Ich halte einen längeren depressiven Durchhänger für wahrscheinlich - mit jahrelang 2stelligen Preissteigerungen für Lebensnotwendiges Zeug - und massenhaft ganz+gar einsamen Individualpleiten.
Besser also : Bedürfnisse jetzt schon runterschrauben
Da bin ich mit dir einer Meinung, nur kann man sich gegen Jahre der Depression nur begrenzt mit einem Notvorrat wappnen. Es ist ja nicht so, dass es diesbezüglich keine Erfahrungen gibt, da muss man nur mal nach Osteuropa schauen: Kurz nach der Wende für fast alle einfachster Lebensstandard (wobei m.E. nicht wirklich gehungert wird, aber es fehlt an allem was wir sonst so als selbstverständlich sehen) und sehr viele müssen heute noch halbautark sein und sich irgendwas dazu verdienen. Im Schrebergarten wird Gemüse für den Eigenbedarf gezogen und auch für den Winter eingelegt (die wissen noch wie das geht) und am Straßenrand werden selbst gesammelte Pilze und Beeren verkauft, im Garten hält man Hühner und ein Schwein usw.
In Deutschland tut man sich da schwerer, weil die Bevölkerung es großteils verlernt hat halbautark (von voller Autarkie kann ohnehin keine Rede sein) zu leben und das Grünflächenamt verbietet, im Garten Hühner zu halten. Und wenn man Beeren und Pilze verkauft kommt das Ordnungsamt und fragt nach einem aktuellen Beerenkundenachweis.
Was ich damit sagen will, es gibt in der BRD zu viele Verordnungen und Vorschriften die diese Halbautarkie (zusätzlich zum fehlenden Wissen) vollends unmöglich machen. Und von diesen Vorschriften wird auch in schlechten Zeiten nicht abgewichen, erst Recht nicht wenn die letzten verbliebenen Gemeindebüttel eine Rechtfertigung für ihren Job brauchen.
Bezüglich Bedürfnisse runter schrauben: Das ist das Hauptproblem und das wird noch ganz schwierig. Osteuropäische Familien, die nach dem Zusammenbruch des Sozialismus durch alle Raster gefallen sind, waren schon vorher ein relativ einfaches Leben gewöhnt.
Bei uns werden Depressionen schwunghaft zunehmen, wenn das Geld nur noch reicht um die Grundbedürfnisse ab zu decken und nicht mehr für Statussymbole und Luxusgüter.
Interessant ist, dass in meinem Bekanntenkreis hier vor allem die Frauen Druck machen. Bei Männern muss man der Fairness halber sagen, dass viele dem Statussysmbol Auto verfallen sind und jedes Jahr etliche k € sparen könnten, wenn sie nur den Wagen hätten der seinen Zweck erfüllt - und nicht den, den sie sich gerade noch leisten können.
Aber bei allem anderen: Klamotten, große (zu teure) Wohnung, Essen gehen, Urlaub, sonstige Freizeitaktivitäten sind es bei den Familien die ich kenne wirklich in erster Linie die Ehefrauen die Druck machen, wenn sich der Gatte nicht genügend im Hamsterrad abstrampelt.
Interessant, finde ich.