Och, Mensch, Ihr könnt aber blöd fragen?!!
Wartet doch noch ein Jährchen, denn wird euch die Erleuchtung schon heimsuchen?!!
Der gute Professor Hankel, den ich zudem sehr schätze, d
Timing: keine Ahnung.
Das ist so, als ob man eine Schubkarre in den Garten stellt und bemerkt, dass der Regen die Schubkarre mehr füllt als durch Verdunstung weggeht:
da man das Wetter der kommenden 12 Monate nicht kennt, weis man auch nicht, wann die Schubkarre überlaufen wird.
Es gibt beim Euro zwei Sollbruchstellen, die ich kenne:
a) Er ist ein politisches Projekt, d.h. er würde das Ausscheiden von Ländern wohl nicht überstehen. Wenn also Italien oder Spanien pleite gehen und aus der Euro Zone ausscheren,
würde das dem Euro das Rückrat brechen. (Mal Googeln: da gab es einen guten Artikel von einem Professor der Bundeswehr-Uni in der Neuen Zürcher Zeitung nzz.ch)
b) die zweite Sollbruchstelle ist das Handelsplus bzw Defizit der Länder. Mich wundert, dass das bei der Euro-einführung niemandem aufgefallen ist.
Deutschland hat als Exporteur einen Handelsbilanzüberschuss. Früher führte das zu einer Aufwertung der Währung, dem mit niedrigen Zinsen begegnet wurde.
Die niedrigeren Zinsen wirkten außerdem stimulierend auf die deutsche Wirtschaft.
Die Länder wie Spanien, die ein Handelsbilanz-defozit haben, mussten ihre Währungen abwerten, bis Importe irgendwann so teuer wurden, biss Importe und Exporte sich ausgeglichen haben.
Denn anders als in den USA, wo es seitens der Ausländer Interesse gibt, Dollars als Reserve zu halten, gab es bei Peseta, Lire etc. nie ein Bedürfnis, die Währungen als Reserve zu halten.
Wann immer also Spanien zu viel importierte, kam es zu Spannungen, die üblicherweise mit einer Abwertung entspannt werden konnten.
In der Eurozone ist es so, dass Deuschland ein Handelsplus erwirtschaftet, Spanien ein Handelsbilanzdefizit hat.
Da aber beide Volkswirtschaften in der gleichen Währung wirtschaften, kann sich dieses Ungleichgewicht nicht über schwankende Währungspreise ausgleichen.
In den letzten Jahren haben - wenn ich es richtig gelesen habe und richtig erinnere - deutsche Banken und deutsche Kapitalgeber massiv Geld nach Spanien verliehen.
Mir fehlen im einzelnen die Kenntnisse, wie sich diese Ungleichgewichte entladen können, aber Fakt ist, dass es natürlich nicht so weiter gegen wird, dass Spanien importiert und deutschland exportiert
und deutsche Kapitalgeber den Spaniern den Konsum bezahlen.
Ich weis nicht, ob in Spanien auch die Gehälter gestiegen sind, oder ob der Konsum und die Immobilienspekulation nur auf Pump waren.
Am Strand habe ich mal gehört: "a mi, me gusteria una super Audi A siete. (A6) ("mir würde ein Audi A6 gefallen)
Und die junge Frau, dass das sagte, sah aus wie eine Sekretärin oder Sachbearbeiterin.
Das bedeutet ja noch nicht, dass sie ihn gekauft hat. In der Phase einer allgemeinen Krediteuphorie gehen Ansprüche und Realität oft auseinander.
Und was normale Leute da an Immobilienkrediten stemmen, macht ohnehin sprachlos: entweder die Spanier leben noch bei ihren Eltern - oder kaufen eine 250.000€ Eigentumswohnung
mit Finanzieurng über 30 Jahre. Mein Eindruck aus persönlichen Gesprächen war, dass es dazwischen kaum was zu geben scheint.
Ich habe mich nie weiter mit dem Thema beschäftigt: fürs erste sind wir mit dem Euro besser bedient als mit dem Dollar.
Der Euro hat keine längerfristige Zukunft und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Auflösung des Euro ohne finanzielle und wirtschaftliche Blessuren für die Volkswirtschaften passieren wird.