Beiträge von Mithras

    bullion-treasure:


    Du hast eine gut ausgeprägte Beobachtungsgabe, denn genau so ist das leider. Gerade bei antiken Münzen (im weitestens Sinne: also vom archaischen Griechenland - 6. Jh.v.u.Z. - übers Römerreich bis Byzanz, also ins 15. Jh.) ist es Grundvoraussetzung für SERIÖSES Sammeln, sich mit der Geschichte und Kultur der betreffenden Zeit PERFEKT auszukennen ...


    Und nun mach bitte mal das folgende Gedankenexperiment: Stell Dir den typischen BRD-Abiturienten vor (sowas wie "Hauptschüler" lassen wir jetzt mal bewußt ganz außen vor!!) und frage den nach seinen Kenntnissen über dieses Thema. Okay, ich habe das als REALeXperiment schon mehrmals gemacht: Ent-setz-llich!! :wall: :thumbdown: :cursing:


    Ich bin sicher kein Ostalgiker: aber HIER hatte das Schulsystem der "DDR" eindeutige(!) Vorteile.


    Die paar Jungsammler, die's aktuell noch gibt, sind autodidaktische Idealisten. Leider auch 'ne aussterbende Spezies... :( Der aktuelle Preisanstieg bei sowas ist auch nur Folge des INVESTOREN-Interesses. Auch damit kenne ich mich aus (ich lebe immerhin davon ;) ) - aber ich hätte lieber mehr kenntnisreiche Idealisten als Kunden. Es gibt leider kaum noch welche... :wall:

    @Bratwurst: Ich verstehe zwar was Du sagen willst - aber genau bzgl. dieses Themas haben wir "Jammerossis[tm]" (die wir angeblich ja so gaaaaar keine Ahnung von der Marktwirtschaft haben sollen ;) ) Euch "Besserwessis[tm]" eine Reihe ganz praktischer ERFAHRUNGEN voraus, wie das mit der TAUSCHWIRTSCHAFT in der Praxis klappt. Inkl. der dann nötigen Denke: "Legal? Illegal?! SCHEISZEGAL!!"


    In der DäDäRä gab's bestimmte Waren und Dienstleistungen halt nur gegen konvertierbare Währung: und dazu gehörte neben der DM (das war ohnehin DIE Schattenwährung in der Zone - seit 1948 bis zu deren Ende: "Kommt die DM nicht nach hier, gehen einfach wir zu ihr!" wie ein sSlogan aus dem Herbst 1989 - genauer Anfang 1990 - besagte) auch Gold (und gaaanz bedingt das billige Bleichmetall) - auch wenn's dann in der Praxis so lief, daß das Gold erst wieder in DM umgerubelt wurde, wobei der Kurs eher suboptimal war. (BTW: Ab 1979 galten neue Edelmetallvorschriften und "offizielle" Ankaufspreise in Aluchip-Geld, so daß es besser war, das Gold für 220,- LOM/g dem staatlichen Ankauf anzubieten und das lustig mit Marxbildchen bedruckte Papier aus Ostberlin anschließend sofort 5:1 ... 6:1 in DM umzuwechseln, womit der devisenmäßige "Zauber" des Goldes verblaßt war - zuvor war der offizielle Ankaufspreis nämlich nur irgendwo bei lächerlichen 25,- Ostmark/g oder so...)


    Nottfalls steckt man sich's einfach ein und reist damit in goldaffine Länder wie Indien. Die EU(dSSR) nebst Obamaland ist doch nicht der Nabel der Welt... :thumbsup:

    @Tut, skurriler Thread... ;(
    Egal was Du trinkst, rauchst oder spritzt - nimm weniger davon, es scheint Dir nicht wirklich zu bekommen... ;)


    Ich kann will auch gar nicht mehr viel schreiben, weil zum Thema "Handel" bereits alles gesagt wurde.


    Genau genommen befinde ich mich übrigens aus reiner "Unzen-Sicht" "am Ende der Nahrungskette", denn wie hier schon wiederholt geschrieben tausche ich sogar EM gegen EM ... soweit, so gut ... ähh: schlecht ... denn hinterher habe ich erstmal WENIGER Feingehalt in der Hand.


    Aber nach ein paar - z.T. arbeitsintensiven, viel Knowhow erfordernden und dabei bunte EZB- oder grüne FED-Lappen erzeugenden - "Zwischenschritten" kriege ich das schon hin, daß ich hinterher "mehr EM" habe als zuvor. Aber das war auch schon zu einer Zeit als abhängiger Lohnsklave so. "Erzeugt" habe ich nämlich nur diese Zettel ... Aber es gibt Leute, die mir dafür Echtgeld geben. Also alles im grünen Bereich. :thumbsup:


    PS: Meine alten Kollegen arbeiten mittlerweile für immer weniger Feinunzen netto/Monat in ihrem Hamsterrad ... erzählen mir aber trotzdem immerzu, daß sie nach dem neuesten Tarifvertrag "mehr Geld" bekämen ... :)

    bullion-treasure:


    Au weia! Daß es DERART extreme Sichtweisen zum Thema "Echtnumismatik" (als kunst-, wirtschafts- und allgemeinhistorische Hilfswissenschaft) allen Ernstes gibt, ließ mich auch staunen... :hae: :cursing: :thumbdown:


    Ich kenne allerdings IRL sehr viel häufiger die genau gegenteilige Meinung bei Leuten, die sich damit noch nie befaßt haben. Wenn man denen eine WIRKLICH häufige antike Münze (z.B. die ausgemachte Massenware der Antoniniane aus der beginnenden Hochinflationszeit Mitte des 3. Jh., bzw. irgendwelche Spätrömer-Kleinbronzen aus dem 4. Jh.) zeigt, und da steht ein Europreis dran (20...50,- € oder so; in schlechten Erhaltungen z.T. auch nur 5,- €), dann fragen die als erstes, ob die wirklich echt antik sind ("Waaaaas?! Die sind fast 2000 Jahre alt?!?!?") - und wenn man das dann definitiv bestätigt, wundern sie sich, wieso sowas DERART BILLIG sei: "Sowas gehört doch eigentlich ins Museum!"


    Und genau die eben genannte Sichtweise der "einfachen Leute" ist m.E. SEHR gefährlich, weil die nämlich der Politikerkaste die "Rechtfertigung" dafür gibt, Sammler und Händler von "Kulturgütern" (z.T. massiv!) zu kriminalisieren.


    BTW: Sowas läßt sich von Populisten ALLER Art immer gut "verkaufen" - von ultralinks ("typisches Kapitalistenhobby - Kulturschätze aller Art gehören dem kämpfenden, internationalen Proletariat!") bis hyperrechtsradikal-nazionalen Kreisen ("Erbe des (toitschen) Volxthumes" und so...). :wall:


    Ich habe mal eine Talkshow mit der Künast gesehen, die vor Empörung in fast schon Roth'sche Schnappatmung verfiel und allen Ernstes sinngemäß wörtlich äußerte: "Es ist ein Zeichen nicht mehr zu überbietender moralischer Verwahrlosung, wenn irgendein Privatmann glaubt, eine antike griechische Münze im Original besitzen zu 'müssen'!" (Leider gibt's das m.W. nicht auf Youtube ... Ich suche das als aufzeichnung HÄNDERINGEND im Original.... War irgendein Berliner sender FAB oder sowas der Art... Habe ich nur mal bei einem kumpel auf VHS-Kassette gesehen ... und dieser Knallkopp hat das mittlerweile wieder gelöscht! :thumbdown: )

    Tisc1: Bezogen auf moderne Münzen hast Du weitgehend(!) recht. Bei BRD gilt im übrigen der "Briefmarken-Effekt": Die "DM-Sammlermünzen" zu kaufen war ein MASSENphänomen, und dadurch legten die VIELEN Sammler auch oft WErt auf "Vollständigkeit", so daß Münzen in originär durchaus hohen Auflagen sehr, sehr teuer wurden (die "Ersten Drei" der BRD, exemplarisch "Germanisches Museum" ... ich kenne mich da aber wie gesagt wirklich nur ganz am Rande damit aus). Irgendwann war's dann ein "abgeschlossenes Gebiet" und das Interesse ließ nach. Wie bei Briefmarken - deshalb mein eben genannter Begriff zur Verdeutlichung.


    Dasselbe galt auch für DDR. Erst süüüündhaft teuer (1990/91) ... dann RADIKALSTER Preisverfall (um 1992/93 herum) ... inzwischen aber wieder "zögerlicher" Presianstieg ... jedoch statt für die "gehypeten" Gedenkmünzen eher für "echt numismatische" Ware, wie "Kleinmünzen" (die "Aluchips" in guten Erhaltungen sind mittlerweile schon TEURER als sie es 1990 waren ... klar, da liefen da in Ostdeutschland ja noch bis zum 50-Pf-Stück offiziell(!) als Bargeld 1:1 als DM-Ersatz um). Dafür kommen die "Sondermünzen" (auch und gerade die silbernen!) gerade erst aus der 2 Jahrzehnte währenden Talsenke wieder raus, weil sie halt doch nicht soooooo häufig waren.


    Ich erwarte übrigens künftig mit dem Euro dasselbe. Lies mal ALLE meine Beiträge zum 20er Gold-Hosenknöpfchen hier im Forum! ;) Also wenn schon "seltene Euromünzen", dann die kleinen - z.B. die griechischen von 2002, die in anderen Ländern geprägt wurden (guckstu spezielle Euromünzensammlerseiten, da wird das erläutert). DIE sind numismatisch auch WIRKLICH interessant - das Gold- und Silberzeug mit fiktiven "Euro"-Wertangaben drauf ist jedoch Abzocke. Keinesfalls mehr als zum Schmelzwert zu bewerten!


    Nochmal zu den Katalogpreisen: Vorsicht! Nicht so pauschal - es gibt GENUG Fälle, wo auch bei modernen Münzen die Preise in einem Maße steigen, daß sie diesbezüglich den Antiken fast schon Konkurrenz machen können (siehe meine Ausführungen dazu oben). Exemplarisch (weil's hier um EM geht): SILBERRUBEL Sowjetunion von 1924 (18 g fein). Noch im 2009er "Weltmünzkatalog" mit 30,- € oder so bewertet (sitze gerade im Zug, habe das Buch jetzt nicht griffbereit). In "ss" derzeit keinesfalls mehr unter 50,- € zu bekommen. (Und das wäre dann sogar noch ein Schäppchenpreis!!) Hintergrund: Die Russen holen die alle wieder "nach Hause". Und die sind eben nicht häufig. Sogar ziemlich selten. Dafür kannste den ganzen Sondermünzkram "exotischer" Länder in diesem Katalog (Bahamas, Indien, China, ...) locker um 2/3 abwerten, also 1/3 "Katalogpreis" trifft "den Marktpreis" da eher.

    @Foci,


    nett, daß Du bei diesem Thema gleich an mich gedacht hast; du hast da allerdings was verwechselt: meine aus Sammlersicht wertvollste Münze ist aus Kupfer (genauer: einer wüsten Messing-/Bronzelegierung, also Cu, Zn und Sn), wiegt 3,1g und ist ca. 20.000,- € wert (verkaufe ich aber trotzdem nicht: auch nicht für 25 oz Au fein).


    Bei der im OP zum Ausdruck kommenden Denke krampft sich mir das Herz. Natürlich ist der Sammlerwert SEHR volatil ... aber solange es keine Handelsverbote dafür gibt (und derzeit droht vor allem aus DIESER Ecke Gefahr! ... angeblich unterstützen Münzhändler und -sammler nämlich per "Geldwäsche" den internationalen Terrorismus... :wall: ), haben historisch interessante Stücke auch nach Hochkrisen SEHR schnell wieder ihren angemessenen Wert erlangt (z.B. nach der Inflation 1923 oder dem 2.WK). Gerade bei antiken Münzen in Spitzenerhaltungen steigt derzeit der Sammlerwert EXPONENTIELL an.


    Ja, DAS ist z.T. schon eine typische "Blase", stimmt!! Letztens ist ein Sesterz von Kaiser Hadrian für 2 Mio.(!) SFr versteigert worden - nur wegen seines Stiles - in "Durchschnittserhaltung mit Durchschnittsstil" kostet eine typgleiche(!) Münze max. 300...500,- €. Ihr seht: sowas hat mit dem Metallwert absolut nix mehr zu tun: das Teil besteht an sich "nur" aus ca. 25g Messing... Gekauft hat's ein stinkreicher KUNSTsammler ... eben wegen der weltweit EINMALIGEN Erhaltung...


    Pattaya: Berechnest Du auch bei einem Dürer oder Picasso den Wert nur nach der Leinwand und den Farbpigmenten?!? :wall:

    @Goldpapier:Mein erstes gold habe ich mir 1993 gekauft - 4 * 100g-Barren je ca. 1800,- DM. Das waren seinerzeit mehr als 1/4 meines Gesamt-"Vermögens", weil ich das typische Beispiel eines Gossenkindes aus dem niedersten Subprekariat bin und damals erst angefangen habe, "halbwegs vernünftig" zu verdienen, so daß am "Ende de Geldes" nicht nur jede Menge "Monat" übrig war, sondern am Ende des Monats öfter mal Geld. ;)


    Schon damals habe ich das "nur" aus reinem "Bauchgefühl" heraus gemacht: "Egal WIE stark die DM auch ist - GOLD ist IMMER was Reelles!" Dann fiel es fast 1 Jahrzehnt lang. Na und? Die Barren wogen damals 400g ... und das wiegen sie auch heute noch. 8) Hätte ich die "Blauen" bis heute aufs "Sparbuch" gelegt, hätte ich ca. 2000,- €. Dafür wohnte ich damals 9 Monate zur Warmmiete ... heute keine 3 mehr...


    Q.e.d.

    Hallo Goldhamstern,


    Du hat oben die beiden Extreme angeführt: Einerseits VERSANDhändler, die zu fairen (also spotnahen) Preisen "Durchschnittsware" anbieten, auf deren Auswahl Du jedoch keinerlei Einfluß hast - andererseits Fachhändler der dezidierten "Apotheken"-Klasse mit entsprechenden Qualitäten und Preisen, die nur noch was für numismatische Vollfreaks sind. ;(


    Ich weiß genau, was Du willst, nämlich ziemlich exakt das, wie auch ich's mit modernen Handelsgoldmünzen halte: "Eigentlich vor allem Edelmetallanlage - aber ein bißchen 'echtnumismatischer' Anspruch sollte schon jeweils mit dabei sein." 8)


    "Meine" Quellen sind hier genaugenommen nur zwei:


    a) Wechselstuben mit "numismatischer Abteilung" wie EuroChange oder Exchange-AG (wobei ich in meinen beiden Wohnorten davon gleich 8 Filialen habe und vier davon wirklich mehrmals wöchentlich "abklappere"... ;) )


    und


    b) Münzbörsen wie Numismata, WMF, etc.


    Vorteil bei a) UND b): Man kann sich die Ware immer "live" aussuchen und voll DAS Sammlermotto ausleben: "Sammeln ist nicht so sehr die Lust am Besitzen, sondern vor allem am FINDEN." Und was gibt's schöneres, als "Grabbelkisten" nach versteckten Schätzen zu durchwühlen?! :thumbsup:


    Vorteil bei b): Die ganze Atmosphäre dort im Saal - und man kann bei VIELEN Händlern immer noch ein bißchen feilschen (und sei's nur 1...2% - bei den üblichen Margen im EM-Handel ist das auch schon was...), mit ihnen plaudern, etc...


    Stimmt: Anlageunzen sind zwar manchmal recht hübsch (ich mag z.B. die Kangaroos SEHR!), aber trotzdem sind sie irgendwie "steril", während Handelsgold eben "lebt". Das ist nunmal einfach so, aus dem auch von Dir genannten Grund... [smilie_love]

    ... erstens das, Silveradder - und zweitens: Wenn in der fiktiven Fußgängerzonenumfrage ein 1kg Kooka verwendet werden würde, so wie er aussieht, wenn er ein paar Wochen hier in unserer Bude rumliegt, würden die Leute dann wohl doch eher zu der schön glänzenden Goldunze als zu der schwarzbraun schillenden "dicken CD ohne Loch" greifen... ;)

    Naja,


    WER von den typischen BLÖD-Lesern kann sich 'ne Unze Au leisten?


    Meine Glaskugel sagt: Bald gibt's 'ne neue "Volxunze" aus Bleichmetall. Wetten, daß?! Und der typische Hartzie muß da nur mal 1 Monat seinen Alk- und Kippenkonsum reduzieren, und es langt für so ein Bleichmetallscheibchen. Da freut er sich dann. Und kauft vom Wechselgeld die nächste BLÖD. Ach wie schöööön....


    Hintergrund des Artikels damit klar?!

    @Fragezeichen:


    "Verstreut" im Reaktor rumliegende Brennstäbe?!?


    Das "Brennmaterial" ist 'ne große, glühende und deshalb flüssige Pfütze am Boden des Reaktorkerns!


    Meinst Du das jetzt so?: "Ich bin die Kernschmelze - HOLT MICH HIER RAUS!!!"


    Viel Spaß dabei. Du wirst dann nicht zum Dschungel-, wohl aber zum Strahlenkönig gekrönt. Kannst Dich auch noch ein paar Tage an der "Walking-Ghost"-Phase erfreuen.


    Apropos: Leben die "Helden" eigentlich noch, die da vom Tepco-Management in Straßenschuhen durch das Kernwasser gejagt wurden?? Also, was man so von den Sieverts hörte, die die dabei abbekommen haben, herrscht in deren Familien jetzt Trauer... :(

    Diese konkrete Münze habe ich NICHT analysieren lassen - bis auf eine bloße Dichtemessung: 18,6 g/cm3. Viel Kupfer kann da also nicht drin sein, aber ich vermute auch, daß das rote Zeug Cu2O ist - mein Chemikerkumpel sagte aber was von Goldkomplex-Verbindung mit Chlor.


    Fakt ist, daß die Münze in total übersalztem und übersäuertem Halbwüstenboden in Indien gefunden wurde. Und auch die "echt römischen" (also de facto feingoldenen) Münzen aus diesem Fund habe dieselbe rote Patina ... Nur nicht soooooo dick.


    Die von mir gezeigte Münze ist ja was geldgeschichtlich besonders Interessantes: Ein IN INDIEN im 1. Jh. u.Z. (also fast zeitgleich mit dem Original aus dem fernen Römerreich: Kaiser Tiberius, das war übrigens der, wo der Jesus gestorben sein soll...) stilistisch fast perfekt(!) nach dem röm. Vorbild für den indischen Inlands-Zahlungsverkehr nachgeprägtes Exemplar. 8)

    Iring,


    lies doch einfach noch mal oben: Die Goldstücke waren in der Antike (Fern-)HANDELSmünzen. Gold hatte damals eine UNVERGLEICHLICH viel größere Kaufkraft als heute (Silber übrigens im Verhältnis sogar noch mehr ... soviel zur Beruhigung der Silberbugs: die GSR in der Antike war meist 1:12, max. 1:15). Direkte "Wertangaben" als Vergleich sind allerdings müßig; aber mal eine grobe "Hausnummer": ca.(!) 1/3 g Gold war das Tages-Netto eines GUTVERDIENENDEN "Mittelständlers". Ein römischer Aureus wog ca. 8 g - das war also roundabout ein Monatslohn. (Okay, wenn der Goldpreis weiter steigt und der Hartz-Satz weiter sinkt, ist das PREKARIAT auch bald wieder da... ;( !).


    Sowas trug man ergo nicht "in der Hosentasche". "Normale Menschen" im Römerreich (also aus der Mittelschicht) werden vor der Spätantike kaum je eine Goldmünze besessen, viele vielleicht noch nichtmal "in echt" gesehen haben. (Mit dem Sieg der Christen fand aber ein MASSIVER Verfall des Goldwertes statt, weil die die "heidnischen" Tempel ausraubten, die de facto als Staatsschatz-Goldlager dienten: ein "Heide" hätte "den Göttern" niemals IHR Gold geraubt, es lag dort also OFFEN rum, nur von ein paar Priestern "bewacht" - z.B. an der Zeus-Kolossalstatue in Olympia war das Gewand aus purem Gold, viele Tonnen(!) schwer: http://de.wikipedia.org/wiki/Zeus-Statue_des_Phidias )


    Auch die Bildsprache der Goldmünzen war in ihrem propagandistischen Gehalt eher ans Ausland gerichtet, bzw. an die Angehörigen der absoluten High Society der Antike, die "natürlich" Gold in Münzform besaßen. Dazu hat der liebe Onkel Mithras sogar richtig geforscht und auch publiziert (ich werde das aber hier nicht verlinken, Pseudonymschutz! :) )


    Sobald diese Münzen dann im Ausland waren, wurden sie eh zumeist umgeschmolzen - "richtig zirkulieren" taten sie allenfalls in Indien, wo ja schon damals das ganze Gold aus dem Westen hinfloß. Und dann sah das bald so aus wie im angehängten Bild, klar (die rote Farbe ist echt, NICHT "gephotoshoppt" - so sieht 2000 Jahre gewachsene GOLDPATINA aus: geil, nicht wahr?!)


    PS: Regenbogenschüsselchen sind aus ELEKTRON - zwischen 40 und 70% Gold.

    Oliver,


    nein, so ein "Ausreißer" mit recht hohem Platinanteil ist die einzige mir bekannte Analyse einer antiken Münze aus Köln (nämlich des Postumus ... übrigens eine der auch geldgeschichtlich interessantesten Herrschergestalten des 3. Jh.!) aus dem heute legendären "Rheingold". Platinanteil 1,6% oder so (da müßte ich jetzt nachgucken...).


    Cheffe,


    weißt Du Naseweis ;) nicht, daß "Otto Normaldeutsch" die Begriffe "Kern" und "Atom" ABSOLUT synonym gebraucht?! Gerade jetzt nach "Fuck-u-Shima"... Natürlich hat Röntgenspektrometrie nix mit dem Atomkern als solchem zu tun. (Und der typischste "ATOMstrom" wäre immer noch der aus Kohle: da werden nämlich KohlenstoffATOME verbrannt: heraus kommt Wärme und CO2 ... ;) - das, was da in Fucki-Sushi "bumm!" gemacht hat, DAS waren aber AtomKERNE, stimmt...)


    PS: Gerade eben wieder gefunden: die Zusammensetzung des oben erwähnten Byzantiner-Solidus:
    98,815% Au, 0,551% Ag, 0,442% Cu, 0,052% Pt, 0,032% Pb, 0,013% Ni, 0,095% sonstiges. Für mich ist das Feingold. Sogar bester Güte (bezogen auf die Möglichkeiten der Antike) - Klar: Auf der Rückseite steht ja auch "CONOB" ... CON ist die Münzstätte CONstantinopel und das "OB" steht für "OBryziacum", und das heißt "Feingold". :)

    Gern darf man auch fragen, warum in sämtlichen Abenteuer- und Räubergeschichten die Leute NIE nach bedruckten Papierscheinen suchen, sondern immer nach "Gold und Edelsteinen"?! Okay, okay, manchmal suchen sie schon auch nach Papier: nämlich, wenn da ein Plan drauf steht, wo was Reales verbuddelt liegt... ;)

    Der Bißtest geht auch und gerade(!) bei antiken und mittelalterlichen Feingoldmünzen. Ich habe hier einen byzantinischen Solidus von Kaiser Justinian I, der eine eindeutige Bißspur hat. Da die schon wieder von Goldpatina überwuchert ist, ist der Zahnabdruck zweifelsfrei antik! :)


    @O.Jemineh: Dein Halbwissen ist beeindruckend! ;( Die grundsätzliche Aussage, daß man mit der Kupellation Au und Pt nicht trennen kann, ist erstmal richtig. Der Platinanteil in antiken Goldmünzen liegt aber - von einzelnen "Ausreißern" mal abgesehen - meist unter 0,1% (also <1 Promille!!) und damit eindeutig noch im Bereich "Verunreinigung" und nicht im Sinne einer Legierung. Zur Messung braucht man schon hochmoderne Kernphysikverfahren wie Neutronenaktivierung (Mikrosonde/Röntgenspektrometrie bzw. Gamma-Spektrometrie).


    Allerdings gilt dieser kleine Platinanteil als (zusätzliches) Echtheitszeichen und sein GENAUER Wert (zusammen mit anderen Verunreingungen durch Spurenelemente wie Palladium, Strontium, Zirkon, Mangan, ...) wird in der wiss. Numismatik dazu benutzt, die Goldmine zu bestimmen, aus der das Metall kam. Die hatten nämlich jeweils einen individuellen "Fingerabdruck" des Verhältnisses der Fremdmetallbeimischung. Ein heute EXTREM wichtiges Hilfsmittel der Archäologen!


    (BTW: Man erkennt damit auch "Mischmasch" bestens: Indische Goldmünzen lassen meist keinen solchen "Fingerprint" der Herkunftsmine mehr zu, weil deren Gold aus aller Herren Länder kam und alles in einer Neuschmelze "zusammengerührt" und dann wie gesagt mit Ag auf ca. 80% runterlegiert wurde.)


    Ende der Schulstunde für Fortgeschrittene! ;)

    Auch in der "klassischen" (also griech. und röm.) ANTIKE wurden de facto nur FEINgoldmünzen geprägt.


    Die Ausnahmen: Die ALLERersten Gold(haltigen) Münzen im 6. Jh. v.u.Z. waren aus der natürlich vorkommenden Gold-und-Silberlegierung "Elektron" (weil man damals die Edelmetallscheidung noch nicht perfekt beherrschte), und erst die Inder haben Ende 4./Anfang 5. Jh. u.Z. ihre Umlaufmünzen mit ca. 20% anderen Metallen legiert (zumeist nur Silber: die mochten diesen hellgelben Farbton einfach sehr!).


    Ansonsten waren in der GESAMTEN Antike (ink. Byzanz bis zum 10. Jh.) Die Goldmünzen HANDELSgold - und da war es für den Empfänger entscheidend, daß das Rauhgewicht gleich dem Feingewicht war. Das wurde auch bei Großbeträgen IMMER stichprobenmäßig getestet, indem man ein paar zufällig ausgewählte Münzen kupellierte (also "läuterte"). Und wehe, es wäre eine Gewichtsdifferenz bemerkbar gewesen, die Stücke also NICHT aus Feingold: Der jeweilige Händler (nebst seinen Kollegen aus dem gleichen Kulturkreis) hätte sich nie wieder sehen lassen dùrfen!!!


    Deshalb war selbst zu Zeiten der HOCHINFLATION in der "Binnenwährung" des Römerreiches im 3. Jh. (wo die ehemals gut silberhaltigen Denare zu winzigen Kupfermünzen verfielen...) die (allerdings heute EXTREM seltenen) Goldmünzen IMMER aus Feingold.


    Der Aspekt der Abriebfestigkeit spielte "dunnemals" keine Rolle: Die Goldstücke waren eben wie gesagt WELTWEITE HANDELSMÜNZEN und nicht zum "Inlands-Alltagsgebrauch" gedacht. Das galt erst in der Neuzeit - und dafür ist die 900er Gold-Kupferlegierung dann einfach IDEAL.


    So, nun habt Ihr wieder was von Onkel Mithras gelernt. Demnächst nehme ich für solche Schulungsmaßnahmen Honorar... ;)