Keine Angst Leute, ich weile noch unter euch.
Die letzte Zeit war nun wirklich stressig, seit Mai letzten Jahres habe ich ja krampfhaft versucht vom Goldsektor unabhängig zu werden. Was mir jetzt auch gelungen zu sein scheint. Bewertungsmodelle, Währungen, Arbitrage usw.
Anleihen können sehr profitabel sein und sind bereinigt um Risiko billiger als Aktien. Trotzdem ein Irrweg.
Selbstverständlich bleibe ich dem Gold treu. Physisch wird nichts aus der Hand gegeben und Minen.. Agincourt war ja wieder mal ein Erfolg, vor allem dank Patrone. Wenn schon Spekulation, dann richtig und mit Goldminen.
Trotzdem möchte ich euch value investing als Alternative vorschlagen, weil es spätestens ab 2009 einen gewaltigen Vorteil hat:
Nehmen wir mal an wir machen in den nächsten 10 Jahren 15% pro Jahr. Investor A kauft EINE Aktie und hält 20 Jahre. Investor B spekuliert, jedes Jahr kauft er die ihm vielversprechendste Aktie. Er kauft und verkauft also 10 Aktien mit jeweils 15% Gewinn. Wie wird nun das Ergebnis aussehen? Investor A macht 305% Gewinn. Er muß pauschal 25% am Ende nach dem Verkauf an Steuern bezahlen. Macht netto 229%.
Investor B dagegen macht jedes Jahr 15%. Durch sein Handeln fallen Gebühren an und der Spread. Es verbleiben nur noch 14.5%. Darauf muß er ebenfalls 25% Steuern bezahlen. Netto verbleiben 10.875% pro Jahr. Über 10 Jahre entspricht das einer Nettorendite von 181%.
Je höher die erzielte Grundrendite ist und je länger die Anlagedauer, desto mehr lohnt sich buy und hold unter steuerlichen Aspekten, weil ich die Steuer erst am Ende bezahle und nicht während des Anlagezeitraums, was bedeutet, daß ich auf gezahlte Steuern keinen Zinseszinseffekt generieren kann. Langfristig halten über 10 Jahre kann ich aber nur bestimmte Werte, nämlich blue chips á la Warren Buffett mit hoher Vorhersagbarkeit und hohem ROIC. Warren Buffett betont ja immer wieder, wie viel besser es doch mit kleinen Werten laufen würde, Fakt ist aber, daß er seinen Erfolg vor allem den Blue Chips zu verdanken hat und sein Konzept mit kleinen Werten kaum oder nicht funktioniert. Welche kleine Gesellschaft hat denn wirklich einen echten Wettbewerbsvorteil? Technologieaktien scheiden ganz aus, weil über 10 Jahre da gar nichts vorhergesagt werden kann (Windows 95 ist gerade mal gut 10 Jahre alt..) Goldminen über lange Zeiträume (=10-15 Jahre) zu halten ist auch Quatsch, politisches Risiko, hohe Kapitalkosten. Verwässerungen ohne Ende.
Aktien machen langfristig 10% pro Jahr. Die braucht man aber auch, entspricht risk adjusted 6-7% Anleiherenditen. Wann gibt es die durchschnittlichen 10%? Wenn man zum durchschnittlichen Kurs kauft. Kann man fundamental auch begründen über Kapitalrendite, Kapitalinvestitionen, DCF usw., heraus kommt jedenfalls ein KGV von 13.5 und ein KBV von 1.45, wobei ich das KBV als wichtiger einschätze, da über Fremdkapital KGVs künstlich gesenkt werden können. Die nächste Krise kommt aber bestimmt, so daß im Durchschnitt langfristig 11% Rendite auf den Buchwert erzielt werden können. Wenn ich Buchwert schreibe, meine ich Buchwert OHNE goodwill und intangibles. Der Dax z.B. liegt derzeit wohl irgendwo bei 2.2x Buchwert, ich schätze goodwill+intangibles im Schnitt auf 10%, so daß wir wohl auf KBV 2.5 kommen. Ca. 75% zu teuer. Anhand fairen Wertes kann man sich jetzt einfach die Rendite ausrechnen. Wir kaufen den Dax und halten 10 Jahre. Der Dax macht pro Jahr 10% auf den fairen Wert, heißt also 1.10^10 = 2.60 als Endstand. Investieren können wir aber nicht zu 1 (fairer Wert), sondern 1.75! 2.60 : 1.75 = 1.48, das ganze wieder zurückgerechnet auf eine jährliche Performance (10. Wurzel bei 10 Jahren) macht 4%. Inklusive Dividende! Mit Anleihen kann man derzeit merh verdienen.. inflationsbereinigt ist die Rendite sogar negativ (langfristig 4.5% Inflation).
Negativbeispiel im Dax übrigens Siemens mit Mafia Management, 4.7% ROIC, EV/EBIT 50!! Schlechter geht es nicht mehr.
Wenn ich nun nicht überteuerte Werte kaufe, sondern Value Werte? Wirkliche Perlen sind schwer zu finden, Johnson & Johnson kommt aber nahe dran mit ca. 64% Bewertung bezogen auf fair value. Wenn man annimmt daß das Wachstum so weitergeht wie in den letzten Jahren. Wenn man JNJ 10 Jahre hält, wird sich das Kapital wieder ver2.6-fachen. Da man aber zu 0.65 des fairren Wertes gekauft hat: 2.60 : 0.65 = 4.00, jährliche Rendite knapp 15%.
Jetzt kann man die Rendite noch über Währungen steigern. Im US$ in 10 Jahren vielleicht 2% vorausgesetzt es gibt keine weitere Kriegsinflationierung (wobei derzeit die Geldmengenausweitung in Euroland mit 9.7% genauso hoch oder höher ist). Im Yen eventuell wesentlich mehr. Man kann sich ja überlegen was passieren wird wenn in Land E die Preise bei 100% liegen und das Geldmengenwachstum bei 9.7% und in Land J bei 55% und 0.8%
Value Investing als Alternative / Ergänzung zu den Minen macht jedenfalls Sinn und ich werde wohl nie wieder 100% nur Goldminen fahren.
Jetzt kommt aber der Clou. Das "Geheimnis" von Warren Buffett.
Man sollte niemals Aktien auf Kredit kaufen. Niemals. Das Risiko ist immens, die nächste Krise kommt bestimmt. Was ist nun der große Vorteil von Anleihen gegenüber Aktien? Anleihen sind nicht nur vom Markt abhängig. Wenn ich bis zum Ende halte, trage ich 0 Marktrisiko! Ein immer wieder unterschätzter Vorteil. Habe ich einmal Aktien gekauft, bin ich vom Markt abhängig, wenn der markt überbewertet war kann es eine Ewigkeit dauern bis er wieder genauso überbewertet ist, d.h. ich muß bis zu 30 Jahre warten bis ich wieder ohen Verlust an mein Geld komme. Kurz laufende Anleihen haben noch weniger Risiko. Wenn aber etwas kaum Risiko und kein Marktrisiko beinhaltet, kann ich meinen 50% Kreditrahmen auf die Aktien des mit "Eigenkapital" bezahlten Grundbestandes nutzen. Ich kann bis zu 100% meines Aktienbestandes kreditfinanziert nochmal anlegen (50% Beleihungsrahmen auf den gesamten Aktienwert), wegen der üblichen Schwankungen sind aber nur ca. 60% empfehlenswert. nun kaufe ich keine Anleihen auf Kredit, sondern übernommene Firmen, für die eine cash offerte vorliegt.
Beispiel: Ich habe Mitte Dezember für $31.30 Conor Medsystems gekauft, für die Johnson & Johnson $33.50 geboten hatte. Gestern wurde der deal abgeschlossen, das Geld dürfte so ca. Mitte Februar da sein. Bei 0.25% Gebühren zum Kauf (rechnen wir großzügig) entspricht das 6.76% in 2 Monaten. Annualisiert also 48%. Die Gefahr, daß der Deal platzt lag bei ca. 10%, dann hätte es einen Verlust von 11% gegeben. Wenn man das einberechnet, lag der Gewinn bereinigt und annualisiert bei 39%. Davon ziehen wir 7% Kreditkosten ab. 32% Rendite verbleiben. Kredit war 60% des Eigenkapitals, Rendite auf den Grundstock im Depot also 19.2% Der Conor Deal war außergewöhnlich gut, ich gehe eher von 8-12% aus, die man mit den takeovers zusätzlich machen kann. Man muß natürlich immer eine ganze Kette von 5-6 deals pro Jahr finden.
Wenn ich nun ein value investing Portfolio fahre, kann ich meine 15-20% auf herkömmliche Art und 8-12% zusätzlich machen! Also 23-32% und das langfristig.
Haltet vom value investing was ihr wollt, ich denke die Arbitrage bei Übernahmen lohnt sich gerade auch in Ergänzung zu den Minen.
Die Phelps Dodge / Freeport Übernahme mit $88 bar + 0.67 FCX Aktien war übrigens auch eine sehr gute Chance mit teilweise über 40% annualisierter Rendite, ist jetzt etwas weniger gut.
Ansonsten alles wie gehabt, heute wird zum close der DJT Index interessant. Hat gesten knapp unter 5000 geschlossen und somit knapp unter dem Stand von Mai 2006. Wenn er drüber schließt wohl Kaufsignal nach Dow Theorie. Was nichts anderes heißt als Fortsetzung der Inflationierung (in diesem Fall gehe ich von sehr rasch $850 im Goldpreis aus). Im gegenteiligen Fall ist ein Ende der Liquidität nur möglich, wenn der Yen stärker wird and Liquidität absaugt. Am Wochenende wird der Yen Thema beim G7 Treffen werden. Wieder ein merkwürdiger Zufall dieses zeitliche zusammentreffen von Yen Diskussion und DJT Index Schlüsselmarke.
COT Zahlen sprechen im übrigen zum Dollar für schwächeren Euro, sehr viel stärkeren Yen, viel schwächerem Pfund, viel schächerem A$ und stärkerem C$. D.h. ich werde mich in Australien mal wieder nach Schnäppchen umsehen.
Gruß
S.