Bei der russischen Zentralbank gibt es jetzt ein großes Köpferollen, weil man in einer solchen Situation immer politische Bauernopfer braucht.
Der Rubel ist eine international ziemlich bedeutungslose, schwache Regionalwährung und völlig vom Preis von Öl und Gas abhängig. Ein Kampf gegen die weltweite Hegemonialreservewährung (USD) ist vollkommen aussichtslos, wie die Ereignisse der letzten Wochen gezeigt haben. Der Rubel verliert in wenigen Monaten 70% seines Außenhandelswertes und die panischen Dollarverkäufe der russischen Nationalbank verpuffen wirkungslos, während die in 15 Jahren angesammelten Petrodollars fluchtartig dahinschwinden. Goldverkäufe würden dann weitere Dollars hereinspülen - noch auf einem interessanten Niveau, aber bestimmt nicht lange.
So wichtig die Devisenreserven der Nationalbank als Puffer auch sein mögen, entscheidend ist, dass die russischen Konzerne mit enormen Summen (hunderte Milliarden)international auf der ganzen Welt in USD verschuldet sind und ohne das Geld der Nationalbank auf der Stelle pleite wären. Hinzukommt, dass die Konzerne nun auch die ihnen staatlicherseits angebotenen Rubel sofort (wie die übrige Bevölkerung auch) in USD umwechseln, wodurch die Stützungskäufe der Nationalbank konterkariert werden. Der USD ist in Russland immer noch, und das seit Gorbatschows Zeiten, die zweite inoffizielle Landeswährung. Jeder hat Dollar als Notgroschen, der eine einige tausend, der andere Millionen.
Grüße
auratico
Russische Banken müssen 2015 130 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen, die 2015 für den Schuldendienst gegenüber ausländischen Gläubigern notwendig sind! Was sie in Rubel gerechnet immer mehr kostet. Sollte Russland Kapitalverkehrskontrollen einführen, werden sie aus dem Schwellenländer Index rausfliegen, was zu einem massiven Verkauf russ. Aktien führen wird!