Nun, wenn ich mir Sorgen mache um Geldenwertung des Euro, na dann werde ich doch eines nicht tun. Nämlich in Euro investieren.
Und wenn ich meine zur Inflationsabsicherung Edelmetall zu brauchen, na dann kaufe ich doch Edelmetall und nicht etwas, daß Edelmetall enthält.
So sehe ich das jedenfalls.
just_me,
ich glaube Du betrachtest ganz einfach die andere Seite der Medaille, als viele Vertreter hier.
Du hast ja recht, dass die Silberzehner als Silberanlage sehr schlecht waren, als eine vergleichbare Menge Silber für weniger als 10€ zu bekommen war. Usw. sind Deine Argumente nicht alle völlig verkehrt, wie Xray schon anmerkt.
Was Du in obigem Zitat schreibst, finde ich schon etwas ungewöhnlich, grenzwertig in der Argumentation:
- weil Euro draufsteht, und der kaputtgehen könnte (bis hierher bin ich bei Dir), lehnst Du sie ab (und vernachlässigst dabei die Werthaltigkeit des Silberanteils, die gerade in diesem Fall zum Tragen käme)
- weil der Edelmetallanteil nach Börsenpreis, und noch drastischer in der Schmelze, noch unter 10 € wert ist, lehnst Du sie als Silberinvestment ab (und vernachlässigst dabei zumindest die Wertsicherung durchs Nominal und den marktüblichen Beschaffungspreis von Silber in vergleichbarer Stückelung).
Ich denke, die Streiterei hat viel damit zu tun:
die Zehner sind gerade im Übergang von einer Scheidemünze zur Quasi-Kurantmünze, und - vermute ich - später zur Bullionmünze.
Damit ändert sich auch ihr Stellenwert.
Als Scheidemünze kauft(e) man sie wirklich nicht als Silberanlage - vgl. Vollpfosten - sondern allenfalls als Barreserve mit eingebauter Silberspekulation, alternativ zur Wertsicherung im evtl. Währungsschnitt.
Eine echte Kurantmünze wird sie nie, da wir keine Edelmetallwährung haben. Aber irgendwo in der Zone, wo zwischen Schmelzwert und Markthandelswert die 10 € eingeschlossen sind, würde ich sie als (kurzzeitige? ) Quasi-Kurantmünze bezeichnen. So oder so gerechnet, sind wir am Anfang dieses Bereichs (Handelswert >=10€), aber lange noch nicht am Ende (Schmelzwert >= 10€).
In dem Bereich kann man die Münzen als Silberanlage sehen. Derzeit finde ich 10€ dafür gerechtfertigt, wenn gerade z.B. eine Bullionunze 18,40 € kostet, das entspräche beim Silbergehalt des Zehners 9,85 € vergleichbarer Handelswert. Der Aufpreis dürfte durch die Nominalabsicherung m.E. vernünftig gerechtfertigt sein.
Diese Absicherung wäre mir aber mit Sicherheit keine 10-15% Aufschlag aufs Nominal wert (bei Preisen von 11 bis 11,50 €, die aktuell versucht werden durchzuhypen).
Das Zeug zur Quasi-Bullionmünze hat sie, wenn der Silberpreis weiter steigt. Wenn er weit genug steigt, ist die Absicherung durchs Nominal sowieso uninteressant. Es zahlt ja keiner mehr für Philharmoniker-Silberunzen als für andere, nur weil die Philharmoniker eine Nennwertabsicherung auf 150 Eurocent draufstehen haben. Also geht die Prämie für die eingebaute Put-Option dann wieder verloren, weil zu weit aus dem Geld. Es soll also keiner, der heute 11€ für den Zehner hinlegt, vom Erhalt des 1 € Aufpreis ausgehen.
Ja, soweit. Der konzeptuelle Übergang scheint die Leute ganz schön durcheinander zu bringen. Wie gesagt, bis dahin, dass Verkäufer 11 € und mehr ansetzen können
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Gruß, GL