Ich habe häufiger mit dem Zoll zu tun. Da bekommt man ab und an zu hören, dass kein Zoll die Einhaltung der Vorschriften so pedantisch prüft, wie die Deutschen. Durchaus zum Nachteil der hiesigen Exportwirtschaft. Wenn man mal mit einem gottgleichen Zollbeamten eine Auseinandersetzung hatte, verliert man die Lust an entsprechender Tätigkeit, was insbesondere bei kleinen Firmen, ohne separate Exportabteilung, ein Problem ist.
Da wird dann gerne mal auf hunderte Seiten lange Dokumente verwiesen, in welchen sich wiederum Verweise auf andere Dokumente befinden, die sich dann auch wieder auf weitere Dokumente beziehen.
Kein Wunder also, wenn Firmen Ihre Produktion auslagern, um sich vor der kombinierten Willkür aus Staat und bürokratischen Beamten zu schützen.
Zusätzlich kannst Du noch aufgrund von Geschäften, bei denen die USA gar nicht betroffen sind, von denen trotzdem mit Sanktionen belegt werden. Sieht man gerade schön an USA/Indien/Russland. Und die meisten Menschen nehmen diese absurde Gewaltausübung achselzuckend hin.
Wie es eigentlich sein kann, dass ausgerechnet das Exportkontrollrecht eines Staates so weitgehend auch außerhalb des eigenen Staates wirken soll, während dies für andere Staaten zumindest nicht in diesem Umfang gilt, möchten wir an dieser Stelle nicht weiter vertiefen. Hier greift die viel bemühte normative Kraft des Faktischen:
Allerdings sollte ein direkter Export eines von Deutschland sanktionierten Produktes, welches von einer Deutschen Auslandsbeteiligung gefertigt und direkt versandt wird, kein Problem darstellen, da die Auslandsbeteiligung ja entsprechend ausländischem Recht unterliegt. Es müssten also eigentlich nur die lokalen Vorschriften eingehalten werden.
Insofern kann man die Überlegungen von Renk gut nachvollziehen, sie dürfen halt nur nicht (auch die Deutsche Muttergesellschaft nicht) gegen die vom Hegemon einseitig aufgestellten Regeln verstoßen. Aber USA & Friends haben ja genug Bedarf an Rüstungsgütern, da kommt man schon klar.