Beiträge von Saccard

    Milly, natürlich steigt der innere Wert von Aktien immer, im Durchschnitt über alle Werte. Warum auch nicht? Inflation = höhere Preise = höhere Gewinne, dazu kommt ein Quentchen Produktivitätssteigerung und schon steigen die Unternehmensgewinne um 6% pro Jahr. Die 70er waren z.B. ein äußerst erfolgreiches Jahrzehnt für die Aktiengewinne. Für Aktien weniger, da zu Beginn zu hoch bewertet und durch die hohen Zinsen mit niedrigeren multiples bewertet. Kurzfristig können Gewinne natürlich auch um 15% steigen und dann wieder einige Jahre fallen. 6% ist der Durchschnitt.


    Der DJT Average hat jetzt jedenfalls ein neues ATH erreicht. Somit grünes Licht nach Dow Theory. Das Szenario ist eigenlich sehr gut mit 1998 / 1999 vergleichbar. Damals 98 das Hoch im DJTA, dann 99 ein leicht höheres. Dieses Hoch im Frühjahr 99 hat dann beim Dow eine Abwärtsbewegung zeitlich markiert, die im Herbst 99 zu Ende war. Das eigentlich Hoch im Dow kam dann erst 2000. Das DJTA Hoch von 99 wurde dagegen nicht mehr überboten. Dow Theory mäßig sind wir demnach im Frühjahr 99 mit zu erwartender kurzfristiger Abwärtsbewegung bei den Indices und späterem noch höherem top. Aber ich glaube nicht daß wir das gleiche Spielchen nochmal machen, vor allem fehlt Year 2000 und ohne dieses Sonderszenario hätte evtl. der Dow im Frühjahr 99 sein absolutes Hoch gebildet.


    Warten wir es ab, "Dow Theory is about valuation too" wie der gute Richard Russell immer sagt. Werde mir mal Hamilton nochmal etwas reinziehen. Was genau eine "non-confirmation" sein soll ist ja auslegungsfähig. Deutlich höherer Dow mit gerade mal gleich hohem DJTA, hat da der DJTA wirklich den Dow bestätigt? Und der Dow ist nahe am ATH, aber eben heute im Minus.


    Gruß
    S.

    Heute ist kein gewöhnlicher Tag.


    1. Yen Diskussion am WE G7
    2. DJT, hoch im Mai 2006 intraday 5038, Schlußkurs 4999


    Entweder es geht höher, dann Dow Theorie Kaufsignal für Aktien. Dann geht es noch viel höher, ergo Inflationsszenario und viel höhere Goldkurse.


    Sollte das hier der Wendepunkt an den Aktienmärkten werden, mit wunderbarem Doppeltop im DJT Index, dann geht es erstmal richtig bergab. Für Gold negativ, zumindest kurzfristig. Mittel- und längerfristig will ich daraus keine Schlußfolgerungen für Gold einleiten.


    Ich mag diese Ratespiele sowieso nicht so sehr. Einfach mehr auf die Bewertung der einzelnen Minen achten und den Goldmarkt Goldmarkt sein lassen.


    Gruß
    S.

    M.E. wird es vorerst keine Aktienbaisse geben. Genau genommen hätte man aus 2000-2003 viel lernen können. Vor allem war das top m.E. nicht 1999, sondern 1998-2000, je nach Bereich. 97 der Asiencrash, 98 der Sommercrash LTCM. Also Crashs. 2000-2003 dann Salamibaisse.


    Die Generäle lernen immer nur aus dem letzten Krieg, so daß es scheinbar eine Abwechselung zwischen Baisse / Crash gibt. 68 crashartig, 73/74 zwar auch Crash im nachhinein aber eigentlich eher Salamibaisse. 1980-82 dann wieder günstige Bewertungen durch langsamen bröckeln / seitwärts. 87 Crash. 1990 längere Phase, eher Salamibaisse. 1998 crash, 2000-2002/3 Salamibaisse. Die leute haben gelernt: Wenn es runter geht, dann schnell raus. Also gibt es einen Crash als nächste Abwärtsbewegung. Da ich einige "value" Aktien habe, bin ich im Dax short als kleiner hedge.


    Was die Minen machen werden? Kann man wohl nicht sagen. Nur weil 1987 etwas so war, muß es nicht wieder so passieren. Die Zukunft kann verschiedene Pfade einschlagen, genauso waren aber auch in der Vergangenheit verschiedene Ausgänge möglich, wovon wir nur eines gesehen haben.


    Wichtig ist m.E. nur eines: Wieviele Unzen Gold ist eine Mine pro Aktie wert? Alles andere regelt sich von selbst.


    Gruß
    S.

    Keine Angst Leute, ich weile noch unter euch.


    Die letzte Zeit war nun wirklich stressig, seit Mai letzten Jahres habe ich ja krampfhaft versucht vom Goldsektor unabhängig zu werden. Was mir jetzt auch gelungen zu sein scheint. Bewertungsmodelle, Währungen, Arbitrage usw.


    Anleihen können sehr profitabel sein und sind bereinigt um Risiko billiger als Aktien. Trotzdem ein Irrweg.


    Selbstverständlich bleibe ich dem Gold treu. Physisch wird nichts aus der Hand gegeben und Minen.. Agincourt war ja wieder mal ein Erfolg, vor allem dank Patrone. Wenn schon Spekulation, dann richtig und mit Goldminen.


    Trotzdem möchte ich euch value investing als Alternative vorschlagen, weil es spätestens ab 2009 einen gewaltigen Vorteil hat:
    Nehmen wir mal an wir machen in den nächsten 10 Jahren 15% pro Jahr. Investor A kauft EINE Aktie und hält 20 Jahre. Investor B spekuliert, jedes Jahr kauft er die ihm vielversprechendste Aktie. Er kauft und verkauft also 10 Aktien mit jeweils 15% Gewinn. Wie wird nun das Ergebnis aussehen? Investor A macht 305% Gewinn. Er muß pauschal 25% am Ende nach dem Verkauf an Steuern bezahlen. Macht netto 229%.
    Investor B dagegen macht jedes Jahr 15%. Durch sein Handeln fallen Gebühren an und der Spread. Es verbleiben nur noch 14.5%. Darauf muß er ebenfalls 25% Steuern bezahlen. Netto verbleiben 10.875% pro Jahr. Über 10 Jahre entspricht das einer Nettorendite von 181%.
    Je höher die erzielte Grundrendite ist und je länger die Anlagedauer, desto mehr lohnt sich buy und hold unter steuerlichen Aspekten, weil ich die Steuer erst am Ende bezahle und nicht während des Anlagezeitraums, was bedeutet, daß ich auf gezahlte Steuern keinen Zinseszinseffekt generieren kann. Langfristig halten über 10 Jahre kann ich aber nur bestimmte Werte, nämlich blue chips á la Warren Buffett mit hoher Vorhersagbarkeit und hohem ROIC. Warren Buffett betont ja immer wieder, wie viel besser es doch mit kleinen Werten laufen würde, Fakt ist aber, daß er seinen Erfolg vor allem den Blue Chips zu verdanken hat und sein Konzept mit kleinen Werten kaum oder nicht funktioniert. Welche kleine Gesellschaft hat denn wirklich einen echten Wettbewerbsvorteil? Technologieaktien scheiden ganz aus, weil über 10 Jahre da gar nichts vorhergesagt werden kann (Windows 95 ist gerade mal gut 10 Jahre alt..) Goldminen über lange Zeiträume (=10-15 Jahre) zu halten ist auch Quatsch, politisches Risiko, hohe Kapitalkosten. Verwässerungen ohne Ende.


    Aktien machen langfristig 10% pro Jahr. Die braucht man aber auch, entspricht risk adjusted 6-7% Anleiherenditen. Wann gibt es die durchschnittlichen 10%? Wenn man zum durchschnittlichen Kurs kauft. Kann man fundamental auch begründen über Kapitalrendite, Kapitalinvestitionen, DCF usw., heraus kommt jedenfalls ein KGV von 13.5 und ein KBV von 1.45, wobei ich das KBV als wichtiger einschätze, da über Fremdkapital KGVs künstlich gesenkt werden können. Die nächste Krise kommt aber bestimmt, so daß im Durchschnitt langfristig 11% Rendite auf den Buchwert erzielt werden können. Wenn ich Buchwert schreibe, meine ich Buchwert OHNE goodwill und intangibles. Der Dax z.B. liegt derzeit wohl irgendwo bei 2.2x Buchwert, ich schätze goodwill+intangibles im Schnitt auf 10%, so daß wir wohl auf KBV 2.5 kommen. Ca. 75% zu teuer. Anhand fairen Wertes kann man sich jetzt einfach die Rendite ausrechnen. Wir kaufen den Dax und halten 10 Jahre. Der Dax macht pro Jahr 10% auf den fairen Wert, heißt also 1.10^10 = 2.60 als Endstand. Investieren können wir aber nicht zu 1 (fairer Wert), sondern 1.75! 2.60 : 1.75 = 1.48, das ganze wieder zurückgerechnet auf eine jährliche Performance (10. Wurzel bei 10 Jahren) macht 4%. Inklusive Dividende! Mit Anleihen kann man derzeit merh verdienen.. inflationsbereinigt ist die Rendite sogar negativ (langfristig 4.5% Inflation).


    Negativbeispiel im Dax übrigens Siemens mit Mafia Management, 4.7% ROIC, EV/EBIT 50!! Schlechter geht es nicht mehr.


    Wenn ich nun nicht überteuerte Werte kaufe, sondern Value Werte? Wirkliche Perlen sind schwer zu finden, Johnson & Johnson kommt aber nahe dran mit ca. 64% Bewertung bezogen auf fair value. Wenn man annimmt daß das Wachstum so weitergeht wie in den letzten Jahren. Wenn man JNJ 10 Jahre hält, wird sich das Kapital wieder ver2.6-fachen. Da man aber zu 0.65 des fairren Wertes gekauft hat: 2.60 : 0.65 = 4.00, jährliche Rendite knapp 15%.


    Jetzt kann man die Rendite noch über Währungen steigern. Im US$ in 10 Jahren vielleicht 2% vorausgesetzt es gibt keine weitere Kriegsinflationierung (wobei derzeit die Geldmengenausweitung in Euroland mit 9.7% genauso hoch oder höher ist). Im Yen eventuell wesentlich mehr. Man kann sich ja überlegen was passieren wird wenn in Land E die Preise bei 100% liegen und das Geldmengenwachstum bei 9.7% und in Land J bei 55% und 0.8%


    Value Investing als Alternative / Ergänzung zu den Minen macht jedenfalls Sinn und ich werde wohl nie wieder 100% nur Goldminen fahren.


    Jetzt kommt aber der Clou. Das "Geheimnis" von Warren Buffett.
    Man sollte niemals Aktien auf Kredit kaufen. Niemals. Das Risiko ist immens, die nächste Krise kommt bestimmt. Was ist nun der große Vorteil von Anleihen gegenüber Aktien? Anleihen sind nicht nur vom Markt abhängig. Wenn ich bis zum Ende halte, trage ich 0 Marktrisiko! Ein immer wieder unterschätzter Vorteil. Habe ich einmal Aktien gekauft, bin ich vom Markt abhängig, wenn der markt überbewertet war kann es eine Ewigkeit dauern bis er wieder genauso überbewertet ist, d.h. ich muß bis zu 30 Jahre warten bis ich wieder ohen Verlust an mein Geld komme. Kurz laufende Anleihen haben noch weniger Risiko. Wenn aber etwas kaum Risiko und kein Marktrisiko beinhaltet, kann ich meinen 50% Kreditrahmen auf die Aktien des mit "Eigenkapital" bezahlten Grundbestandes nutzen. Ich kann bis zu 100% meines Aktienbestandes kreditfinanziert nochmal anlegen (50% Beleihungsrahmen auf den gesamten Aktienwert), wegen der üblichen Schwankungen sind aber nur ca. 60% empfehlenswert. nun kaufe ich keine Anleihen auf Kredit, sondern übernommene Firmen, für die eine cash offerte vorliegt.


    Beispiel: Ich habe Mitte Dezember für $31.30 Conor Medsystems gekauft, für die Johnson & Johnson $33.50 geboten hatte. Gestern wurde der deal abgeschlossen, das Geld dürfte so ca. Mitte Februar da sein. Bei 0.25% Gebühren zum Kauf (rechnen wir großzügig) entspricht das 6.76% in 2 Monaten. Annualisiert also 48%. Die Gefahr, daß der Deal platzt lag bei ca. 10%, dann hätte es einen Verlust von 11% gegeben. Wenn man das einberechnet, lag der Gewinn bereinigt und annualisiert bei 39%. Davon ziehen wir 7% Kreditkosten ab. 32% Rendite verbleiben. Kredit war 60% des Eigenkapitals, Rendite auf den Grundstock im Depot also 19.2% Der Conor Deal war außergewöhnlich gut, ich gehe eher von 8-12% aus, die man mit den takeovers zusätzlich machen kann. Man muß natürlich immer eine ganze Kette von 5-6 deals pro Jahr finden.


    Wenn ich nun ein value investing Portfolio fahre, kann ich meine 15-20% auf herkömmliche Art und 8-12% zusätzlich machen! Also 23-32% und das langfristig.


    Haltet vom value investing was ihr wollt, ich denke die Arbitrage bei Übernahmen lohnt sich gerade auch in Ergänzung zu den Minen.


    Die Phelps Dodge / Freeport Übernahme mit $88 bar + 0.67 FCX Aktien war übrigens auch eine sehr gute Chance mit teilweise über 40% annualisierter Rendite, ist jetzt etwas weniger gut.


    Ansonsten alles wie gehabt, heute wird zum close der DJT Index interessant. Hat gesten knapp unter 5000 geschlossen und somit knapp unter dem Stand von Mai 2006. Wenn er drüber schließt wohl Kaufsignal nach Dow Theorie. Was nichts anderes heißt als Fortsetzung der Inflationierung (in diesem Fall gehe ich von sehr rasch $850 im Goldpreis aus). Im gegenteiligen Fall ist ein Ende der Liquidität nur möglich, wenn der Yen stärker wird and Liquidität absaugt. Am Wochenende wird der Yen Thema beim G7 Treffen werden. Wieder ein merkwürdiger Zufall dieses zeitliche zusammentreffen von Yen Diskussion und DJT Index Schlüsselmarke.


    COT Zahlen sprechen im übrigen zum Dollar für schwächeren Euro, sehr viel stärkeren Yen, viel schwächerem Pfund, viel schächerem A$ und stärkerem C$. D.h. ich werde mich in Australien mal wieder nach Schnäppchen umsehen.


    Gruß
    S.

    Nun wird langsam klar, wer wirklich die Notenpresse angestellt hat.


    Das wird in Zukunft noch viel schlimmer wenn man das Jammern von Frankreich, Italien und Spanien so vernimmt.


    Der größte Vorteil des Euro ist immer noch, daß diverse Albanerbanden und afrikanische Staaten Bargeld Euro mitverwenden und somit starke Nachfrage nach Euros besteht. In den USA ist das nicht mehr so nachdem man sich weltweit unbeliebt gemacht hat.


    579 / 592 ist jedenfalls immer noch 0,978 und nicht 1,319.


    Gruß
    S.

    Stimmt nicht, aktueller Dax-Stand 8400 wenn man den US$-Kurs von 2000 nimmt.


    Gold von 255 auf 614, Dax +/-0


    In US$ gerechnet ist der Dax von 2003 bis heute von 2400 auf 8400 gestiegen, +250%, pro Jahr +43%. Klar daß es so nicht weitergehen wird, KGV ist jetzt zwischen 20 und 25 bei Rekordgewinnen, normalisiert man die Gewinne wohl bei weit über 30.


    Ich schleppe meine Dax_pus mit und habe am Freitag um 20% erhöht, zum ersten Mal seit Monaten. Ausgeglichen sidn die Puts aber zum Teil durch gute US-Werte mit hohem ROC, niedrigerer Bewertung und defensiveren Gewinnen (JNJ). Klar ist auch, daß in eienr Rezession sich die Gewinne bei Deutsche Bank, Allianz, MAN, Thyssen und wie sie alle heißen dritteln werden. In den nächsten Jahren wird zudem wahrscheinlich Daimler pleite gehen genau wie Ford und GM. Fundamental gesehen sind die Daimelr Aktien 0 wert, die Anleihen 50%. Pervers auch, daß die Anleihemärlte bei Ford z.B. eine Pleite einpreisen, die Aktienkurse aber unbeeindruckt weiterlaufen.


    Gruß
    S.

    Das ist noch viel wichtiger:


    "Today, by the late Milton Friedman's calculations, the government's share of the U.S. economy - including the time and resources required to comply with all the regulations - has ballooned to over 50%, reducing the wealth-creating machinery of free enterprise to an auxiliary engine for government."


    Genau das schwirrte bei mir im Hinterkopf immer herum. ich kenne die genaue US-Staatsquote nicht, ich meine es wären so zwischen 35 und 40%. Offiziell. Real sind es dann die 50% berechnet von Milton Friedman, also kein Unsinn. Das sind ca. 10-15% mehr als die offiziellen Zahlen (logisch, weil da eben vieles nicht einfließt, z.B. bürokratische Vorschriften erfüllen usw.).
    Die Implikationen für Europa sind das wirklich schockierende: Bei offiziellen knapp 50% liegt die tatsächliche Staatsquote hier also zwischen 60 und 65%.


    Die Lösung kann nur darin liegen, extern zu investieren in Ländern wo es solche Probleme nicht gibt. Extern und doch wieder intern in einem anderen Land. Gold ist extern von der EU, aber nicht intern in irgendwelchen anderen Staaten (auch wenn noch die europäischen Tresore der ZBs bis auf's letzte Krümelchen ausgefegt werden in dieser Hausse).


    Eigentlich machen es die Amis ganz schlau: die Chinesen das was sie können billig produzieren lassen und sich selber auf wenige high-tech Dinge konzentrieren (Pharma, Biotech, Prozessoren). und solange konsumieren wie es eben geht.
    Europas Konzept scheint mir da schon eher zum Untergang verurteilt: ein zweites, teureres China sein wollen mit auf den realen 40% Wirtschaftsleistung bezogenen 150% Aufschlag Sozial- und Verwaltungskosten.


    Schaut euch mal die aktuellen Konsolenlaunches an, Nintendo hat wohl wieder eien neue Konsole herausgebracht. Unglaublich wie sich die Leute da zoffen. Ein kleiner Vorgeschmack? Jedenfalls weiß man was passiert wenn Lieferengpässe asiatischer Waren auftreten sollten und wie solidarisch sich unsere Bevölkerung im Ernstfall verhält. Man stelle sich nun solche Meuten 100x so groß und statt vor dem Media Markt auf die neueste Konsole wartend vor dem letzten ablegenden Flüchtlingsschiff in Königsberg vor. Ziemlich desillusionierend.


    Gruß
    S.

    Management hat's versemmelt, ich habe schon vor Jahren geahnt, daß Tadschikistan ein Fehler sein könnte. Upside potential hat mich immer gereizt, investiert habe ich zu Beginn aber wegen Penjom.


    Hätten sie es geschickt gemacht.. ZGC nicht von Nelson aufgekauft, hätten sie heute $20 mio mehr und nur halb so viel Aktien ausstehend.


    $50 mio ist zuviel, vielleicht sollte man mal daran denken die Chinorsai intrusion erstmal komplett beiseite zu lassen und den Rest in Tadschikistan zu entwickeln.


    Gruß
    S.

    Silberwolke, bei Wohnungen würde ich mal auf die Harz IV Grenzen achten. Alles andere ist im Zweifelsfall nicht vermietbar.


    Ansonsten möchte ich dich davor warnen, auf makroökonomische Vorhersagen zuviel zu geben. Ich beschäftige mich mit dem ganzen, weil es mir Spaß macht. Letzten Endes ist das aber trotzdem nur moderne Märchenerzählerei. Die Vorehrsagen der letzten Jahre sind der Reihe nach nicht eingetroffen.
    Gold 4-stellig, Börsen-Crash (richtiger Crash), Hebel der Minen, das alles ist ausgeblieben. KEINER kann in die Zukunft blicken, auch ein Bill Gross, ein Marc Faber oder Pierre Lassonde nicht.
    Deswegen bleibt nur value investing. Nur auf Einzelwerte achten und auf Gesamtbranche, Weltkonjunktur usw. nichts geben. Wenn ein Wert deutlich unter Wert notiert, kauft man ihn (40% drunter ist die Mindestgrenze m.E.). Und was man nicht beurteilen kann.. Finger weg.


    Beispiel: Energizer vs. Graco. Beide sind ungefähr gleich unterbewertet, Energizer durch die Schulden bezogen auf den Aktienkurs etwas mehr. Graco stellt Systeme für die Verarbeitung flüssiger Substanzen her. Lackiersysteme, Förderpumpen usw., letzten Endes also nichts anderes als Technologie. Wie sieht das Geschäft in 20 Jahren aus? Keine Ahnung. Die Chinesen werden wohl immer besser, im Prinzip kann in 20 Jahren jeder sowas besser herstellen. Im Vergleich Energizer: Die Batteriemarke ist schwach, aber Schick (Wilkinson) ist der Joker. Neben Gilette die einzige weltweite Marke und weitere Konkurrenz ist nicht zu sehen und hätte am Markt kaum Chancen. Ma muß sich jeden Tag rasieren und die Markentreue ist sehr hoch in dem Bereich. Also kann man davon ausgehen, daß auch in 20 Jahren Wilkinson die Nr. 2 im Bereich sein wird. Technologie spielt da keine Rolle.
    Bei den Minen ist man natürlich im Vorteil, da Gold eben Gold ist, purer Rohstoff (aus Produzentensicht), der überall gleichviel kostet. Langfristig kann man übe rGold sehr gute Vorhersagen machen.
    1. Es wird weiterhin mit tatsächlicher Inflation (=Geldmengenwachstum) - Produktivität steigen oder alternativ gesagt mit CPI-Inflation.
    2. Durch die Kaufkraftstabilität steigen die Kosten genauso wie der Goldpreis, langfristig bleibt die Ertragsmarge eienr Mine in % also gleich.


    Da ist man schonmal gewaltig im Vorteil. Wo sonst kann man Vorhersagen über Jahrzehnte machen? Dazu kommt noch, daß die meisten Minen eien kurze Lebensdauer haben, d.h. die "Duration" einer Mine sehr kurz ist im Vergleich mit anderen Aktien. Bei 10-jährigen Anleihen liegt die Duration z.B. bei ca. 8 Jahren, bei Aktien mit höheren KGVs und niedrigen Dividenden bei 16-50. Duration ist die Zeit bis man das eingesetzte Kapital im Durchschnitt zurück erhält, was bei Anleihen schon viel früher ist, da ja Zinsen ab Investitionsbeginn gezahlt werden.
    Wenn die Aktienmärkte krachen stehst du da. Anleihen kriegst du nach über die Zinsen Stück für Stück zurückbezahlt, nach 10 Jahren eben alles + Rendite. UNABHÄNGIG vom Markt. Bei Aktien mußt du halten, das Kapital ist dann über Jahrzehnte gebunden: 1929-54, 1966-90.


    Irgendwelche Vorhersagen über Asiens Wachstum, China Weltmacht oder sonstwas interessiert mich deswegen nicht die Bohne, aufgrund von so etwas kann man nicht investieren. In Emerging Markets das Kapital über Jahrzehnte verweilen lassen.. ich weiß nicht. Kann man denn in Vietnam im Zweifelsfall klagen? Herr Faber mit seinen DIREKTinvestments á la Hotel, Immobilien, mit Kenntnis in der Region und entsprechenden Connections ist da in einer ganz anderen Rolle.


    Gruß
    S.

    Eldo ist noch lange nicht bei der 50% Grenze.


    50% vom ganzen. D.h. Ich setze 100% ein und leihe mir nochmal 100% dazu und investiere 200%. Dann gehören mir 50% vom ganzen under Bank 50%.


    Eldo ist zu 143% investiert, d.h. 100 Teile gehören ihm, 43 Teile der Bank. Also 70% "Eigenkapital".


    Nachschusspflicht gibt es nicht wenn man rechzeitig verkauft und keine plötzlichen Kursschübe auftreten.


    Gruß
    S.

    Wieso soll der US-Immomarkt nicht zu retten sein?


    Wird so sein wie immer: Zinsen werden gesenkt, Banken werden gestützt, Pleitebanken werden nicht liquidiert, Konsumenten mit Immos, die stark unter Wasser sind, werden nicht liquidiert, unter der Voraussetzung, daß sie ebe nalles was geht in die Bedienung ihrer Kredite stecken. Was ist denn wahrscheinlicher? Jetzt ist es aus, das Haus ist sowieso weg oder das ist eine temporäre Krise und "wenn wir genug sparen werden wir es schaffen"? Wer aber für sein Häuschen Geld zurückzahlt kann nichts mehr konsumieren. Und außergewöhnlich ist auch, daß viele ältere Leute Kredite erhalten haben. Nehmen wir mal an das ganze zieht sich 20 Jahre hin. Dann wäre ein 60-jähriger Kreditnehmer 80, wenn die besseren Zeiten wieder anfangen. Vielleicht vorher schon tot. Solche Leute werden ihre Kredite dann nicht mehr abzahlen.


    Eine Immoblase ist sowieso relativ. Seit 2000 60-80% im Plus. In Deutschland stagnierend. Und? Der Euro ist 60% stärker geworden. In gleicher Währung haben US- und D-Immos ungefähr gleich performt. In den 90ern Stagnation in D, moderater Anstieg in den USA. Dafür in den 80ern Anstiege in D und Stagnation in USA. Das durchschnittliche neue Haus gibt es samt Grundstück für 165000 Euro dort, das ist immer noch billiger als neue Häuser in Schweden z.B., wobei der Baustandard in den USA eher näher am deutschen als am schwedischen liegt. Vor wenigen Jahren noch, als schon längst von Preisblase gesprochen wurde, konnte man sich in New York für 1500 Euro je qm einkaufen. Büromieten in größeren US-Städten wie Chicago sind ebenfalls international lachhaft billig.


    Gruß
    S.

    Immer noch besser als europäische gesellschaften. Die Amis haben noch keine Schulden, da verschwinden erstmal die retained earnings bevor dann die Schuldenmacherei losgeht. Daimler 90 Mrd, VW 50 Mrd Schulden, da liegen die Schulden schein bei einem vielfachen der Marktkapitalisierung, strenggenommen sidn Daimler oder VW Aktien weniger wert als 0 (GM und Ford natürlich auch). Eine Daimler Anleihe könnte man unter 50% kaufen, das wäre realistisch.


    Ich habe bisher noch nicht eine einzige europäische Firma mit vernünftigem Return on Capital gesehen. Nicht eine. Beiersdorf liegt als immer wieder genanntes Vorzeigeunternehmen mit starken Marken wie Tesa, Nivea usw. bei lachhaften 17%. In den USA gibt es selbst Gipsplattenhersteller mit höherem ROC. Beste Firma die ich bisher gesehen habe war eine aus Finnland, die Sanitäranlagen und Rohre herstellt.


    Aber ist ja auch klar, daß Euro-Aktien Schrott sind. Die guten Firmen sind in Europa alle in Privathand. Ferrero, Haribo um nur ein paar zu nennen.


    Heute gibt es viele scheinbare Marken.. daß keiner mehr weiß was eine starke Marke überhaupt ist. Mercedes ist keine Marke. kan nDaimler dank Mercedes höhere Preise durchsetzen und somit mehr ROC verdienen? Nein, liegt weit unter dem Durchschnitt am Kapitalmarkt. Ist sagen wir mal "head & shoulders" von Procter and Gamble eine starke Marke? Nein, kostet 4 Euro die Flasche während no-name 70 cent kostet. Da kann man zuviel sparen.. Haribo? 85 cent für 300g Goldbären oder 89 cent für 400g no-name (sehr schlecht schmeckend)? Für den rationalen Kunden lohnt es sich Haribo zu kaufen. Das macht eine Marke aus.


    Bei General Re werden keine Mitarbeiter entlassen (gerade in schlechten Zeiten) und für's Kreuzworträtselraten bezahlt. Würden in lauen Zeiten Mitarbeiter Angst um ihren Arbeitsplatz haben, würden sie mit allen Mitteln versuchen Umsatz zu machen und zu schlechten Konditionen Geschäfte machen, was Warren Buffett vermeiden will. So spart er Unsummen. Europas Firmen kommen einem dagegen vor wie VEBs oder planwirtschaftliche Betriebe.


    In Japan ist es teilwesie noch schlimmer. Ich selbst mag Japan und japanische Firmen. Aber dann wird hier so ein Müll empfohlen wie Toyota. Kunststück hohe Gewinne zu machen, wenn die Firma über 40% zu niedrig bewertete Wechselkurse subventioniert wird.


    Die Amis haben die besten Firmen der Welt.


    Gruß
    S.

    Nö, Fannie wäre ein sehr guter Kauf wenn nicht die Probleme mit dem Immomarkt insgesamt wären. & Mrd. über 4 Jahre.. Peanuts, erwartet wurden 10 Mrd.


    Ein kleiner Vorgeschmack auf das was ALLEN größeren Firmen droht. Die erwarten 9% und mehr für ihre Pensionspläne. Wenn da der Dow die nächsten Jahre nur -4% macht wie es zu erwarten wäre, sind die 45% unterdeckt. Und 45% zu wenig ist über dem Limit (ich glaube -30%) wo die Firmen SOFORT die Differenzen ausgleichen müssen. Tja, und das war's dann mit den Gewinnen der letzten Jahre, da werden dann Rückwirkend einige Jahresgewinne des kompletten S&P500 aufgezehrt


    Alternative:
    Man zahlt die Fehlbeträge aus den zukünftigen Gewinnen ab. Problem: höhere KGVs, niedrigere Aktienpreise und wertlosere Optionen für das Management. Also werden die Gewinne der Vergangenheit angetastet, was auch problemlos möglich ist, da es sich ja um retained earnings handelt.. letzten Endes wird die niedrige Dividendenrendite der Aktienmärkte also nicht auf geringere Ausschüttungsquoten basieren, sondern sich als real manifestieren.


    Das alles ohne Rezession, mit Rezession sind nichtmal die 2% Dividendenrendite haltbar.


    Gruß
    S.

    Dafür jetzt Probleme mit Nome. Schon komisch.. ich denke unter 16 werden wir nochmal gehen, was langfristig natürlich nichts ändert.


    Jetzt wäre ja auch der Weg frei für andere Bieter, komisch daß die nicht eher aufgetaucht sind.


    Gruß
    S.

    Eldorado, meine Anleihen bin ich seit Montag los.


    Aktien hab ich genug, so lala von der Bewertung (erst mit 50% Abschlag vs. fairen Wert sind sie richtig billig). Bis auf Sega Sammy, da habe ich schon kräftig zugeschlagen im Bereich bis runter 2500 und wieder rauf. hab noch 'ne Menge Geld frei.


    Ich werde wohl Conor Medsystems nochmal nachkaufen (Übernahme JNJ 33.50 vs. aktuell 32.40), oder JNJ selber. Außerdem bin ich noch an zwei neuen Werten dran, die aber auch nicht so billig sind. Alles moderate Beträge.


    Der Rest soll zu passenden Kursen ins Gold zurück, wobei ich noch keine Ahnung habe. Im Zweifelsfall zerstückele ich's und kaufe jeden Tag Kleinstmengen, dann habe ich wenigstens einen Schnitt. Welche Minen weiß ich auch noch nicht, vielleicht Novagold nochmal aufstocken. Gold selber.. weiß nicht so recht. Eher Minen.


    Ich kann nur sagen Anleihen sind der Horror. Für mich ist das langfristig nichts, muß immer an einer Firma beteiligt sein. Staatsanleihen sind rein synthetisch, macht absolut keinen Spaß. 5.2% auf 4.4% Rendite war ganz nett, nochmal das ganze und wir wären bei 3.6%, unrealistisch zur Zeit.


    Hauptsache man hat Spaß an dem ganzen.


    Gruß
    S.

    Naja, gogh, die Frage ist ja WAS ist derGoldstandard eigentlich.


    Geldmenge / fester Umtauschkurs = Goldmenge, d.h. 100%ige Deckung.. stellen sich viele vor (die dann $20000/oz Preise errechnen), nur wann hat es das gegeben?


    Vielmehr war es so:
    Es gab einen festen Wechselkurs zum Gold und eine kleine Menge Gold. In den USA z.B. konnte man dann seine Banknoten gegen echtes Gold zum festen Wechselkurs tauschen. Was in der Praxis keiner machte, da man eben mit Noten und nicht mit Gold zahlte. Alle hätten sowieso nicht umtauschen können, dafür gab's zuwenig Gold. In Krisenzeiten wurde am Markt (Börse) zu höheren Kursen getauscht, wenn es notwendig war konnte der Staat per Dekret den Wandel in Gold unterbinden. In Deutschland gab es seit 1875 diesen Umtausch in Gold nicht mehr, so könnte man sagen einen echten Goldstandard gab es in Deutschland von 1871 bis 75, 4 Jahre. Danach hast du ganz normales Geld bekommen, konnten die Silbermark oder die Goldmarkstücke sein oder Banknoten.
    Der wirkliche Unterschied bestand eigentlich nur in dem festen Wechselkurs. Wären die Goldbugs damit zufrieden? Bei $500 willkürlich festgelegten Kurs wohl nicht. Wobei sich dann gleich die Frage stellt wie hoch der Umtauschkurs eigentlich sein sollte. Antwort. so hoch, daß das Gold bei der Zentralbank lagert und keiner auf die Idee kommt, seine Noten einzutauschen. Bei $500 wäre es nicht der Fall, bei entsprechend höherem Kurs schon.


    Und damit hätten wir schon eine Antwort darauf, warum es unter dem Goldstandard keine Inflation gab. Es lag nicht an der Gold"deckung" (de facto nicht vorhanden), sondern am festen Wechselkurs und der limitierenden Wirkung auf die Staatsfinanzen. Natürlich konnte der Staat all das machen was er auch heute macht. Nur wenn er zu viele Schulden machte, konnte man den Wechselkurs nicht mehr aufrechterhalten, d.h. zunächst verschwand das Gold aus den Tresoren und dann mußte ein neuer Kurs gefunden werden und man mußte Reserven neu anhäufen und das Vertrauen in einen Wechselkurs überhaupt wieder stärken.


    Aber der eigentliche Grund für die Inflationslosigkeit damals ist der, daß die Geldmenge nicht gestiegen ist, jedenfalls nicht stärker als bestimmte Parameter (Bevölkerungswachstum usw.).
    Und warum stieg die Geldmenge nicht? Weil Kredite anders gebraucht wurden.


    Der Staat zieht in den Krieg, setzt den Goldstandard aus, macht viele Schulden, verliert und das Geld wird wertlos, da die Schulden nicht zurückgezahlt werden können. Wenn er den Krieg gewinnt, kassiert er Reparationen und zahlt die Schulden zurück. Zurückgezahlte Schulden sind nicht inflationär, da die Geldmenge wieder beim alten landet. Nicht zurückgezahlte Schulden sind auch nicht inflationär, da auch hier die Geldmenge nicht ansteigt, wenn Gläubiger und Schuldner verschwinden. Der Schuldner geht pleite, der Gläubiger verliert sein Geld und es ist wieder alles beim alten. Interessant wird es, wenn der Schuldner nicht verschwinden kann so wie der Staat. Ein Staat kann nicht pleite gehen, oder besser er kann will aber nicht. Ist der Staat in fremder Währung verschuldet, so zahlt er nicht und seine Gläubiger verlieren ihren Anspruch in fremder Währung, die fremde Währung verliert also nicht an Wert. hat der Staat aber nun die Währung unter Kontrolle (seine eigene), so wird er seine Pleite verhindern indem er mit Tricks arbeitet. Bargeld drucken (Hyperinflation, alte Schulden werden mit neuem geld bezahlt, Geldmengenerhöhung). Oder die heutige Variante. Prolongieren. Immer neue Schulden aufnehmen und die alten samt Zinsen niemals abzahlen. Es entsteht ein dauerhafter Strom neuen Geldes und eien shcleichende Inflation. Genau das was der Sozialstaat macht. Somit ist der Sozialstaat an der Inflation Schuld und die Abschaffung des Goldstandards nicht Ursache sondern Folge der Inflation. Und ohne Inflation ist kein Sozialstaat möglich.
    Und dieses schlechende Inflationssystem funktioniert sogar sehr gut. Denn durch die Inflation fallen die Schulden real ja wieder zurück auf ein niedrigeres Niveau.


    Bei dem System gibt es nun 3 Probleme.
    1. Zum einen werden die Schulden nicht in dem Maß real fallen wie sie nominal erhöht werden, d.h. mit der Zeit steigt langsam das reale Schuldenniveau. Durch andere Tricks (z.B. mäßiges Bargeldrucken) erzeugte Inflationsschübe, sozusagen eine Sonderinflation, läßt die Schulden real fallen und haucht dem System neues Leben ein, Beispiel 70er Jahre.
    2. Durch die schleichende Enteignung der Staatsgläubiger (Anleihehalter) wird natürlich das wirtschaftliche Gewicht von der Privatwirtschaft immer mehr in Richtung Staat und Staatswirtschaft verschoben. Staatseinnahmen in % BIP z.B. steigen stetig an, Bürokratie, mehr Beamte usw., dafür ist wohl noch keine Lösung gefunden worden und das könnte das System zum Fall bringen. D.h. alle Jahre wieder müssen Vorschriften gelockert werden der Privatwirtschaft mehr Freiheit eingeräumt werden oder die Wirtschaft endet so wie in der DDR.
    3. Der Staat wird schizophren und kann sich nicht entscheiden was er will. Zum einen die monetäre Inflation durch Prolongieren von Schulden, real sollen die Schulden fallen. Taucht dann aber die Inflation in der Realität (Gehälter, Preise) auf, so werden Zinsen erhöht, Preiskontrollen eingeführt usw. D.h. es soll Inflation und doch keine Inflation geben, das beste aus beiden Welten, was in der Praxis natürlich nur 2 verschiedene Resultate haben kann.
    a) Die Inflation findet real statt, führt aber durch statische Preise bei einzelnen Gütern zu Lieferengpässen, Mangelwirtschaft (Beispiel Lebensmittelrationierung/Preiskontrollen in Kriegszeiten). Verarmung der breiten Bevölkerung durch statische Gehälter (und wenige extrem Reiche, deren Gehälter nicht statisch gebunden sind, z.B. Manager etc.). Evtl. Endresultat Revolution á la DDR.
    b) Die Inflation findet real nicht statt, die Preise bleiben stabil und Warenengpässe bleiben aus, Gehälter haben weiterhin hohe Kaufkraft. Dafür steigen die Staatsschulden real umso stärker an, Pleiten in der Privatwirtschaft, Arbeitslosigkeit (und deswegen mangels Gehalt wieder keine Waren), noch stärkere reale Staatsschuldenausweitung durch Fürsorge des Sozialstaats den Bedürftigen gegenüber.


    Alles rein theoretische Überlegungen, deren Auswirkungen einem dann doch merkwürdig vertraut vorkommen. Am Ende hatten BRD und DDR gar nicht so wenig Gemeinsamkeiten. Einziger Ausweg so wie im Ostblock: Echte Inflation (=Gelddrucken, physisch). Dynamisierung der Gehälter (sonst Abwanderung in den Westen) und Preise (Schwarzmarkt), alles sozialstaatliche (Renten, Pensionen) bleibt statisch. Zerschlagung der Staatsbürokratie (400 Euro wegen zu schnell fahren bei 40000 Durchschnittsgehalt, Wild West Klima).


    Alternativ könnte das Systemgleichgewicht wiederhergestellt werden mit nur "etwas" Inflation, wa aber sehr schwer ist. Im Szenario b) kann Inflation nur noch durch Gelddrucken in physischer Form erzeugt werden und die Gefahr einer Hyperinflation ist sehr hoch. Sobald die Gehälter steigen, werden auch die durstigen Sozialstaatsangewiesenen gierig. Erhöht man dort auch, so muß man die Gehälter umso stärker erhöhen, was wieder erhebliches Hyperinflationspotential besitzt. Letzten Endes wird es nicht möglich sein. Außer vielleicht in Japan: fügsame Bevölkerung, hohe Ersparnisse, hoher realer Wohlstand, am geringsten ausgeprägtes Sozialsystem der "westlichen" Welt.


    Es bleibt spannend, aktuelle Entwicklungen waren seit den Sozialistenbewegungen des 19. Jhds. eigentlich vorprogrammiert.


    Gruß
    S.

    Gogh,


    schau dir doch mal die Geldgeschichte an, das wird immer konfuser je länger man sich damit beschäftigt.


    Alle größeren Spekulationswellen sind durch irrsinnige Kreditorgien ausgelöst worden, auch zu Zeiten des Goldstandards. Scheinbar kein Hindernis.


    Auch wurden keine Kriege durch Goldstandards verhindert. Schwupps wird die Goldbindung aufgehoben für einige Jahre. Nach dem Krieg wird sie dann wieder eingeführt, wenn man gewonnen hat. Zum alten Wechselkurs. Genau das ist ja beim 1. Weltkrieg passiert. Heute heißt es immer 1914 wäre der Goldstandard aufgegeben worden, was rückblickend stimmt. In Wirklichkeit ist das aber Quatsch, da ja 1914 nichts anderes passiert ist las in den meisten größeren Kriegen vorher auch. Nach 1918 ist dann die historische Anomalie passiert, ausgelöst vor allem durch Großbritannien und das Ansinnen unbedingt den Golddtandard wieder mit dem alten Wechselkurs einzuführen. Hätte man realistisch gehandelt und einen niedrigeren Wechselkurs verwendet, gäbe es wohl heute noch den Goldstandard. Genau dieses Ereignis ist auch Grundlage des Mythos daß Gold deflationär wäre, was natürlich nicht stimmt. Genauso sind die Ostmarkpreise in der DDR zusammengebrochen nachdem klar wurde, daß man 1:1/1:2 tauschen konnte. Wenn man zu einem küsntlich überhöhten Kurs an einen festen Anker bindet, fallen die preise eben immer, was soll auch sonst passieren?


    Das Problem beim Goldstandard und der Einlöseverpflichtung ist, daß sie genau dann nicht funktioniert, wenn man sie braucht. D.h. wenn du nicht der erste am Schalter bist ist es Essig mit Auszahlung, so ungefähr.


    Es gab ja auch in den 1860ern Zeiten wo du an der Börse für $100 in Gold $170 Papier zahlen mußtest obwohl du theoretisch ja hättest umtauschen können.


    Gruß
    S.

    Wobei ich da auch gleich wieder ein Bewertungsverfahren für Goldminen anzubieten hätte. Vielleicht das beste was ich mir jemals ausgedacht habe. Mal wieder am Beispiel Minefinders.


    Also, wir führen einfach eine DCF Analyse durch. Wir rechnen aber nicht in Geldeinheiten, sonder mit Gold. Wir wollen jetzt einfach wissen: was ist die Mine mit x reserven, y Jahren Abbaudauer und Kosten z gemessen in Gold wert.


    Dazu brauchen wir als erstes einen Zinssatz. Bei Aktien verwende ich 10%. Zusammengesetzt aus 4.5% Inflation, ca. 1.5% Produktivitätssteigerung und 4% extra als Investorenerwartung, wir wollen ja auch wa verdienen. Beim Goldpreis fallen logischerweise die 4.5% Inflation weg. Produktivitätssteigerung bleibt, genau wie unsere 4%.


    Macht also 5.5%.


    Nun zu den Kosten. Gold ist kaufkraftstabil. Längerfristig fällt der Goldpreis real (Produktivitätssteigerung) genau wie die Abbaukosten. Wir verwenden also aktuelle Abbaukosten / aktuellen Goldpreis als einen Prozentsatz, der von dem geförderten Gold für die Kosten abgegeben werden muß.


    Der rest ist dann ganz 08/15 DCF.


    Minefinders hat 1.8 Millionen Unzen Gold und 65 Millionen Unzen Silber zum Abbau vorgesehen, macht bei 1:60 Gold/Silberratio 2.88 mio Unzen Gold. Wichtig: nicht Reserven, sondern wirklich gewonnenes Gold. Geschätze Kosten $230/oz, aktueller Goldpreis $630. $230/$630 = 37%. 100-37 = 63%. 63% von 2.88 mio ozs sind 1.8 mio ozs. Lebensdauer der Mine 12 Jahre, d.h. wir müssen im Schnitt 6.5 Jahre auf das Gold warten. 1.8/(1.055^6.5) = 1.27 mio ozs Gold
    Geteilt durch 55 mio Aktien fully diluted = ca. 0.023 Unzen Gold pro Minefinders Aktie. Bei $630 Goldpreis wäre eine Minefinders Aktie demnach $14.54 wert. Wichtig: das ganze gilt natürlich nur bei schon finanzierter Mine! Sonst müssen noch die Kapitalkosten für die Mine selbst mit einbezogen werden (z.B. Galore Creek von Novagold mit $2 Mrd.).


    Und jetzt noch die Erwartungsrendite, d.h. welche Rendite erhalte ich wenn ich jetzt kaufe und sich nach 5 Jahren der faire Wert einstellt.


    Angenommen ich kaufe Minefinders für $9 pro Aktie. Fairer Wert ist jetzt $14.54, also 62% mehr. Verteilt auf 5 Jahre entspricht da einer Jahresperformance von 10%. Dazu kommen unsere 5.5% pro Jahr aus der DCF Analyse. Und 4.5% Inflation, die in der DCF Analyse nicht beinhaltet waren. Macht in der Summe 20%. Fairer Goldpreis m.E. 730 (absolut, $1650 nur gegenüber dem Dow) statt 630, macht über 5 Jahre dann nochmal 3% pro Jahr. 23% pro Jahr wäre dann die zu erwartende Rendite. Die zu erwartende Dow Rendite wäre im Vergleich eine Halbierung über 5 Jahre oder minus 13% pro Jahr. Dazu kommen die 10% erwartete Rendite bei der Bewertung, verbleiben -3% pro Jahr.


    23% vs. -3% Minefinders vs. Dow..


    Gruß
    S.

    Alf Fields, war das nicht der mit den vielen Afrikander Aktien..


    ob nun der Anstieg von 560 auf 640 so bedeutungsvoll war.. peanuts. Für Trader, die jetzt realisieren, war es natürlich gut. Aber wer 5 Jahre halten will kriegt vielleicht noch bessere Kurse. An den Börsen wird das gleiche Szenario gespielt wie seit 2003, nicht neues. Wäre aber mal Zeit dafür. Ich frage mich nur was das für ein Szenario sein soll, das positiv für den US$ aber negativ für Aktien ist.


    Hätte ich nicht so viele Aktien gefunden, wäre ich schon längst viel stärker wieder in Gold investiert. Aber wieso soll ich für Gold mit einer viel ungewisseren Zukunft meine Aktien eintauschen? Wenn ich sage Gold hat den xx inneren Wert, dann sage ich damit auch, daß ich damit auf die Kaufkraft achte. Und dann sage ich damit genauso, daß der US$ zum Euro bei 1.03 stehen sollte und daß der Yen bei 90 und nicht 153 stehen sollte, womit Japan Aktien sehr interessant sind. Sämtliche meiner Aktienpositionen notieren bei 50-70% ihres fairen Wertes gemäß DCF Analyse. Ich verwende einen Zinssatz von 10% (Erwartungsrendite eines Investors, sonst lohnt der Aufwand nicht). Demnach ist für den breiten Markt, wo ROIC und Kapitalkosten vielleicht bei 5-7% liegen und somit gleich sind (anders kann es im Kapitalismus im breiten Durchschnit tauch gar nicht sein) ein KGV von 10 fair. Egal ob die Unternehmensgewinne 10, 20, 50, 200 oder 1000% pro Jahr steigen. Wir haben Marktkgvs von 20 (im Dax EV/EBIT ohne Finanzwerte 20.5, mit Finanzwerten vielleicht 23-25). Damit sollten sich die meisten meiner Werte gegenüber dem Markt verdreifachen. Gold sollte sich gegenüber dem Markt ver2.6fachen. Kommt auf's gleiche hinaus. Interessant ist mein größter Wert Sega Sammy. 8200 Yen wert. Ca. $100/Aktie. Relativ zum Gesamtmarkt, der ca. das doppelte des fairen Werts kostet $200/Aktie. Kostet zur Zeit knapp $27/Aktie, das ist schon besser als Gold. Warum sollte ich da solche Aktien verkaufen und in Gold tauschen? Gold, dessen innerer Wert niemals steigt, während der innere Wert eines guten Unternehmens von Jahr zu Jahr steigt..


    Besser als mit Sega Sammy fahre ich nur mit Minen die min. um 60% relativ zum Goldpreis unterbewertet sind, sowas ist schwer zu finden. Na gut, unfairer Vergleich. Ich wette es gibt mehr um 60% und mehr unterbewertete Goldminen als Aktien, die billiger als Sega Sammy sind, daher lohnt es wohl auch immer noch mehr die Minen zu durchleuchten als normale Aktien.


    Gruß
    S.