Diesen sehr guten Beitrag von Lucky Friday habe ich aus einem anderen Sräd hierher kopiert, ebenfalls meine Antwort.
Edel Man
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Übersetzte Zitate aus dem Report ‚Bullion Markets 2009’ von IFSL Research, den auratico freundlicherweise eingestellt hat. Für Einzelheiten sollte der Link besucht werden.:
- London ist der grösste Markt für Gold und Silber auf der Welt. Die beiden Metalle werden 24 Std. täglich gehandelt.
- Der Handel an der Börse (TOCOM, COMEX, MCX) umfasst nur 10 – 20 % des gesamten Umsatzes. Der ganze Rest wird OTC (over the counter, über den Tresen, wobei letzterer imaginär ist) gehandelt, vor allem in London.
- Der Umsatz beider EM hat mit Beginn der Kreditkrise gewichts- und wertmässig stark zugenommen (wertmässig verdreifacht zwischen 2005und 2008 ).
- OCT-Handel: Obwohl weltweit physisch gehandelt werde, werde das meiste des OTC-Grosshandels über London abgewickelt. Die mittleren Tagesvolumina, die an der LMBA in London 2008 abgewickelt wurden, sind für Gold 18.3 Mio Unzen und für Silber 107.6 Mio Unzen. Tagesvolumen!
- Das bedeutet, dass die gesamte Minen-Jahresproduktion an Gold innerhalb 4.4 Tagen und diejenige an Silber innerhalb 6.2 Tagen je einmal umgesetzt worden war
!!
- Dies sind Schätzungen der LMBA. Da der OTC-Markt keine formale Struktur habe und keinen zentralen Treffpunkt, sei es schwierig, den gesamten tatsächlichen Umsatz zu erfassen. Die LMBA schätzt, dass der gesamte Umsatz etwa drei- bis fünfmal grösser sei als derjenige, welcher der LMBA gemeldet werde, weil viele Parteien gegenseitig abrechnen und nur die Netto-Beträge über die LMBA ‚verschieben’ bzw. dieser melden.
- London ist nicht nur grösste, sondern auch der älteste EM-Markt der Welt. Zentralbanken und Minengesellschaften würden alle ‚loco London’ handeln. Der Londoner Markt ist ein Grosshandelsmarkt, wo die minimalen Mengen meist 1000 Unzen Gold oder 50,000 Unzen Silber seien. Wenn zur Lieferung gehandelt werde, dann in aller Regel über London. ‚Loco London’ würden auch Handelszentren wie Hong Kong, Tokyo, Sidney, Singapore, Zürich, Frankfurt und New York handeln.
- Dieser Handel würde keine physische Lieferung erfordern und die Abschlüsse könnten auf aufgeschobener Basis getätigt werden, wobei die Lieferung erst erfolge, wenn die Positionen liquidiert würden.
- Die LMBA ist keine Börse, sondern eine Körperschaft für den EM-Handel, deren Mitglieder Banken, Verarbeiter, Affinerien, Transporteure und Händler seien. Es gäbe Marktmacher (die Mitglieder des täglichen London Fixings) und ‚Auslieferer’ (clearing members), welche intern das Meiste gegenseitig verrechnen und nur die Nettomengen tatsächlich übertragen würden. Eine ‚bullion clearing bank’ könne auch physische Lieferung verlangen.
Meine Schlussfolgerungen:
1. Auch der OTC-Markt ist zum grössten Teil nur ein ‚Papiermarkt’, an welchem viele Parteien ‚mitmachen’, um es neutral auszudrücken. Wahrscheinlich wird die gesamte Minen-Jahresproduktion fast einmal täglich umgesetzt!
2. Die Differenz zum Futures-Markt besteht darin, dass keine Börse dazwischen geschaltet ist und dass er viel, viel grösser ist.
3. Punkt 2 erinnert daran, dass die beiden EM Gold und Silber auch handelsmässig Ähnlichkeiten mit Währungen haben.
4. Der genaueste oder akkurateste Preis für die beiden EM ist das Londoner Fixing und nicht ein Kitco-Chart.
5. Physischer Handel ist offenbar ein Ereignis mit rechtem Seltenheitswert
6 Die Gebrüder Hunt haben es 'falsch' gemacht.....sie hätten London wählen sollen und nicht die Comex, welche recht unbedeutend ist. (Buffet hat es anfänglich richtig gemacht, loco London physisch gekauft. Was allerdings nachher passiert ist, wissen wir nicht)
Ein toller link, den auratico ausgegraben hat. GS könnte das Dokument vielleicht zur Veröffentlichung in Deutsch bekommen??
Gruss,
Lucky