ZitatOriginal von wef
Ich habe seit etwa November 2005 hauptsächlich mit langfristigen OS auf den Anstieg des Silberpreises spekuliert. Ich habe mich für OS im Gegensatz zu Hebelzertifikaten entschieden, da sie bei geringerem Risiko einen weit höheren (theoretischen) Hebel erlauben.
Inzwischen mußte ich feststellen, daß die OS diesen theoretischen Hebel leider bei weitem nicht erreicht haben, weil die Emittenten die Kurse glätten: sprich steigt Silber sehr stark an, verringern sie das Aufgeld, sinkt Silber erhöhen sie das Aufgeld wieder.......
wef: schön, dies endlich einmal aus der Feder eines Forenmitgliedes zu lesen, daß sich intensiv mit der OS-Problematik befaßt.
Meine Meinung: An Tagen, an denen Silber um zwei, drei oder vier Prozent steigt und ggf. der Kurs in dieser Größenordnung schwankt, müssten OS allein aufgrund der Volatilität schon deutlich im Kurs steigen, speziell Calls bei steigenden und Puts bei fallenden Kursen.
Jedoch: je weiter Produkte aus dem Geld sind, desto geringer sind die prozentualen Veränderungen der Produkte, die im inneren Wert steigen. Die Volatilitäten nähern sich mit steigendem inneren Wert mehr und mehr den Basiswertschwankungen an. Soweit die Theorie.
Beobachtungen, bei denen "Glättungen" zum Nachteil der Kunden auffallen, bedeuten schlichtweg: Die Emmitenten nutzen hier den Umstand aus, daß viele OS eben nicht frei an der Börse handelbar sind und daß die Liquidität vom Emmitenten bereit gestellt wird. Der Reiz, Produkte mit einem hohen inneren Wert zu kaufen ist für viele OS-Käufer gering, da diese mehr Kapital binden. Das nutzen die Emmitenten (scheinbar) zu ihren Vorteil aus, folgt man Ihrer Einlassung.
Demzufolge muß ein OS-Käufer genau solch ein Verhalten der Emmitenten mit in seinem Kalkül berücksichtigen. Den unverändert hohen Risiken stehen somit reduzierte Chancen gegenüber.
Mir steht es gewiss nicht zu, T-trinkers Anlagestrategie zu bewerten. Jedoch: das, was er als "Zertifikate" bezeichnet hat mit herkömmlichen Silberzertifikaten, bei denen eine Lieferung in Voraus voll bezahlt ist (bis auf die Steuer) nichts zu tun. Was er hat, das sind Optionsscheine mit theoretisch unbegrenzter Laufzeit und einer Kursschwelle, bei deren Erreichen / Unterschreiten seine Ansprüche verfallen, weswegen er beim Kauf auch nur einen Teil des Preises eines voll bezahlten "Lieferscheins" entrichten musste. Als seriöse Anlageform getrantes, hochriskantes Glücksspiel halt. Ich habe mal vor ein paar Jahren sehr intensiv mit Aktien gehandelt und selbst 2000 noch klotzig Geld verdient. Plötzlich aber kam alles anders. Es ist scheinbar so, daß viele Menschen Ihre Erfahrungen selber machen müssen. Selbst, wenn er diesmal Glück haben sollte: Hört er nicht auf, wird auch er eines Tages vom Markt einkassiert. Für mich ist das, statistisch betrachtet, nur eine Zeitfrage. Da müsste er schon cleverer und taffer sein, als über 99 Prozent aller Anleger um eine reale Chance zu haben, zum Schluss als Gewinner das Feld zu verlassen. Einen gut gemeinten Rat dennoch: Don´t count your money, until the Game is over..... Dann tut´s erfahrungsgemäß nicht ganz so weh ![]()
Übrigens: beim Lottospielen sollen zumindest ca. 50 % der Einsätze wieder ausgeschüttet werden. Je Roulett-Durchgang sind es sogar (theoretisch) 36/37. Ich glaube nicht, daß man bei solchen "Zertifikaten" als Spieler auf ähnlich "kleine" Verluste kommt. Die nur so am Rande.