Zitat
Original von HansKnappstick
Wieso waren Deutsche nach der Währungsreform '1948 doch bereit, für die D-Mark zu arbeiten und in der D-Mark zu sparen?
1.) gab es damals feste Wechselkurse (Bretton-Woods-System). Die DM war an den Dollar gekoppelt und der (nur für Staaten) in GOLD konvertierbar.
Obgleich die Menschen selbst KEIN Gold für ihr Geld bekamen, hatten sie doch eine Goldwährung.
2.) (wichtiger als 1.)) Das Geld wurde damals sehr knapp gehalten. Heute existieren gigantische Sparguthaben und gigantische Schuldenberge. Bei 0 % (Japan) 2,5 % (Eurozone) oder 4,5 % (USA) Diskontsatz gibt´s nicht wirklich knappes Geld. Und bei 6 bis 9 Prozent jährlichem Geldmengenwachstum erst recht nicht.
3.) (wichtigwer als 1. und 2.) )Die Menschen waren damals meist sehr, sehr arm. Geld war daher wohl zu über 99 Prozent des Volkseinkommens reines Zahlungsmittel. Wenn gespart wurde, dann für mittel- und langfristige Konsumgüter, die innerhalb eines absehbaren Zeitraumes erworben wurden. Das langfristige Sparen spielte mit wahrscheinlich weniger als 1 v:h. des Volkseinkommens damals KEINE Rolle.
Heute werden doch über 12 Prozent in Deutschland gespart. Und zwar nicht auf fünf bis maximal zehn-Jahres-Sicht, sondern auf im Mittel 15 bis 30 Jahre (Altersvorsorge) oder aus Angst vor Jobverlust (abstraktes Angstsparen). Schlimmer noch: die Ersparnisse gehen in Finanzanlagen und Staatsanleihen und nicht in Inlands-Investitionen, die Jobs schaffen. Die Spargelder werden, von Konzernen die damit im Ausland investieren und ihre hisige Produktion einstellen daher gegen die Sparer selbst gerichtet (!). Ein Abwärtsstrudel, gleich einer sich selbst erfüllenden Prophezeihung tut sich auf.
Und warum das?. weil die Märkte durch immer neue Mengen künstlichen Geldes total verzerrt werden. Ganau das ist der Tribut, den der Normalbürger dem unkontrollierten (Falsch-)Geldmengenwachstum zollt. Er wird enteignet und durch ersparten Jobverlust wirtschaftlich platt gemacht.
4.) am allerwichtigsten: Mit der Währungsreform gab´s plötzlich ein sattes Angebot an gehorteten Waren. Das schaffte Vertrauen. Der Scharzmarkt verschwand damit praktisch auf einen Schlag.
Heute ist es total anders: sehr viele wähnen sich reich, sind es aber nicht, weil ihr "Reichtum" aus Schulden anderer besteht und die größten Schuldner faktisch insolvent sind, wobei diese Insolvenz durch ständige Neuverschuldung ohne Schuldenabbau verschleiert und verschleppt wird. Deutschland ist schwerfällig und satt geworden.
Damals war der Krieg am Währungszusammenbruch schuld. Das war für jeden nachvollziehbar. Die Nazigrößen waren hingerichtet oder richteten sich selbst. Die Schuldfrage erübrigte sich daher, denn die Schuldigen am Reichsmarkzusammenbruch waren offensichtlich und darüber herrschte gesellschaftlicher Konsenz. Es gab Demokratie.
Und wer hätte heute Schuld an einem Zusammenbruch der Fiat-Währungs-Systeme?. Ups.
WIR (als deutsches Volk) ALLE. Weil wir korrupte Politiker wählen, anderen politisches Engagement überlassen, statt selbst aktiv zu werden. Immer und für jeden Kleinkram nach dem Staat schreien. Und völlig sinnlos in Schulden anderer sparen, die nichts anderes darstellen als finanzierte Sozialhilfe und finanzierte Arbeitslosigkeit.....
....und wer wissen möchte, was aus seinen Spargeldern geworden ist, dem rate ich eine Kläranlage zu besuchen und sich die ankommenden Fäkalien anzuschauen. Anschließend möge er sich zu einer Müllverbrennungsanlage oder einer der immer seltener werdenden offenen Mülldeponien begeben. 10 v.H. von dem, was er da sieht, das wurde (auch) mit "seinen" Spargroschen finanziert. Amen.
Eine weltweite Krise der Vertrauenswährungen (FIAT-Money) ist doch in erster Linie eine Vertrauenskrise. Und zwar eine Vertrauenskrise in die derzeit vorherrschenden Staatsformen und Regierungen, die durch Wahlen vorgeben demokratisch legitimiert zu sein.
Eine Währungskrise wäre daher zuerst eine Sinn- System- und Vertrauenskrise. Wen sollen die systematisch gegängelten, abgeschröpften und belogenen Bürger noch glauben. Wer oder was könnte ihnen noch ein Minimum an Glaubwürdigkeit garantieren. Ein Politiker?. Ein neuer, aus dem Hut hervorgezauberter Schuldner?. Oder etwas, an dem keine Schulden kleben?
Dort genau würde der Hase im Pfeffer liegen. Daher auch der Tanz ums Gold, der für viele Zentralbanken ein Eiertanz ist.
Alles klar?.