Der COT sieht bereits seit einigen Wochen von den absoluten Zahlen her sehr sehr bärisch aus. Die Netto Short Position bewegt sich nahe dem absoluten Maximum bei Gold und auf einem lokalen Maximum bei Silber.
Dennoch sind Gold und vor allem Silber weiter gestiegen. Wäre man dem COT bedingslos gefolgt, hätte man viel zu früh verkauft. Leider sieht es so aus als hätte auch der COT ein Problem mit präzisen Verkaufssignalen.
Die relativen Zahlen beim Gold sehen dann aber wieder etwas besser aus. Die aktuelle NettoShortPosition der Commercials beträgt 49,31% des gesamten Open Interest. Der Durchschnitt der letzten 2 Jahre ist aber schon bei 47,77%. Die Coms sind also relativ nur leicht überdurchschnittlich short. Im Mai/Juni waren wir auf ähnlichem Niveau und es erfolgte eine kleine Korrektur. Höchstwerte von um die 60% gab es 12/09 und 09/09. Offensichtlich gibt es auch im COT in extremen Trends (beliebig) extreme Auschläge. Siehe etwa "überkauft" in steilen Aufwärtstrends.
Was ich aber höchst bemerkenswert finde:
Die Rechenschaftsgrenze bei Gold beträgt 6000 Kontrakte. Siehe aktueller Kommentar von Ted Butler. Aktuell sind aber 32 Händler mit 249.000 Kontrakten short. D.h. im Durchschnitt mit 7781 Kontrakten! Das sind etwa 800 Mio EUR pro Händler. Und es bedeutet, dass 1 oder mehrere Händler mehr oder weniger weit über der Rechenschaftsgrenze liegen!
Die Gegenposition von 225.000 Kontrakten wird von 122 Händlern des Managed Money gehalten. Das sind "nur" 1850 Kontrakte im Schnitt.