde ich es nicht glauben.


    Obwohl alle die tiefdunklen Wolken gesehen haben, hat sich keiner bewegt.


    Mir ging es mal ähnlich: da war ein Produkt, dass sehr selten bestellt wurde, fast alle.
    Und jedesmal, wenn es bestellt wurde, habe ich irgendwo noch eines im Lager gefunden.
    aber ich mochte mich einfach nicht mit dem Thema auseinandersetzen, ob ich das Produkt aus dem Sortiment streiche oder es nachproduzieren lasse.


    Menschen würden sicherlich verrückt werden, wenn sie sich über alles den Kopf zerbrechen würden.
    Es hat durchaus Vorteile, wenn man nur die Probleme durchdenkt, die zuvorderst sind.


    Aber bei essentiellen Dingen sollte sich ein Mensch wie ein kluges Unternehmen oder ein kluger Häuptling verhalten,
    der über das heute hinausdenkt, eine Strategie entwickelt und diese dann langfristig durchführt und auch einhält.


    Wovon bin ich abhängig? Wie kann ich diese Anhängigkeit reduzieren?
    Wie lange könnte ich leben, wenn ich ab nächstem Monat keine Einkünfte mehr hätte?
    Was kann ich außer meinem jetzigen Job noch machen?
    Gegenüber welchen Veränderungen biete ich Angriffsfläche: benötigt mein Lebensstil zuviel Benzin?
    Habe ich genug einkommen, um bei bei 35% Mehrwertsteuer über die Runden zu kommen,
    ist mein jetziger Beruf krisensicher? auch dann, wenn wirtschaftliche Stagnation herrscht?
    droht Kriegsgefahr, wenn meine Kinder ins wehrpflichtige Alter kommen?
    Habe ich im Ausland Freunde, die mich aufnehmen würden, falls es in Deutschland zu drastischen politischen Änderungen kommt?
    (welche Partei werden die deutschen Wähler wählen, nachdem ihnen die christlich liberale Regierung 2013 bei 25% Inflation die Konten eingefroren hat ? )
    Was passiert, wenn genau heute auf Vermögen auf Girokonten eine Vermögenssteuer oder Zwangsanleihe fällig wird?


    Das ist alles kein Grund zur Panik, auch wenn es etwas ungewohnt ist:
    zur Zeit von Goethe und Schiller gab es Krieg, Zwangsanleihen, Staatsbankrotte - die sind vorbei gegangen, die Literatur von Geothe und Schiller ist geblieben.


    Man muss sich einfach den Zahn ziehen, dass man völlig ungeschoren durch die kommenden Jahre kommt.


    aber es wird nicht wie 1980 sein, als alles blieb, wie es war, und nur der Gold-Kurs einen Höchststand erreichte.

    Leiste ich mir Luxus? Ja. Z.B alle 2 Jahre einen neuen PC (würds auch nur alle 6 Jahre tun), eine Teuere Internetverbindung, ...
    Will ich darauf verzichten? Nein
    Weerde ich darauf verzichten? Nein
    Warum nein? Wenn man sich keine Hobbys, keinen Spass leistet, warum lebt man denn dann überhaupt?
    Um jeden Tag in die Arbeit zu gehen und Abends von dummen Politikern in unseriösen Medien vollgelabert zu weden?

    Um nicht mißverstanden zu werden: ich bin keine Spaßbremse.


    Aber man sollte sich klar werden, was man braucht, was man nicht braucht.


    Einfach mal einen Eimer Farbe nehmen und beim Familienkombi den Kotflügel matt schwarz anstreichen: dann einen Aufkleber rauf:
    Unfallgegner ist bei HUK-Coburg versichert und zahlt nicht.


    Hält man das aus?
    Oder nicht?


    Es gibt eine Menge Dinge, die man gar nicht braucht, sondern die man nur tut um bei Kollegen und Nachbarn nicht durch das Raster zu fallen.
    Oder - noch schlimmer - um die Sekretärin oder den Chef zu beeindrucken.


    Ich habe jahreland im Marketing gearbeitet und verstehe recht gut, wie man mit Produkten Begehrlichkeiten weckt.


    Der echte tatsächliche Nutzwert ist bei vielen Produkten in den Hintergrund getreten,
    intuitive erfasst der Kunde den tatsächlichen Wert eines Produkts, nämlich dass es das Sozialprestige erhöht, Neid beim Nachbarn auslöst, etc.


    Letzlich steckt hinter allen (ganz normalen) Bestrebungen, das Sozialprestige zu erhöhen der Wunsch, durch ein höheres Sozialprestige die Chancen bei Partnerwahl und Fortplanzung zu erhöhen.


    Wer das einmal durchschaut hat, investiert besser 0,2% der Kaufsumme vom Protz-Auto in rote Rosen für die eigene Partnerin.


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    in dem man spart . :D


    Gruss


    alibaba :D

    aha.


    Du must aber aufpassen.


    Während Du gerade als Mr. Hyde die Gold-Community unterhältst,
    benutzt Dr. Jekyll während der Nacht Deinen "Alibaba"-Goldseiten-account um Dein ganzes Silber wieder gegen Fiat Money zu tauschen:


    Gestern: 20 kg Silber für 10.000 Euro
    2. Dezember: chinesisches Silber für 710 Euro
    am 29 November war auch was drin: wenn ich mich recht entsinne 5-10 kg Silber.

    Das ist eine höchst interessante Erkenntnis und erklärt auch, wieso den Deutschen in den letzten 200 Jahren das Aufbegehren systematisch aberzogen wurde...


    Ping

    Jein.


    Bei den Deutschen ist noch noch etwas anderes: in lateinischen Ländern (Frankreich, Spanien, Italien) steht die Familie im Mittelpunkt des Denkens.
    Der Gedanke, dass der Staat Teil der Familie ist, würde lateinischen Völkern geradezu esoterisch erscheinen.


    Die German haben noch nicht ganz soviel Lebenserfahrung mit dem Staat gemacht: die Deutschen sehen sich als Teil einer Gemeinschaft, für die sie einstehen.
    Gemeinschaft ist vielleicht wichtiger als die Familie.
    Diese späteisenzeitliche Grundeinstellung ist (komischerweise) immer noch sehr ausgeprägt.


    Dummerweise verwechseln die Germanen des 20. Jahrhunderts die gemeinschafzt mit dem Staat. Und die Opfer, die sie für die Gemeinschaft bringen, würden sie auch dem Staat bringen.


    Damit sind sie deutlich leidensfähiger und werden der vermeintlichen Gemeinschaft, in Wirklichkeit den Eliten, die sich beim Staat bedienen,
    immer weitere Opfer bringen.


    Jetzt kommt der spannende Teil:
    Die Deutschen haben aber auch völlig überspannte moralische Vorstellungen, was der Staat machen sollte.
    Sie messen den Staat mit den moralischen Vorstellungen ihres eigenen Lebens.


    Unterhaltet Euch mal mit einem Franzosen oder Italiener, was er vom Staat erwartet: nichts.


    In der DDR gab es einen starken Staat: und das Land war vollplaktiert mit Sprüchen: "alles für das Volk, alles zum Wohl des Volkes".


    Die finale Messlatte war das Volkswohl.
    Nur deswegen konnte sich der Volkszorn entfachen, als der Staat 1989 plötzlich anfing, seine Bürger mit Gummiknüppeln zu hauen.
    Nur deswegen hat sich der Volkszorn entfacht, als plötzloich unaübersehbar war, dass die Staatselite Privilegien hatte.


    Über die Jagdhütte der SED-Oberen und die Fertigteilhäuser der DDR-Regierung in Wandlitz würde heute jeder Banker oder Staatssekretär nur müde lächeln.


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    Aber auch im heutigen Deutschland gilt, dass die Bürger vom Staat sehr viel erwarten - aber auch bereit sind, sehr viel zu geben.


    Falls der Staat nicht mehr "liefert" und es ein katalytisches Ereignis gibt, dass offenbart, dass der Staat sich nicht mehr um die Bürger "kümmert",
    dann dürfte die Reaktion der deutschen Staatsbürger heftig und schnell sein.



    Das war im Übrigen auch das Learning der Führer des III. Reichs gegenüber dem Kaiserreich.
    Während des 1. Weltkriegs hat sich der Staat nicht um seine Leute gekümmert: nach 4 Jahren Entbehrungen wurde der Kaiser verjagt.


    Im III Reich wurde die Bevölkerung üppig versorgt, damit sie stillhält:
    Direkt nach der Niederlage von Stalingrad wurden die Renten dramatisch erhöht,
    alle Gewerbetreibenden, die ausgebombt wurden, erhielten vom Staat quasi als staatliche Feuerversicherung 100% ihrer verbrannten Besitztümer bar ausgezahlt,
    die besetzten Länder wurden ausgepresst, damit in Deutschland bis zum letzten Tag die Nahrungsmittelversorgung funktioniert,
    Künstler wie Hans Albers erhielten Steuerfreibeträge von iflationsbereinigt mehreren Mio Euro, damit sie still halten.


    Erst als ab 1944 der Luftkrieg kippte sank innerhalb von Monaten die Zustimmung der Deutschen zum Regime deutlich.


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    Derzeit erleben wir, dass der Staat sich immer neue Funktionen aufbürdet: Klimaschutz, Welthungerhilfe, Schutz vor gefälschten Medikamenten,
    Schutz vor Terrorismus.
    Da niemand die realen Gefahren einschätzen kann, bekommt man ein so großes "Paket" geliefert, bei dem man nicht mehr einschätzen kann,
    ob der Staat ein gutes oder schlechtes Preis-Leistungsverhältnis hat.


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    In Frankreich vor der Revolition war es der Spruch von Marie Antoinette, der Gemahlin des Königs, der das Fass zum Überlaufen brachte:
    "wenn die Leute kein Brot zu essen haben, dann sollen sie doch Kuchen nehmen".


    Schon das Beispiel der Piratenpartei lehrt, wie aus dem Nichts Kräfte, die bisher nicht politisch aktiv waren, sich formen können.


    Ich wage wirklich keine Prognose, aber ich bin mir recht sicher, dass sich die kommenden 20 Jahre deutlich von den vergangenen 20 Jahren unterscheiden werden.

    Was ich insgesamt meine:


    Gründundblau meint, dass wir kurz vor einem extremen deflationären Crash stehen, Berninger glaubt derzeit, dass es Anfang 2010 "losgeht".
    Ich glaube, dass beide Unrecht haben.


    Es gibt zwar in der Geschichte manchmal Strudelbewegungen und sich selbst verstärkende Effekte, bei denen alles sehr schnell geht.
    Aber es gibt auch zähen Überlebenskampf, wo durch die Verkürzung der Versorgungswege und die Verkleinerung des zu verteidigenden Gebietes
    eine enorme Verzögerung der Niederlage eintritt.


    Unsere menschliche Natur sorgt dafür, dass wir zu unpopulären und unbequemen Entscheidungen erst fähig sind, wenn konkrete, das eigene Leben betreffende Ereignisse vor der Haustür stehen.


    Es wäre äußerst klug, die gewonnene Zeit zu nutzen, um konsequent und nachhaltig
    die eigene Widerstandsfähigkeit zu verstärken und die Angriffsfläche zu verringern.

    Was mich jetzt eigentlich an Deinem Post angesprochen hat, dass Du Dich mal eine Weile vom Acker machst.

    Eigentlich habe ich mich schon vor Jahren vom Acker gemacht, als ich bei einem Großkonzern ausgestiegen bin,
    mir ein Haus auf dem Acker genommen habe und eine eigene Firma gegründet habe.


    Anhand der Diskussion um die neue GEZ-Gebühr kann man erkenen, wie der Staat ohne mit der Wimper zu zucken, den Rubicon überschreitet:
    zukunftig soll es für jeden Haushalt die Pflicht zur GEZ-Gebühr geben, unabhängig ob man Geräte hat, oder nicht.
    Modell 2 ist die Umkehr der Beweislast: Nicht die GEZ muss beweisen, dass man ein Gerät hat, sondern man muss beweisen, dass man kein Gerät hat.


    Modell 3: alles bleibt so wie es ist, aber die Gebühr für PCs verdreifacht sich.


    Mit der Umkehr der Beweislast, würde- wenn auch erst in einem Sonderfall - einer der elementaren Eckpfeiler des Rechtssystems ausgehebelt werden.
    Wer weis, wo wir die Umkehr der Beweislast noch alles sehen werden.



    Wer jetzt noch Zweifel hat: wenn es dem Staat richtig dreckig geht und er unter der Schuldenlast ächzt, dann wird er ohne mit der Wimper zu zucken die MWst auf 35% erheben und jedem, der Vermögen hat ne Zwangsanleihe aufs Auge drücken.


    So wird man dann auch ganz ohne Eichelburgsche Hyperinflation ganz arm.


    Das muss alles nicht so schnell und nicht so schlimm kommen, wie befürchtet.
    Aber man sollte sich Spielraum schaffen, um reagieren so können und unabhängig zu sein.


    Jeder wird da sicher seinen eigenen Weg finden.

    hmmm ... in dem Punkt wäre ich mir nicht so sicher ...
    http://de.wikipedia.org/wiki/L…toinlandsprodukt_pro_Kopf
    -> 2008 hatte Frankreich nominal ein um 3 % höheres und kaufkraftbereinigt ein um ca. 3 % geringeres Volkseinkommen
    (und auch nicht solch eine Kluft zwischen arm und reich wie z.B. die USA)

    Nein. als ich in Frankreich gelebt habe, war die Statistik so, dass irgendwas wie 70% oder 50% der Leute nur den staatlich garantierten Mindestlohn SMIC verdient haben.
    Es gab allerdings auch viele Lehrer, die nur 1 Fach haben und 35 h arbeiten. Auch in anderen Branchen und Staatsbetrieben gab es damals Jobs mit sehr wenig Stunden. Aber ingesamt gibt es in Frankreich weniger Leute als hier, die die Chance haben, sich finanziell unabhängig zu machen.


    Damit meine ich nicht, dass man Geld braucht, um glücklich zu sein.
    Baguette, Rotwein, Käse und die richtige Gesprächsrunde und man lebt in Frankreich auch ohne Geld wie Gott in Frankreich.


    In Frankreich gibt es noch Eliten, wie sie im Buche stehen - und anders als in Deutschland, sind die auch wirklich sichtbar und haben ihre eigenen Kaderschmieden.
    (Stichwort ENA, Grandes Ecoles)

    Seit wann zitierst Du Berninger im Positiven?

    Was mir bei ihm gefällt, ist das, was er am Anfang gemacht hat:
    da hat er das klassische Framework einer Katastophe genommen und auf die aktuelle Krise gesetzt: Krisenfahrplan, Krisenpeak, Verschieben des Krisenpeaks.
    An diesem Modell habe ich bis heute nichts gefunden, was nicht stimmt.
    Bei Berningers wirtschaftlich/politischen Krisenvorhersagen, da "schwimmt" er meiner Meinung nach.
    Das ist nichts ehrenrühriges: selbst Jim Rogers sagt, dass er nicht weis, was passieren wird und zitiert nur historische Vorbilder.
    Da ging mir Berninger mit seinen "ab Mai werden sie keine Handlungsmöglichkeiten mehr haben" zu weit. Das hat den Eindruck erweckt, als ob er mehr Informationen hatte als wir.

    Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass er aus dem Ponzi-Scheme „Rentensystem“ noch mal etwas rausbekommen wird?
    Wie kann man Gold verkaufen, um eine Versicherung zu bezahlen? Gold ist die Versicherung!


    Jeder hier kennt die Filme über den Zinseszins:
    Das Zinseszins system erschafft mehr Geld, als es Güter gibt.
    Alle 80-100 Jahre muss es immer wieder katastrophale Ereignisse geben, die Geld und Güter in Balance bringen.

    Es ist erwiesen, dass vor der weltwirtschaftskrise 1929 sich die Kapitalien in den USA in den Händen ganz weniger zusammenballten.
    Wenn Individuen und Firmen soviel Geld haben, dass sie es nichtmal schaffen, die Zinsen zu verkonsumieren, dann wird das System besonders instabil.

    Derzeit ist es wieder so, dass sich das geld in den Händen weniger Individuen zusammenballt und dass die reichsten Menschen der Welt immer reicher werden, da sie es nicht schaffen, ihre Zinsgewinne mit Bentleys und Yachten zu verfrühstücken.

    Es gibt kaum noch solvente Kreditnehmer. Und die, die solvent sind, wollen keinen Kredit.
    Der Staat wird zum Kreditnehmer der letzten Instanz und kann dank seiner exklusiven Stellung sehr lange Zins und Zinseszins aus der Bevölkerung auspressen.

    So weit so gut: das haben wir ja alle schon mal gehört.

    Aber manchmal glaube ich, dass hier viele auf dem Weg zum „Popcorn-Systemkritiker“ sind.

    Etwa so wie die Wochend-Revoluzzer, die mit Ohrring und Tarnjacke und Bierbüchse zum Konzert der Toten Hosen gehen, sich ihren Systemverdruss herausschreien und am Montag wieder geschniegelt und gestriegelt in der Werbeaggentur zu sitzen und Kampagnen für Müsli-Riegel mit 50% Zuckeranteil konzipieren.

    „Rainer_d“, Forumsmitglied mit 1200 hochsinnigen Beiträgen sorgte hier für Aufruhr, als er seine Unzen losschlagen wollte, da sein Auto kurz vorm wohlverdienten Urlaub Geräusche machte und er aus dem Erlös der Unzen einen „top gebrauchten“ Opel Astra Kombi kaufen wollte. Ein paar Threads weiter ließ er sich sogar ein Versicherungsangebot von der Allianz machen.

    Da wurde mir klar, wie tief in der Matrix manche Leute noch sind.

    Wir leben in einer Illusion von Wohlstand – und in einer Illusion von Dingen, die uns zustehen, oder an die wir uns gewöhnt haben.

    In Frankreich hatte die Masse nie Geld: da war es schon vor 10 Jahren so, dass unter den Top 10 verkauften Autos nur ein Mittelklassewagen war, alles andere waren Kleinwagen.

    Wir sind umgeben von tausenden Dingen, auf die man verzichten kann.

    Ich mag Autos: aber sie sind eine Geldvernichtungsmaschine par excellence. Und wenn es für Menschen mit weniger Einkommen eine Möglichkeit gibt, um auf einen grünen Zweig zu kommen, dann durch den Verzicht auf ein Auto oder durch den Kauf eines möglichst kleinen oder billigen Autos.
    Gleiches gilt für den Urlaub.
    Es gibt keinen wohlverdienten Urlaub.
    Die leibeigenen Bauern der Mittelalters hätten Urlaub deutlich nötiger gehabt, als wir Sesselfurzer.
    Es gibt nur Urlaub, den man sich leisten kann – und Urlaub, den man sich nicht leisten kann.

    Da jeder von uns schon bei Aldi einkauft, ist es schwer, Zahlungsströme umzuschichten. Urlaub und Auto gehören zu den wenigen Dingen, wo man noch sparen kann.

    Es ist nicht damit getan, das Geld, was man sonst in die Riester-Rente gesteckt hätte, in Gold anzulegen. Es geht um mehr.

    Multi-Millionäre können einfach mal eine Immobilie verkaufen und in harte Währung konvertieren.

    Wer nix geerbt hat oder nicht Millionär ist, muss seine Lebensweise ändern!

    Die kommenden Jahre sind kein Road-Movie, in dem der Film-Held im allianz-versicherten Top-Gebrauchtwagen mit Sitzheizung ein tiefen Zug von der Marlboro nimmt, und ab Kilometer 200 aus dem Radio erfährt, das Gold jetzt bei 50.000 euro steht.

    Das wird haariger, da wette ich drauf.

    Eichelburg hatte irgendwann mal geschrieben, dass man mindestens 2 oder 3 Kilo Gold brauche.
    Ich bin mir gar nicht sicher, ob man für die Zeit der Krise überhaupt Gold braucht: das ist eher für die Zeit danach.
    Das wichtigste ist nicht Gold, sondern dass alle Weichenstellungen so getätigt werden, dass man maximale Unabhängigkeit erlangen kann:
    Unabhängigkeit vom Papiergeld, das stark an Kaufkraft verlieren wird,
    Unabhängigkeit von Altersversorgungssystemen, die Ponzi-Systeme sind,
    Unabhängigkeit vom Staat, von dem bald keine Hilfe mehr zu erwarten ist,
    Unabhängigkeit von Deutschland, das man vielleicht irgendwann mal verlassen muss,
    und in extremis natürlich sogar Unabhängigkeit von kurzfristigen Nahrungsmittelengpässen.

    Ich glaube den Crash-Warnungen, die derzeit wieder mal durch die gegen geistern kein bischen. Aber das bedeutet nicht, dass man sich nicht vorbereiten muss.

    Unter dem Eindruck der ständigen bedrohlichen Meldungen im Frühjahr 2009 war es deutlich leichter, sich auf die finale Krise vorzubereiten.
    Keiner weis genau, wann sich die Krise wieder bescheunigt.
    Aber es ist offensichtlich, dass kein einziges Problem, das zur Krise führte, gelöst wurde.
    Es gibt keine Entwarnung.

    Im übrigen mache ich jetzt bald einen längeren Urlaub.
    Im Sommer 2009 hatte ich alles abgesagt, aber nun lief das Weihnachtsgeschäft so gut, dass ich trotz Krisenvorsorge noch Urlaub machen kann, mehrere Wochen lang.
    Reisen bildet: und nichts macht unabhängiger als gut ausgebildete Kinder.
    Und dabei können sich die Kinder auch schon mal daran gewöhnen, wie es ist, längere Zeit in einem anderen Land zu Leben.

    Aufruf zur Konsequenz

    Es liegt leider in der menschlichen Biologie begründet, dass es uns extrem schwerfällt, ach was sag ich, uns geradezu unmöglich ist, abstrakte Entscheidungen, die im Großhirn getroffen werden, in Handeln umzusetzen.

    Unser tägliches Handeln wird vom Kleinhirn bestimmt, das auf millionen jahre alten Instinkten basiert. Das wurde tausendfach in Experimenten nachgewiesen.

    Den meisten ist bekannt, dass für 90% der Marktteilnehmer an den Börsen, wenn’s hart auf hart kommt, die uralten Instinkte das Maß der Dinge sind: Angst, Gier.

    Und so ist es auch mit der Krisen-Vorsorge:
    Wie sagte Dr. Berninger in einem seiner Videos mal so schön: „Erfahrungsgemäß muß das krisenhafte Ereignis erst seinen Höhepunkt erreichen, damit die Menschen es wahrnehmen“.

    Auf dem Höhepunkt der Krise wird reagiert: manchmal werden richtige Entscheidungen getroffen, manchmal werden Entscheidungen getroffen, die das krisenhafte Ereignis nach hinten verschieben – und dabei vergrößern.

    (Das ist jetzt keine spezielle Berninger Theorie, sondern das Framework aller Krisen.)

    Wenn ich jetzt mal janz spontan sagen sollte, ob die Regierungen auf dem peak das Richtige gemacht haben oder nur den Peak nach hinten verschoben und größer gemacht haben…
    Ich denke, sie haben den Peak nur verschoben.

    Viele von uns haben die Krise des Weltfinanzsystems erst realisiert, als Frau Merkel die Sicherheit der Konten garantierte.

    Aber danach blieb es ruhig: der Himmel ist nicht heruntergefallen, die S-Bahnen fahren noch, die EC-Automaten geben Euros heraus und auf den Straßen müssen Bundeswehrsoldaten keine Arbeiteraufstände mit MGs niedermähen.

    Ja, ich bin froh, dass wir in diesem Herbst noch keine virulente Dollarkrise haben und dass die Bockwurst- und Zwieback-Vorräte im Keller in angebrochen werden mussten.

    Jeder hier im Forum hat es erlebt, wie schwer es ist, Outsidern die wahren Zusammenhänge rund ums Papiergeld und Systemcrash beizubringen.

    Trotzdem fall ich manchmal echt vom Glauben ab, wenn ich sehe, wie schwer es selbst für Forumsmitglieder hier ist, mal länger als ein paar Monate eine Sache durchzuziehen.

    Kaum gibt es ein all time high, dass gerade ein paar Prozent über dem letzten liegt,
    werden plötzlich die Unzen verscheuert.

    Oder noch schlimmer: weil die Versicherung bezahlt werden muss und Weihnachtsgeschenke gekauft werden müssen, muss jetzt Gold verkauft werden.

    Wie kann man so des Wahnsinns sein?