Beiträge von Dr_Meyer

    Ich bin Optimist: ich glaube, dass es danach wieder aufwärts geht.
    Gibt ja Leute, die die Welt für die nächsten 100 Jahre in einem Mad Max Szenario versinken sehen.


    Außerdem: das beschriebene Szenario ist möglich, aber nicht notwendig.


    Dass ist sowas wie die Plakate an der Straße, wo gezeigt wird, was passiert, wenn man sich nicht anschnallt.


    Der Normalbürger hat noch nie gesehen, wie ein Baby beim Auffahrunfall durch die Scheibe fliegt.
    Deswegen wird ihm ein Plakat hingestellt.
    Und deswegen gibt es Anschnallpflicht.


    Und derzeit ist der Kasinokapitalismus schon wieder in Topform: alle 250-PS-Limousinen rasen mit 200 über die Autobahn,
    angeschnallt ist keiner - und statt eines Sicherheitsgurts gibt es einen Aufkleber "wer bremst, verliert".



    Mein Opa hatte mal in den 50er Jahren bei einer Motorrad-Fahrt einen geplatzten Reifen.
    Auf dem Soziusplatz hinter ihm saß jemand, der im Krieg Krad-Schütze war und wohl dutzende Male einen geplatzten Reifen hatte.


    Als nun der Reifen platze, hatte mein Opa für eine Sekunde die Panik.
    Dann fasste im sein Sozius auf die Schulter und sagt mit ruhiger Stimme: Kupplung ziehen, ausrollen lassen.


    So sollte jeder seinen Krisenfahrplan haben: was mache ich, wenn sowas passiert.
    Kupplung ziehen, ausrollen lassen.


    Das Szenario oben ist etwas dicht, wahrscheinlich dauert sowas 3 Monate.
    Aber ein Blick auf die Krisen von 1872 und 1929 zeigt, dass die Dinge so ablaufen können.


    Wegen dem Leverage ist leider ziemlich viel Pfeffer drin,

    Es gibt derzeit genügend Stellen, an denen sich ein katalytisches Ereignis entzünden könnte:


    Vielleicht so:


    26.8.2009 - die Zahlungsunfähigkeit von Thomson SA führt zum Fälligwerden von Kreditausfallversicherungen über 64 Mrd Dollar (keine Fiktion, das ist schon passiert)


    29.8.2009 - es wird bekannt, dass die staatlich gestützte Royal Bank of Scotland insgesamt 22 Mrd an Ausfallversicherungen zahlen muss.


    2.9.2009 - Gordong Brown erklärt, dass er RBS weiter stützen wird und der britische Staat die 22 Mrd übernehmen wird


    5.9.2009 - Nachdem die Kurse für britische Staatsanleihen bröcken, erweitert die Bank of England ihr Aufkaufprogramm von 175 Mrd Pfund auf 270 Mrd Pfund


    6.9.2009 - Am Tag danach kommt es zu einem Kursrutsch: Die internationalen Finanzmärlte verlieren das Vertrauen in das Pfund.
    Das britische Pfund rutscht innerhalb von 8 Tagen um 70% ab, der amerikanische Dollar gegenüber yen und euro um 55%


    15.9.2009 - Mehre französische Großbanken und die Deutsche Bank haben Kreditabsicherungsgeschäfte betrieben, mit denen sich Industrieunternehmen gegen fallende Dollarpreise absichern.
    Deutsche Bank Chef Ackermann erklärt, dass bei unverändertem Dollarkus deutsche und französische Institute Ausgleichszahlungen aus Devisengeschäften über 1.500 Mrd Euro zahlen müssten.


    22.9.2009 - Die Versteigerung der 10 jährigen U.S.Staatsanleihen schlägt fehl, es gehen keine Gebote ein.


    Innerhalb von 55 Tagen werden ingesamt 130 Mrd kurzfristige und 55 Mrd langfristige Anleihen fällig.


    Treasury Secretary Timothy Geithner erklärt, dass bei unveränderter Cash-Situation ab 1. Oktover 2009 nur noch IOYs ausgegeben werden und dass keine Zinsen und Rückzahlungen aus Staatsanleihen mehr bedient werden können.


    26.9.2009 Die 20 jährige US amerikanische Staatsanleihe wird nicht zurückgezahlt. CDS werden fällig.
    Allein die Deutsche Bank und Societe general müssen Kreditausfallversicherungen über 2 Billionen Euro zahlen.


    ...ab da kann es sich dann jeder selbst ausmalen: entweder treten die Notenbanken als Creditor of Last Resort auf und versorgen die USA und GB (und Großbanken) mit gedrucktem Geld -- Szenario Hyperinflation.
    Oder die Notenbanken drucken kein Geld, dann kommt das Szenario Staatsbankrott.



    Wer kannte früher Freddie und Fanny, wer kannte Bear Stearn, wer kannte CIT, wer kannte AIG?
    Es kann sein, dass der Zusammenbruch von irgendeiner Firma, deren Namen wir noch nie gehört haben, Kettenreaktionen auslöst.
    Dass muss nicht passieren, kann aber.

    hallo.


    was ist denn jetzt eine derivate-blase :?: ?) ...... ist die gefährlich.. :?: entschuldigt bitte, das übersteigt eben mein wissen :!: .....kenn nur die immo-blase.


    mfg,
    searay

    Salopp erklärt: bei der Immobilienblase haben die Banken erklärt, sie hätten Hypotheken-Papiere von Häusern in den USA, die doppelt so wertvoll sind wie vor 7 Jahren.


    Bei der Derivate-Blase liegen in den Kellern der Banken Papiere, von denen sie behaupten, dass die ca. das 15-fache des Weltbruttosozialproduktes wert sind.


    Die Immobilien existieren wirklich, waren aber nur die Hälfte Wert. Abwertungen von 20-30% haben die Finanzkrise ausgelöst.
    Die Derivate stehen in den Büchern der Banken: und da nur 12 Banken gegenseitig damit handeln, werden die den Teufel tun und den Preis drücken.


    a) Auf dem Papier ist die Bank wertvoll: d.h. sie macht Gewinn und schüttet Boni an ihre CEOs aus.
    b) Falls es zum Schwur kommt und irgendeine Bank mal was davon verkaufen muss, weil sie Geld braucht , sinkt der Wert aller Derivate weltweit und die betreffenden systemrelavanten Banken sind alle
    Pleite.
    Der angebliche Derivate-Besitz der Deutschen Bank ist um ein mehrfaches größer als das deutsche Bruttosozialprodukt, also Dutzende Male größer als alle deutschen Steuereinnahmen.
    Rettung unmöglich.


    Im Good Case kann die Bank, abgesichert durch ihr "kapitalstarkes Derivateportfolio" hohe Kredite aufnehmen und damit spekulieren: Aktien, Öl, Kupfer. Wir als verbraucher zahlen die Rechnung, weil diese Rohstoffe immer teurer werden.
    Im Bad Case ist die Bank unrettbar verloren. Da sich Deutschland mit dem Rettungspaket finanziell weit aus dem Fenster gelegt hat würde auf ein Platzen der Derivate-Blase innerhalb von Tagen ein Bankrott der Deutschen Bank und innerhalb von Wochen ein Staatsbankrott folgen.

    http://www.rohstoff-welt.de/news/artikel.php?sid=14679


    Der weltgrößte Gold ETF hat in gestern den höchsten Tageszufluss der Geschichte gehabt (7%)
    und in der letzten Woche ingesamt Zuflüsse über 18% gehabt.


    Zum Plausibilisieren:
    Der Fond hat 3,2 Mio Unzen Gold.


    18% davon sind: 576.000 Unzen, also ca.18 Tonnen.


    Die Weltjahresproduktion an Gold sind 2.500 Tonnen, also pro Tag 6,85 Tonnen.


    Die Weltwochenproduktion sind also 47,9 Tonnen.


    China hat ein Exportverbot für Gold. Russland importiert Gold, statt es zu exportieren.


    Gehen wir mal davon aus, dass nur 70% des Welt-Goldes auf den Markt kommt, (und das wäre schon viel).
    Dann ist die verfügbare Weltwochenproduktion 33 Tonnen.


    Dann hätte der Goldfond also in den letzten 7 Tagen 53% der verfügbaren Weltgoldproduktion aufkaufen müssen.


    Falls man davon ausgeht, dass auf dem Spotmarkt viel weniger verfügbar ist, dann könnte man sogar errechnen, dass der Fond nahezu 100% des Weltgoldes hätte kaufen müssen.


    Egal ob der Fond in London kauf oder an der Comex: da hätte sich am Goldpreis was bewegen müssen.


    Möglichkeiten:
    a) Die Notenbanken opfern wieder mal ihre letzten Barren
    b) Der Gold-ETF kauft gar nicht. Oder nicht genug.
    c) Der Fond kauft Comex Kontrakte, die aber später nicht bedient werden können.


    Lustig wird es, wenn der SPDR Gold Trust Gold an der Comex kauft. Denn nach den Comex Regeln, darf der Verkäufer statt Lieferung von physischem Gold auch Akien vom SPDR Gold von liefern....

    äh ja, so ungefähr sah meine eigene übersetzung auch aus.
    ich habe keine probleme mit den einzelnen worten. mir erschließt sich der satz nicht.

    Ging mir genauso.


    Sicher ist: die US Treasury hat Euro und Yen Reserven über 23 mrd dollar.
    Sie hat einige assets, die fraglich sind, z.B. an insolvente Banken verliehenes Geld.



    Und es sieht so aus, als ob in den letzten 4 Wochen sich im Devisenbereich mit den 43 Mrd was getan hat: ich würde sagen, sie haben Devisen abgestoßen.


    In jedem Fall sind die restlichen euro und yen Devisen so gering, dass sie damit kaum noch auf den Markt Einfluss nehmen können.


    Und auch die FED kann keine Euros drucken, sondern müsste ein neues Swap Geschäft abschließen, um an Euros zu gelangen.


    Das Swap Geschäft vom letzten Herbst in höhe von....sowas wie 100 oder 200 oder 300 Mrd läuft im Herbst aus.



    Kennt sich jemand mit Devisenhandel aus? Wieviel braucht man derzeit um den Kurs nennenswert zu beeinflussen:
    Vom Gefühl her würde ich sagen mindestens 100 Mrd Euro bzw. Yen.




    Und es gab eine Veränderung in den letzten

    http://www.bloomberg.com/apps/…20601087&sid=aslGqw8KjFKE


    http://www.bloomberg.com/apps/…20601085&sid=aWbTARCo1FEk


    Der Elektronik-Konzern Thompson zahlt die fälligen 72,5 Mrd dollar Schulden nicht zurück, die jetzt mit dem Auslaufen einer Anleihe fällig wurden.


    Der größte Teil war über Credit Defaukt Swaps versichtert.


    Interessanterweise allein 16 Mrd Dollar wurden von Instututionen versichert, die über verschiedenene Händler Accounts CDS abgeschlossen haben,
    so dass die gleichzeitig Versicherer und Versicherungsnehmer waren.


    Damit wurden an einem Tag 16 Mrd Dollar Forderungen und Leistungen gleichzeitig vernichtet. Bin mal gespannt, wie das in den Bilanzen aussehen wird.


    Engagiert waren bei Thompson CDS z.B. Pimpo und Deutsche Bank, ich konnte aber nicht ersehen, auf welcher Seite.



    Nach Angaben von Bloomberg wird der Credit default der 72,5 Mrd Anleihe
    Zahlungen aus CDS-Verpflichtungen in Höhe von 64 mrd dollar auslösen.


    Da der größte teil der CDS erst in jüngster Zeit abgeschlossen wurde, wird wohl diesmal nicht alles AIG zahlen müssen:
    im Gegensatz zu Bilanztricksereinen müssen jetzt also irgendwo auf der Welt die Scheckbücher gezückt werden und 64 Mrd dollar bezahlt werden.


    Das interessante ist, dass Thompson noch nichtmal richtig pleite ist, sondern die Anleihe umstrukturieren wollte.


    In normalen Zeiten hätten sich Schuldner und Gläubiger zusammengesetzt und einen Deal ausgehandelt.


    Nun müssen weltweit diverse Parteien auf Schlag 64 Mrd Dollar besorgen.


    Sie besitzen danach zwar die Rechte an der Thomson Anleihe, die sicher irgendwo noch werthaltiig ist. Sie werden aber wohl kaum jemanden finden, der die Thomson Anleihe als Sicherheit für einen Kredit akzeptiert.

    Investoren fliehen aus englischen Staatsanleihen:
    bank of England erhält bis zu 3 mal mehr Angebote für Bonds, als sie kaufen kann:


    The central bank received offers from investors wanting to sell bonds equivalent to 1.57 times the 1.4 billion pounds it bought today, it said in a statement. It bought the same amount of securities maturing between 2019 and 2032 yesterday, receiving offers worth 2.94 times the amount purchased. The securities sold today mature between 2034 and 2055.


    http://www.bloomberg.com/apps/…20601102&sid=aLQv2rR4Rxe4

    In einem anderen Thread hatte ich eine Bloomberg News gepostet:
    Goldman Sachs hat diese Anlaystin wieder ausgegraben, die währen der Nasdaq Bubble wöchtentlich neue Kurziele für AOL, Nortel und Yahoo ausgeben hat. Fast 10 Jahre wurde sie im Keller geparkt, nach all den Peinlichkeiten.
    Die gibt jetzt wieder Interview, trägt den Titel eines Chief Strategy Dingsbums und erzählt was von irren Wachstumswerten.
    Meine prognose: Golman Sachs ist gerade mit Milliarden Dollar Short gegangen...
    Ich denke, dass die Börse kurz vor dem Absturz steht.
    In den letzten 6 Wochen haben wirklich viele Leute gekauft, die wirklich glauben, dasss die krise vorbei ist.

    Mensch, die Zeitschriften drehen auch schon durch uns sehen Rally bis 2012 (Was kommt danach?)


    [Blockierte Grafik: http://p3.focus.de/img/gen/w/F/HBwF6E00_Pxgen_r_Ax480.jpg]

    Focus Money must Du gar nichts drauf geben, das ist nicht die FAZ.


    Wenn Du in Focus Money 2 Anzeigen-Seiten buchst, schreiben die was Du willst.
    Ist kein Quatch, ich kenne jemanden, der für Burda Anzeigen verkauft.


    Vielleicht hat die regierung ja 4 Seiten gebucht und gesagt, dass sie mal ein richtig optmistisches Cover machen sollen.

    Wo sind da jemals auf lange Frist Staatsschulden abgebaut worden ? Die Schulden werden uebergerollt, und nicht nur das. Es muessen neue Schulden aufgenommen werden, damit man ueberhaupt den Zinsdienst erbringen kann. Es ist niemals im Sinne der Betreiber, in einem schuldbasierten Geldsystem, Schulden abzubauen.


    Alles - Privatverschuldung, Staatsverschuldung - ist ein Schneeballsystem bis man mit dem Ruecken zur Wand steht.

    Na klar: der Best Case für das System ist, wenn das fiktive geld aus Schrottanleihen umgewandelt wird in AAA-Staatsanleihen und dann der Staat aus seinen Bürgern die Zinsen rauspresst.
    Es gibt aber irgendwo eine Grenze, wo das überrollen nicht mehr klappt.


    Die Fugger haben auch immer wieder übergerollt und sich eine goldene, Verzeihung silberne Nase verdient.
    Und dann haben die Habsburger erklärt, dass sie die Schulden nicht mehr bedienen.
    Schluss.
    Dass derzeit 140 Mrd Dollar monatlich mit 4 week bills übergerollt werden und 524 Mrd in ultrakurzen Anleihen übergerollt werden, zeigt ja, dass kein normales Kapital daran interessiert ist,
    den USA für 3,7 % Zinsen 10 Jahr lang Kredit zu geben.


    a) Was ich nicht einschätzen kann, ist, ob der Markt bei 15% Zinsen den USA Kredit geben würde.
    b) Ob die Steuererhöhungen in den USA nicht zu einer Revolution führen müssteb
    c) Ob die Steuereinnahmen nicht vielleicht längst soweit eingebrochen sind bzw einbrechen werden, dass dass alle Abzahlungspläne hinfällig sind.

    k Dr. Meyer für die interessanten Analysen zu den Auktionen der Treasury. Ich würde die Situation bei den Kurzläufern allerdings nicht überbewerten. Hier ist es in der Vergangenheit häufiger schon mal zu Verwerfungen gekommen. Wie auratico schon anmerkte, ist die Situation bei den 10-jährigen entscheidend. Geith


    Klar gucken alle auf die 10 jährigen. Und genau aus diesem Grund wird wahrscheinlich da am meisten getrickst,
    indem die FED kauft, die Bailout banken kaufen.
    Vielleicht wird mit TARP Geld via karibische Banken gekauft. Und 56% der Nettoneuverschuldung im Juli wurde durch UK erworben.


    Alle starren auf die 10jährigen und 30 jährigen Anleihen - ganz so, wie die Bank bei meiner Schwester guckt,
    ob denn monatlich auch immer schön die Hypotheken-Rate gezahlt wird.


    Und sie nicht sehen, dass sie inzwischen die Hypotheken-Rate mit dem Dispo bezahlt wird und noch einen zweiten Dispo bei Amex sich hat einrichten lassen.


    Wenn der Dispokredit ausgereizt ist, schließen jugendliche Handy-Verträge ab und verkaufen das Handy.
    Mit dem Geld, dass sie bekommen, können sie dann wieder 8 Wochen leben.
    Und alle 2 Monate müssen sie wieder einen neuen Handy-Vertrag abschließen.


    Es gibt Leute, die sind auf 20 Verträge gekommen.
    Amerika kommt mir wie so ein Crash Kid vor: wenn die 10jährigen Treasuries nicht mehr gehen:
    egal, ich kenn ja Tricks:
    dann mache ich aus den Cash management Bills, die man nicht anmelden muss,
    Kurzläufer mit 3Monaten und 52 Wochen Laufzeit.


    Irgendwann kommt der Aufschwung - und dann läuft wieder alles.


    "Failure is not an option". Das klingt zwar modern, ist aber
    eine unelastische "Stalingrad 1942-Taktik".

    http://www.nytimes.com/


    Auf New York times.com ein schönes Video zum aktuellen Status der Immobilienkrise in Kalifornien:
    kann das Video leider nicht einbetten: ist unten links auf der Seite.


    sehr sehr aufschlussreich:


    die Käufer laufen umher und meinen, dass es ein guter Zeitpunkt sei,
    um "in den Markt zu kommen".
    Ich habe nichts gegen ein eigenes Haus: aber da laufen immer noch Leute rum, die glauben,
    dass sie die Häuser in 5 Jahren teurer verkaufen können.


    Erinnert mich irgendwie an das Ende des Nasdaq Crash, als man in Focus Money und Börse Online lesen konnte,
    dass man nun Intershop, AOL, Nortel und andere Perlen zum Schäppchenpreis von 50 euro bekommen kann.


    Ebenfalls aufschlussreich: Vor den Zwangsversteigerungen werden die Häuser oft mit Grafitti (mit bissigen Sprüchen) besprüht,
    Bad-Armaturen werden rausgerissen.

    Der Double dip zeigt sich nun auch in weiteren Daten:


    Sales at U.S. retailers in July unexpectedly fell 0.1 percent, the first drop in three months, government figures showed on Aug. 13. Purchases excluding automobiles dropped 0.6 percent, also more than anticipated, as Americans cut back on everything from groceries to sporting goods and furniture.


    0,6 klingt wenig. Da aber in den Consumer Spending eine Menge Sachen drin sind, die einfach immer bezahlt werden müssen, gilt 1% nach oben oder unten schon als sehr viel.


    Home Depot: -9 % Sales
    Video Spiele: -25% sales


    http://www.bloomberg.com/apps/…20601087&sid=aNWcnzCn6IUo



    Nur das Wort "unexpectedly" kann ich nicht mehr hören.

    Ponzi Scheme U.S. Staatsanleihen


    Manche Veränderungen beginnen schleichend:
    Vor 10 Jahren, sah das management der U.S.-Staatsverschuldung so aus:
    In regelmäßigen Abständen wurden 5-year notes, 10 year notes, 30 year bills und auch hin und wieder inflationsgesicherte TIPS versteigert.


    Daneben gab es Kurzläufer: 4 week bills, 13 week bills, 26 week bills, 52 week bills.


    Alle diese offiziellen Staatsanleihen müssen angekündigt warden und haben üblicherweise feste Zeiten.


    Daneben gibt es Cash Management Bills:
    Das ist so was wie der Dispo der Vereinigten Staaten.
    1998 wurden dreimal Cash managment Bills versteigert:
    diese Cash management Bills haben keine vorgegebenen festen Laufzeiten, sondern die Laufzeit kann direkt vor Ausgabe fest gelegt werden.


    In irgendeinem Jahr habe ich sogar mal ein Cash Management Bill mit der Laufzeit von nur einem Tag gesehen.


    Eigentlich soll mit diesen Cash Management Bills die Zeit bis zur Versteigerung des nächsten 4 week Bill überbrückt werden. Oder bis zum nächsten Eingang von Steuern.


    Vor 10 Jahren waren die üblichen Zeiten; 1 Tag, 10 Tage, 17 Tage, 30 Tage
    http://www.treasurydirect.gov/…preanre/1998/ofj82798.pdf


    1998 gab es drei Mal Versteigerung von Cash Management Bills.
    23 Mrd dollar für 14 Tage
    25 mrd dollar für 79 tage
    40 Mrd dollar für 15 tage


    2001 waren es 9 Versteigerungen von CMB
    13 mrd für 9 Tage
    35 mrd für 14 Tage
    20 mrd für 14 tage
    29 mrd für 4 Tage
    35 mrd für 13 tage
    ….


    Ich glaube, man erkennt ganz gut, welche Funktion die CMB für den amerikanischen Haushalt haben.
    Oder hatten:


    Im Jahre 2009 gab es bisher 32 Versteigerungen von Cash Management Bills:
    http://www.treasurydirect.gov/…preanre/2009/2009_cmb.htm
    Ein Blick auf die Laufzeiten:
    17 mal für 70 Tage, mehrfach für 50-60 Tage,
    4 mal für 300 Tage und mehr
    1 mal für 250-300 Tage
    Nur zweimal für weniger als 15 Tage.


    Fast alle Cash Management Bills enthielten Summen von 30-35 Mrd Dollar.
    Man erkennt: hier wird das Tool des Dispos benutzt, um massiv Geld, dass man mit normalen Notes nicht einsammeln könnte, per Dispo am Markt zu borgen.


    Früher gab es viele „krumme Tage“: 4 tage, 1 Tag, 9 tage:
    Da ging es darum, Liquidität sicherzustellen, bis eine größere Anleihe ansteht oder Steuereinnahmen kommen.



    Bei den 10 Jährigen Staatsanleihen gab es pro Jahr:
    2000 – 4 Versteigerungen
    2003 – 6 Versteigerungen
    2005 - 8 Versteigerungen
    2007 - 8 Versteigerungen
    2008 - 9 Versteigerungen und
    mehrere Versteigerungen mit krummen Laufzeiten zwischen 5 und 10 Jahren
    2009- in 8 Monaten 8 Versteigerungen.


    Trotz dieser Häufung von Versteigerungen und der Erhöhung der Beträge, stößt das System an seine Grenzen:



    was würde ein Ponzi machen? umschichten ohne Ende. Auszahlungen müssen durch sofrtige Einzahlungen kompensiert werden


    Sehen wir uns mal die 4 week bills an:


    Die 4 Week Bills vom 7. Mai 2009 laufen bis zum 4.6.09
    Höhe des Darlehens: 27,7 Mrd Dollar


    Rückzahlung am 4.6.09 ?
    Ja, denn die US Treasury ist liquide, denn sie gibt am 4.6.09 (also am gleichen Tag) neue 4 week bills in Höhe von 34,7 Mrd heraus.
    Diese laufen vom 4.6.09 bis zum 2.7.2009


    Rückzahlung am 2.7.2009 ?
    Ja, denn die US Treasury ist liquide, denn sie gibt am 2.7.2009 (also am gleichen Tag) neue 4 week bills in Höhe von 34,7 Mrd heraus.
    Diese laufen vom 2.7.09 bis zum 30.7.2009.


    Rückzahlung am 30.7.2009?
    Na klar, denn die US Treasury ist liquide, denn sie gibt am 30.7.2009 (also am gleichen Tag) neue 4 week bills in Höhe von 28,7 Mrd heraus.
    Diese laufen 30.7.2009 bis zum 27.8.2009.


    Wollen wir wetten, dass wir am 27.8. wieder einen neuen 4 Week bill sehen? Wieder in Höhe von 30 Mrd Dollar?


    Beim letzten „Rollen“ des Kredits fällt auf, dass die Kreditsumme etwas geringer geworden ist. Hat es da etwa Steuereinnahmen gegeben?



    Ich habe mir ein paar von den Anleihen angesehen:


    Es ist ein Bild des Grauens:


    Die 4 week bills sind ein Schneeballsystem:
    Es gibt monatlich vier 4week bills, die alle jeden Monat weitergerollt werden.
    Ingesamt werden ca. 140-150 Mrd Schulden von Monat zu Monat umgerollt.




    Das gleiche Bild bei den dreimonatigen Anleihen: Die Cash Bills, die vor 10 Jahren noch als Liquidität für 1-15 Tage benutzt wurden,
    sind nun zu veritablen 3monatigen Anleihen mutiert
    Am 30.7. lief ein 3monatiger Cash Bill vom 21.Mai 09 über 29,9 Mrd Dollar aus.
    Der wurde gleich weiter gerollt auf einen neuen Cash Bill über 29,98 Mrd, der bis zum 8.10.2009 läuft. Man beachte die Erhöhung um 80 Mio Dollar: das waren wohl die Zinsen.



    Langfristige Schulden werden nur durch die Ausgabe neuer Schuldscheine bedient:


    Am 15.7.2009 wurde eine alte Anleihe aus 2004 über 15,0 Mrd Dollar fällig.
    Am gleichen Tag gab die US Treasury neue Anleihen über 45,8 Mrd Dollar aus:
    Und zwar eine zweijährige, die vom 15.7.2009 bis 2011 läuft: 34,9 Mrd und eine 30jährige, die vom 15.7.2009 bis 2039 läuft bzw. laufen soll.



    Manches von all dem ist noch nicht mal besonders ungewöhnlich:
    Wenn kurzfristige Zinsen niedrig sind, dann kann man das nutzen.


    Im Vergleich mit früheren Jahren kann man aber erkennen, dass die langfristigen US Anleihen an der grenze dessen sind, was der Markt noch aufnehmen kann.
    Nur die zweijährigen und dreijährigen gehen noch so gut, dass man 40 Mrd Dollar in eine Tranche pressen kann.
    Eine Tranche von 15 mrd in 30jährigen Anleihen (wie am 13. 8. 2009) , die ich unter Mithilfe der FED und der Bailout Banken in den Markt drücke, hilft mir wenig, wenn ich monatlich 140 Mrd 4week bills überrollen muss und 250 Mrd Kurzfrist-Kredite pro 3-Monatshorizont bedient werden müssen.


    Die einzige Tranche, die derzeit noch Masse macht, sind die 2- und 3 jährigen Notes.
    Aber schon aus 2007 rollt eine Welle 2-jähriger Notes an, die in 2009 fällig werden.


    Wenn das Verhältnis von lang zu kurzfristigen Anleihen so bleibt, wie bisher,
    dann schiebt die USA in einem Jahr eine Bugwelle von 1.000 Milliarden 4 week und 70 bills vor sich her. Kurzfristige Zinsen sind für Zinserhöhungen sehr anfällig.
    Dann sind ganz schnell 15% Zinsen fällig.


    Die puren ökonomischen Kennziffern sagen wahrscheinlich: ja, dass ist eine Schuldenlast, die Amerika gerade so noch tragen kann.


    Wenn ein Meterorit Texas verwüstet hätte, dann würden die Amerikaner wahrscheinlich zusammenstehen und ein Wiederaufbauprogramm für 5.000 Milliarden Dollar tragen und ihre Staatsschulden brave mit 35% Mwst abtragen.


    Da aber als Verursacher der Krise Banken, FED und Regierung ausgemacht sind, sind Steuererhöhungen nicht durchsetzbar.


    Und da Amerika leider sehr groß ist, können die ausländischen Dollar-Gläubiger leider diese Last nicht tragen: alleine die in den letzten Monaten eingegangenen kurzfristigen Verbindlichkeiten sind so groß, wie die Schuld des größten Gläubigers China.


    Vor 200 Jahren hätte es noch andere Lösungen gegeben: ich denke für 2.000 Milliarden Dollar würde China jederzeit das rohstoffreiche Alaska kaufen.



    Wie geht es weiter?


    Die große Unbekannte ist die Aufnahmefähigkeit des Marktes für Anleihen bis zu 3 Monaten.
    Derzeit ist die Wahrnehmung der Cash Management Bills praktisch wie Geld mit eingebautem Zinssatz und ich vermute, dass sich die Höhe der kurzfristigen Kredite noch mehr als verdoppeln kann.
    Aber falls dann irgendein Ereignis eintritt, dass auf Kreditwürdigkeit der USA den kleinsten Schatten wirft, dann werden innerhalb von Wochen Summen fällig, für die es keine Lösung gibt.

    Sehr gute Grafik: wobei die rote Linie ja vor allem dadurch entsteht, dass Ausländer aus Corporate Bonds und Agency (Freddi/Fanny etc) geflohen sind. Staatsanleihen konnten profitieren.
    Von den Chinesen weis man, dass sie aus Agency Anleihen und US Treasury Langläufern rausgegangen sind.
    Die Jurzläufer haben die Gesamtbilanz soweit aufgehübscht, dass es noch keine sichtbaren Spuren eines allgemeinen Ausstiegs Chinas aus den US Staatsanleihen gab: das hätte wahrscheinlich politische Konsequenzen gehabt.


    Bisher wurde von unsicheren Dollar-Asset-Klassen in sichere Dollar Assetklassen umgeschichtet.
    Bei kurzfristigen Bonds haben die Chinesen einen Vorteil: sie müssen nicht "verkaufen".
    Was für eine hässliche Schlagzeile "China verkauft US treasuries".
    Sie müssen nur ein paar Kurzläufe auslaufen lassen und keine neuen kaufen.


    Die kommenden 3 Monate werden extrem spannend.

    Ich habe noch ein interessantes Thema im Bereich der U.S. Anleihen gefunden, das weniger beachtet wird:


    Alle starren auf die Versteigerung der langjährigen U.S. Treasuries: das ist die Hauptkampflinie,
    hier guckt man, ob das Schatzamt seine Anleihen noch los wird - oder was die FED mit ihrem Aufkaufprogramm macht.


    Ich habe mir mal die Kurzläufer angesehen:
    Bei den Langläufern geht schon ein Raunen durch die Finanzmärkte, wenn ein neuer rekord gebrochen wird und pro Woche 75 Mrd Dollar Anleihen versteigert werden sollen.
    http://blog.taragana.com/n/tre…g-government-debt-131504/


    http://www.treasurydirect.gov/…ess/preanre/2009/2009.htm


    Beim US Schatzamt kann man sich alle Versteigerungen ansehen:
    Hier mal die Versteigerungen der Kurzläufer aus der Zeit 24/7/2009 bis 24/8/2009:


    29 Mrd 70 Tage 19.8.2009
    31,5 4weeks 18.8.2009
    28,5 mrd 26weeks 17.8.
    29,3 mrd 13weeks 17.8.2009
    34,7 Mrd 4weeks Tage 11.8.2009
    29,5 mrd 26weeks 10.8.2009
    31,5 mrd 13weeks 10.8.2009
    36 Mrd 300 Tage 13.8.2009
    35 Mrd 70 Tage 7.8.2009
    36 Mrd 70 Tage 5.8.2009
    29,2 mrd 13weeks 3.8.2009
    29,7 mrd 26 weeks 3.8.2009
    30,7 Mrd 4weeks 4.8.2009
    26,7 mrd 52 weeks 28.7.2009
    29,1 mrd 26 weeks 27.7.2009
    30 Mrd 70 Tage 24.7.2009
    28,7 mrd 4 weeks 28.7.2009
    29,5 mrd 13weeks 27.7.2009



    Ingesamt, wenn ich mich nicht verrechnet habe, 554,6 Mrd Dollar Anleihen.


    Davon wird ca. die Hälfte in 70 und weniger Tagen fällig.


    Um die Dimensionen zu klären:
    Der größte Gläubiger Amerikas, die Chinesen, haben US treasuries in Höhe von ca. 550 Mrd Dollar


    Derzeit braucht Amerika monatlich ca. 100 Mrd Dollar frisches Geld aus dem Ausland für Schatzanleihen.


    Um es kurz zu Sagen: die USA finanzieren sich aus dem Dispo.


    Das ist nicht ganz neu.


    Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren das ebenfalls schon 385 Mrd Dollar.


    Eigentlich verständlich: US treasury bills mit 10 Tagen, 30 Tagen oder 70 Tagen laufzeit sind eine praktische Sache:
    Die USA sind flüssig bis zu den nächsten Steuereinnahmen - oder zur nächsten Versteigerung von Langläufern.
    Und jemand, der im Dollar-Raum 4 Wochen lang Geld parken will, bevor er damit Öl, Erz oder die regierung einer Bananenrepublik kaufen
    will, hat in der Zwischenzeit Zinsen.
    Im Prinzip sind US Treasury Bills sowas wie gedrucktes Geld: Schatzanleihen für 10, 30 oder 70 Tage haben praktisch kein Kursrisiko,
    da man locker bis zum Ende der Laufzeit warten kann.


    Ich glaube, beim US Schatzamt hat man über die Jahre gemerkt, dass es in diesem markt kaum Wiederstände gibt:
    ob man 10 Tagesanleihen für 10 Mrd oder 30 Mrd verkauft - das geht immer.


    Aber inzwischen schiebt Amerika eine Welle von 528 Mrd Kurzläufern vor sich her.


    Das ist eigentlich gar nicht sooo viel: Bei 200 Mio Amerikaner sind 30 Mio auf Lebensmittelmarken angewiesen, Arbeitslose gibt es auch,
    ich rechne einfach mal mit 100 Mio zahlungsfähigen Amerikanern. Das wären dann ca. 5.500 Dollar kurzfristige Schulden auf 100 Mio einigermassen zahlungsfähige Amerikaner.


    Trotzdem glaube ich, dass die Bugwelle an Kurzläufern zum Problem werden dürfte:



    so sahen die Kurzläufer 2007 aus:


    20,0 mrd 17days 29.8.2007
    10,0 mrd 8days 15.8.2007
    26,0 mrd 1days 14.8.2007
    30, mrd 4weeks28.8.2007
    32,00 mrd 4weeks 21.8.2007
    28,60 mrd 4weeks 14.8.2007
    29,7 mrd 4weeks 7.8.2007
    21,0 mrd 4weeks 31.7.2007
    21,0 mrd 4weeks 24.7.2007


    Vor zwei Jahren war - soweit ich es gesehen habe - die typische Tranche an Kurzäufern 20 Mrd Dollar, vor 5 Jahren waren es 10 Mrd Dollar,
    inzwischen sind es 30 Mrd Dollar.


    Bear Stearn ging Pleite, weil sie lang laufende Anlagen und kurz laufende Verbindlichkeiten hatte.


    Eine der bekanntesten italienische Bankiersfamilie im Mittelalter hatte den englischen König finanziert:
    sie hatten haufenweise kurzfristige Verbindlichkeiten und langfristige Anlagen, z.B. das Monopol auf Wollhandel oderso.


    Für die USA sind 528 Mrd kurzfristige Verbindlichkeiten gar nicht so viel Geld.
    Aber anhand der bisherigen Aufnahmekapazitäten des kapitalmarktes kann man sehen, wo die Grenzen sind.


    Die Öl-exportierenden Staaten haben 200 Mrd Dollar an Staatsanleihen akkumuliert:
    Das sind auch die Dimensionen, in denen Staaten wie Russland und Brasilien Dollaranleihen haben oder hatten (beide sind
    auf der Verkäuferseite).



    500 Mrd kurzläufer haben bisher auf den Finanzmärkten als liquider Ersatz für echte Dollars gesorgt.
    Ich habe gelesen, dass viele Deals nicht mit Dollar bezahlt werden, sondenr mit kurz laufenden Dollar-Staatsanleihen.


    Ich habe irgendwo gelesen, dass Anfang August in etwa 90 Mrd Dollar lang laufende Staatsanleihen zurückgezahlt werden mussten
    und eine summe wie 60 mrd dollar als Zinsen an Japaner gezahlt werden mussten.



    Praktisch unbemerkt beginnt die US Treasury schon, private Bondholder zu enteignen:
    http://www.treasurydirect.gov/…ress/bondcall07152009.pdf
    http://www.treasurydirect.gov/…ress/bondcall04152009.pdf


    Das sind lang laufende Bonds aus den 80er Jahren mit hohen Kupons.


    Die Treasury zwingt die Bond-besitzer zur Rückgabe der Bonds: zum Nennpreis.
    Wer das nicht macht, bekommt ab sofort keine Zinsen mehr.
    There are $4,388 million of these bonds outstanding, of which $3,381 million are held by private investors. Securities not redeemed on August 15, 2009, will stop earning interest.
    80% ist in der hand von privaten Investoren!


    Es kann also sein, dass ich als Kleinanleger einen Bond mit 12% Kupon in den 90ern für 130% des Nennwertes gekauft habe -
    und dass er nun zu 100% des Nennwerts wieder eingezogen wird, weil Herrn Geitner die Zinsen zu hoch sind.
    Das ist nichts anderes als Enteignung.


    Ich bin kein Bond-Spezialist, wahrscheinlich gibt es auch irgendwo sogar eine Klausel, dass er das darf.


    Aber in einem freien Markt würden die frisch ausgegeben und die alten Bond frei gehandelt werden und beide hätten einen Preis,
    der Laufzeit, Zinssatz und restlaufzeit ausgleicht.


    Unter marktwirtschaftlichen Bedingungen wäre das Spiel bald vorbei - und die USA müssten für ihre Ramschanleihen 25 % Zinsen zahlen,
    die das Risiko eines Dollar-Crashs und Staatsbankrotts einpreisen.


    Irgendwo habe ich einen Artikel gelesen "Why Default on U.S. Treasuries is Likely
    ": da wurde die Überlegung entwickelt, dass ein Staatsbankrott wahrscheinlicher ist,
    als dass Drucken von Dollars und das Inflationieren der Schuld.


    http://www.econlib.org/library…s/y2009/Hummeltbills.html


    Wenn man sich überlegt, wie locker Russland den letzten Staatsbankrott weggesteckt hat und was für ein
    machtvolles Tool die Herrschaft über die Weltwährung ist, könnte das sogar stimmen: Staatsbankrott, um den Dollar zu retten.


    Meine Vermutungen gehen allerdings eher in die Richtung, dass die Zauberkünster irgendetwas anderes versuchen werden:
    Gelddrucken und/oder Umwandlung von fiktiven Werten in Staatsschuld.
    Dafür spricht, dass GB (genau, das Land, das kein Geld mehr hat) im Juni 2009 plötzlich zum drittgrössten Gläubiger Amerikas aufgestiegen ist.


    Oder wenn irgendein Weg gefunden wird, um die 80 Billionen in Derivaten so zu benutzen, dass die Derivateblase nicht blatzt,
    aber ein teil davon zu Geld wird, um Staatsanleihen zu kaufen - dann wäre genug heisse Luft vorhanden, um noch lange Zeit legal
    Dollars zu drucken und den US Staatshaushalt zu finanzieren.

    Danke fuer diesen sehr sachlichen und infomativen Beitrag. Das FED- oder EZB-System (die Bundesbank wurde immerhin nach dem Vorbild der FED geruendet) ist eben kaum vergleichbar mit der Reichsbank und Vergleiche unseres heutigen Geldsystems (solange es nicht grunsaetzlich abgeaendert wird) zur Weimarer Hyperinflation sind eben nicht zulaessig.

    Es ist egal, wer das Geld druckt.


    Die Nazis hatten ein Geheimprojekt, falsche britische Pfund zu drucken und dadurch das britische Wirtschaftssystem zu zerstören.
    Das machen die Briten jetzt ganz ohne fremde Hilfe: sie haben schon 175 Mrd Pfund zur Finanzierung des Staatshaushalts gedruckt.
    Sie zerstören jetzt ihre Ökonomie ganz aus eigener Kraft.



    In Amerika ist es nochmehr gedrucktes Geld, aber die FED ist raffinierter.


    Der größte Unterschied zur Reichsbank ist, dass das preußische Beamte waren, Patrioten die 1914-18 glaubten, ihre Pflicht zu tun.
    Nach Untersuchungen, die ich gelesen habe, konnten die sich schlicht nicht vorstellen, dass die gewaltigen Kredite und die Unsummen gedruckter Reichsmark irgendwann zu höheren Preisen führen sollten.
    Die Herren kannten nur 250 Jahre preisstabilität. Sie kannten weder die Worte Inflation noch Deflation. Wenn ein Sack Weizen 2 Reichsmark kostet, wareum sollte der plötzlich mehr kosten. Dass auch geld dem gesetz von Angebot und Nachfrage gehorcht, das wussten sie nicht.
    Bis 1922 sprach man nur von Teuerung.


    In Ungarn horteten die Bauern noch 10 Jahre nach der Inflation alte Kronen-Scheine, weil sie glaubten,
    dass die bald wieder in Gold umgetauscht würden, wenn der Spuk vorbei ist.


    Über das FED-System ist schon viel geschrieben worden:
    Lies Dir mal die Aufsätze von Ben Bernenke über die "Saving Glut" durch:


    Seine Fähigkeit, bei den einfachsten Sachverhalten falsche Schlußfolgerungen zu ziehen, macht geradezu sprachlos.


    In der DDR konnte man Marximus-Leninismus studieren. Das war ein anerkannter Studiengang, genau wie Medizin oder Physik.
    Man konnte einen Doktor in Marxismus-Leninusmus machen oder auch Professor werden.
    Das war eine in sich geschlossene politische Ökonomie, die alles erklären konnte.
    Ich war zu jung und habe in meinem Leben nur einmal einen echten lebenden Professor für Marxismus-Leninismus kennengelernt:
    Ein sehr freundlicher, sehr distinguierter, sehr gut gekleideter Herr, der alles erklären konnte.
    Nur nicht, warum der Sozialismus zusammengebrochen ist.


    Immer, wenn ich Bernenke sehe und höre, muss ich an diesen Professor für Marxismus-Leninismus denken:


    Das FED-System, das ist Staatsplanwirtschaft für Zinsen! Das FED-System, das ist die Hybris eines Zirkels, klüger zu sein als der Markt.
    Jahrzehnetelange Niedrig-Zinsen und nun exzessives Drucken von Geld: das ist Alchemie, Pseudo-Volkswirtschaft.
    Daran ändern auch Professoren-Titel nicht.


    Alt-Investor und George Soros-Partner Jim Rogers sagte über Bernenke:


    "He is an idiot. He should resign". Schöner hätte ich es auch nicht ausdrücken können.

    Wie gesagt, ich verfolge die Lage jeden Tag und prüfe was demnächst kommen wird: inflation oder deflation.
    Es spricht gar nichts für eine Inflation. Bis auf "bisschen" neues Geld und Aktieneuphorie.
    Sollten aber merklich die Preise anziehen und z.B. 1L Super über 1,80 kosten, dann gebe ich meine Deflaions-These sofort auf.
    Dazu sollten im übrigen auch andere Preise wie z.B. bei uns im Unternehmen ansteigen - das ist jetzt nicht zu erkennen.


    Dass die Restaurants auf fehlende Kunden mit Preisanstieg reagieren ist lächerlich. Diese werden schon bald schließen MÜSSEN.
    Der Markt und die Konkurrenz werden die Preise noch korrigieren.

    http://www.bild.de/BILD/ratgeb…bzocke-im-supermarkt.html


    Guck mal hier: Preiserhöhungen durch andere Verpackungsgrößen;


    Maggi: + 33 %
    Schwartau Schokoplättchen: + 39%
    Reiniger: + 11 %
    Zuckerstreussel: + 28%
    Somat Tabs, real: + 6,7%
    Swirl Staubsauerbeutel: + 25%
    Always: + 14%