Panamaxel: es sind vielleicht nicht nur die paar Silberscheinchen, die einen Emittenten hinwegfegen. Wer weis, wo er sonst noch überall involviert ist?
Als Kreditgeber eines oder mehrerer Hedgefunds, der/die auch geleichzeitig Garantien für den Emittenten übernommen haben, also die Gegenposition zu den Scheinchen darstellen. Und somit die Sicherheit der Bank dafür.
Wenn der so richtig hops geht, gehen auch Bankgarantien hops.
Die Bank ist ihr verliehenes Geld quitt. Und hat urplötzlich ungehedgte Shortpositionen am Hals.
Vielleicht sind die Emittenten aber auch selbst über Hebel oder direkt in verbriefte Immobilioen- und Konsumentenkredite "investiert" die zeitweilig extrem im Kurs verfallen könnten. Und das würde sie zur Liquidierung zur Unzeit zwingen.....
Jenachdem, wie stark und ggf. noch mir Fremdwährungskrediten solche Emittenten in Risikomärkten "engagiert" sind, kann sowas schon mal vorkommen. Auch bei den ganz "Großen". Keiner kann das ausschließen.
Und dieses Risiko kommt zu den üblichen Derivaterisiken hinzu.
Hinzu kommt, daß gerade Edelmetall als Krisenmetall dann am teuersten / begehrtesten sein kann, wenn Banken sterben, wie Eintagsfliegen.
Wer jetzt und auf dem Höhepunkt des Kreditzycklusses und somit auf dem Höhepunk der kollektiven Risikoblindheit und Realitätsverweigerung noch mit Scheinchen zocken will, der kann und sollte das selbstverständlich tun. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Auch für den scheint -wie für alle anderen auch - nach wie vor die Sonne. Selbst dann, wenn er unglücklich spekuliert und verloren hat.
Jemand, der beispielsweise Calls auf Aktien oder Aktienindices erwirbt, der hat ein solches über das normale Kursrisiko hinausgehende additive Totalverlust-Risiko viel weniger: Steigende Aktienkurse = steigendes Vertrauen in die Wirtschaft und damit auch in die Währungen.....
Und wenn die Aktienkurse implodieren, so kann es ihm als Long-Spekulanten völlig egal sein, wenn auch der EMITTENT gleich mit baden geht, weil die Scheine auch bei solventen Emittenten wertlos geworden sind.
Geht die Aktien-long-/ Call-Spekulation als solche auf, kann man sich um ein vielfaches sicherer sein, sein "Geld" zu bekommen, als im Fall einer Edelmetall-long-/Call-Spekulation.
Genau das ist es, was Aktien und Rohstoffe einerseits und speziell Edelmetall andererseits unterscheidet.
Was mich persönlich interessieren würde, das ist folgendes:
Wie gewichten Papiersilberkäufer die Wahrscheinlichkeiten für welche Silberpreisentwicklung?
Ich gewichte momentan wie folgt:
Auf 24 Monate gebe ich Silber eine 60-40 Chance für einen Kursanstieg, basierend auf der (konservativen) Annahme, daß im Kurs derzeit alle Infos und zukünftigen Ereignis-Eintrittswahrscheinlichkeiten voll berücksichtigt sind.
Die 60-40-Verteilung ergibt sich aus den steigenden Geldmengen, die statistisch betrachtet steigende Asset-Preise nach sich ziehen werden, sodaß die erwarteten Preissteigerungen beim Silber in etwa dem zukünftigen Geldmengenwachstum entsprechen dürften .
Eine Verdoppelung des Silberpreises binnen 24 Monaten gebe ich eine 15 Prozent-Chance.
Crashszenarien:
Und mit 3 Prozent sehe ich 50 EUR die Unze,
mit einem Prozent die 100 EUR,
Hyperinflationsszenarien:
mit 0,75 Prozent die 200 EUR/Unze
mit vielleicht 0,6 Prozent die 1.000 EUR/unze
und entsprechend mit 0,5 Prozent die 10.000 EUR/Unze usw.
Denn kommt es mach einem Crash oder infolge eines Crashs, der außer Kontrolle gerät zur Hyperinflation, so ist die finale Anstiegsphase annähernd senkrecht. Die Wahrscheinlichkeiten für Kursziele, zwischen denen dann mehrere hundert oder gar tausend Prozentpunkte liegen unterscheiden sich dann aus heutiger Sicht kaum mehr. Eben weil der Wert des Geldes dann kolabieren wird und es aus heutiger Sicht daher keinen Unterschied macht, weil es ohnehin nur noch abstrakte Zahlen sind, die in keinerlei Bezug zur jetzigen Kaufkraft des Geldes stehen können.... Und weil die Kurse dann völlig nichtssagend sind, was die Kaufkraft des Geldes in der Zukunft angeht.
Momentan kaufe ich daher nicht physisch, sondern investiere über den Ausbau meiner Barreserve in Silberzehnern indirekt in Silber. Denn: schaut man bis zu 20 Jahren zurück, befindet sich der Silberpreis derzeit schon auf sehr hohem Niveau. Also: ein Grund zur besonderen Umsicht.
Ich "spare" mir dabei 3 Prozent Kapitalmarktzinsen und nehme -ohne nominale Kursverlustrisiken - gleich mehrere Optionen wahr:
(1) Die Option von einem erwarteten Aktiencrash zu profitieren, indem ich niedrigste Kaufkurse nutze
(2) Die Option etwa 50 Prozent meiner Barreserve vor Enteignung durch Inflation und Schuldnerinsolvenz geschützt zu haben.
Um in Papiersilber-Werte zu investieren müsste man -meiner Ansicht nach - um ein vielfaches bullisher sein.