Ich stelle es mal unkommentiert hier rein:
ZitatAlles anzeigenDie große Gold-Pleite
Der Goldpreis ist im vergangenen Jahr um ein Drittel eingebrochen. Selten haben sich Investoren so verschätzt. Wie konnte das passieren? von Kim Bode
Mit einem solchen Preiseinbruch hatte niemand gerechnet: Gold hat im vergangenen Jahr fast ein Drittel seines Wertes eingebüßt. Der Goldpreis ist auf einen Preis von rund 1.200 Dollar pro Unze gefallen.
Es ist der wohl bedeutendste kollektive Fehltritt der Wall Street im vergangenen Jahr. Noch zu Jahresanfang 2013 hatten Analysten laut einer Bloomberg-Umfrage noch mit einem durchschnittlichen Preis von 1.815 Dollar gerechnet. Einige nennen die Fehleinschätzung gar den "Lehman-Moment" des Goldes, in Erinnerung an die überraschende Pleite der Investmentbank, die vor rund fünf Jahren die gesamte Weltwirtschaft ins Taumeln brachte. Selbst US-Star-Investoren wie der Milliardär John Paulson wurden vom sogenannten Gold-Gemetzel überrascht.
Bislang kannte der Goldpreis nur eine Richtung: In den vergangenen zwölf Jahren stieg er um mehr als das Fünffache. Im vergangenen Jahr nun verzeichnete Gold den stärksten Einbruch seit mehr als 30 Jahren. Das ist auch für Deutschland interessant: Mehr als zwei Drittel der Währungsreserven der Bundesbank sind in Gold angelegt. Nur die USA halten einen höheren Anteil.
Wie konnten die Investoren und Analysten nur so daneben liegen? Immerhin gilt Gold traditionell als eine der klassischen sicheren Anlagemöglichkeiten. Genau das aber wurde dem Edelmetall zum Verhängnis. Die Nachfrage nach Gold hängt maßgeblich von der erwarteten Wirtschaftsentwicklung und der Inflation ab.
Preissteigerungen blieben aus
Beides aber hat sich besser entwickelt als zunächst erwartet. Die lockere Geldpolitik der Notenbanken hat bisher nicht zur befürchteten Preissteigerung geführt – im Gegenteil: In der Euro-Zone sorgen sich Ökonomen inzwischen um zu niedrige Preissteigerungsraten. Zudem scheint sich die amerikanische Wirtschaft nachhaltig zu erholen. Dort sieht es mittlerweile sogar so gut aus, dass die Federal Reserve unlängst damit begonnen hat, ihr Konjunkturprogramm herunterzufahren.
"Das Problem bei Gold ist, dass es viele Unterstützer hat, die regelrecht verliebt darin sind", sagt Dennis Gartman, Rohstoffexperte und Autor des Anlagebriefs Gartman Letter. "Deswegen handeln sie nicht gut damit." Zu viele Anleger hätten erwartet, dass der Goldpreis weiter steigen werde. Erst recht mit der letzten Geldmengenlockerung der US-Notenbank im Dezember 2012. Damals hatte die Federal Reserve ihr Anleihen-Aufkaufprogramm um weitere 45 Milliarden Dollar auf insgesamt 85 Milliarden Dollar aufgestockt, um langfristig die Zinsraten zu drücken. Normalerweise steigt der Goldpreis bei niedrigeren Zinsen, weil das Edelmetall als Absicherung gegen Inflation dient. "Aber bisher sehen wir eben immer noch keine Inflation", sagt Gartman. "Und die politische Situation weltweit ist auch halbwegs stabil, zumindest im historischen Zusammenhang betrachtet."