Zitat
Original von Zarathustra
Ohne jemanden einen Vorwurf machen zu wollen...Ich habe mich lange genug von den Hyperinflationsphantasien der Gold-Fans blenden lassen...besser gesagt, selbst einfach viel zu wenig nachgedacht, analysiert und gelesen...Das alles hab ich aber jetzt nachgeholt und vieles scheint mir heute wesentlich klarer als ein Artikel von Herrn Eichelburg beispielsweise je sein kann....
Tatsache ist, dass es in einem Zins-System - und in einem solchen leben wir nun mal - IMMER zu einem Geldentzug aus dem System und damit zu einer Deflation kommt...eine Hyperinflation ohne vorhergehender Deflation ist unmöglich...und weil in einer Deflation Geld gehortet wird, um morgen oder übermorgen noch billiger an die Waren zu kommen, ist auch das plakative Helikopter-Geld-abwerfen-Bildnis nie und nimmer die Lösung des Problems...es kann die Deflation max. entspannen..weniger drastisch verlaufen lassen...aber niemals verhindern...denn warum sollte die geldhortende Masse dieses ihnen geschenkte Geld plötzlich ausgeben..nur weil es ihnen geschenkt wurde? Der Helikopter macht nur dann Sinn, wenn dieses Geld auch in den Umlauf kommt..ansonsten ist die Aktion völlig sinnlos. Gold und Silber werden in einer Deflation, so wie alle Waren fallen...denn warum sollte jemand Gold oder Silber kaufen, wenn Cash König ist? Die Phantasien eines Herrn Eichelburg kann ich da beim besten Willen nicht nachvollziehen...Exorbitant steigender Goldpreis in deflationären Umfeld? Lächerlich!
Gold als Krisen- und Crashmetall ist also völliger Unfug...in einer Deflation bekommt ihr selbiges um 80% billiger - für die anschließende harte Inflation/Hyperinflation.
Gold als langfristigen Schutz vor schleichender, aber moderater Inflation (also ohne Crash) dagegen ist schon eher nachvollziehbar und auch sinnvoll....allerdings muss man in diesem Fall davon ausgehen, dass es zu keinem Crash kommt, also das Zins-System insgesamt stabil gehalten werden kann...was ich persönlich eher für eine Illusion halte..aber jedem das Seine. Fakt ist, dass in einem Zins-System Geld immer leicht inflationieren muss...im Fall eines Crashs aber ist immer mit Deflation zu rechnen. Wer Silvio Gesell liest, weiß mehr. Ich werde morgen meine letzte Tranche Gold kaufen...als Absicherung gegen die laufende schleichende Inflation...danach aber ist mein Goldfieber abgeklungen.
Es war mir eine Ehre...menschlich wardt ihr echt in Ordnung...
mfg
Zarathustra
PS: Nichtsdestotrotz glaube ich, dass Gold seinen Höchststand (850$)noch in den nächsten 2 Jahren überbieten wird...das verlangt schon allein die menschliche Massen-Psyche...
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Zarathustra: Ihrer Argumentationskette stimme ich in vielen Punkten zu:
"Tatsache ist, dass es in einem Zins-System - und in einem solchen leben wir nun mal - IMMER zu einem Geldentzug aus dem System und damit zu einer Deflation kommt...eine Hyperinflation ohne vorhergehender Deflation ist unmöglich..."
100 Prozent Zustimmung meinerseits. Ich behaupte jedoch: die Deflation ist bereits lange da. Sie wird dadurch in ihrer Wirkung fallender Preise aufgehoben, daß bei annährend stabilen (Endverbraucher-)Preisen die Geldmengen sehr stark steigen. Die Preise sinken daher nicht, wie das in einer Deflation mit annähernd konstanten oder gar rückläufigen Geldmengen der Fall sein würde.
"und weil in einer Deflation Geld gehortet wird, um morgen oder übermorgen noch billiger an die Waren zu kommen, ist auch das plakative Helikopter-Geld-abwerfen-Bildnis nie und nimmer die Lösung des Problems...es kann die Deflation max. entspannen..weniger drastisch verlaufen lassen...aber niemals verhindern...denn warum sollte die geldhortende Masse dieses ihnen geschenkte Geld plötzlich ausgeben..nur weil es ihnen geschenkt wurde? Der Helikopter macht nur dann Sinn, wenn dieses Geld auch in den Umlauf kommt..ansonsten ist die Aktion völlig sinnlos."
Auch das ist richtig. Nur haben wir doch schon längst "Helikoptergeld": die Geldmenge wurde nicht in einem Mal per Helikopter abgeworfen, sondern über Null- und Minnizinsen und jährlichen Geldmengenwachstumsraten, die etwa viermal so hoch sind, wie das Wirtschaftswachstum. Nur so konnte man in den letzten Jahren einen Zusammenbruch in vielen Ländern abwehren. Auf Kosten der Enteignung durch Inflation und des nahezu vollständigen Ausblutens des Mittelstandes vielerorts. Schaut doch mal, was Rohstoff eund Maschinen in den letzten Jahren teuer geworden sind......
"Gold als Krisen- und Crashmetall ist also völliger Unfug...in einer Deflation bekommt ihr selbiges um 80% billiger - für die anschließende harte Inflation/Hyperinflation."
DANN REDEN WIR HIER VON UNZENPREISEN ZWISCHEN 100 und 140 EUR. Oder 110 bis 140 Dollar. Völlig unvorstellbar. Ich behaupte folgendes: Es mag sein, daß Gold vielleicht im finalen Deflationscrash auf 250 bis 300 Dollar fällt. Ich hingegen glaube, daß irgendwo bei 370 Dollar ein Boden ist, der nie mehr unterschritten wird. Diese Kurse sind die von Ihnen skizzierten Kurse in der Deflation.
Geld gibt es wie Sand am Meer. Das lauert nur darauf, Sachwerte billig zu kaufen. Wo sich der Deflationscrash erbittert austoben wird, das ist bei den Aktien und bei den Immobilien. Da werden Millionen Schuldne rüber die Klinge springen. Gold gibt es nicht genügend, um Goldpreise von 110 bis 140 Dollar zu erzeugen. Weit oberhalb dieser Preise kaufen die Notenbanken selber Gold wie bekloppt. Ebenso die Goldschuldner, weil die dann billig ihre Goldschuld loswerden. Notenbanken kaufen alleine schon um die spätere Hyperinflation durch eine hohe Goldquote abmildern zu können bzw. um Reserven für die Währung anzulegen, die danach kommt. Notenbanken haben auch in der Deflation GELD ohne Ende. Und die werden das einsetzen, wenn dadurch die Preise nicht steigen.
Speziell beim Gold besteht daher die Gefahr, nicht investiert zu sein, wenn man erst zu den von Ihnen angegebenen Kursen (80 Prozent unterhalb der Vorkrisenkurse) kauft.
"Ich werde morgen meine letzte Tranche Gold kaufen...als Absicherung gegen die laufende schleichende Inflation...danach aber ist mein Goldfieber abgeklungen."
Eine sehr weise Entscheidung, dennoch Gold zu kaufen. Ebenfalls sehr weise ist es, zu wissen, wann man genug Gold erworben hat. Und vor allem: niemals alles in Edelmetall investieren und liquide zu bleiben.
Abschlussbemerkung:
Ich glaube nicht, daß Sie hier geblendet wurden. Das was Sie verunsichert, das ist die Art und Weise, wie sich die Deflation - für die allermeisten Menschen völlig unbemerkt - in Form annähernd konstanter Preise bei völlig aus dem Ruder laufenden Geldmengen auswirkt. Sowas hat es nämlich in dieser Form noch nie gegeben. Das ist nur in einem waschechten Fiat-System ohne Ausweichmöglichkeit in andere Währungen und bei massiven Preismanipulationen von Rohstoffen mit ehemals monetärer Funktion möglich.