Die Preis-"Sprünge" auch nicht überbewerten. Bei 1300 Dollar sind zwei Prozent halt schon satte 26 Dollar am Tag. Und zwei Prozent war lange immer so das maximale Tagesplus bei Gold. Daran hat sich eigentlich noch nichts geändert, auch wenn die absoluten Zahlen schon eindrucksvoller aussehen, als zu Zeiten von 500 Dollar die Unze, als zwei Prozent halt nur 10 Dollar waren.
Herbst 2009 waren die Anstiege eigentlich sogar etwas steiler, ohne dass es zu einem Comex-Default oder sonstwas gekommen ist.
Kleines Mißverständnis: ich will nicht einen Intradayhüpfer interpretieren, sondern meine den Anstieg, wie er seit 2 Monaten (jedenfalls in USD) verläuft, bar jeder nennenswerten "Korrektur".
Wuerden sich derzeit tatsaechlich Dinge von so fundamentaler Bedeutung hinter den Kulissen abspielen, muesste dann der Goldchart in EUR nicht etwas dramatischer aussehen? Koennte die (zugegeben: krasse) Entwicklung des POG in $$ nicht wirklich "nur" den relativen Verfall desselben widerspiegeln?
Wolln wir doch mal sehen, was wir sehen:
In USD ein Anstieg wie auf Schienen, ohne nennenswerte Rücksetzer, mit denen aber Viele rechnen.
Besonders interessant: der kürzliche Ausbruch nach oben hinaus aus dem Trendkanal. Das könnte entweder einfach in eine höhere Ebene führen (bei gleichem Steigungswinkel), oder der Beginn einer parabolischen Entwicklung sein.
Letzteres wäre eine massive Entwicklung, die alle Gold-Shorts (auf USD-Basis) zum Eindecken zwingen würde, wodurch sich die Bewegung selbst verstärkt. Ähnliches bei einem Default an einer Rohstoffbörse: Alle würden sich auf die letzten physisch greifbaren Krümel stürzen, und das um so mehr, je höher der Preis steigt.
Der Euro-Goldchart ist recht dramatisch. Auch ohne neues Allzeithoch!
Von Ende Juli bis Anfang September ging €Gold keineswegs seitwärts, sondern stieg vom Tief bei ca. 890 € auf bis zu 990 € an. Erst im September lief es seitwärts/leicht fallend, d.h. erst in dieser Zeit ist der Goldpreisanstieg durch den fallenden USD zu erklären.
Wenn das 50DMA beim €Gold als Unterstützung hält, und der Ausbruch nach oben aus dem kleinen roten Abwärtstrend kommen sollte, dann wäre das schon recht krass:
- die Korrektur nach dem Panikspike bei 1050 € ist nicht einmal bis auf die 200DMA-Linie gefallen
- sie verläuft dann auch nicht als A-B-C mit zwei starken Abwärtsimpulsen.
Wenn das C als neues Tief unter 890 € wegfällt, dann wäre das schon extreme Stärke.
RESÜMEE:
1. Auf Dollarbasis steil, bar aller Korrekturen, evtl. im Ansatz parabolisch -> Squeeze-"Gefahr" für Shorts.
2. Auf Eurobasis ein für die "Korrektursituation nach Spike" extrem starkes Preisverhalten
Kommentare?
Gruß, GL