Wenn ich diesen Faden so verfolge... hat scheinbar immer noch kaum jemand begriffen (oder keiner schreibt es), warum Gold als Wertaufbewahrungsmittel (und daneben Tauschmittel und Wertmaßstab) fungiert.
"Psychologie" ist in dem Zusammenhang ein Schlagwort. Welcher Mechanismus soll denn da konkret zugrundeliegen?
Daß es seit Tausenden von Jahren so ist, ist eine Tatsache, erklärt es aber nicht. Es könnte ja auch ein Irrtum gewesen sein, oder es war nix Besseres da.
Daß es ein Wertaufbewahrungsmittel ist, stimmt zwar, aber warum?
Ich sage:
-> Gold als Wertmaßstab, Tauschmittel sowie als Wertaufbewahrungsmittel zu benutzen, ist schlicht die beste rationale Wahl.
Wer über den Naturaltausch hinweggekommen ist, benötigt ein teilbares, zeitbeständiges, widerstandsfähiges, homogenes und gleichartiges Mittel, dessen Grenznutzen (der Nutzen der letzten neu hinzukommenden Einheit) unabhängig von der bereits in Besitz befindlichen Menge ist. Das Alles trifft auf Edelmetalle im Allgemeinen zu, vielleicht auch auf andere Metalle.
Günstig ist es noch, wenn das Mittel zwar selten, aber doch mengenmäßig ausreichend zur Verfügung steht, so daß es handhabbar ist.
Daß es mit großem Aufwand in gewissen Mengen herstellbar / gewinnbar ist (und weder "einfach so herumliegt" oder beliebig herstellbar ist, noch "gar nicht neu verfügbar" ist) verleiht ihm seinen definierten Wert. Er besteht genau in der Arbeitskraft bzw. der Summe des Aufwands, der zur Neugewinnung/-herstellung einer bestimmten Menge erforderlich ist. Genau deswegen und auf diese Weise ist es Wertmaßstab.
Die Tatsache, daß es (und das gilt unter den Metallen beinahe nur für das Gold) praktisch keinen quantitativ nennenswerten konkurrierenden Nutzen durch technische Anwendungen gibt, führt eben keineswegs zu einer "inneren Nutzlosigkeit", "bloß (psychologisch) zugeschriebenem Wert" etc.
Im Gegenteil ist das die Voraussetzung, daß der durch den Gewinnungsaufwand definierte Wert hinreichend konstant bleiben kann. Er wird weder durch konkurrierende Nachfrage verändert (d.h. es treten keine alternativen Wertdefinitionen im Sinne eines technischen Nutzwertes auf), noch kommt es durch Verbrauch zur Mengenreduktion und damit zu einer Veränderung der Seltenheit.
Definierter Wertmaßstab (zu einem Zeitpunkt) + relative Wert- und Mengenkonstanz zu erwarten + Unvergänglichkeit in der Zeit = Wertaufbewahrungsmittel.
Unsere Vorfahren waren keinesfalls blöd oder einfallslos, sondern haben sich vollkommen rational die Beste aller Möglichkeiten ausgesucht, als sie das Gold als DAS Mittel für den Zweck ausgesucht haben.
GL
PS
Zitat
Allerdings habe ich nun das Geld und weiss doch nicht so recht was ich mit dem Geld machen soll !
Das war doch zu erwarten, oder?
Ein Trost ist, daß Du die Ebay-Gebühren noch abziehen kannst und deswegen doch ein bißchen weniger von dem Problem hast. 