Biovail habe ich mir schon angeschaut, aus persönlichen Gründen nicht mein Fall.
Bei den Pharmawerten bin ich dem Geheimnis auf der Spur. Auch da ist etwas am Gange - ähnlich den Ölwerten - das man schlecht in Zahlen fassen kann.
Es scheint mir etwas mit dem "Black Swan" Syndrom zu tun zu haben. Nassim Talebs neues Buch "Black Swan" erscheint am 17.4. hier bei uns bei Amazon. "Fooled by Randomness" gibt es auch jetzt schon, m.E. eines der 10 besten Bücher über Finanzen in den letzten 20 Jahren wenn nicht sogar über einen längeren Zeitraum.
Das Black Swan Syndrom kommt auch in der Musik-Branche vor. Kurz gesagt ist es das eintreten etwas völlig unvorhergesehenen, unvorhersagbaren, das alles komplett ändert. Nach dem Ereignis wird es dann rational erklärt was ja dann einfach ist. Nehmen wir mal Tokio Hotel als Beispiel. Jetzt wird man sagen:
1. die sind einfach extrem begabt
2. die haben zum passenden Zeitpunkt die passende Zielgruppe angesprochen
3. ...
Am Ende muß man jedoch nicht darauf achten, was Tokio Hotel zumErfolg verholfen hat, sondern was andere Bands geboten haben, die eben keinen Erfolg hatten. Und da wird man keinen Unterschied feststellen können. Im Musikgeschäft werden fast sämtliche Gewinne auf wenige Akteure verteilt (wobei jetzt durch das Internet die gesamte Branche kaputt ist, die Leute laden - legal oder illegal - einfach die guten Musikstücke herunter und nicht mehr die kompletten Alben).
Solche Mechanismen spielen mit Sicherheit auch bei Gewinnspielgeräten eine Rolle. Sammy, Sankyo, Rodeo, Bisty, Ginza, Olympia usw. bieten alle geräte an, wieso ist dann Gerade Sammys Hokuto No Ken so einer Erfolg geworden (fast schon company maker)? Reiner Zufall. Der Trick ist nicht auf die Black Swans selbst zu setzen, sondern auf "Publisher". Dann sind m.E. schon ein paar Vorhersagen möglich. Wer möglichst viele Künstler / Pachislot-Geräte herausbringt, hat mehr Chance auf einen Black Swan Erfolg. Dazu ist Werbung nötig, gute Kontakte zu Geschäftsleuten / entsprechenden Zeitungen. Grosse Firmen sind also schon einmal im Vorteil. Dann aber muß man den Erfolg auch ausnutzen können. Im Musikgeschäft nicht so das Problem, da der Künstler einmal etwas aufnimmt und es dann beliebig oft kopiert werden kann. Anders aber bei den Gewinnspielgeräten. Jährlich werden ca. 1.5-1.8 mio in Japan verkauft (nur Pachislot), davon entfallen auf Sammy 500,000-600,000. Wieviel Produktionskapazität besitzt Sammy nun mit den Tochtermarken Rodeo und Ginza? 2.4 mio. Ein deal mit Taiyo Elec. hat die Kapazität nun auf ca. 2.8 mio erhöht. Das ist der eigentliche und einzige Geschäftsvorteil, den es dort gibt. Ein bischen Markenrechte vielleicht auch. M.E. wird am Ende in Japan derjenige der Gewinner sein, der die meiste Kapazität vorhalten kann, dazu muß er aber auch am produktivsten sein. M.E. sollte man versuchen, Spielgeräte für den Export als low priority zu fertigen und dann schnell auf Pachislot/Pachinko Geräte umstellen können. Die Hauptchace zur Zementierung einer Führungsposition besteht dann vor allem darin, den Markt der Pachinko Parlors zu konsolidieren, denn dann bestimmt man welche Modelle den Spielern zur Verfügung stehen und welche Modelle überhaupt geordert werden können. Sammy kann also immer noch auf 0 zurückfallen, wobei der Kurs im wesentlichen durch Sega und cash bereits gerechtfertigt ist, das Risiko also überschaubar ist.
Finanzwerte meide ich wie bereits gesagt, Ausnahmen wie Takefuji gefallen mir dann doch. Mir scheint es, daß Warren Buffett bei der Wahl seiner Finanzwerte vor allem auf die Manager achtet. Bei Geico gilt in Krisenzeiten die feste Devise, daß keine Entlassungen durchgeführt werden. Auch wenn die Leute Kreuzworträtsel in der Arbeitszeit machen. Immer noch besser als wenn sie krampfhaft versuchen Volumen als Rechtfertigung ihres Jobs zu generieren. American Express mag die Ausnahme sein, wo es nicht so sehr auf die Manager ankommt.
Ich bin jedenfalls fest davon überzeugt, daß sich vor allem large caps lohnen werden, large caps sind derzeit alle mit market cap >95 Mrd. Da können die Analysten noch so sehr mit ihren Unkenrufen wegen schlechtem Wachstum dazwischenfunken. Besser geringes Wachstum als negatives Wachstum wie bei Zyklikern.
Man stelle sich nur folgenden Black Swan vor: China möchte die Devisenreserven diversifizieren. Repatriieren geht nicht, Export wird gefährdet und marodes chines. Finanzsystem. Euro ist ebenfalls überteuert. Es sieht nun so aus als ob sie in jap. blue chips investieren wollten. Das wird Okurasho mit ihren 850 Mrd. dann auch machen müssen. Ein stärkerer Yen führt zu weniger Wert der Devisenreserven, damit zu weniger Macht des Finanzministeriums. Wenn sie in Yen rücktauschen brechen Dollar/Yen-Kurs und Export ganz ein. Es muß also Rendite her. Also amerikanische blue chips. Und schon hätte man ein 2 Billionen US$ Szenario für steigende amerikanische Indizes und evtl. einen stärkeren US$.
Gruß
S.