Hegel, Kant, Schopenhauer, Was-weiß-ich-was-Bullshit

  • Nietzsche war ein kluger Mann und vieles von ihm inspiriert.

    Was mir an westlicher Philosophie mangelt ist aber die wirkliche Radikalität (im Sinne von zur Wurzel= Radix vordringen).

    Wer sind wir wirklich auf der tiefsten Seinsebene. Sind wir Körper, Gedanken, Emotionen, Energien?

    Ich habe gehört, wir sind Bewusstsein, das im Kern unvergängliche, unveränderliche und ewige Seele ist.

    Diese Seele ist in diesem Universum bedeckt von illusionierender Energie, Maya, die der Seele falsche Identifikationen anbietet, resultierend aus Wünschen nach materiellem Genuss.


    too be continued

    Meine Beiträge sind: Kunst, Ironie, Satire, Polemik, Spiegelschau, Philosophie, Provokation, Idiotie und vor allem mein Grundrecht auf Meinungsfreiheit nach Art. 5 GG. <3 =)


    In a time of universal deceit - telling the truth is a revolutionary act
    -George Orwell-

  • „Es gibt zwei verschiedene Arten von Menschen auf der Welt, diejenigen, die es wissen wollen und diejenigen, die es glauben wollen.“ Friedrich Nietzsche

    Amor est pretiosior auro.

  • 1. Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (1872)


    Ziel & Kontext


    Nietzsche versucht, die Entstehung der griechischen Tragödie zu erklären und dabei die beiden gegensätzlichen künstlerischen Kräfte – das Apollinische (Ordnung, Form, Klarheit) und das Dionysische (Rausch, Ekstase, Einheit mit dem Ur‑Chaos) – zu verbinden.


    Kernthesen


    Apollinisches Prinzip: Symbolisiert das rationale, maßvolle Gestalten der Welt; steht für die bildhafte Darstellung, das Individuum und die klare Form.

    Dionysisches Prinzip: Verkörpert das irrationale, ekstatische Verschmelzen mit dem Unendlichen; drückt das rohe, ungefilterte Leben aus.

    Synthese in der Tragödie: Durch die Verbindung beider Prinzipien entsteht ein Kunstwerk, das sowohl erkenntnisreich als auch lebensbejahend ist.


    Bedeutung


    Das Buch markiert Nietzsches ersten Versuch, Kulturphilosophie mit ästhetischer Psychologie zu verknüpfen. Es legt den Grundstein für seine spätere Ablehnung rein rationalistischer Moral und eröffnet den Weg zu einer „Umwertung aller Werte“.

  • 2. Also sprach Zarathustra – Ein Buch für Alle und Keinen (1873‑1875)

    Form & Stil


    Ein poetisch‑philosophisches Werk, das in vier Teilen als Reden des Propheten Zarathustra verfasst ist. Der Text kombiniert biblische Anklänge, Parabeln und aphoristische Sprüche.


    Hauptthemen


    • Der Übermensch (Über‑Mensch): Ziel menschlicher Selbst‑Überschreitung; ein neues Ideal, das die bisherigen moralischen Schranken sprengt.
    • Der ewige Wiederkehr: Das Konzept, dass alle Ereignisse unendlich oft wiederkehren; dient als Test für die Lebensbejahung.
    • Der Wille zur Macht: Implizit als Triebkraft, die das Leben gestaltet und überwindet.

    Entwicklung


    Zarathustra verkörpert den Übergang von Nietzsches früherer ästhetischer Analyse hin zu einer existentialistischen Ethik, die den Menschen auffordert, aktiv neue Werte zu schaffen.

  • 3. Jenseits von Gut und Böse (1886)

    Aufbau

    Eine Sammlung von 296 Aphorismen, strukturiert in neun Abschnitte, die systematisch die Grundlagen der Moral kritisieren.


    Kerngedanken

    • Kritik an der „Wahrheit“: Nietzsche behauptet, dass die Suche nach objektiver Wahrheit ein moralisches Projekt sei, das die Lebenskraft unterdrückt.
    • Moralische Relativität: Gute und böse Werte seien historisch und kulturell bedingt, nicht universell.
    • Willen zur Macht: Der eigentliche Motor allen Handelns, nicht das Streben nach Glück oder Vernunft.

    Bedeutung


    Dieses Werk ist das erste, in dem Nietzsche die Moralphilosophie systematisch dekonstruiert und damit die Basis für die spätere Genealogie der Moral legt.

  • 4. Zur Genealogie der Moral (1887)

    Struktur

    Drei Abhandlungen, die jeweils einen historischen und psychologischen Blick auf die Entstehung von Moral werfen.


    Erste Abhandlung


    Untersucht den Gegensatz zwischen Herren‑ und Sklaven‑Moral:

    • Herrenmoral: Von den Starken, die „gut“ definieren, weil es ihr eigenes Handeln widerspiegelt (Stärke, Macht).
    • Sklavenmoral: Entsteht aus Ressentiment, definiert das Gegenteil von Herrenmoral als „gut“ (Demut, Bescheidenheit).

    Zweite Abhandlung


    Analysiert das Konzept der Schuld‑Gefühl und die Entstehung von Vergeltung als soziale Kontrolle.


    Dritte Abhandlung


    Behandelt die „Askese‑Ideale“ und deren Rolle bei der Unterdrückung natürlicher Triebe.



    Einfluss


    Durch die genealogische Methode zeigt Nietzsche, dass Moral kein göttliches Gebot, sondern ein Produkt historischer Machtverhältnisse ist.

  • 5. Der Antichrist (1888)

    Ziel


    Eine radikale Attacke auf das Christentum, das Nietzsche als „Religion der Schwäche“ bezeichnet.


    Hauptargumente

    • Christus als „Sklaven‑Moral“-Figur: Das Christentum fördere Resignation, Selbstverleugnung und das „Jenseits‑Denken“.
    • Lebensbejahung vs. Jenseits‑Verneinung: Nietzsche fordert die Rückkehr zu einer hierarchischen, irdischen Wertschöpfung.
    • Kritik an der Moral der Nächstenliebe: Sie dämpfe den Willen zur Macht und verhindere die Entfaltung des Individuums.

    Bedeutung


    Das Werk fasst Nietzsches antireligiöse Position zusammen und verdeutlicht seine Forderung nach einer „Umwertung aller Werte“ zugunsten einer vitalen, weltlichen Ethik.

  • 6. Götzen‑Dämmerung (1888)

    Inhalt


    Eine Sammlung von Essays, in denen Nietzsche zentrale „Götzen“ der Moderne (z. B. Pessimismus, Sozialismus, Demokratie, Gleichheitsglaube) zerlegt.

    Beispiele

    • Pessimismus: Wird als geistige Krankheit dargestellt, die das Leben verneint.
    • Sozialismus: Kritisiert als Ausdruck von Ressentiment und Verneinung individueller Stärke.
    • Demokratie & Gleichheit: Als Verblendung über die natürlichen Unterschiede und als Mittel zur Nivellierung von Spitzenleistungen.

    Ziel


    Nietzsche will die Leser dazu bringen, die ideologischen Fassaden ihrer Zeit zu durchschauen und selbstbewusst neue Werte zu formulieren.

  • Man kann in den Werken durchaus eine Entwicklung sehen.


    Gesamtentwicklung

    1. Ästhetische Grundlegung – Nietzsche beginnt mit einer kunst‑philosophischen Analyse (Apollinisch/Dionysisch).
    2. Existenzielle Selbst‑Überschreitung – In Zarathustra entsteht das Bild des Menschen, der sich selbst neu erschafft.
    3. Moralische Dekonstruktion – Mit Jenseits von Gut und Böse und Genealogie zerlegt er die bestehenden Werte.
    4. Radikale GegenkulturAntichrist und Götzen‑Dämmerung richten den Angriff gegen Religion und Ideologien, um Platz für neue, lebensbejahende Werte zu schaffen.

    Damit bildet Nietzsche ein kontinuierliches Projekt: von der Analyse kultureller Formen über die kritische Reflexion von Moral bis hin zur aktiven Forderung einer neuen Wertekultur.


    Beeinflusst wurde er unter anderem von:

    Arthur SchopenhauerAnfangs Bewunderung für den Pessimismus und die Idee des „Willens“, später Ablehnung des negativen Weltbildes.
    Friedrich HölderlinPoetische Sprache, Idee des „großen Ganzen“ und die Sehnsucht nach einer höheren, fast mystischen Einheit.
    Richard Wagner (frühe Phase)Inspiration für die Idee von Gesamtkunstwerken (Musik‑Drama) und das Dionysische; später Bruch wegen Wagners Nationalismus und Antisemitismus.
    Griechische TragödieFundament für die Apollinisch‑Dionysische Dichotomie.
    DarwinismusStärkte die Sicht auf das Leben als Kampf um Macht, jedoch ohne biologische Determiniertheit.
    Philosophen der Antike (Heraklit, Stoiker)Heraklits Idee des ständigen Wandels („panta rhei“) spiegelt sich im Gedanken der ewigen Wiederkehr wider.
  • Das hatte dann später auch Einfluss auf:


    Martin HeideggerExistenzielle Ontologie, „Sein zum Tode“, und die Kritik an der Metaphysik.
    Jean‑Paul Sartre & Albert Camus (Existentialismus)Betonung der Freiheit, Verantwortung und der Sinnsuche im absurden Universum.
    Michel FoucaultGenealogische Analyse von Macht‑ und Wissensstrukturen, inspiriert von Zur Genealogie der Moral.
    Gilles DeleuzeKonzept des „Werdens“, Wiederholung und Differenz; Zusammenarbeit mit Félix Guattari.
    Friedrich Engels (kritisch)Nutzt Nietzsches Kritik an Moral, um kapitalistische Ideologien zu analysieren (obwohl er Nietzsches Antisemitismus ablehnte).
    Psychologie (Freud, Jung)Nietzsches Ideen zum Unbewussten, zum „Ich‑Überwindungs‑Drang“ und zu Archetypen.
    Literatur (Thomas Mann, Hermann Hesse)Verwendung von Nietzsches Motiven (Übermensch, Sinnsuche) in Romanen und Gedichten.
    Post‑Moderne (Lyotard, Derrida)Skepsis gegenüber universellen Wahrheiten, Betonung von Perspektivismus und Sprachspiel.
    Kritische Theorie (Adorno, Horkheimer)Trotz ihrer Ablehnung von Nietzsches Ästhetik nutzen sie seine Kritik an Kulturindustrie und Massenkonsum.



    Warum ist Nietzsche noch aktuell?


    1. Kritik an universellen Moralvorstellungen – In einer pluralistischen Welt bleibt seine Frage nach der Herkunft von Werten relevant.
    2. Betonung der Individualität – Der Ruf, eigene Werte zu schaffen, spricht besonders kreative, technologische und digitale Kulturen an.
    3. Stilistische Vorreiterrolle – Seine Mischung aus Philosophie, Literatur und Poesie hat das Genre der „philosophischen Prosa“ nachhaltig geprägt.
    4. Psychologische Tiefe – Moderne Psychologie nutzt seine Einsichten über das Unbewusste, das „Ressentiment“ und die Selbst‑Überwindung.
  • Und warum find ich ihn wichtig?


    1. Kritik an universellen Moralvorstellungen – In einer pluralistischen Welt bleibt seine Frage nach der Herkunft von Werten relevant.
    2. Betonung der Individualität – Der Ruf, eigene Werte zu schaffen, spricht besonders kreative, technologische und digitale Kulturen an.
    3. Stilistische Vorreiterrolle – Seine Mischung aus Philosophie, Literatur und Poesie hat das Genre der „philosophischen Prosa“ nachhaltig geprägt.
    4. Psychologische Tiefe – Moderne Psychologie nutzt seine Einsichten über das Unbewusste, das „Ressentiment“ und die Selbst‑Überwindung.

    Das sind zusammengefasst alles Aspekte, denen ich glaube tagtäglich um mich herum zu begegnen.😶

  • An was auch immer man gerade glaubt, es wird einem begegnen. Also achte darauf, woran du glaubst. [smilie_love]

    Das woran ich glaube ist auch nur eine Brille, eine Facette von vielen.

    Mir persönlich macht es Spaß die Facetten anderer zu nutzen, um mir vielleicht Erkenntnisse zu verschaffen, die mir mein kleiner Horizont und die zensierten Medien verweigern.

    Gerade im Dialog und in der Weglassung persönlicher Werte und Ressentiments durch die Gestaltung einer Phantasiebrille von mir geschätzten Denkern, die mir ihre Perspektive ermöglichen, mach ich mir die Welt nicht wie sie mir gefällt sondern seh erstmal wo ich tatsächlich steh und wirken kann oder ohnmächtig bin.

    Glaube wirkt wie ein Fokus und verengt die Wahrnehmung.

    Hab ich Zahnschmerzen seh ich überall Zahnarztpraxen, hab ich Hunger überall Pommesbuden, bin ich streng orthodox seh ich überall Ungläubige.

    Meine Gedanken zu Nietzsche in Bezug zum aktuellen Tagesgeschehen sind einfach Ausfluss einer geistigen Tätigkeit, die in jedem von uns mehr oder weniger wirkmächtig ist.

    Ich verkünde hier keine Wahrheiten sondern denke einfach nur laut, im Schutz des Forums und seiner Mitglieder und Regeln.


    Grüße Bb

  • 𝘔𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘕𝘪𝘦𝘵𝘻𝘴𝘤𝘩𝘦-𝘉𝘳𝘪𝘭𝘭𝘦:


    Seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022 hat sich das geopolitische Gefüge zwischen den vier größten Akteuren – den Vereinigten Staaten, der Volksrepublik China, der Europäischen Union und der Russischen Föderation – dramatisch verschärft. Parallel dazu haben die USA in Südamerika mit der „Operation Absolute Resolve“ Präsident Nicolás Maduro gefangen genommen und die Handelspolitik gegenüber China mit umfangreichen Halbleiter‑ und KI‑Exportbeschränkungen intensiviert.


    Nietzsche sah Macht nicht nur als militärische oder ökonomische Stärke, sondern als Gestaltungskraft des Willens, die Werte schafft, um das Leben zu erhöhen. Seine Begriffe Wille zur Macht, Umwertung aller Werte und Übermensch bieten ein analytisches Gerüst, um zu prüfen, wie Staaten ihre Macht konstituieren, legitimieren und transformieren.


    USAImperial‑Willen zur Machtausdehnung – ein dynamischer, expansiver Wille, der nicht nur Territorium, sondern globale Regelwerke kontrollieren will.• Fortgesetzte militärische Unterstützung der Ukraine (mehr als €50 Mrd. in 2024) 
    Operation Absolute Resolve: Direkter Eingriff in Venezuela, um einen autoritären Führer zu entfernen und ein Signal der Durchsetzung amerikanischer Interessen zu senden 
    • Erweiterte Exportkontrollen für fortgeschrittene Halbleiter, KI‑Tools und kritische Materialien, um Chinas technologische Selbstständigkeit zu beschneiden
    ChinaKollektiver Macht‑Wille – Fokus auf staatliche Koordination, wirtschaftliche Dominanz und technologische Selbstversorgung („Military‑Civil Fusion“).• Einführung neuer Exportkontrollen für kritische Mineralien (Gallium, Germanium, Antimon) als Vergeltung für US‑Halbleiter‑Beschränkungen . • Aggressive Investitionen in heimische Chip‑Fabriken (SMIC, HuaWei) und Ausbau von 5G/AI‑Infrastruktur.
    • Diplomatischer Druck im Rahmen der Belt‑and‑Road‑Initiative, um Einfluss in Afrika, Südostasien und Lateinamerika zu festigen.
    Europa (EU)Normatives Macht‑Projekt – versucht, durch Werte‑ und Rechtsnormen (Menschenrechte, Demokratie) eine moralische Leitmacht zu etablieren.• Gemeinsame Sicherheitsgarantien für die Ukraine, inkl. langfristiger Finanz‑ und Rüstungshilfen (≥ €40 Mrd. 2024)
    • Einheitliche Sanktionen gegen Russland (Energie‑ und Finanz‑Beschränkungen) und gegen China (eingeschränkter Zugang zu EU‑Technologie‑Märkten.
    • Stärkung der strategischen Autonomie (EU‑Verteidigungsfonds, eigene Halbleiter‑Strategie).
    RusslandDefensiver Macht‑Wille – versucht, den eigenen Einflussbereich zu erhalten und die westliche Hegemonie zu blockieren.• Fortdauernder Krieg in der Ukraine, trotz wachsender militärischer Belastungen.
    • Nutzung von Energieexporten (Gas, Öl) als politisches Druckmittel gegenüber Europa.

    Ich unterstelle übrigens allen Parteien Cyber-, Informations- und Desinformationskampagnen.

  • Der Ukraine‑Krieg

    • Militärische Lage: Russland hält weiterhin große Teile der Ost‑ und Südukraine, doch die ukrainischen Streitkräfte, unterstützt von US‑ und EU‑Lieferungen, haben 2024 erstmals größere Gegenoffensiven gestartet .
    • Politische Ziele: US‑Intelligence‑Berichte zeigen, dass Präsident Putin nach wie vor das Ziel verfolgt, die gesamte Ukraine zu kontrollieren und weitere ehemalige Sowjet‑Territorien zurückzugewinnen .
    • Europäische Reaktion: Die NATO‑Washington‑Summit 2024 bekräftigte die Unterstützung für die Ukraine und kündigte an, die Mitgliedschaftsperspektive weiter zu verfolgen 

    Operation Absolute Resolve – Die „Entführung“ Maduros


    Am 3. Januar führten US‑Streitkräfte koordinierte Luft‑ und Bodeneinsätze in Caracas durch, nahmen Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores gefangen.

    Die USA rechtfertigten den Einsatz als Maßnahme gegen Drogen‑ und Menschenhandel sowie als Schutz der regionalen Sicherheit, was sich mittlerweile als vorgeschoben erwiesen hat laut Medien. Internationale Reaktionen waren gespalten: Während einige Verbündete die Aktion als „Verstoß gegen das Völkerrecht“ brandmarkten, sahen andere darin ein Zeichen amerikanischer Entschlossenheit, autoritäre Regime zu bekämpfen.


    China


    Dezember 2024 veröffentlichte das US‑Commerce‑Department neue Exportkontrollen, die den Verkauf von fortgeschrittenen Halbleitern, KI‑Software‑Tools und High‑Bandwidth‑Memory (HBM) an mehr als 140 chinesische Unternehmen untersagten.

    Chinas Gegenreaktion erfolgte im Dezember 2024 mit Exportverboten für kritische Mineralien (Gallium, Germanium, Antimon), die für die Halbleiterproduktion unerlässlich sind.

    Diese Wechselwirkungen markieren einen technologischen Wettlauf, bei dem beide Seiten versuchen, ihre Gestaltungskraft (Nietzsches Wille zur Macht) über Schlüsselindustrien zu sichern.

  • Und nu die Brille:


    Nietzsche definiert den Willen zur Macht nicht ausschließlich als physische Gewalt, sondern als grundlegendes Streben nach Selbst‑Verwirklichung und Wertschöpfung. In diesem Sinne lässt sich jede staatliche Handlung als Ausdruck dieses Willens interpretieren:

    • USA: Der expansive Wille manifestiert sich in der Projektion militärischer Macht (Ukraine, Venezuela) und in der Kontrolle über technologische Lieferketten (Halbleiter‑Kontrollen).
    • China: Der kollektive Wille fokussiert sich auf Selbst‑bestimmte technologische Unabhängigkeit und die Schaffung eines neuen globalen Ordnungsrahmens, das heißt, die Umgestaltung der internationalen Wirtschafts‑ und Sicherheitsarchitektur.
    • EU: Der normative Wille strebt danach, Werte zu institutionalisierten und dadurch eine moralische Führungsrolle zu übernehmen – ein Versuch, Macht nicht durch Zwang, sondern durch Legitimation zu gewinnen.
    • Russland: Der defensive Wille versucht, den verlorenen Status zu bewahren, indem er alte Machtstrukturen (Energie‑Abhängigkeit, territoriale Kontrolle) verteidigt.
  • Daraus folgt:


    Nietzsche fordert die Umwertung bestehender moralischer Kategorien. In der heutigen Geopolitik lässt sich das an den Sanktionen und Legitimationsstrategien beobachten:

    • USA deklarieren autoritäre Regime (z. B. Maduro) als „Illegitim“ und rechtfertigen Interventionen als moralische Pflicht.
    • China bezeichnet die westlichen Exportkontrollen als „unfaire Unterdrückung“ und stellt sie aber gleichzeitig als legitimen Schutz nationaler Souveränität dar.
    • EU versucht, das traditionelle Real‑politics‑Modell durch wertbasierte Diplomatie zu ersetzen – ein Versuch, die Umwertung von reiner Machtausübung zu einer wertorientierten Macht zu vollziehen. Das Fehlen oben zugeordneter Machtmittel lässt nur diesen Weg zu.
    • Russland wirkt eher traditionell werteverhafted und entzieht sich möglicherweise einer Umwertung, scheint sie eher zu verteidigen.



  • Betrachtet man den Nietzschen Übermenschen als Konstrukt einer quasi Hegelschen Entwicklung aus These-Antithese-Synthese so ließe sich diese Idee auch auf Staaten übertragen.

    Aus dem Staat wird somit ein Überstaat.



    USA strebt nach einer globalen Ordnung, in der demokratische Werte und technologische Vorherrschaft zusammenwirken – ein Über‑Staat‑Projekt.


    China will durch technologische Selbstversorgung und die Belt‑and‑Road‑Initiative ein alternatives globales Netzwerk etablieren – ebenfalls ein Über‑Staat‑Ansatz.


    EU sucht nach einer strategischen Autonomie, die sie von transatlantischen und sino‑amerikanischen Zwängen befreit – ein Versuch, sich selbst zu übersteigen.


    Russland sucht ebenfalls nach strategischer Autonomie wie die EU, ebenfalls ein Versuch sich selbst zu übersteigen.

  • Alle vier Akteure operieren aus einem Nietzsche‑typischen Willen zur Macht heraus, unterscheiden sich jedoch in Ausdrucksform und Legitimationsbasis:


    USA – imperial‑expansiver Wille, manifestiert durch militärische Interventionen (Ukraine, Venezuela) und technologische Beschränkungen.


    China – kollektiver, technokratischer Wille, umgesetzt über industrielle Substitution, Exportkontrollen und infrastrukturelle Expansion.


    EU – normatives, wertebasiertes Machtprojekt, das versucht, durch Sanktionen, Rechtsstaatlichkeit und strategische Autonomie eine moralische Führungsrolle zu übernehmen.


    Russland – defensiver, ressourcen‑gestützter Wille, der auf die Bewahrung von Einflussgebieten und die Nutzung von Energie‑ und Cyber‑Werkzeugen setzt.

  • Gestaltungskraft vs. Zerstörung:


    Während die USA und China ihre Macht durch technologische Gestaltung (Halbleiter, KI) ausbauen, riskieren sie gleichzeitig globale Fragmentierung und Wettlauf um Ressourcen (kritische Mineralien).


    Umwertung der Werte:


    Die Sanktionen und Propaganda‑Kampagnen zeigen, dass jede Seite versucht, die moralische Bewertung von Handlungen umzuwandeln – ein klarer Hinweis auf Nietzsches Umwertung aller Werte.


    Übermensch‑Ambitionen:



    Die Bestrebungen, ein neues internationales Ordnungssystem zu etablieren, können als Streben nach dem Übermenschen interpretiert werden, bergen jedoch das Risiko, dass das „Über‑Mensch‑Über-Staat-Projekt“ in Autoritarismus oder technologischen Totalitarismus umschlägt.


    Die Glaskugel:


    Ich erwarte weitere technologische Blockaden (Halbleiter, KI) und regional begrenzte Militäraktionen (z. B. mögliche weitere US‑Operationen in Lateinamerika und in internationalen Gewässern).


    Die EU‑Strategie der strategischen Autonomie könnte zu einer dritten Machtachse führen, die zwischen den USA und China vermittelt. Die Rolle Europas und Russlands könnte und sollte sich neu definieren, da ansonsten die Mittlerposition zwischen USA und China funktionslos bleiben würde, die vier Akteure müssten sich quasi gegenseitig in ihrem autonomen Gestaltungswillen akzeptieren.


    Wenn die Akteure ihre Willen‑zur‑Macht nicht mit einer kritischen Selbst‑Reflexion verbinden, besteht die Gefahr einer globalen Spirale von Eskalation – ein Szenario, das Nietzsche bereits als „Verlust des Lebens‑Bejahens“ warnte.




    Schlussgedanke aus Nietzsches Sicht


    „Der Wille zur Macht ist das tiefste Prinzip des Lebens; er wird erst dann wirklich groß, wenn er nicht nur zerstört, sondern schöpft – neue Werte, neue Formen, neue Möglichkeiten.“


    Die derzeitige geopolitische Bühne zeigt, dass alle vier Mächte gerade an diesem Scheideweg stehen: Sie können entweder weiter nur Macht ausüben (Zerstörung) oder Macht als schöpferische Kraft einsetzen, um neue, stabilere und lebensbejahendere Ordnungen zu schaffen. Die Entscheidung liegt nicht allein bei Regierungen, sondern bei allen, die das Ergebnis dieser Machtspiele mittragen – von Wissenschaftlern über Unternehmer bis zu jedem einzelnen Bürger.


    Hinweis: Alle hier dargestellten Fakten basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen (Reuters 2025 , NATO 2024 , US‑Intelligence 2025, NATO‑Analyse 2024, US‑Export‑Kontrollen 2024, öffentliche Medienportale) und wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengefasst.



    Grüße Bb

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