Wenn Sie ein schuldenfreies Haus als Teil Ihrer Altersvorsorge „zu Geld machen“ möchten, ohne sofort auszuziehen, gibt es in Deutschland typischerweise drei Modelle:
1. Umkehrhypothek (Reverse Mortgage)
Sie bleiben Eigentümer und wohnen weiterhin im Haus. Die Bank zahlt Ihnen eine monatliche Rente, eine Einmalzahlung oder eine Kombination daraus. Die Rückzahlung erfolgt erst bei Auszug, Verkauf oder Tod. (Verbraucherzentrale NRW)
Übliche Voraussetzungen:
- Mindestalter meist etwa 60–65 Jahre
- Immobilie weitgehend oder vollständig schuldenfrei
- Ausreichender Immobilienwert
- Gute Bausubstanz und Marktgängigkeit der Immobilie (ImmobilienScout24)
Typische Konditionen:
- Auszahlung meist nur eines Teils des Immobilienwerts (oft deutlich unter dem Verkehrswert)
- Keine laufenden Tilgungszahlungen
- Zinsen werden auf die Kreditsumme aufgeschlagen
- Grundschuld auf die Immobilie
- Lebenslanges Wohnrecht bleibt erhalten (Verbraucherzentrale NRW)
Nachteil: Die Umkehrhypothek gilt als relativ teuer und ist in Deutschland nur begrenzt verfügbar. Die Zinsen reduzieren später den verbleibenden Immobilienwert für die Erben. (Verbraucherzentrale NRW)
2. Immobilienverrentung / Leibrente
Hier verkaufen Sie das Haus ganz oder teilweise an einen Anbieter oder Investor und erhalten dafür:
- eine lebenslange monatliche Rente,
- eine Einmalzahlung,
- oder beides.
Gleichzeitig wird ein lebenslanges Wohnrecht oder Nießbrauchrecht im Grundbuch eingetragen. (DAS HAUS)
Typische Konditionen:
- Je älter Sie sind, desto höher fällt die Rente aus.
- Der Käufer berücksichtigt die statistische Lebenserwartung und den Wert Ihres Wohnrechts.
- Die Auszahlungen liegen deshalb meist deutlich unter dem vollen Verkehrswert der Immobilie. (DAS HAUS)
3. Teilverkauf
Sie verkaufen beispielsweise 20–50 % der Immobilie an einen Anbieter und erhalten dafür Kapital.
Typische Konditionen:
- Sie bleiben Mit-Eigentümer.
- Für den verkauften Anteil zahlen Sie meist ein laufendes Nutzungsentgelt.
- Beim späteren Verkauf wird der Erlös entsprechend aufgeteilt.
Dieses Modell wird häufig beworben, sollte aber wegen der langfristigen Kosten sehr genau geprüft werden.
Wann lohnt sich das?
Ein schuldenfreies Eigenheim ist bereits eine starke Altersvorsorge, weil keine Miete anfällt. Eine Verrentung kann sinnvoll sein, wenn:
- die gesetzliche Rente nicht ausreicht,
- größere Ausgaben (Pflege, Umbau, Unterstützung der Familie) anstehen,
- und kein besonderes Interesse besteht, die Immobilie vollständig zu vererben. (einfach-rente.de)
Beispiel
Angenommen:
- Hauswert: 600.000 €
- Alter: 75 Jahre
- schuldenfrei
Dann erhalten Sie bei einer Verrentung oder Umkehrhypothek typischerweise nicht 600.000 €, sondern oft nur einen Teil davon, weil der Anbieter Ihr lebenslanges Wohnrecht, Ihre Lebenserwartung, Kosten und Risiken einpreist. Die tatsächlichen Auszahlungen können je nach Modell stark variieren. (Verbraucherzentrale NRW)
Wenn Sie möchten, kann ich anhand Ihres Alters, des ungefähren Hauswerts und Ihrer Familiensituation einmal überschlagen, welche Größenordnung bei einer Verrentung oder Umkehrhypothek realistisch wäre.