Silber: Gewinnmaximierung mit cleverem Switchen ??

  • Ich habe seit etwa November 2005 hauptsächlich mit langfristigen OS auf den Anstieg des Silberpreises spekuliert. Ich habe mich für OS im Gegensatz zu Hebelzertifikaten entschieden, da sie bei geringerem Risiko einen weit höheren (theoretischen) Hebel erlauben.
    Inzwischen mußte ich feststellen, daß die OS diesen theoretischen Hebel leider bei weitem nicht erreicht haben, weil die Emittenten die Kurse glätten: sprich steigt Silber sehr stark an, verringern sie das Aufgeld, sinkt Silber erhöhen sie das Aufgeld wieder.


    Momentan haben wir nun eine Situation, daß Hebelzertifikate sehr teuer sind (weil das Risiko eines Kursrückgangs momentan sehr groß ist, muß der Strike sehr weit weg gewählt werden, also ist kaum mehr Hebel vorhanden) und OS sehr billig (weil Aufgelder sehr niedrig, z.B. DB7059 6%!!!).
    Deshalb müßte IMHO folgende Strategie aufgehen: Gewinne aus Hebelzertifikaten mitnehmen und statt dessen OS mit stärkerem Hebel kaufen. Steigen die Silber-Kurse weiter, wird der OS stärker profitieren als ein Hebelzertifikat dies könnte, die Aufgelder können kaum mehr verringert werden. Stabilisiert sich der Silberkurs, werden die Aufgelder langsam wieder wachsen, also der OS teurer. Sinken die Silberkurse, werden die OS nur viel langsamer sinken als ein Zerti, außerdem droht kein Knockout.


    Ein Beispiel aus dem Dezember. „Nullpunkt“ ist der 7.11., Silber steht bei 7,6$.
    Am 6.12. notiert Silber bei 8,56$, GS06DC bei 149%, DB7059 bei 147%.
    Am 18.12. ist der steile Anstieg verdaut:
    Silber bei 8,52$, GS06DC bei 144% aber DB7059 bei 163 % !! Der OS ist mehr wert obwohl der Silberpreis gefallen ist !!


    Hat sich die Situation beruhigt, kann man die OS verkaufen und wieder auf Hebelzertifikate switchen.


    Was haltet Ihr davon ? Besonders die Eigentümer von Hebelzertifikaten ? Ich habe nur die OS Seite wirklich hautnah verfolgt.


    Teetrinker: Die riskanten Zertis die Du vor kurzem gekauft hast, würde ich schnellstens in OS tauschen(z.B. DB213B). Ich hab bei ABN3BL ziemlich geschwitzt und deshalb schon bei 10,90$ Gewinn mitgenommen.

  • Zitat

    Original von wef
    Ich habe seit etwa November 2005 hauptsächlich mit langfristigen OS auf den Anstieg des Silberpreises spekuliert. Ich habe mich für OS im Gegensatz zu Hebelzertifikaten entschieden, da sie bei geringerem Risiko einen weit höheren (theoretischen) Hebel erlauben.
    Inzwischen mußte ich feststellen, daß die OS diesen theoretischen Hebel leider bei weitem nicht erreicht haben, weil die Emittenten die Kurse glätten: sprich steigt Silber sehr stark an, verringern sie das Aufgeld, sinkt Silber erhöhen sie das Aufgeld wieder.......


    wef: schön, dies endlich einmal aus der Feder eines Forenmitgliedes zu lesen, daß sich intensiv mit der OS-Problematik befaßt.


    Meine Meinung: An Tagen, an denen Silber um zwei, drei oder vier Prozent steigt und ggf. der Kurs in dieser Größenordnung schwankt, müssten OS allein aufgrund der Volatilität schon deutlich im Kurs steigen, speziell Calls bei steigenden und Puts bei fallenden Kursen.


    Jedoch: je weiter Produkte aus dem Geld sind, desto geringer sind die prozentualen Veränderungen der Produkte, die im inneren Wert steigen. Die Volatilitäten nähern sich mit steigendem inneren Wert mehr und mehr den Basiswertschwankungen an. Soweit die Theorie.


    Beobachtungen, bei denen "Glättungen" zum Nachteil der Kunden auffallen, bedeuten schlichtweg: Die Emmitenten nutzen hier den Umstand aus, daß viele OS eben nicht frei an der Börse handelbar sind und daß die Liquidität vom Emmitenten bereit gestellt wird. Der Reiz, Produkte mit einem hohen inneren Wert zu kaufen ist für viele OS-Käufer gering, da diese mehr Kapital binden. Das nutzen die Emmitenten (scheinbar) zu ihren Vorteil aus, folgt man Ihrer Einlassung.


    Demzufolge muß ein OS-Käufer genau solch ein Verhalten der Emmitenten mit in seinem Kalkül berücksichtigen. Den unverändert hohen Risiken stehen somit reduzierte Chancen gegenüber.


    Mir steht es gewiss nicht zu, T-trinkers Anlagestrategie zu bewerten. Jedoch: das, was er als "Zertifikate" bezeichnet hat mit herkömmlichen Silberzertifikaten, bei denen eine Lieferung in Voraus voll bezahlt ist (bis auf die Steuer) nichts zu tun. Was er hat, das sind Optionsscheine mit theoretisch unbegrenzter Laufzeit und einer Kursschwelle, bei deren Erreichen / Unterschreiten seine Ansprüche verfallen, weswegen er beim Kauf auch nur einen Teil des Preises eines voll bezahlten "Lieferscheins" entrichten musste. Als seriöse Anlageform getrantes, hochriskantes Glücksspiel halt. Ich habe mal vor ein paar Jahren sehr intensiv mit Aktien gehandelt und selbst 2000 noch klotzig Geld verdient. Plötzlich aber kam alles anders. Es ist scheinbar so, daß viele Menschen Ihre Erfahrungen selber machen müssen. Selbst, wenn er diesmal Glück haben sollte: Hört er nicht auf, wird auch er eines Tages vom Markt einkassiert. Für mich ist das, statistisch betrachtet, nur eine Zeitfrage. Da müsste er schon cleverer und taffer sein, als über 99 Prozent aller Anleger um eine reale Chance zu haben, zum Schluss als Gewinner das Feld zu verlassen. Einen gut gemeinten Rat dennoch: Don´t count your money, until the Game is over..... Dann tut´s erfahrungsgemäß nicht ganz so weh :)


    Übrigens: beim Lottospielen sollen zumindest ca. 50 % der Einsätze wieder ausgeschüttet werden. Je Roulett-Durchgang sind es sogar (theoretisch) 36/37. Ich glaube nicht, daß man bei solchen "Zertifikaten" als Spieler auf ähnlich "kleine" Verluste kommt. Die nur so am Rande.

  • Hallo liebe OS-Trader -Switcher- und Rollierer,


    sicher kann man durch geschicktes Timing und Switching OS-Gewinne optimieren. Man muß sich allerdings im Klaren sein, dass eigentlich jedesmal der Spekulationsgewinn versteuert werden muss.
    Ich halte mich deshalb lieber an OS mit einer Laufzeit von etwas mehr als einem Jahr. auch wenn das "Aussitzen" manchmal ganz schön Nerven kostet.


    Gruß an alle Edelmetall-Fans
    Syllabub

  • syllabub:


    Wenn bei jedem Switchen ein Gewinn fällig würde, wäre das traumhaft. Den versteuere ich dann gerne. Kollegen von mir saßen im März 2000 auf fetten Buchgewinnen, wollten aber nicht verkaufen, weil dann Steuer fällig geworden wäre. Als die Spekufrist abgelaufen war hatten sie nur noch Verluste. Also lieber Gewinn versteuern, als Verlust realisieren.


    Mein Basisinvestment sind langfristige OS, d.h. bis 2009 oder 2010 ! Nicht ein Jahr. Meine Erfahrung bei OS oder Optionen besagt: immer deutlicher länger wählen als man eigentlich meint. Der Gewinn ist dann zwar kleiner, aber viel wahrscheinlicher.

  • mesodor39:


    Ich verstehe nicht wieso Du dich hier auf den Papiergoldseiten immer wieder zu Wort meldest ? Theoretisch hast Du von Optionen, OS, Zertifikaten oder Future nur sehr wenig Ahnung, praktisch überhaupt keine, da Du diese Produkte ja ablehnst und sicherlich seit vielen Jahren nicht mehr gekauft hast, oder ?
    IMHO kann hier nur jemand mitreden der tatsächlich in letzter Zeit Derivate selbst getradet hat. Es macht nämlich einen Riesenunterschied ob man auf mehreren Monatsgehältern Buchgewinn sitzt oder die Kurse mal beiläufig im Internet ansieht oder vielleicht auch minitiös auf Papier mitschreibt.


    Eigentlich wollte ich Dein Posting ja ignorieren, aber ich denke von Zeit zu Zeit muß man den neueren Lesern klarstellen, mit wem sie es zu tun haben, da Du Dir ja immer den Anschein gibst als wüßtest Du von was Du schreibst.

  • wef: von den Terminprodukten weis ich immerhin soviel, daß sie extrem riskant und - je nach Konstruktion - für einen Privatanleger sehr schwer einzuschätzen sind.


    Es stimmt, daß ich die Kurse von OS und Zertifikaten nicht täglich verfolge.


    Den Prospekt zur Termingeschäftsfähigkeit, den ich von meiner Sparkasse erhalten habe, habe ich mir sorgfältig durchgelesen. Das hat bei mir schon gereicht zu erkennen, daß es sich bei vielen Terminprodukten und "Zertigikaten" mit KO-Schwellen um extrem riskante Produkte handelt.


    Sie selber schreiben, daß es nicht einfach ist, Gewinne damit zu erwirtschaften. Und als jemand, der sich - ganz im Gegensatz zu mir - intensiv damit beschäftigt, müssen Sie diesen Aspekt viel besser beurteilen können, als ich das vermag.


    Ich habe vor Jahren privat mal sehr intensiv mit Aktien gehandelt, nachdem ich jahrelang die Börse intensiv beobachtet habe. Ganz im Gegensatz zu Ihren in Derivate investierenden Bekannten habe ich 2000 noch sehr viel Geld damit verdient. 2001 hingegen hat der "Markt" dann mich "einkassiert". Meine These ist folgende:


    Langfristig ist niemand klüger als der Markt.


    Egal ob Aktien, Derivate oder Edelmetalle: Draufgänger gehen drauf. Egal, wie klug die sind und über welche Erfahrung und Sachverstand die verfügen (Herstadt, LCTM, WCM-Großaktionär Ehlerding oder der ehemalige Gold-Zack-Boss um hier nur ein paar prominente Beispiele zu nennen). Auf die Ebene von Enron, Balsam, Klöckner & Co usw. möchte ich mich hier zur Bemühung von Beispielen erst garnicht begeben.


    Leute wie Soros wissen das und hören rechtzeitig auf. Leute wie Bill Gates bleiben in ihrem Metier verwurzelt und Menschen wie Warren Buffet spielen ganz viele sichere Karten gleichzeitig. Andernfalls wären auch sie schon längst vom Markt hinweggefegt worden.....

  • wef


    vielen Dank für die Anregung. Ich habe mich bislang um OS nicht gekümmert, weil ich "einfach" nur gehebelt am Silberpreisanstieg partizipieren wollte. Und zwar mit einem Produkt, das wenig Beobachtung erfordert und mit dem man steuerfreie Gewinne erzielen kann.
    Nachdem dies geglückt ist, habe ich jetzt Liquidität frei und könnte mich ein wenig mit der Materie befassen. Ich schau mir den DB-Schein mal an.


    mesodor39
    für jemanden, der so wenig Ahnung von der Materie hat, sind Hebelzertifikate wirklich hochriskant. Von daher tust Du gut daran, Dich mit diesen Produkten nicht zu befassen.


    Unterlasse es aber bitte, ständig von Dir auf andere zu schliessen. Ich bin seit 25 Jahren an der Börse aktiv, habe die meisten Fehler und Dummheiten selbst mal begangen oder sie wenigstens live bei anderen miterlebt. Ich sitze von Berufs wegen den ganzen Tag vor dem Monitor und verwalte ein großes Vermögen (leider nicht mein eigenes).
    Vielleicht gehöre ich damit zu den 1% die "schlauer sind als der Markt". Ich glaube allerdings aufgrund Deiner Ausführungen eher, das Du zu den 1% gehörst, die "dümmer sind als der Markt erlaubt". :D


    Ich versuche aber gerne nochmal, Dir das mit den Zertifikaten zu erklären (es sind wirklich Zertifikate und keine Optionsscheine). Wenn ich 50.000 mit 1 kaufe, diese dann bei 4 verkaufe und mir erneut 50.000 bei 1 kaufe, dann kann mich der Markt nicht mehr "einkassieren". Schlimmstenfalls verfallen die 50.000 mit ein paar Cent Restwert. Den Verlust teile ich mir dann mit dem Finanzamt.


    Das einzige Szenario, das meinem Depot wirklich gefährlich werden kann, ist ein weltweiter Zusammenbruch des Bankensystems verbunden mit einem kompletten Wertverlust des Papiergelds. Deswegen interessiert mich dieses Thema ein wenig. Deine Ausführungen dazu sind aber bislang auch wenig furchteinflössend.

  • Zitat

    Original von mesodor39
    (Herstadt, LCTM, WCM-Großaktionär Ehlerding oder der ehemalige Gold-Zack-Boss um hier nur ein paar prominente Beispiele zu nennen).


    Siehst Du denn nicht selbst den Zusammenhang? Ob Herstatt, LTCM, Ehlerding, der dicke Walther, die Hunt-Brüder, Michael Milken, Danny Dattel, Nick Leeson und wie sie alle heißen haben den Fehler gemacht, existenzbedrohende Wetten auf EINE Anlage abzuschliessen.


    Egal wie verlockend und sicher es erscheinen mag, genau DAS darf man nicht tun. Okay, die Superreichen dieser Welt (mit Ausnahme von Buffett) haben es auch getan, sie hatten halt (bislang) mit ihrer Idee recht. Aber ich will nicht superreich werden. Egal ob Silber von heute auf morgen wertlos wird oder Uran, egal ob die Zinsen auf 10% steigen oder auf 0% fallen, egal ob der Dax auf 1000 oder 20.000 geht, egal ob der Dollar am Jahresende bei 0,50 oder bei 2 steht, es gibt kein Szenario oder eine Verknüpfung von Szenarien, die meinem Depot ernsthaft gefährlich werden könnten. Selbst das Risiko, eines Tages mal kein Millionär mehr zu sein, halte ich für extrem unwahrscheinlich. Denn genau die Beispiele, die Du genannt hast, halten mich davon ab, solche extremen Wetten einzugehen. Klar, aus heutiger Sicht hätte ich beim Silber und beim Uran mehr riskieren können. Ich habe es aus guten Gründen nicht getan und werde es nicht tun. Kann ich jedem anderen auch nur raten.


    Um zum Thema zurückzukommen, Gewinnmaximierung steht für mich immer an zweiter Stelle, erst kommt die Risikominimierung.

  • Mein Szenario ist und bleibt: Silber wird in den nächsten Jahren einen Spike ausbilden, dieser wird mindestens bis 15$, nach der jüngsten Entwicklung wahrscheinlich bis 20$ oder vielleicht sogar weit darüber reichen. Die Wahrscheinlichkeit daß dieser Spike bis zum 20.6.2010 kommen wird ist m.M. fast 100%. Somit hat ein OS der einen Break Even unter 15$ hat, Null Risiko.
    Anderseits glaube ich, wird mindestens ein Rückschlag kommen. Dieser könnte vielleicht bis 7$ (?) reichen. Ein Hebelzertifikat dessen Strike weit genug von 7$ entfernt ist, hat einen Hebel von weniger als 2 !
    Die Nachschußpflicht bei einem Future wäre so groß, daß bei geringem Einsatz sehr viel Kapital gebunden wäre (Margin!) und wenn es doch aus irgendeinem Grund schiefläuft (Bankencrash??), wäre vermutlich das gesamte Kapital weg.


    DB7063 (Basispreis 12$) hat bei einem Silberkurs von 20$ einen inneren Wert von 6,67 Euro (bei einem Kurs von 1,20 ) und bietet damit mindestens einen Hebel von etwa 3 im Moment (das ist das absolute Minimum, bei Zeitwert 0. Ein evtl. Zeitwert, wenn die 20$ vor dem 20.6.2010 erreicht werden sollten, kommt dann als Zuckerl drauf). Den theoretischen Hebel von 4,3 (im Moment) erreicht er vielleicht nicht, aber bei geringem Risiko kann man auch mit 200% Gewinn in 4 Jahren leben !


    Wirklich riskant sind OS (oder Optionen oder Futures) für diejenigen die mehr als das 10fach ihres Einsatz gewinnen wollen. Das sind allerdings wahrscheinlich die Meisten.

  • Der entscheidende Unterschied zwischen unseren Ansätzen ist folgender: Dich schreckt die Möglichkeit des Totalverlustes bei einer zwischenzeitlichen Konsolidierung, mich nicht. Sollte mein Zerti bei 10,90 wirklich ausgeknockt werden, dann befinden wir uns ohnehin wahrscheinlich in einer deutlichen Korrekturphase. Da macht es mir nichts aus, ausgeknockt zu werden, da ich tiefer wieder einsteigen kann. Entscheidend ist, das man die Anzahl der gekauften Zertifikate begrenzt und nicht die investierte Summe.
    Ich werde mir die langlaufenden OS aber wie gesagt mal anschauen.


  • T-Trinker: in Anbetracht eines solchen finanziellen Hintergrundes kann man selbstverständlich auch mal eine riskantere Einzelwette eingehen.


    Klar auch, daß man im Nachhinein immer klüger ist und sich ungemein bestätigt fühlt, wenn man richtig gelegen hat.


    Mehr noch: auch wer mit einem Kauf liebäugelte, der sich ex post als richtig herausgestellt hat, fühlt sich bestätigt und trauert günstigstenfalls der verpassten Gelegenheit nach. Exakt hierin sehe ich eine Gefahr (eigene Erfahrung) denn die Käufe, mit denen man liebäugelte, die man dann aber nicht getätigt hat, die werden ausgeblendet - oder schlimmer noch: die hat man ja wegen eines Gefühls im Unterbewusstsein dann doch nicht getätigt, was eine erneute Bestätigung ist.


    Und so bewegt man sich immer mehr ein kleines Stückchen in Richtung "optimale Fallhöhe" (meine Erfahrung). Wer diesen Versuchungen (oder Verlockungen) nicht erliegt, der umschifft schon einmal eine sehr gefährliche Klippe.


    Genau aus diesem Grunde investiere ich meist über Zeiträume von mehreren Jahren (bei Silber ist das so gewesen, da waren es 6 Jahre, von 1986 bis 1992, auch beim zwischenzeitlich verkauftem Gold war das ähnlich) und im Regelfall physisch. Ich umgehe auch durch die Bildung von Durchschnittspreisen damit eine Menge vermeidbarer Risiken, weswegen ich weniger Positionen zur Diversifikation benötige, als jemand, der sehr schnell und in Papiere investiert.


    Immobilien (Eigentumswohnungen) bieten zwar geringere Risiken als Aktien, aber auch geringere Verdienstmöglichkeiten. Baumängel kann man oftmals erkennen, wenn das Auge geschult ist, Mietkanidaten kann man zur Reduzierung von Ausfallrisiken unter die Lupe nehmen. Bei Fehlbilanzierungen und strukturellen Schwachpunkten innerhalb einer Bilanz oder gar versteckten und nicht angeführten (weil nicht erkannten) Risiken ist das viel aufwendiger, viel schwieriger und für den Anleger ggf. unmöglich. Jedoch kann ich auf die mit 100 Prozent gehörenden Objekte Einfluß ausüben, diese notfalls auch veräußern oder ggf. beleihen.


    Den Aspekt der Verfügbarkeit (physisches Metall) und den der Einflußnahmemöglichkeit (Immobilie) halte ich für sehr wichtig.


    Bei Aktien, OS und Zertifikaten kann ich praktisch nur kaufen und verkaufen und zwar zu Kursen, die ich nicht beeinflussen kann. Ggf. kann ich die Werte noch beliehen. Das aber ist dann schon alles. Das Insolvenzrisiko einer Einzelaktie oder eines Emmitenten kann ich bestenfalls durch Diversifikation abmildern. Mein Geld jedoch haben andere und das, was ich besitze, das ist ein Anteil an irgendwas oder an einem verbrieftem Recht. Nicht abmildern kann ich strukturelle Risiken (Verschuldungsgrade, Gefahr des Kollaps des Welthandels) und politische Risiken: Wer Papier besitzt, der ist recht einfach zu enteignen. Sei es über Inflation oder mittels anderer Mechanismen (Insolvenz, formal "legaler" Betrug usw.).


    Bei Immobilien ist das mit der Enteignung schon schwieriger: würde man 20 bis 30 Prozent des Volkes enteignen wollen, könnte es zu Aufständen kommen. Weil auch viele Beamte Immobilien besitzen...... könnte das den Staat zersetzen. Edelmetall, sofern nicht in Banktresoren oder im Inland greifbar verwahrt ist praktisch kaum aufzuspüren.

  • mesodor39


    Das war jetzt endlich mal ein für mich sehr gut nachvollziehbarer und durchdachter Beitrag. Du siehst andere Risiken als ich bzw. gewichtest sie anders, Du hast auch andere Fähigkeiten (geschultes Auge) und andere Erfahrungen (Börsencrash 2001). Dadurch gibt es gute Gründe für uns beide, unterschiedliche Anlagestrategien zu verfolgen. Mir gefällt die im wahrsten Sinne grenzenlose Flexibiltät meiner WertPAPIERE, du mußt Deine Werte anfassen können. Hoffentlich sind wir beide gleichermaßen erfolgreich.


    wef
    Der DB7059 ist nix für mich. Zu wenig Hebel und zu viel Risiko. Ich gehe halt davon aus, dass es in den nächsten Wochen weiterhin heftige Kursbewegungen geben wird. Entweder steigt Silber zügig weiter Richtung 15 oder es gibt eine kräftige Konsolidierung. Schaun mer mal.

  • Zitat

    Original von T-Trinker
    mesodor39


    Das war jetzt endlich mal ein für mich sehr gut nachvollziehbarer und durchdachter Beitrag. Du siehst andere Risiken als ich bzw. gewichtest sie anders, Du hast auch andere Fähigkeiten (geschultes Auge) und andere Erfahrungen (Börsencrash 2001). Dadurch gibt es gute Gründe für uns beide, unterschiedliche Anlagestrategien zu verfolgen. Mir gefällt die im wahrsten Sinne grenzenlose Flexibiltät meiner WertPAPIERE, du mußt Deine Werte anfassen können. Hoffentlich sind wir beide gleichermaßen erfolgreich.


    .....


    T-Trinker: anfassen muss ich meine Werte nicht unbedingt können. Einige meiner Münzen und Barren habe ich schon seit etwa 1990 nicht mehr gesehen. Aber ich weis ganz genau, wo sie sich befinden.


    Ich möchte hier nun garnicht mal den Finger in die Wunde der Papierfraktion legen, daß Papierinhaber eben nicht wissen, wo sich ihre "Werte" befinden und wer darüber verfügt.


    Vielmehr möchte ich mal meinen Begriff von Felxibilität kundtun: Selbst wenn es zu massenhaft Bankenpleiten und zur Geldentwertung kommen sollte, so kann ich doch meine Werte nehmen und noch halbwegs was (oder sogar noch viel mehr als zu "normalen" Zeiten dafür bekommen. Notfalls auch nachts um 0.00 Uhr und bei Regenwetter und das weltweit, d.h. dort wo ich gerade mit meinem Edelmetall bin und Menschen sind, die Waren / Güter verkaufen wollen......


    Versuchen Sie einmal ganz schnell jemanden zu finden, der Zertifikate zum marktgerechten Preis zu Unzeiten erwirbt. Edelmetall jedoch wird da viel schneller akzeptiert. Selbst "Old-Al" räumt dies ein.


    Das genau nenne ich Flexibilität.


    Ich weis sehr wohl, daß es momentan sehr viel schneller geht, Zertifikate bei einer Bank zu liquidieren, als Edelmetalle. Dies liegt aber daran, daß Banken an einem hochliquiden Edelmetallhandel für Privatpersonen kein Interesse haben.


    Ein altes Sprichwort sagt:

    spare in der Zeit, dann hast du in der Not

    Will sagen: so sparen, daß man ggf. im Krisenfall nichts mehr davon haben könnte, ist sinnlos.


    Und der Krisenfall, der ist schon da, wenn der Emmitent nicht leistet oder auf jemanden überträgt, der nicht leisten kann. Spätestens, wenn sich ein Anleger wehren will, erfährt er, wie flexibel und schnell die Justiz in Deutschland ist.


    Zertifikate und OS sind letztendlich nichts anderes als Wetten, es sei denn, man will den Basiswert gegen Kursverlust absichern oder später erwerben.


    Und Wetten ist Glückspiel. Zockerei halt.


    Nur: viele "Sparer" oder "Anleger" oder "Spekulanten" erkennen nicht oder nur unzureichend, daß sie mit dem Erwerb von Zertifikaten nicht nur eine Wette, sondern eine Vielzahl von Wetten eingehen.


    Und beim Glückspiel gewinnt meistens der Buchmacher oder die Spielbank oder der Automatenaufsteller. Wäre dem nicht so, dann würde es kein organisiertes Glückspiel geben.


    Der Spieler kann tun, was er will: Zu über 99 Prozent ist er langfristig der Verlierer. Das einzige, was ein Spieler tun kann, um nicht (oder nicht weiter) zu verlieren ist: aufhören zu spielen.


    Ich meine, mit dem Spielen aufgehört zu haben.


    Im übrigen sind ganz normale Edelmetallkäufe allein schon unter dem Aspekt der ganz normalen Volatilität der Kurse doch bereits riskant genug......

  • mesodor39


    man könnte auch Horrorstories von Leuten erzählen, die sich mit Immobilienkäufen ruiniert haben (Hera Lind und Horst Janson wurden kürzlich beispielhaft in den Medien erwähnt).


    Ich habe von Immobilien keine Ahnung, deswegen äußere ich mich zur Sinnhaftigkeit eines solchen Investments lieber nicht. Wieso machst Du es mit den Zertifikaten nicht auch so.

  • T-Trinker: Wenn man auf Kredit Immobilien kauft oder solche, die man vorher nicht selbst ausgiebig in Augenschein genommen hat......


    .....klar, daß man sich damit ruhiniert / ruhinieren kann.


    Wenn man nur genügend Fehler in einer Reihe schaltet kann man mit jeder Anlage Schiffbruch erleiden.


    Bei den Zertifikaten ist das hingegen anders: da reicht der bloße Kauf zu einem ungünstigen Zeitpunkt aus - und alles dort eingesetzte Geld kann verloren sein:


    (1) normale Zertifikate können durch den Emmitenten oftmals zum Kaufkurs des Käufers gekündigt werden, egal, ob der Basiswert stark angestieren ist. Käufer wissen das meist nicht :) Na Toll.


    (2) Einige Zertifikate, die nichts anderes sind, als ein verstecktes Differenzgeschäft werden wertlos, spbald die KO-Schwelle erreicht ist. Bei ganz fiesen Produkten erhöht sich die KO-Schwelle mit steigendem Kurs des Basiswertes oder aber um den Zins, den der Kaufpreis abwerfen kann oder sowas in der Art.....


    Eben weil mir bislang niemand den Sinn und den Nutzen solcher Produkte für den Käufer erklären konnte, äußere ich mich dazu nach wie vor NEGATIV.


    Das ist weder Geldanlage noch Spekulation, sondern Zockerei mit vielen Unbekannten. Für die Masse aller Käufer geht das meistens voll daneben:


    Denn es ist unsinnig derlei Produkte zu erwerben, weil es durch den Erwerb nicht zur Nachfragesteigerung des Basiswertes kommt, bei dem auf Preissteigerung gehofft wird. Also werden die gezahlten Gelder indirekt gegen den Erwerber der Produkte verwendet, weil sie eben nicht in den Basiswert fließen und somit keine Verknappung und somit keine Preissteigerung bewirken.


    Ergebnis dieser Unvernunft für den Investor: siehe weiter oben.


    Zertifikatekäufer sind, bringt man es auf den Punkt (wenn auch oft unbewusst) nichts anderes als wie Schwarzfahrer in einer Straßenbahn. Welche Linie würde noch fahren, wenn auf einen zahlenden Fahrgast 75 Schwarzfahrer kämen?. KEINE!.


    Ist man sich darüber erst mal bewusst geworden, so kennt man auch den Grund dafür, daß Edelmetall lange Zeit billig war, obgleich es angeblich 72 mal soviel Papiergold (incl. ungedeckte Zertifikate) gibt, wie physisches Gold.


    Insofern stellen die Preissteigerung bei Gold und auch beim Silber schon eine sehr erstaunliche Entwicklung dar. Mal schaun, wann ein Kurseinbruch (mit den Geldern der Zertifikatekäufer finanziert, lachtot!) initiiert wird....


    Oder glaubt wirklich jemand, daß Massen von Anleger so dämlich sind und heute eine Unze Gold für 600 kaufen um sie übermorgen für 570 zu verkaufen, weil si evielleicht bis 520 fallen könnte?.


    Leute, die Verkäufer das sind doch wohl ehr die, die vielleicht 10-30 Prozent ihrer Zertifikateerlöse physisch investiert haben und den ganzen Baut auf einen Schlag über Bord werfen, um die restlichjen 90-70 Prozent einsacken zu können -So läuft´s business. Schaut euch doch mal die Profite von GS & Co an: wo wohl kommen die auch mit her?????


    Für mich ist das nicht eine Frage des "ob", sondern nur des "wann". Und je später der Zeitpunkt kommt, desto mehr vermeintliche Gold- und Silberbugs Anleger werden ausgerottet und um so fetter sind die Profite der Emmitenten, egal, ob der wef nun seine 1.000 Prozent macht oder nicht...... es sei ihm ja gegönnt ..... das macht für die Stillhalter den Kohl nicht fett. Mehr noch: das ist gut investierte Werbung für diese Leute, denn es treibt Scharen von Anlegern, die abkassiert werden in solche Produkte.



    Vondeutschen Immobilien kann man dies momentan nicht behaupten. Dort hat jeder, der sich auskennt, sich erst gut informiert und dann ohne Hektik kauft und sich nicht übernimmt sehr hohe Chancen nicht nur Totalverluste zu vermeiden, sondern auch über einen Cashflow laufende Einnahmen zu generieren, die zudem relativ sicher sind.

  • Zitat

    Original von mesodor39
    Denn es ist unsinnig derlei Produkte zu erwerben, weil es durch den Erwerb nicht zur Nachfragesteigerung des Basiswertes kommt, bei dem auf Preissteigerung gehofft wird. Also werden die gezahlten Gelder indirekt gegen den Erwerber der Produkte verwendet, weil sie eben nicht in den Basiswert fließen und somit keine Verknappung und somit keine Preissteigerung bewirken.


    Zum xten Mal: Du hast nicht die leiseste Ahnung von der Materie. Also lass es bitte sein, irgendwelche Mitleser mit Deinem Schwachsinn zu verunsichern. Ich hatte gedacht, man könne mit Dir vernünftig diskutieren, aber das war ein Irrtum. Ich werde auf Deine Beiträge nicht mehr eingehen, das macht keinen Sinn.

  • Zitat

    Original von mesodor39
    .....klar, daß man sich damit ruhiniert / ruhinieren kann.


    Ruhinieren? Ist das sowas wie onanieren? :D Sorry, nix für ungut!

    Zeit ist der Freund von wunderbaren Unternehmen und der Feind von mittelmäßigen Unternehmen. Warren Buffett

  • Zitat

    Original von T-Trinker


    Zum xten Mal: Du hast nicht die leiseste Ahnung von der Materie. Also lass es bitte sein, irgendwelche Mitleser mit Deinem Schwachsinn zu verunsichern. Ich hatte gedacht, man könne mit Dir vernünftig diskutieren, aber das war ein Irrtum. Ich werde auf Deine Beiträge nicht mehr eingehen, das macht keinen Sinn.


    T-Trinker: wollen Sie etwa allen Ernstes behaupten, daß die Emittenten von Silberzertifikaten mit einer KO-Schwelle die eingenommenen Mittel in Silber investieren um... ja, warum eigentlich.... wenigstens nicht, um ihren Verpflichtungen bei steigenden Kursen nachzukommen, denn das wäre wirtschaftlich unvernünftig !?.


    Jeder, der rechnen kann, der weis das :)


    und die können rechnen. Besser als unsereins.


    ...die wären ja auch ganz schön dumm (was sie aber nicht sind), wenn die den Teil eine Unze verkaufen, der oberhalb von sagen wir mal 9 Dollar steht... und die drei Dollar plus den - sagen wi rmal - einen Dollar Aufgeld dann in Silber stecken, um ihren Vertrag zu erfüllen.....


    Also bleibt denen doch nur zwei Dinge übrig:


    1.) eine noch lukrativere Anlage zu finden und derweil darauf zu hoffen, daß die Kurse von selbst fallen oder stagnieren.....


    ....oder....


    2.) so viele Zertifikate zu verkaufen, um genügend Silber von den Erlösen erwerben zu können, damit der kurs einmal und das auch noch je nach vertraglicher Gestaltung genügend lange oder zum rechten Zeitpunkt unter die KO-Schwelle zu drücken.... um einen Überschuss zu behalten, der nicht zur Kursdrückung benötigt wurde.


    zu 2.) fällt mir nur folgender Spruch ein: Nur Kälber wählen ihre Metzger selber :D:D:D


    Schlimmer noch: Zertifikatekäufer zahlen auch noch Geld dafür, ausgeweidet zu werden..... ......in der Hoffnung, daß andere - hier die Käufer physischen edelmetalls - ihre Haut retten.


    T-Trinker: Stellen Sie sich mal vor, eine Straßenbahn ist mit 75 Schwarzfahrern gefüllt.....


    ....und Sie steigen als einzig zahlender Fahrgast in ihren Wagon ein. Wären Sie bereit, das 75-fache des Fahrpreises zu zahlen, damit die Bahn abfährt?


    Nein, Sie machen folgendes: Sie zahlen dem Schaffner unter der Hand 25 Prozent des aktuellen Fahrpreises bis zur Endhaltestelle (wie all die anderen Schwarzfahrer auch), verpflichten sich aber auszusteigen, sobald der erste voll zahlende Fahrgast den Halteschalter betätigt an der dan jemand einsteigt weswegen Sie aussteigen müssen (weil der ja ein Kontrolleur sein könnte, was den Schaffner in Verlegenheit brächte).....


    möchten aber gerne die halbe Strecke fahren. Ob ihre Rechnung aufgeht hängt dann wol auch sehr von der Zahl der Haltestellen ab, die Sie aber nicht kennen..... und natürlich von den Zielen der Vollzahler...... die Sie versuchen hier im Forum zu erkunden um ihren Schnitt machen zu können?. Um die Sache mal auf den Punkt zu bringen :) Was Sie nicht wissen können, das ist der Haltepunkt, an dem die erste Person einsteigt..... Da hilft alles nichts.


    Zum Thema Schwachsinn:


    Schwachsinnig, das ist für mich folgendes: einem anderen sein Geld zu überlassen in dem Wissen, daß der zu einem ihm geeignet erscheinenden Zeitpunkt versuchen wird, das Geld genau dazu zu verwenden, daß er sich seiner Rückzahlungsverpflichtung durch Drückung des Kurses der Basiswertes unter die KO-Schwelle entledigen kann. Natürlich in der Hoffnung zwischenzeitlich Kasse machen zu können oder - sollte man das verpast haben: daß andere, die sich mit viel geringeren Vermögenszuwächsen bereit sind zu begnügen zu gegebener Zeit und in so großer Menge und Finanzkraft da sind, um den Kurs so zu stützen, daß sich der Vertragspartner seiner Verpflichtung nicht durch knock-out entziehen kann......

    Gier frisst Hirn.

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