Eine selten schonungslose Darstellung über den Zustand der US-Wirtchaft findet sich heute in einem Gesundbetermedium ersten Rages, http://www.orf.at.
Ich hab überlegt, ob diese Meldung besser in den GEC-Faden gehört, aber ich denke, daß sie gerade für im Moment zweifelnde Goldkäfer hier viel vorteilhafter ist.
Amerikaner müssen wieder mehr Geld ausgeben
US-Präsident Obama steht unter Druck. Rasch muss ein Mittel gegen die hohe Arbeitslosigkeit gefunden werden. 70 Prozent der US-Wirtschaft sind von der Kaufkraft der Bevölkerung abhängig. Nicht nur, dass die Amerikaner durch die Krise Zurückhaltung beim Kauf von Konsumgütern geübt haben, ist die Kaufkraft durch die anhaltend hohe Arbeitslosenrate weiter gesunken. Die US-Regierung sucht nun hektisch nach Mitteln gegen die Misere. Doch guter Rat ist teuer - und die Aussichten düster.
Hoffen auf die Wende
Die hohen Arbeitslosenzahlen setzen US-Präsident Barack Obama immer mehr zu. Der politische Druck wächst, geeignete Mittel und Initiativen für eine Einstellungswelle in den US-Betrieben zu finden.
Die erhoffte schnelle Wende blieb bisher aus. Laut der jüngsten Statistik des US-Arbeitsministeriums wurden im Dezember erneut 85.000 Jobs abgebaut.
Keine Erholung in Sicht
Und eine Änderung des negativen Trends ist trotz der kleinen wirtschaftlichen Erholung in den USA nicht zu sehen. Die Zahl der Beschäftigten war im November erstmals nach rund zwei Jahren wieder gewachsen. Das Plus fiel mit 4.000 Stellen aber bescheiden aus.
Kein Anstieg in Produktionsbetrieben
Vor allem in den Produktionsbetrieben wurden Stellen gestrichen. Gerade dort hatten Experten einen Anstieg bei den Jobs erwartet. Obama muss sich nun entscheiden, trotz des riesigen Haushaltsdefizits mehr für den Arbeitsmarkt zu tun. Doch diese Initiativen sind teuer.
Hektische Suche nach billigen Lösungen
Das bisherige US-Konjunkturpaket läuft bald aus, und weitere Pakete würden Hunderte Millionen, wenn nicht Milliarden kosten.
Guter Rat ist da teuer. Hektisch sucht die US-Regierung nun nach Programmen, um gegen die Jobkrise anzukämpfen und die Konjunktur weiter anzukurbeln.
USA stark abhängig von privatem Konsum
Die weltgrößte Volkswirtschaft steht und fällt nämlich mit dem Arbeitsmarkt, weil sie stärker als andere vom privaten Konsum abhängt. Dieser macht deutlich mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus.
Jobkrise verschärfte Rezession
Wegen der Jobkrise hatte sich die schwerste Rezession seit 70 Jahren noch verschärft, weil die Verbraucher ihre Ausgaben einschränkten.
Haushaltsdefizit von Jobrate abhängig
Obama plant weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Das kündigte seine Wirtschaftsberaterin Christina Romer an.
"Das Haushaltsdefizit lässt sich nicht unter Kontrolle bekommen, wenn die Arbeitslosenquote weiter zehn Prozent beträgt", sagte sie dem US-Sender CNN Ende letzter Woche.
Steuerliche Anreize
Obama stellte etwa steuerliche Anreize für Unternehmen in Aussicht, die Arbeitslose einstellen. Eine Gesetzesvorlage präsentierte Obama indes für das mögliche Vorhaben noch nicht.
Die Republikaner kritisierten das sofort. Sie machten Obamas Wirtschaftspolitik für die Misere verantwortlich. Die Konjunkturprogramme hätten nicht die versprochenen Arbeitsplätze gebracht.
"Grüne Reform" soll Jobs bringen
Doch Steuererleichterungen waren nicht der einzige Vorstoß des US-Präsidenten. Obama setzt jetzt etwa auf den Sektor der "Grünen Energie", um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Er kündigte Steuererleichterungen in einer Gesamthöhe von 2,3 Milliarden Dollar für Firmen auf dem Sektor der erneuerbaren Energien an.
Damit sollten mittelfristig 17.000 neue Arbeitsplätze und auf lange Sicht Zehntausende mehr geschaffen werden. Der Stromgewinn aus Solar- und Windtechnik sowie Geothermik in den USA solle in den nächsten Jahren verdoppelt werden.
150.000 neue Jobs pro Monat benötigt
Doch im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit wirkt auch dieser Vorstoß wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Allein wegen demografischer Faktoren müssten in den USA pro Monat 150.000 neue Jobs geschaffen werden, so Experten im September des Vorjahres.
Im Gegensatz zu vielen anderen Industriestaaten wächst die Bevölkerung in den USA. Von gegenwärtig 307 Millionen soll sie der Volkszählungsbehörde zufolge bis 2050 auf etwa 439 Millionen steigen.
Kurve wird nun "flacher"
Trotz der anhaltenden Jobmisere sehen manche Experten einen positiven Trend. Seien im ersten Halbjahr 2009 noch monatlich rund 560.000 Stellen verloren gegangen, so werde die Kurve nun flacher, und das sei positiv, so Bruce Kasman, Chefvolkswirt von JPMorgan, im deutschen "Handelsblatt".
Nochmals 125 Milliarden nötig
Skeptischer da schon Marc Zandi, Chefvolkswirt von Moody's Economy. Da die Wirkung der Konjunkturprogramme auslaufe, sei mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote zu rechnen. Er sprach sich im "Handelsblatt" für weitere Stützungsmaßnahmen aus. Geschätzter Kostenpunkt: 125 Mrd. Dollar.
"Wenn wir das nicht machen, fällt die Wirtschaft wieder zurück in die Rezession", so seine Befürchtung. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman hatte sich erst kürzlich ebenfalls für weitere Stützungsmaßnahmen ausgesprochen.
Neues Geld ist teuer
Doch offenbar geht den USA für neue weitreichende Maßnahmen das Geld aus. Das hohe Defizit macht eine weitere Kreditaufnahme für die USA immer schwieriger und teurer.
http://www.orf.at/100112-46794/index.html
Wie konnte man vor einigen Tagen vermehrt in gescheiten Artikeln lesen? US-Dollarrally steht bevor? Ja, sicher doch... ![]()