e in der Automobil Zulieferindustrie als kleiner Arbeiter.
Der Job ist hart, war aber viele Jahre, auch wegen der 3 Schichten gut bezahlt.
Nun geht es in den letzten 2 Jahren beständig bergab
Ich sitze mit im Boot und sehe das es untergeht, fühle mich aber handlungsunfähig
und bin absolut ratlos wie ich mich da raus retten soll.
Die Jobs hier sind sehr rar gesät und bei einem wechsel, käme ich sicher vom Regen in die Traufe.
Meine Familie und ich bewohnen eine bezalhlte Immobilie und haben uns überdies ein schönes Sümmchen erspart, dass ich dazu nützen könnte selbsständig zu werden.
Wenn ich nur wüsste in welcher Sparte (Stichwort krisensicher) ich es versuchen könnte ???
Meinen ehemals erlenten Beruf kann ich da vergessen, es müsste etwas sein, in das ich als Quereinsteiger hineinkäme.
Wenn Ihr wüsstet wie viele schlaflose Nächte mir das schon bereitete und wie lange ich darüber schon grübele. 
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sorry wegen der späten antwort: mein Laptop ist leider gecrasht.
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Ein Teil Deiner Befürchtungen ist klassisch: das sind Befürchtungen, die jeder hat, der in einer krisen-Branche arbeitet.
In einer krise in die selbständigkeit gehen, ist was für Super-Profis, die auch auf dem Wasser laufen können:
sehr schwer.
Ein Mann über 35 muss sich über eines im Klaren sein: wer er ist, was er kann, was er nicht kann.
In der Psyhologie gibt es ein Konzept, dass glückliche Menschen sich durch die Übereinstimmung von Wollen, Können und Dürfen auszeichnen. Menschen, bei denen Wollen, Können und Dürfen gravierend auseinanderklaffen, werden verrückt - oder sind zumindest extrem unglücklich.
Nur Stärken hat niemand.
Nur Schwächen hat keiner:
unsere Vorfahren haben die pest und den 30jährigen krieg überlebt:
es ist davon auszugehen, dass die meisten von uns Stärken haben, mit denen man Krisen überleben kann.
Sonst hätten sie es nicht bis hier und heute geschafft.
Um sich selbständig zu machen, bedarf es eines bestimmtes Sets an Stärken.
Man muss vom Typ her jemand sein, dem das liegt. Erfahrungsgemäß hilft es auch, zu den Vorfahrne zu gucken: was hat der Vater gemacht, was der Opa.
Ich würde mich auf keinen Fall nur wegen der Krise selbständig machen: das geht schief.
Mir hat mal ein Headhunter messerscharf meine Fehler gezeigt. Und meine Stärken.
Er meinte damals, ich müsse meine Fehler ausbügeln.
Nach etwas nachdenken kam ich allerdings auf den Trichter, dass es erfolgversprechender sei,
die Stärken so weit auszubauen, dass die Schwächen nicht relevant in Erscheinung treten.
(hat auch geklappt).
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Ähnlichdes gilt bei der eigenen Situation:
jahrelanges Angestelltenverhältnis macht abhängig: aber es bringt auch Vorteile.
Kurz vor dem Staatsbankrott werden alle Selbständigen noch Betriebsprüfungen bekommen.
(auch ich)
Ich habe die Finanznot schon gemerkt, als ich von einem Bundesland in ein andere gezogen bin: 4 Wochen, nachdem ich beim neuen Finanzamt angemeldet war, hatte ich eine Betriebsprüfung.
Von daher ist das vermögen jedes selbständigen immer eines "unter Vorbehalt":
Da ich in einer seltenen Branche arbeite, wurden einzelne Positionen und Abschreibungen immer neu bewertet,
so dass sich für ein geprüftes jahr drei mal mein Einkommen geändert hat.
Wer bei angestellter Arbeit Rücklagen erwirtschaftet hat, ist nicht auf dem Radar des Finanzamtes.
Das ist schon mal was sehr positives.
wenn man es dann auch noch schaft, ein Teil des Geldes in Gold zu konvertieren, und Schritt für Schritt ein persönliches und legales Lichtenstein aufzubauen, dass dann unter der Hütte vom Doberman vergraben wird,
hat man mehr erreicht als mancher Porsche-Fahrer, der sowohl beim Finanzamt, als auch bei potentiellen Schutzgelderpressern und Entführern (siehe Bulgarien) auf der Short List steht.
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wenn man handwerklich gut arbeiten kann und sich mit Autos auskennt: wunderbar.
In schlechten Zeiten wird es tausende von Haufrauen geben, die sich eine professionelle Autowerkstatt nicht leisten können: das muss nicht gleich ein getriebewechsel sein, sondern das wechseln eines kaputten Scheinwerfers oder von abgenutzten Kohlestäe n an der Lichtmaschine.
(ich rede nicht davon, dass man damit groß Geld verdient, aber in richtig schlechten zeiten, kann es schon reichen, wenn man für einen Arzt, einen Polizisten und einen Bauern regelmässig das Auto repariert - und schon kommt man durch)
ich bin kreativ, ich spreche mehrere sprachen und lebe davon, dass ich produkte erfinde, die weltweit vertrieben werden. Aber falls ich nicht durch Kreativität und Cleverniss überleben kann, bekomme ich echte Schwierigkeiten: ich könnte werder mein Auto reparieren noch... also ja, den berühmten Nagel kriege ich in die wand, aber das war es dann auch schon.
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welche Branchen krisenfest sind:
Bis zum Staatsbankrott alles, was mit dem Staat zusammenhängt: Kindergarten, Schule, Verwaltung. Und dann natürlich Branchen wie Telekommunikation, Energie, Landwirtschaft, Nahrungsmittel.
auch wenn die Auto-Branche unter Druck ist: wenn man nicht extrem Affinität zur Selbständigkeit hat, würd ich erstmal bleiben.
erst wenn der Insolvenzverwalter oder der blaue Brief da sind, ist game over.
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