Beiträge von Saccard

    GambleMate, du solltest nicht so viel auf die Zahlen schauen und mehr auf qualitative Aspekte


    1. Mehr junge Leute in den USA
    2. Mehr Kinder
    3. Verschuldung in eigener Währung


    Krisen entstehen meist dadurch, daß die Kredite in Fremdwährung laufen, dann die eigene Währung zusammenkracht und somit die Schulden ohne Zutun sich von selbst erhöhen. Dadurch wird das Sentiment noch negativer und die Pleite kommt als die Erfüllung ihrer Vorhersage.


    Bei 10% Geldmengenwachstum in der EU und niedrigerem Preisniveau in den USA wäre ich nicht so negativ gestimmt..


    Das Defizit muß eben irgendwann mal wieder verringert werden. Zuletzt übrigens 2005 bei stärkerem US$.


    Gruß
    S.

    Wenn man wirklich Anleihen verkauft und investiert, wird der US$ natürlich wesentlich stärker werden. Anleihenverkäufe = Crash bei Anleihen = viel höhere Zinsen. Wenn man das Geld dann in Aktien investiert, werden die Märkte zumindest stabil bleiben.


    Gruß
    S.

    Kurz gesagt ist die Frage doch ob die die Handelsbilanz ausgleichenden Zahlungsströme nun ausländische Investitionen oder repatriierte Gewinne amerikanischer Subunternehmen sind.


    Richtig spannend wird es ja, wenn man sich Spannen von mehreren 1000% vorstellt. Importiert z.B. Bosch billige Plastikteile für eine Scheinwerferreinigunganlage für wenige Euro und exportiert sie als 90 Euro teures Ersatzteil ins europäische Ausland, so entsteht ein Handelsbilanzüberschuß für Deutschland dem keine reale Wertschöpfung (zum. Produktion) gegenübersteht.


    Würde Bosch dagegen für 90 Euro importieren und 2 Euro exportieren, sähe es anders aus, obwohl die Lage real die gleiche wäre abgesehen davon wo man die Steuern für die Differenz zwischen 90 und 2 Euro zahlt..


    Gruß
    S.

    JNJ gibt Rätsel auf. Zum einen fast nur noch down days seit Februar (85-90% der Handelstage), von den letzten 70 Handelstagen waren 24 mehr down days als up days vorhanden, ein Zeichen für extreme Kapitulation (Richard Russell spricht bei 17 tagen von Kapitulation). Andererseits immer nur 0.3% minus.


    Mir scheint JNj eher ein Beispiel zu sein, daß die institutionellen Investoren noch schlechter liegen als die privaten Investoren. Je größer der Wert, desto mehr Institutionen, desto weniger Menschen die die Anlageentscheidungen treffen und desto mehr Irrationalität.


    Mehr Sorgen mache ich mir um Sega Sammy, nicht der Kurs sondern das operative Geschäft. Q3 dieses Jahres war mies, Q2 viel viel besser als erwartet. Im Juli gelten nur noch Reg 5. Maschinen. Es ist klar was passiert. Die Pachinko Parlors wollen so lange wie möglich Reg 4 Maschinen einsetzen (größere Jackpots), kaufen sie aber zu nah am Juli so können sich die Geräte nicht mehr amortisieren. Also wurde ins Q2 vorgezogen. Neue Maschinen können dagegen bis nach Juli eingesetzt werden, machen jetzt aber noch keinen Sinn wegen der Jackpots und da ja die Plätze von den alten Maschinen blockiert werden. Flaute bis Juli also und dann sprunghafter Anstieg der Verkäufe. Das Problem im Juli ist es dann, daß die alten Maschinen weg müssen, die neuen aber vielleicht gar nicht lieferbar sein werden. Die Produktionskapazitäten werden also ausgebucht sein.
    In der Summe werden die Verkäufe also gleichbleiben abgesehen vielleicht von grundsätzlich weniger oder mehr Stellplätzen für Pachislot Geräte zugunsten oder zu ungunsten von Pachinko. Dieses jahr bis Ende September wird wohl das wichtigste für die Industrie seit vielen Jahren!


    Gruß
    S.

    Selbst dann kommt das ab und zu vor. Hat hier im Forum nicht mal jemand etwas geschrieben, daß er 30 oder 50% mehr als Goldwert für seine Münzen bei eBay erzielt hat? Mag auch sein, daß jemand beim Verkäufer um die Ecke wohnt und Versand spart, er kann also mehr bieten. Im großen und ganzen finde ich die eBay Preise eher relativ hoch.


    Informations- und Netzwerkökonomik mögen davon ausgehen, daß sich Menschen rational verhalten. Stimmt leider nicht so ganz..


    Alles was man heute unter Wirtschaftswissenschaften versteht kann man m.E. komplett vergessen. Scharlatanerie, die auf den gleichen Konzepten aufbaut wie Wunderdoktoren oder Medizinmänner in Afrika. Dann lieber Astrologie, das klingt wenigstens elegant.


    Gruß
    S.

    wef,


    man kann einen Black Swan nicht vorhersagen, das geht ja gerade aus der Definition hervor. Man kann aber sagen, daß es solche Effekte im Pharmabereich gibt und daß früher oder später wieder einer eintreffen wird. Letztes Mal war es Viagra. Gar nicht als Potenzmittel entwickelt. Und Pfizer hat sich über Jahre dumm und dämlich verdient. Man muß eben nur wissen wie man den Effekt richtig nutzen kann. Für den Aktienmarkt generell ist der Effekt z.B. negativ (Crashs und Unglücke weit häufiger als die Statistik vermuten läßt), für Optionen positiv. Optionen werden fast immer unterbewertet und wenn jemand im Optionsbereich pleite geht, dann immer der Stillhalter.


    Ein weiteres gutes Buch wäre The Winner's Curse, wo verschiedene Anomalitäten vorgestellt werden. Winner's Curse ist der Effekt, daß der Gewinner einer Auktion immer zuviel zahlt, außer wenn vielleicht nur sehr wenige Mitbietende vorhanden sind. In dem Buch wird auch erläutert, daß sogar Pferdewetten (ein Nullsummenspiel) profitabel sind. Die klaren Favoriten haben sehr niedrige Quoten, die aber im Einzelfall nicht niedrig genug sind. Dagegen lohnt es sich nicht, auf Außenseiter mit hohen Quoten zu setzen, weil deren gewinnchance noch niedriger ist. Auf den Aktienmarkt übertragen würde das bedeuten, daß man eher die großen Werte kaufen soll und nicht die small caps, wo viele sich aufgrund von einer Story riesige Profite erhoffen.


    Laß Gold-baron seine Meinung, er hat Recht damit daß das alles sehr kompliziert ist. Wenn man schon soviel Aufwand betreibt, dan muß dabei auch ordentlich Rendite herausspringen. Sonst würde ich einen Dow-Indexfonds kaufen und mir den ganzen Kram ersparen. Als Value Investor ist man Hohn und Spott ja auch gewohnt und die besten Aktien sind immer noch die wo man mit einem T-Shirt mit dem Aufdruck "Ich bin Aktionär der Firma xxx" bespuckt würde.


    In meinem Aktienportfolio habe ich Energizer gestern herausgeschmissen, immer noch unterbewertet bei rosigen Annahmen, aber der teuerste Wert im Aktiendepot. Sega Sammy ist einfach eine zu gute Chance im Moment. Evtl. Doppeltief zum Geschäftsjahresende, EV/Gewinn 6.5, ich warte ab ob die alten lows von 2470 unterboten werden bevor ich da mehr kaufe nachdem ich heute auf 8000 Stück erhöht habe.


    Gruß
    S.

    Biovail habe ich mir schon angeschaut, aus persönlichen Gründen nicht mein Fall.


    Bei den Pharmawerten bin ich dem Geheimnis auf der Spur. Auch da ist etwas am Gange - ähnlich den Ölwerten - das man schlecht in Zahlen fassen kann.


    Es scheint mir etwas mit dem "Black Swan" Syndrom zu tun zu haben. Nassim Talebs neues Buch "Black Swan" erscheint am 17.4. hier bei uns bei Amazon. "Fooled by Randomness" gibt es auch jetzt schon, m.E. eines der 10 besten Bücher über Finanzen in den letzten 20 Jahren wenn nicht sogar über einen längeren Zeitraum.


    Das Black Swan Syndrom kommt auch in der Musik-Branche vor. Kurz gesagt ist es das eintreten etwas völlig unvorhergesehenen, unvorhersagbaren, das alles komplett ändert. Nach dem Ereignis wird es dann rational erklärt was ja dann einfach ist. Nehmen wir mal Tokio Hotel als Beispiel. Jetzt wird man sagen:
    1. die sind einfach extrem begabt
    2. die haben zum passenden Zeitpunkt die passende Zielgruppe angesprochen
    3. ...
    Am Ende muß man jedoch nicht darauf achten, was Tokio Hotel zumErfolg verholfen hat, sondern was andere Bands geboten haben, die eben keinen Erfolg hatten. Und da wird man keinen Unterschied feststellen können. Im Musikgeschäft werden fast sämtliche Gewinne auf wenige Akteure verteilt (wobei jetzt durch das Internet die gesamte Branche kaputt ist, die Leute laden - legal oder illegal - einfach die guten Musikstücke herunter und nicht mehr die kompletten Alben).


    Solche Mechanismen spielen mit Sicherheit auch bei Gewinnspielgeräten eine Rolle. Sammy, Sankyo, Rodeo, Bisty, Ginza, Olympia usw. bieten alle geräte an, wieso ist dann Gerade Sammys Hokuto No Ken so einer Erfolg geworden (fast schon company maker)? Reiner Zufall. Der Trick ist nicht auf die Black Swans selbst zu setzen, sondern auf "Publisher". Dann sind m.E. schon ein paar Vorhersagen möglich. Wer möglichst viele Künstler / Pachislot-Geräte herausbringt, hat mehr Chance auf einen Black Swan Erfolg. Dazu ist Werbung nötig, gute Kontakte zu Geschäftsleuten / entsprechenden Zeitungen. Grosse Firmen sind also schon einmal im Vorteil. Dann aber muß man den Erfolg auch ausnutzen können. Im Musikgeschäft nicht so das Problem, da der Künstler einmal etwas aufnimmt und es dann beliebig oft kopiert werden kann. Anders aber bei den Gewinnspielgeräten. Jährlich werden ca. 1.5-1.8 mio in Japan verkauft (nur Pachislot), davon entfallen auf Sammy 500,000-600,000. Wieviel Produktionskapazität besitzt Sammy nun mit den Tochtermarken Rodeo und Ginza? 2.4 mio. Ein deal mit Taiyo Elec. hat die Kapazität nun auf ca. 2.8 mio erhöht. Das ist der eigentliche und einzige Geschäftsvorteil, den es dort gibt. Ein bischen Markenrechte vielleicht auch. M.E. wird am Ende in Japan derjenige der Gewinner sein, der die meiste Kapazität vorhalten kann, dazu muß er aber auch am produktivsten sein. M.E. sollte man versuchen, Spielgeräte für den Export als low priority zu fertigen und dann schnell auf Pachislot/Pachinko Geräte umstellen können. Die Hauptchace zur Zementierung einer Führungsposition besteht dann vor allem darin, den Markt der Pachinko Parlors zu konsolidieren, denn dann bestimmt man welche Modelle den Spielern zur Verfügung stehen und welche Modelle überhaupt geordert werden können. Sammy kann also immer noch auf 0 zurückfallen, wobei der Kurs im wesentlichen durch Sega und cash bereits gerechtfertigt ist, das Risiko also überschaubar ist.


    Finanzwerte meide ich wie bereits gesagt, Ausnahmen wie Takefuji gefallen mir dann doch. Mir scheint es, daß Warren Buffett bei der Wahl seiner Finanzwerte vor allem auf die Manager achtet. Bei Geico gilt in Krisenzeiten die feste Devise, daß keine Entlassungen durchgeführt werden. Auch wenn die Leute Kreuzworträtsel in der Arbeitszeit machen. Immer noch besser als wenn sie krampfhaft versuchen Volumen als Rechtfertigung ihres Jobs zu generieren. American Express mag die Ausnahme sein, wo es nicht so sehr auf die Manager ankommt.


    Ich bin jedenfalls fest davon überzeugt, daß sich vor allem large caps lohnen werden, large caps sind derzeit alle mit market cap >95 Mrd. Da können die Analysten noch so sehr mit ihren Unkenrufen wegen schlechtem Wachstum dazwischenfunken. Besser geringes Wachstum als negatives Wachstum wie bei Zyklikern.


    Man stelle sich nur folgenden Black Swan vor: China möchte die Devisenreserven diversifizieren. Repatriieren geht nicht, Export wird gefährdet und marodes chines. Finanzsystem. Euro ist ebenfalls überteuert. Es sieht nun so aus als ob sie in jap. blue chips investieren wollten. Das wird Okurasho mit ihren 850 Mrd. dann auch machen müssen. Ein stärkerer Yen führt zu weniger Wert der Devisenreserven, damit zu weniger Macht des Finanzministeriums. Wenn sie in Yen rücktauschen brechen Dollar/Yen-Kurs und Export ganz ein. Es muß also Rendite her. Also amerikanische blue chips. Und schon hätte man ein 2 Billionen US$ Szenario für steigende amerikanische Indizes und evtl. einen stärkeren US$.


    Gruß
    S.

    Zum Teil gebe ich dir da recht, zum anderen wieder weisen Ölwerte deutliche zyklische Tendenzen auf. Chevron z.B. KGV 150 bei $35. Heute unter 10 beim doppelten Kurs.


    Immer wenn die Kurse steigen und die KGVs fallen sind das für mich deutliche Zeichen von Zyklikern.


    Irgendwie geht es bei den Ölwerten dann langfristig doch irgendwie voran, was bei anderen Zyklikern eben nicht der Fall ist. M.E. ist da noch etwas anderes am Werk. Vielleicht sind es die Zukäufe neuer Ölfelder, Epxloration oder ein anderer Faktor der den entscheidenden Vorteil gibt.


    Überhaupt scheint der ganze markt heute Zykliker sehr zu mögen. Habe vor kurzem einen Vergleich guter und schlechter Werte gelesen. Dort wurde anhand von morningstar ratings der Wettbewerbsvorteil bestimmt: sehr stark (Coca Cola, Procter & Gamble, Moody's etc.), durchschnittlich und nicht vorhanden. Resultat: die guten Werte werden mit 90% Bewertung gehandelt, die durchschnittlichen mit 100% und die schlechten mit 110%. Durch Zerstörung des Geschäftsmodells (sagen wir mal die Marke Coca Cola wird durch 0815-Cola ersetzt) wäre so eine Firma 20% mehr wert.


    Ich sage daher Finger weg von Zyklikern und rein in die Qualitätswerte. Eien JNJ gibt es für unter KGV 15 (bereinigter FCF ist höher als $4), 25-30 kann man für JNj immer noch zahlen, Anfang der 70er war sogar ein KGV von 60 gerechtfertigt. Wer die trotz dieser Bewertung gehalten hat, hat immer noch Gewinn gemacht, mehr Gewinn als mit durchschnittlichen Werten.


    Das besondere an JNJ ist, daß es ein Pharma-Wert ist. Der Ansatz mit eingesetztes Kapital / Gewinn / DCF gilt also weiterhin. Mit der Besonderheit, daß JNJ gigantische Research + Development Ausgaben hat. Bereinigter FCF ca. 11 Mrd, R+D 7 Mrd., es ist nun klar, daß bei 14% langfristigem Wachstum (>50 Jahre) R+D eben auch um 14% wachsen muß, kommt aber das Wachstumsgetriebe zum stehen (5-6% nur noch), so muß R+D nur noch um 5-6% pro Jahr erhöht werden. Bedenkt man, daß es 10-12 Jahre dauert bis ein Medikament im Markt ankommt, kommt da einiges zusammen. Heute will man JNJ nur noch 5-6% Wachstum von Analystenseite zugestehen, geht aber weiterhin von den hohen R+D Ausgaben wie zu Wachstumszeiten aus. Resultat ist ein Zahlenwerk, das nicht in sich stimmig ist. Einzig und alleine das Arbeiten mit historischen Zahlen, also weiterhin 14% Wachstum als Annahme, verhindert das und ist auch nicht übertrieben da man ja nur auf 5 Jahre Wachstum fortschreibt. Die Alternative wäre vom Nullwachstum auszugehen und den Gewinn/FCF komplett um Investitionen in Wachstum zu bereinigen. In diesem Fall wäre der Gewinn ca. bei $5.50, JNJ hätte also ein KGV von 11.


    Ich bin sicher, daß solche Sonderfaktoren wie R+D Ausgaben bei den Pharmawerten in anderer Form bei anderen Werten existieren.


    Gegenüber Ölwerten würde ich derzeit Pharmawerte bevorzugen, da Ölwerte nicht teuer sind, aber unbestreitbar keine Kaufchance (=Ausverkauf) vorliegt. Die hatten wir 2002/2003.


    Gruß
    S.

    Philip Morris deswegen weil sie dauerhaft billig waren und man mit den Dividenden immer wieder schön zugreifen konnte. Bester größerer Wert der letzten Jahrzehnte war wohl Johnson & Johnson, die waren aber auch fast immer extrem teuer.


    Ölwerte wären mal interessant, ich bezeichne die gelegentlich als Zykliker was aber so nicht ganz stimmt. Die Kapitalrenditen sind ganz gut, dauerhaft gut. Vielleicht liegt es an zwei Dingen: a) einfach bohren und absaugen b) neue Ölvorkommen werden von Ölwerten entdeckt / von Ölgesellschaften ersteigert, diese neuen Vorkommen können sich teilweise als viel größer als gedacht herausstellen. Ich würde Ölwerte evtl. mit Pharmafirmen vergleichen.. Ein commodity business hat ja auch Vorteile, egal wie groß man ist, Konkurrenz ist egal. Nur der Preis zählt und solange man billig genug produziert ist man im Geschäft.


    Finanzwerte würde ich nun wie folgt analysieren. Wir betrachten verliehenes Geld nicht als operatives asset, einfach net cash berechnen wie gehabt (current assets + investments - total liabilities). Nun müssen 20% des verliehenen Geldes (bei Banken 10%, bei anderen Werten vielleicht 30%) als Reserve gehalten werden. Der Rest kann an die Aktionäre ausgezahlt werden. Nun berechnet man mit DCF Modell wie gehabt, nur mit dem Unterschied daß man statt der US-Aktienrendite von 10.3% als Kapitalkosten udn Discountfaktor zwar die 10.3% als Discountfaktor beibehält, aber nur noch auf 20% des Kapitals anwendet. Der Rest ist Fremdkapital und mit niedrigeren Kapitalkosten anzusetzen.


    Gruß
    S.

    Ich hab mir mal Citigroup angesehen.. 1% ROA, 4.5% equity von den assets. Finanzwerte haben aber auch niedrigere KGVs.


    Ich mache einfach mal folgenden Bewertungsvorschlag:
    Aktuelle bereinigte Gewinne * KGV12.
    20% Eigenkapital von den verliehenen assets. D.h. man könnte ca. 3000 Yen für die Aktionäre rausziehen, sowohl bei Takefuji als auch bei Sanyo. Restwert 7000 ca.


    Dann wäre der Wert beider Werte ca. 10000 Yen woher sie ja auch gerade kommen..


    Credit Lender sind natürlich gedeckelt, 20 statt 30%. Mit den Rückzahlungen sehe ich keine soo großen Probleme. Sagen wir mal Takefuji und Sanyo sollten es überstehen können. Danach muß man die 8-10% Ausfallquote einfach drücken. 25% bisher (im Schnitt) - 10% sind 15%, neu dann eben 18% im Schnitt - 6% Ausfall = 12%. Das wären 20% Verlust im Kerngeschäft.
    Wer will denn jetzt noch als Konkurrent einsteigen? Der verlust dürfte bei den überlebenden durch größeren Marktanteil wieder reingeholt werden können mit Sicht auf 5-10 Jahre.


    Ich halte meine Takefuji weiter, baue die Position aber schon seit einigem nicht mehr aus. Sie zahlen ja auch eine gute Dividende, so hole ich das bischen Cash zurück mit der Zeit.


    Laß die Finger von NTT Docomo. Wenn sie billig sind meinetwegen, die gefahr ist eben Telekomwert. Da wird über die Jahre viel in Infrastruktur, Technik gesteckt und das meiste veraltet gleich wieder sehr schnell. Kapitalintensive Industrien sollte man meiden.


    Generell gesagt ist ein Wert mehr wert je höher Return on Capital Invested und Wachstum sind. Ich habe hier ein sehr gutes Bewertungsmodell, wo ich auch die Inflation berücksichtigen kann (=höhere Zinsen und niedrigere KGVs). Resultat unter der Annahme daß alles gleich hoch bewertet ist: wenn sich die Inflation auf 8% verdoppelt, werden alle Werte mit ROCI<10% zu Bomben, quasi wertlos (Daimler 1923 analog). ROCI sollte so hoch wie möglich sein. Dauerhaft hoch!! Keine Zykliker. Wachstum ist nun schlechter! bis ROCI 20% sind Wachstumsraten über 15% am schlechtesten, ab ROCI 25% ist es relativ egal.


    Fazit: ZielgrößenROCI min 20%, Wachstum dann egal, aber eher niedrig (ist ja auch prognosegenauer). Innerhalb dieser Kenngrößen nehme ich dann die Werte, die den größten Discount zum fairen KGV haben. Faires KGV berechnet mein Modell anhand von ROCI und Wachstum.


    Seltsamerweise kommen solche Firmen wie Kraft, Coca Cola, Procter & Gamble ganz gut dabei weg. Und oh Wunder, bei einer hohen Inflation würde man auch von diesen Werten am meisten pricing power erwarten, während Wachstumswerte mit wirklich hohem Wachstum viele Fehlinvestitionen im inflationsvernebelten Umfeld machen würden.


    Alles logisch also.


    Wenn in Japan die Hyperinflation losbrechen sollte (entweder der Yen ist total unterbewertet oder dort wird bald richtig an den preisen gedreht), fühle ich mich mit Sega Sammy oder Sankyo rein theoretisch viel besser als mit Takefuji. Theoretisch weil deren hoher Cashbestand dann entwertet wird.


    Gruß
    S.

    Sanyo Shinpan:
    Wert pro Aktie bei Fortführung des Geschäfts: 2370
    ohne Berücksichtigung von Schulden 7430 Yen pro Aktie
    Den 7430 Yen Schulden stehen unter current assets die an die Kunden verliehenen Gelder gegenüber. Diese würden aus den Schulden ein Plus von 5770 Yen pro Aktie erzeugen. Kann man nun dieses Geld anrechnen? Bei einem produziernden Betrieb würde ich das als operatives Asset einordnen und die Frage verneinen. Bei Finanzwerten aufgrund der kurzes Verfügbarkeit (innerhalb 1 Jahres) evtl. doch als cash?? Ich würde sagen gar nichts von beidem.


    Wert ist schlicht und ergreifend 2370 Yen bei Fortführung der Geschäfte und 5770 Yen bei Liquidation. Wobei sich die 2370 Yen erhöhen würden wenn man eine höhere Fremdkapitalfinanzierung ansetzen würde, sprich Eigenkapital an die Aktionäre auszahlt. 5770/13200 sind 43.7% Eigenkapital am verliehenen Geldvolumen als grobe Überschlagsrechnung.


    Takefuji:
    Analog Wert 6730 pro Aktie bei Geschäftsfortführung mit theoretischen Schulden von 5380.
    Bei Liquidation 5710.
    Eigenkapitalanteil 5710/11090= 51.5%
    43.7% von 11090 sind 4846, Differenz zu 5710 sind 864 Yen, die Takefuji auszahlen könnte, um finanziell so dazustehen wie Sanyo Shinpan.


    Sanyo Shinpan:
    2370 Yen wert, 60% Wahrscheinlichkeit
    5770 Yen bei Liquidation, 40% Wahrscheinlichkeit
    3730 Wert bereinigt
    =28% discount


    Takefuji:
    6730 Yen + 864 Yen wert bei Fortführung, 60%
    5710 Yen Liquidation, 40%
    6840 bereinigt
    =36% discount


    Ich ziehe noch Takefuji vor, weil die zum einen die höhere Kapitalrendite, die höhere Dividende und größeren Marktanteil haben. Daß sich die Firmen gegen eine Liquidation streuben werden ist klar. Wahrscheinlich ist die Chance, dß sich die Aktionäre am Buchwert bereichern können, viel geringer als 40%. Bei feindlichen Übernahmen/Ausschlachtugnen usw. ist natürlich Sanyo Shinpan das weitaus bessere Investment.


    Klar ist, daß beide bei Fortbestehen des Geschäfts mit 4.4 und 5.8% ROIC keine sonderlich billigen Werte sind, jedenfalls nicht wenn nicht per Fremdkapital gehebelt wird.


    Insofern macht eigentlich nur das Setzen auf Liquidation/Ausschlachten Sinn, also Sanyo Shinpan.


    ROA 3.3% Sanyo S. und 5.4% Takefuji dann wieder für Finanzwerte sehr gut.. Wenn ich nur wüßte wie man Finanzwerte richtig bewertet. KGVs sind auch lächerlich 5 bzw. 7.5.


    Gruß
    S.


    P.S.: Sanyo 2006er Gewinn, müßte noch bereinigt werden, Durchschnitt mehrerer jahre usw., der Takefuji Gewinn ist vergleichsweise optimistisch angesetzt (Prognose vom aktuellen Jahr).

    Ein guter Tip, Neo! Takefuji, Sanyo Shinpan und Promise sollen ja kaufenswert sein. Genaues Zahlenmaterial habe ich aber nur bei Takefuji angesehen, weil ich mich bisland nicht an Finanzwerte herangetraut habe.


    Wie es aussieht sind die Geschäftsmodelle auf lange Sicht auch nicht so prall, wenn statt 29% nun in wenigen Jahren nur noch 20% Zinsen verlangt werden dürfen. Bei ca. 10% Ausfall läuft da nicht mehr viel mit Gewinnen.


    Andererseits ist auch klar, daß der Markt jetzt zu ist. Es ist noch nicht abzusehen ob und wieviele Pleiten erfolgen. Selbst die mit cash zugestopfte Takefuji hat ja mit den Rückstellungen ganz schöne Probleme, dürfte aber mit Sicherheit überleben. Wer überlebt, hat den consumer lending Bereich dauerhaft unter Kontrolle.


    Nach meinen bisherigen Erfahrungen würde ich trotzdem nur auf Liquidation spekulieren und da kommt es auf den Discount zum Buchwert an.


    Gruß
    S.

    350 Mrd. Handelsbilanzdefizit hat die EU ohne Deutschland. Damit ist die USA natürlich kerngesund während das marode Amerika mit 845 Mrd. fast pleite ist.


    In % des BIP:
    EU ohne Deutschland 3.2%
    USA 6.4%
    Spanien 9.5%
    Portugal 11.9%
    Griechenland 14.9%
    Zypern 27.3%
    Türkei (EU Mitglied in spe) 10%


    In Ungarn liegt das Haushaltsdefizit inzwischen bei 9.6%, während das Handelsbilanzdefizit nicht so sehr ins Gewicht fällt.
    Italien ist aktuell in einem gesunden Zustand, auch wenn die gesamtschuldenlast von über 107% des BIP etwas hoch ist.


    Man sieht: Die EU ist extrem inhomogen und ist wirtschaftlich in großen Bereichen viel schlechter aufgestellt als die USA, im Schnitt auch nur etwas besser.


    Gruß
    S.

    Ach gogh, deine Unkenrufe mit der Beerdigung teile ich leider noch gar nicht. Wenn die Porgera loswerden, haben sie erstmal wieder richtig cash in der Kasse. Sie müssen nichtmal neue Aktien ausgeben. Reverse split dürfte aber erstmal kommen.


    Natürlich wird das Geld nach und nach verblasen bis nix mehr da ist. Dann kommt erst die nächste Kapitalerhöhung (wahrscheinlich sind dann 95% der Aktien in den USA). Die Hoffnung stirbt zuletzt.


    Realistisch betrachtet hat DRDGold heute die Hälfte der Mitarbeiter von 2002 und doppelt so viele Aktien. Macht also ca. $2.40 Kurs verglichen mit 2002. Seitdem ist der Goldpreis stark gestiegen, aber eben auch der Rand.


    In der nächsten Baisse geht DRDGold pleite m.E.


    Kurzfristig bin ich positiv gestimmt, da man aber nicht auf lange Sicht halten kann und etwaige Fehler nicht aussitzen kann, kommen Investments da nicht in Frage.


    Das wirkliche Trauerspiel ist also, daß man rein gar nichts machen kann derzeit.


    Und erinnern wir uns an Anglogolds Ashanti Übernahme.. wenn man sieht was da die relativ gut erhaltenen Minen an Kapitalinvestitionen kosten, kommt einem das Grausen. Was Argonaut wert ist kann man sich denken.


    Man kaufe sich lieber Anglogols oder Gold Fields wenn schon Südafrika.


    Gruß
    S.

    gutso, ich spreche hier von Unternehmenswert, du sprichst von Börse. Je besser die Gesellschaft, desto unabhängiger vom Management. Eine gute Gesellschaft kann jeder Trottel leiten, eine schlechte geht im Zweifelsfall pleite, egal ob gutes oder schlechtes Management.


    Die Royalty Firmen sind nicht ohne Grund so hoch bewertet, denn fundamental sind das die besten Werte überhaupt im Edelmetallbereich. Gäbe es die alte Franco-Nevada noch.. sag mir eine Gesellschaft die heute besser wäre! Zu dumm nur, daß die heutigen Royalty Firmen einfach zu teuer sind.


    Gruß
    S.

    P.S.:


    Was sind KEINE Schrottaktien? Aktien mit hoher Kapitalrendite. Je weniger Kapital eine Gesellschaft hat/benötigt, um den Gewinn zu erzielen, desto wertvolelr ist sie.
    Wie erreicht man dauerhaft hohe Kapitalrenditen? Competitive advantage.


    1. Kosten
    2. Marke
    3. Copyrights/Patente
    4. Staatliches Monopol
    5. Switching costs
    6. Netzwerkeffekt
    7. Toll bridge


    Beispiele:
    1. Goldcorp (reine Kosten), Intel (economics of scale)
    2. Haribo, Coca-Cola (die meisten Marken halte ich für falsche Marken)
    3. Big pharma, Pfizer, J&J usw.
    4. Moody's, McGraw-Hill (S&P), Lottogesellschaften
    5. Banken
    6. Microsoft Windows..
    7. Lokalzeitungen (lokales Werbungsmonopol, durch Internet im Schwinden)


    Wie man sieht zählen bei den Minen nur die Kosten, andere Wettbewerbsvorteile kann es da nicht geben. Interessant wird es wenn man hohe Marktanteile und den Absatz kontrolliert so wie DeBeers.


    Gruß
    S.

    Ulfur,


    man sollte sich in der Tat nie von Kursbewegungen verrückt machen lassen, die Märkte können extrem irrational sein. Wenn aber die fundamentalen Faktoren (Gewinn) nicht mehr stimmen, lasse ich mich sehr wohl verrückt machen.


    Gute Nutten brauchen gute Zuhälter. Die Kebbles waren anscheinend gute Zuhälter.


    Die Kunst Schrottaktien zu kaufen ist im Goldbereich eben nicht so gut ausgeprägt. DRDGold wird immer noch ein positiver Geschäftswert zugeschrieben, net-net (current assets - total liabilities) ist sogar negativ. Man kann in anderen Bereichen sehr leicht Schrottaktien kaufen, die unter net-net notieren, also einen negativen Wert für das Kerngeschäft zugesprochen bekommen.


    So gesehen steckt mir noch etwas zuviel Euphorie in DRDGold.


    Klar ist, daß die nicht so einfach weitermachen können und mal wieder richtig cash brauchen. Klar ist aber auch, daß da was zu holen ist. Blyvoor als einzige Mine falls man sie in den Griff bekommt, die dumps nochmal per Crown durchorgeln und auf ganz lange Sicht Argonaut.


    Die eigentliche Spekulation ist also, wann und ob DRDGold übernommen wird. Wenn der Preis stimmt, dürfte Harmony wohl interessiert sein.


    Der Auslöser für die Übernahme könnten sein die Pleite oder die Rekapitalisierung durch Ausgabe großer Mengen neuer Aktien.


    Gruß
    S.

    Zitat

    Spanien ist ein Sonderfall, es wurde in Betongold investiert - vollkommen am Bedarf vorbei. Das erinnert an die Zeiten als im Osten Deutschlands nach der Wende wie wild gebaut und modernisiert wurde, aber die Leute sind nach und nach abgewandert. In Spanien waren diese Mieter aber nie da. Umwelt und Spanien sind zwei Gegensätze, das mit dem Wasser wird wegen der möglichen Erwärmung eh spannend.


    In Spanien wurde gemessen am BIP sogar das 2 bis 3 fache gebaut wie im Osten..