Wenn die USA wieder zu einer Art Manchester Kapitalismus zurückkehren
ist das für mich ein (weiteres) Zeichen für Verfall.
Ich denke der Manchester-Kapitalismus war besser als sein Ruf. Wenn man die Lebensbedingungen vergleicht, z.B. zwischen landwirtschaftlich geprägten Gebieten (Irland) und industriell aufstrebenen (England), wird man feststellen, dass in jenen Ländern, in denen die Landwirtschaft vorrangiger Wirtschaftfaktor war (Irland), der Lebensstandard (noch) schlechter und die Auswanderung in aufstrebende Länder (USA) aufgrund der schlechten Lebensbedingungen im Verhältnis viel größer war. Das kann man auch in Deutschland betrachten, wo einige Zeit nach Gründung des Deutschen Reiches (1871) und Beginn der Industrialisierung, die Auswanderungszahlen signifikant zurück gingen.
In den landwirtschaftlich geprägten Ländern war es halt problematisch, dass die Erstgeborenen das ganze Land erbten, die aber viel größere Zahl der Nachgeborenen sich auf eigene Faust unter prekären Verhältnissen durchschlagen mussten. Natürlich gibt es speziell in Bezug auf Irland noch weitere Aspekte, im Speziellen verursacht durch die Englische Besatzung, ist mir auch klar.
Das soll jetzt nicht heißen, dass ich zum Manchester-Kapitalismus zurück möchte, weil in den westlich geprägten Ländern der Ausgangspunkt heutzutage ein ganz anderer ist, nur dass dieser nach meiner Einschätzung zu seiner Zeit die Verhältnisse in keinem Fall so nachteilig verändert hat, wie der Ruf der ihm anhaftet uns Glauben machen will.